In Steven Spielbergs Meisterwerk Jurassic Park (1993) werden Dinosaurier von einem exzentrischen Milliardär durch Klonen wiedererschaffen und in einem Park ausgestellt. Aber geht das überhaupt? Kann man Dinosaurier und andere Urzeit-Tiere eines Tages wieder zurückbringen? Oder ist das alles nur Science Fiction?

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Diese Fragen bekomme ich regelmäßig gestellt, sowohl von meinen Schülern als auch von Erwachsenen, die sich für die Urzeit interessieren. Sie gehören auch für mich zu den spannendsten, wenn es um Urzeit-Themen geht! In meinem Sachbuch De-Extinktion – Die Rückkehr der Urzeit-Tiere bin ich ihnen ausführlich auf den Grund gegangen. |
Wenn du dich für das Thema interessierst und dir auch andere Fragen durch den Kopf gehen: Stehen wir wirklich kurz davor, ein Mammut oder gar einen T. rex wiederzubeleben? Gibt es vielleicht sogar schon Lebewesen, die einst unsere Erde bevölkerten, dann aber ausstarben und die jetzt wieder von eifrigen Wissenschaftlern zurückgebracht wurden? Und was ist De-Extinktion überhaupt? Dann solltest du es dir unbedingt zulegen! Schreib mir einfach eine Nachricht über Social Media und ich schicke dir gern ein Exemplar zu, auf Wunsch gerne handsigniert und mit persönlicher Widmung!
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Jurassic Park – Der ausführliche Faktencheck
Hier soll es nun um das wohl bekannteste und erfolgreichste Beispiel aus der Literatur sowie der Filmgeschichte gehen, das sich mit der De-Extinktion befasst. Bis heute ist die Jurassic Park-Reihe (fortgesetzt als Jurassic World) eine der erfolgreichsten Filmreihen aller Zeiten, und das wohl ikonischste Beispiel für den Dinosaurierfilm. Zwar waren auch schon lange vor Jurassic Park Dinosaurier bereits beliebte Filmstars. Schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts eroberten sie die Kinoleinwand, mit den ersten richtigen Blockbustern wie Die verlorene Welt (1925), King Kong und die weiße Frau (1933) oder Gwangis Rache (1969). Anders als in den allermeisten Dinosaurierfilmen begegnen die Menschen den Urzeitmonstern in Jurassic Park jedoch nicht etwa in einer abgelegenen, bislang unerforschten Wildnis, auf einem fremden prähistorischen Planeten oder bei einer Zeitreise zurück in die Urzeit. In Jurassic Park wird erstmals ein völlig anderes Szenario gewählt und die Dinosaurier mithilfe von allerneuester Gentechnologie wieder in unsere Welt zurückgebracht.
In dieser Artikelreihe möchte ich diese Filme nun mit den Augen eines Wissenschaftlers – oder zumindest an Wissenschaft sehr interessierten Menschen (ich bin ja kein Paläontologe!) genau unter die Lupe nehmen. Ich möchte in dieser Artikelreihe aber nicht auf die Logiklöcher oder Handlungsfehler eingehen. Das haben viele Blogger vor mir schon getan und es gibt Tausende YouTube-Videos, Fangruppen-Threads und vieles mehr zu diesem Thema. Ich möchte mir deshalb bloß die Dinosaurier vornehmen und die im Film dargestellten Wesen mit ihren realen Vorbildern aus dem Mesozoikum vergleichen.
Was wissen wir heute wirklich über T. rex, Velociraptor, Triceratops und Co.? Was entspricht der Realität, was ist reine Fiktion? Und welche Informationen sind in den letzten drei Jahrzehnten, seit es die Filmreihe schon gibt, noch dazugekommen? Wie sehr hat sich das Bild der Dinosaurier in der Forschung inzwischen verändert, sodass die Filmsaurier nun auch deshalb nicht mehr korrekt sind?
Dieser Artikel ist auch bei YouTube verfügbar. Michael Kubi hat wieder ganze Arbeit geleistet und ein wirklich interessantes Video daraus gemacht!
Anfangen möchte ich heute aber mit einem ganz anderen, viel grundsätzlicheren Thema. Nämlich mit den Fragen: Kann man Dinosaurier überhaupt klonen? Ist schon die gesamte Grundlage des Films, also die Wiedererschaffung von Dinosauriern mit Gentechnik, totaler Blödsinn? Oder könnte es in der Zukunft vielleicht tatsächlich mal einen Park mit geklonten Urzeit-Tieren geben?
Michael Crichtons Vision eines Dino-Parks
Die Jurassic-Filmreihe, die 1993 mit Jurassic Park von Steven Spielberg einen grandiosen Start feierte, ist eine Adaption des gleichnamigen Buches von Michael Crichton, das 1990 auch unter dem deutschen Titel DinoPark erschien. Crichtons Roman ist ein Meilenstein der Science-Fiction-Literatur geworden und auch als Kritik an der modernen Forschung zu verstehen. Forscher seien heute oft nur noch darauf bedacht, ob sie gewisse Dinge tun können, aber ob sie diese auch tun sollten, fragt sich kaum jemand. Die sträfliche Missachtung ethischer Grenzen kann jedoch zum Chaos führen – wie Crichton in spektakulärer Weise vorführt.
Es handelt sich bei den Dinosauriern im Roman und auch im Film um sogenannte Klone. Klone sind genetische Kopien echter Tiere, die sowohl im Buch als auch im Film aus der DNS von Blutzellen aus echtem Dinosaurierblut erschaffen werden. Dieses Dinosaurierblut fanden die Jurassic-Park-Wissenschaftler in blutsaugenden Insekten wie Moskitos, die es ja wirklich schon zur Zeit der Dinosaurier gab. Nachdem ein Moskito einen Dinosaurier gestochen hatte, konnte es passieren, dass er im Harz eines Baumes kleben blieb. Dieses Baumharz wurde dann zusammen mit dem Insekt fossiliert und im Laufe der Jahrmillionen zu Bernstein – und dort wurden die Forscher in Crichtons Vision dann fündig.
Doch wie realistisch ist diese Vision? Wie funktioniert das Klonen denn eigentlich genau? Ist Jurassic Park mehr „Science“ oder mehr „Fiction“?
Die Technik des Klonens
Die Technik des Klonens ist einfach erklärt, aber in der Praxis deutlich komplizierter. Beim Klonen wird einer beliebigen Körperzelle des zu klonenden Lebewesens der Zellkern entfernt. Dieser wird dann einer Stammzelle wie einem Ei eingepflanzt, dem zuvor ebenfalls der Zellkern entfernt wurde. Diese Technik nennt man Nukleartransfer. Anschließend lässt man diese Zelle zu einem neuen Organismus heranwachsen.
Pflanzen, zumindest die meisten, kann man relativ unproblematisch klonen. Bei Tieren ist es etwas komplizierter. Für das Klonen von Säugetieren muss eine Eizelle in vitro mit dem Zellkern eines Spendertieres befruchtet und dann im Uterus einer Leihmutter eingepflanzt werden. Mit etwas Glück entwickelt sich daraus dann ein Tierbaby, das eine exakte genetische Kopie des Tieres ist, dem man zuvor die Körperzelle entnommen hatte. Es gibt in der Tier- und Pflanzenwelt auch „natürliche“ Klone: der Ableger einer Pflanze ist im Grunde nichts anderes als eine etwas zahmere Version von Rexy (oder Roberta) aus den Jurassic Park-Filmen. Und auch, wenn du einen eineiigen Zwilling hast, dann hast du einen natürlichen Klon, der mit dir zusammen durch die Welt geht. Ihr beide teilt – von einigen natürlichen Mutationen einmal abgesehen – nämlich das identische Erbgut!
Die Erfolgsquote beim künstlichen Klonen von Säugetieren ist aber auch heute noch in den meisten Fällen sehr gering. Die Anzahl der tatsächlich entwickelten Klon-Organismen ist im Vergleich zu der Gesamtzahl an Zellen, die dem Nukleustransfer unterzogen worden sind, ernüchternd klein. Nur ein winziger Bruchteil der so erzeugten Eizellen entwickelte sich wirklich zu Embryonen und Föten und wurde gesund geboren. Als Grund für die hohe Fehlerquote werden epigenetische Phänomene angenommen, wie z.B. die genomische Prägung (Imprinting). Und Dinosaurier waren ja nun auch keine Säugetiere. Für Reptilien und Vögel gibt es noch andere Komplikationen, auf die ich später noch eingehen werde.
Erfolgreiche Klonprogramme – Keine Fiktion!
Als Michael Crichton seinen Roman schrieb, war die Klontechnik übrigens noch eine geheimnisumwobene, nur in der Theorie mögliche Vision und damals wirklich noch pure Science Fiction. Sie ist heute aber tatsächlich schon zur Realität geworden. Das erste geklonte Tier, ein Hausschaf namens Dolly, kam im Juli 1996 zur Welt.1Wilmut, I. et al. (1997). Viable offspring derived from fetal and adult mammalian cells. Nature, 385(6619), 810–813. doi:10.1038/385810a0 Seither verliefen auch Klonprogramme mit vielen anderen Säugetieren, wie z.B. Mäusen, Rindern, Ziegen, Schweinen, Mufflons, Gaurs, Kaninchen, Katzen, Ratten, Maultieren, Pferden, afrikanischen Wildkatzen, Rothirschen, Frettchen, Wasserbüffeln, Hunden, Wölfen, Rhesusaffen, Javaneraffen, Dromedaren und Schwarzfußiltissen erfolgreich. Heute werden vor allem Zuchtpferde mit hohen sportlichen Erfolgen bereits im größeren Umfang geklont. Im Jahr 2008 kamen in Südkorea sieben geklonte Drogenspürhunde zur Welt, die, so die Hoffnung der südkoreanischen Zollbehörde, ähnlich erfolgreich sein würden wie das Original: der legendäre Golden Retriever Chase.2Associated Press (2008). South Korea to use cloned sniffer dogs. NBC News, 24. April 2008.

Erfolgreiche De-Extinktionen durch Klonen?
2009 gelang tatsächlich erstmals das Klonen eines ausgestorbenen Tieres: des Pyrenäensteinbocks (Capra pyrenaica pyrenaica). Als Erbgut dienten tiefgefrorene Hautzellen des letzten Weibchens, das im Jahr 2000 durch einen umgestürzten Baum ums Leben kam. Nach der Übertragung ihrer Zellkerne in entkernte Eizellen von Hausziegen und dem Einsetzen der Embryonen in Leihmütter wurde ein genetisch identisches Jungtier namens „Burcardo“ per Kaiserschnitt geboren. Es starb jedoch wenige Minuten später an einer schweren Fehlbildung der Lunge.3Folch, J. et al. (2009). First birth of an animal from an extinct subspecies (Capra pyrenaica pyrenaica) by cloning. Theriogenology, 71(6), 1026–1034. doi:10.1016/j.theriogenology.2008.11.005
Andere Klonprogramme konnten immerhin erfolgreich bereits ausgestorbene Genvarianten zurückbringen. Im August 2020 wurde in Texas von einem Hauspferd ein Przewalski-Fohlen geboren. Es war das erste erfolgreiche Klonprojekt zur Wiederherstellung verlorener genetischer Vielfalt mithilfe historisch konservierter Zellen: Das genetische Material stammte von einem Tier, dessen DNS schon 40 Jahre zuvor tiefgefroren worden war. Dabei wurden in den Zellen des Przewalski-Fohlens sogar „ausgestorbene“, also nicht mehr bei lebenden Tieren vorhandene Genvarianten wiederbelebt.4Novak, B. J. et al. (2025). Endangered Przewalski’s horse, Equus przewalskii, cloned from historically cryopreserved cells. Animals, 15(5), 613. doi:10.3390/ani15050613 Dem gleichen Team gelang auch die erfolgreiche Klonierung eines gefährdeten Schwarzfußiltis (Mustela nigripes) zur gezielten genetischen Rettung der Art. Als Erbgut dienten kryokonservierte Hautzellen des Weibchens Willa, das bereits 1988 starb und keine Nachkommen in der heutigen Population hinterließ. Mithilfe des somatischen Zellkerntransfers wurden die Zellkerne in entkernte Eizellen von Hausiltissen übertragen und die Embryonen von Hausiltis-Leihmüttern ausgetragen. Dabei entstanden drei gesunde Klone – Elizabeth Ann (2020), Noreen und Antonia (2023). Da alle heute lebenden Schwarzfußiltisse – mit Ausnahme dieser Klone – von lediglich sieben Wildfängen abstammen, enthalten Willas Zellen zahlreiche genetische Varianten, die bislang vollständig aus dem Zuchtprogramm fehlten. Die Nachkommen der Klone könnten daher künftig mehr genetische Vielfalt in die Population zurückbringen und deren langfristige Überlebenschancen verbessern.5Novak, B. J. et al. (2024). First endangered black-footed ferrets, Mustela nigripes, cloned for genetic rescue. bioRxiv. doi:10.1101/2024.04.17.589896 Ein Hauch Jurassic Park ist hier durchaus spürbar!

Das Klonen von Dinosauriern
Doch wird es tatsächlich einmal einen echten Jurassic Park mit lebendigen Dinosauriern geben? Diese Frage gehört wohl zu den häufigsten, die ich von meinen Schülern in meiner Urzeit-AG höre. Und auch Erwachsene scheinen einen Jurassic Park oft nur noch für eine Frage der Zeit zu halten. Grundsätzlich muss man als Wissenschaftler natürlich sagen: möglich ist (fast) alles! Viele Techniken, die heute alltäglich sind, galten noch vor wenigen Jahrzehnten als unrealisierbar. Deshalb bin ich in der Formulierung etwas vorsichtiger und möchte in diesem Beitrag lediglich von „Wahrscheinlichkeiten“ und „Hürden“ sprechen. Und die stehen der Realisierung eines crichtonschen Jurassic Park heute und meiner Meinung nach auch in ferner, ferner Zukunft noch unüberwindbar entgegen.
Tatsächlich sehen Wissenschaftler heute mehrere Wege, um ein ausgestorbenes Tier wieder zum Leben zu erwecken:
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Das direkte Klonen eines ausgestorbenen Tieres durch konservierte DNS und mittels Leihmutterschaft eines eng verwandten, heute noch existierenden Tieres. |
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Die Manipulation von Genen rezenter Tiere mithilfe der konservierten DNS ausgestorbener Tiere, sodass eine neue, der Urform ähnlichere Variante entsteht. |
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Die gezielte Rückzüchtung eines rezenten Tieres, bis es so aussieht wie sein ausgestorbener Verwandter. |
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Es gibt sogar einen natürlichen Prozess der „Wiederauferstehung“ von Arten! Bei der sogenannten Iterativen Evolution stirbt eine Art zwar zunächst endgültig aus. Aber nach einiger Zeit entwickelt sich eine andere Art zu einem nahezu identischen Lebewesen. |
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Und natürlich können auch Gebiete, in denen Restbestände von extrem gefährdeten bzw. bereits als ausgestorben klassifizierte Arten leben sollen, unter strengen Schutz gestellt werden, in der Hoffnung, dass sie sich dort erholen und so „wiederauferstehen“ können. |
Die Dinos aus Jurassic Park
Die dargestellte Methodik aus Jurassic Park ist ein Mix aus den ersten beiden Wegen. Hier werden die konservierten Gene der Park-Dinosaurier mit dem Erbgut rezenter Tiere, nämlich mit dem von Fröschen manipuliert. Die Lücken in der Gensequenz der Dinosaurier werden dort mit Frosch-DNS komplettiert. Somit sehen wir in Jurassic Park also eigentlich keine Dinosaurier, sondern sogenannte Chimären: Tiere, die aus dem Erbgut mehrerer Tiere zusammengesetzt wurden. Somit sind sie eigentlich teils Dino, teils Frosch, teils auch etwas ganz anderes.
Diese Chimären-Technik birgt im Buch und im Film aber mehrere Gefahren. Wie z.B., dass sich die Dinos dort auch trotz der strengen Geschlechtskontrolle (alle Tiere im Park sind Weibchen) fortpflanzen können. Die Frosch-DNS verleiht den Dinosauriern im Park die Eigenschaft, ihr Geschlecht von weiblich zu männlich zu verändern. Viele Fans nutzen die Chimären-Technik aber auch gerne als „Ausrede“, wieso die im Film dargestellten Dinosaurier so stark von ihren realen Vorbildern abweichen.

In den letzten beiden Jurassic World-Filmen waren auch die bei manchen beliebten, bei vielen verhassten Hybriden eigentlich keine Hybriden, sondern Chimären. Ein Hybrid ist eine Kreuzung zweier sehr eng verwandter Arten, wie zum Beispiel Pferd und Esel – Maultiere und Maulesel sind echte Hybriden. Bis heute wurde aber noch nie eine echte, lebensfähige Chimäre erschaffen.
Es ist aber fraglich, ob so ein Fabelwesen wirklich lebensfähig wäre. Die Genetik wirft schon bei reinen Klonen sehr viele Komplikationen auf. Ein Tier aus unterschiedlichen Quell-Genen zu erschaffen ist wahrscheinlich tatsächlich unmöglich. Die unterschiedlichen Geninformationen würden für reichlich Missbildungen und Tumore sorgen, wenn es denn überhaupt so weit kommen würde. Wahrscheinlich wäre der Embryo schon in einem sehr frühen Stadium gar nicht mehr lebensfähig. Ich bezweifle sogar, dass sich die Chimärenzelle überhaupt ein einziges Mal teilen würde.
Was ist DNS?
Schauen wir also mal weg von der Genmanipulation und betrachten wir alleine den Prozess des Klonens. Was brauchen wir dafür? Egal, um was es geht, um irgendetwas Lebendiges zu reproduzieren, braucht man das vollständige Genom. Bei höheren Tieren, wie bei uns Menschen und auch bei den Dinosauriern, besteht so ein Genom aus vielen Milliarden an Erbinformationen. Diese Erbinformationen werden durch die DNS (Desoxyribonukleinsäure) codiert. Die DNS besteht zum größten Teil aus Zucker (Desoxyribose), Phosphaten und verschiedenen Basen. Vier Basen tragen dabei die eigentlichen Erbinformationen: Adenin, Thymin, Guanin und Cytosin. Adenin und Thymin bilden ein Basenpaar, Guanin und Cytosin ein weiteres. Mit ihnen werden die gesamten Erbinformationen codiert. Sie sind also quasi die „Programmiersprache“ des Lebens.

Die großen wissenschaftlichen Hürden bei der De-Extinktion
Im Kino, aber auch in den vielen Computerspielen aus dem Franchise erscheint die De-Extinktion wie eine nicht allzu ferne Wirklichkeit. Und immer wieder liest man reißerische Nachrichtenmeldungen, dass irgendwelche Forscher angeblich kurz vor dem Durchbruch stehen sollen, ein ausgestorbenes Tier zu klonen. Wenn es dabei nicht gleich um Dinosaurier geht, dann wenigstens um noch nicht ganz so lange ausgestorbene Tiere, wie die eiszeitlichen Mammuts oder den australischen Beutelwolf, der in den 1930er Jahren verschwand. Doch steht dieser Durchbruch wirklich kurz bevor? Ich sage nein. Der Wiedererschaffung ausgestorbener Tiere mittels Gentechnik stehen trotz der großen Fortschritte auf diesem Gebiet mehrere turmhohe Hürden entgegen. Bis heute wurden noch keine Wege gefunden, diese zu umgehen.
Erste Hürde: Fragmentarische Genome
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Das größte Problem beim Klonen ausgestorbener Tiere ist, dass die DNS mit der Zeit zerfällt. Die Informationen gehen also nach und nach verloren. Selbst wenn man tatsächlich einmal Stechmücken-Blut in Bernstein isolieren und untersuchen könnte, wäre das Genom viel zu stark fragmentiert und fürs Klonen absolut unbrauchbar. |
Um das zu veranschaulichen, mal ein Beispiel: Stell dir vor, du wärst ein Architekt und würdest einen Wolkenkratzer (den Dinosaurier) entwerfen. Du schreibst einen komplizierten Bauplan (das Genom) mit allen nötigen Informationen. Welche Baumaterialien wo verwendet werden sollen, wo die elektrischen oder die Wasserleitungen entlanglaufen, welche Traglast die Wände haben und so weiter. So schreibst du mehrere tausend Seiten und Millionen von Informationen auf deinen Blaupausen (den Genen).
Bevor du diesen Plan aber den Bauingenieuren und der Konstruktionsfirma übergibst, schickst du dieses Ding durch den Schredder. Die Bauarbeiter bekommen von dir nur noch eine Handvoll Konfetti. Genauso, wie es für die Bauleute nun unmöglich wäre, den Bauplan vollständig zu rekonstruieren, ist es für die Biologen und Gentechniker, das Genom eines Dinosauriers vollständig zu sequenzieren. Und vollständig müsste es auch sein: so, wie es auch beim Bau eines Wolkenkratzers verheerend wäre, wenn eine elektrische Leitung an der falschen Stelle montiert werden würde oder wenn die Stützbalken zu wenig Traglast aushalten würden, so wäre auch ein geklonter Dinosaurierembryo mit nur den kleinsten Fehlern nicht mehr lebensfähig.
Zweite Hürde: Kontamination
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Das nächste Problem bei Dino-DNS aus dem Bernstein: das Genom ist nicht nur stark fragmentarisch, sondern auch verunreinigt. Die Forscher würden dort ja nicht nur die Gene des Dinosauriers finden. Das Dino-Blut befindet sich schließlich im Magen des Moskitos, der schon vor dem Unglück mit dem Baumharz damit begonnen hat, das Blut zu verdauen. |
Im Blut sind also reichlich Enzyme aus dem Magensaft des Moskitos enthalten. Und man kann hinterher leider nicht mehr sagen, welche Gene ursprünglich einmal zu dem Dinosaurier oder zu dem Blutsauger gehörten. Und vielleicht auch zu dem Araukarienbaum, der das tückisch-klebrige Baumharz ausgeschieden hat. Die Kontamination dürfte die Rekonstruktion des Genoms jedenfalls erheblich erschweren, wenn nicht gar unmöglich machen.
Dritte Hürde: Artübergreifendes Klonen
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Das Klonen eines Tieres erfolgt mithilfe von Leihmutterschaft. Die Leihmutter sollte jedoch idealerweise der gleichen biologischen Art angehören wie das zu klonende Tier. Schon bei gleichartigen Klonen treten bereits häufig epigenetische Komplikationen auf, sodass Embryonen oft nicht lebensfähig sind oder sich die geklonten Eizellen gar nicht erst im Mutterleib einnisten. |
Diese Komplikationen werden noch verschärft, je weiter das Tier von seinem Spender entfernt verwandt ist. Bis heute ist noch nie art-, geschweige denn gattungsübergreifend geklont worden. Und auch wenn die Dinosaurier des Mesozoikums noch etliche Verwandte im 21. Jahrhundert haben: zwischen ihnen und den Vögeln liegen mehr als 66 Millionen Jahre der Evolution. Sie sind also längst nicht mehr genetisch kompatibel. Wer also erwartet, dass irgendwann einmal vielleicht aus einem Straußenei ein kleiner Tyrannosaurus schlüpfen wird, der befindet sich auf dem Holzweg.
Selbst wenn wir irgendwann tatsächlich aus irgendwelchen wundersamen Gründen ein komplettes, nicht kontaminiertes Dinosaurier-Genom haben, so könnte ein heutiger Vogel niemals ein Ei legen, das dann statt eines Vogelkükens einen Dinosaurier enthält. Ein Tyrannosaurus ist noch weit, weit entfernter mit jedem heutigen Vogel verwandt, als wir Menschen z. B. mit einem Wildkaninchen. Ganz unabhängig vom Größenunterschied zwischen Mensch und Kaninchen bzw. Tyrannosaurus und Strauß: das Immunsystem der Leihmutter würde in beiden Fällen das fremde genetische Material sofort als solches erkennen und angreifen. Vielleicht lässt sich diese Hürde eines Tages durch ein künstliches Dinosaurierei lösen, einer Art Brutkasten mit einer Eiklar-ähnlichen Nährflüssigkeit. Doch von so einer Technik sind wir derzeit noch sehr, sehr weit entfernt.
Artübergreifendes Klonen – eine Sackgasse?
Das gleiche Problem mit der Inkompatibilität bei der Leihmutterschaft steht übrigens sogar schon der Wiedererschaffung eines Mammuts entgegen. Auch wenn heute noch lebende asiatische Elefanten noch relativ eng mit den ausgestorbenen Eiszeit-Riesen verwandt sind, so könnte die genetische Kluft zwischen beiden Spezies schon zu groß sein, um ein erfolgreiches Klonen zu ermöglichen.
Wir haben außerdem keine Ahnung, wie sich Mammut-Embryonen im Mutterleib entwickelten. Wenn die Schwangerschaft eines Mammuts auch nur ganz gering von der Schwangerschaft einer Elefantenkuh abweicht, wenn der Embryo in bestimmten Phasen schneller oder langsamer wächst oder das Kalb bei beiden Spezies nach einer unterschiedlich langen Tragzeit geboren wird, dann würden sowohl für die Mutter als auch für das Kalb extreme Risiken bestehen. Die Geburt eines lebensfähigen, gesunden Kalbes wäre in so einem Fall sehr, sehr unwahrscheinlich und auch ethisch nicht zu verantworten.
Es gab zwar einmal eine erfolgreiche Kreuzung eines afrikanischen und eines asiatischen Elefanten. Asiatische und Afrikanische Elefanten sind miteinander noch etwas weiter entfernt verwandt, als der Asiatische Elefant mit den Mammuts. Doch der damals geborene Hybrid Motty lebte nur zehn Tage, bevor er an einer Mageninfektion starb. Das art- oder sogar gattungsübergreifende Klonen ist somit sehr wahrscheinlich eine Sackgasse ohne Ausweg.

Vierte Hürde: Klonen von Eierlegern
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Die vierte Hürde ist eigentlich eine ganz banale. Die dahinterstehende Frage ist so banal, dass Michael Crichton sie aus seinem Roman sogar wohlweislich herausgelassen und gar nicht erst erwähnt hat. Wie kommt der Dinosaurier-Embryo eigentlich in das Ei? |
Fakt ist: einem Tier, das Eier mit einer harten Kalkschale legt, kann man das unbefruchtete Ei nicht einfach so entnehmen wie z.B. einem Säugetier. Man kann Vögel und eierlegende Reptilien deshalb auch nicht in vitro befruchten. Genauso wenig ist es möglich, ihnen das Ei nach der Befruchtung wieder in den Leib zu pflanzen, wo es dann zur Legereife heranwächst. Deshalb wurde bis heute noch nicht ein einziger Vogel erfolgreich geklont.
Liest man in der Zeitung von „Klon-Hühnern“, so handelt es sich dabei eigentlich nicht um Klone, sondern um Chimären: nur etwa 95% ihres Erbguts stammen von Zellen mit identischen Erbinformationen. Somit sind auch alle reißerischen Nachrichtenmeldungen, in denen es um die bald bevorstehende Wiederbelebung der Wandertaube, des Riesenalks oder auch des Dodos geht, lediglich Clickbaits. Auch wenn die Sequenzierung der Gene dieser ausgestorbenen Tiere aus wissenschaftlicher Sicht schon als großer Fortschritt zu werten ist, bringt er uns der tatsächlichen Wiedererschaffung eines ausgestorbenen Tieres kein Stück näher. Das Klonen eines eierlegenden Tieres ist immer noch ein Buddelschiff-Rätsel, das noch kein Wissenschaftler imstande war, auch nur ansatzweise zu lösen.
Fünfte Hürde: Ökologische Faktoren
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Selbst wenn die Forschung eines Tages tatsächlich ein Wunder vollbringt und ein ausgestorbenes Tier in unsere Welt zurückbringt, ist es keineswegs gesagt, dass dieses neue Tier in ihr zurechtkommen und überleben würde. Die Welt ist einem stetigen Wandel unterworfen. Und somit gibt es die Lebensräume der wiederzuerschaffenden Tiere oftmals gar nicht mehr! |
Nicht nur das Klima, sondern auch die Zusammensetzung unserer Atmosphäre hat sich auf unserem Planeten ständig verändert. Die Lebewesen haben sich im Laufe der Evolution an diese stetig wechselnden Lebensbedingungen angepasst. Würde man aber ein Tier aus einer Epoche mit ganz anderen Bedingungen in unsere Zeit verfrachten, so könnte ihm nicht nur ein gewaltiger Jetlag, sondern sogar der Tod drohen.
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In der Kreidezeit zum Beispiel lag der Sauerstoffgehalt in der Atmosphäre um beinahe ein Drittel höher als heute. Auch der CO2-Gehalt war deutlich höher, sogar um das Vierfache. Deshalb leiden auch die Charaktere in meinem Buch Die Weißen Steine am Beginn ihres Abenteuers, in dem sie in diese Epoche entrückt werden, zunächst an Kopfschmerzen, Übelkeit, Tunnelblick, Ohrensausen und anderen Symptomen. Einige fallen wegen dieses sogenannten Paul-Bert-Effekts sogar direkt in Ohnmacht. Dieser Effekt ergibt sich aus einem zu hohen Sauerstoffanteil in der Atemluft. |
In meinem Buch erholen sich die Menschen von diesem abrupten Schock zwar, doch es ist keineswegs gesagt, dass dies auch in der Realität der Fall wäre. Wenn das Atmungssystem eines Tieres nicht mit den veränderten atmosphärischen Werten zurechtkommt und sich nicht daran anpassen kann, so wird das Tier krank werden oder bald nach seiner Wiedererschaffung sterben. Gerade ein noch sehr junges Tier ist für so ein Problem noch deutlich anfälliger.
Sechste Hürde: Moderne Keime vs. prähistorisches Immunsystem
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Was in Jurassic Park auch kritisch betrachtet wurde: Die Dinosaurier könnten krank werden. In Buch und Film sehen wir einige kranke Exemplare, und es ist sehr wahrscheinlich, dass dies wirklich passieren würde! Selbst wenn die Wiedererschaffung eines Dinosauriers spektakulär gelänge: die größten Lebewesen können durch die kleinsten sehr schnell dahingerafft werden. |
Wir haben nämlich keine Ahnung, wie das Immunsystem des wiedererschaffenen Tieres auf die heutige Umwelt reagieren würde. Zwar entwickelt sich das Immunsystem eines Säugetieres auch über die Nabelschnur im Mutterleib. Ein Mammut-Baby würde von seiner Leihmutter also vielleicht schon mit den nötigen Antigenen ausgestattet werden, um in der heutigen Welt gegen einige der gefährlichsten Krankheitserreger zu bestehen.
Für einen künstlich erschaffenen Dino ist das allerdings keineswegs gesagt! Der Klon-Dinosaurier würde sich sehr wahrscheinlich relativ rasch mit einem Virus, einem Bakterium oder einem sonstigen Erreger infizieren, der sich erst lange nach seinem Aussterben entwickelt hat. Für den Klon würde so ein Erreger deutlich potenter wirken – und ihn sehr wahrscheinlich schon kurz nach seinem ersten Atemzug umbringen.
Siebte Hürde: Fehlende Mikroorganismen
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Noch ein ganz anderer Faktor, der vielleicht den meisten gar nicht bewusst ist: wir sind in unserem Körper nicht allein. Selbst wenn die Wiedererschaffung eines riesigen Brachiosaurus gelänge: ohne einige winzig kleine Lebewesen, die man auf jeden Fall miterschaffen müsste, wäre er wahrscheinlich nicht lebensfähig! |
Alle unsere Schleimhäute, besonders die in unserem Verdauungsapparat, sind von zahlreichen verschiedenen Kulturen von nützlichen Mikroorganismen besiedelt. Obwohl wir sie nicht sehen können und auch nur selten (oder nie) an sie denken, sind wir ohne sie nicht lebensfähig. Mikroorganismen unterstützen uns bei der Immunabwehr. Sie helfen uns bei der Verdauung. Einige produzieren sogar lebenswichtige Nährstoffe.
Wenn man einen Dinosaurier klonen wollte, so müsste man auch wissen, was dieses Tier z.B. für eine Darmflora benötigt. Fakt ist jedoch: die meisten Mikroorganismen der Dinosaurier dürften zusammen mit ihnen am Ende der Kreidezeit ausgestorben sein. Es kann natürlich sein, dass sich in einem Klon eine Flora aus heutigen Mikroorganismen entwickelt, die ihn auch für unsere Zeit kompatibel macht. Sicher ist das jedoch keineswegs! Und so könnte selbst bei der Überwindung der großen wissenschaftlichen Hürden die erfolgreiche Umsetzung eines Jurassic Parks ausgerechnet an winzig kleinen Bakterien scheitern.
Ethische Bedenken
Bei der Mikro-Ökologie fängt es an, bei der Makro-Ökologie hört es auf: Wie würde unsere Umwelt auf ausgestorbene Tiere reagieren? Okay, so spektakulär, wie es wahrscheinlich in Jurassic World – Ein neues Zeitalter dargestellt werden wird, würde es in Wahrheit wohl doch nicht werden. Die Dinosaurier würden uns keineswegs überrennen, für uns eine Gefahr darstellen oder gar bestimmte Gegenden unbewohnbar machen. Der Mensch ist nach wie vor der gefährlichste Makro-Organismus auf dem Planeten. Unseren Waffen wäre kein Dinosaurier, nicht einmal eine künstlich erschaffene Themenpark-Chimäre gewachsen. Doch trotzdem ist die Frage, wie ein Dinosaurier oder auch ein Mammut in die heutige Welt passt, legitim. Und da wir sie nicht beantworten können, stehen der Wiedererschaffung von Dinosauriern auch mehrere ethische Bedenken im Weg:
Essentielles Wissen fehlt!
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Welche Grundbedürfnisse so ein Tier eigentlich hat, wissen wir natürlich nicht. Selbst wenn wir Mammuts mit Elefanten vergleichen können, so dürften ihre Bedürfnisse doch ganz anders ausgesehen haben als die ihrer modernen Verwandten. Und damit vielleicht auch ihr Verhalten. Für einen Dinosaurier steht das nochmal auf einem ganz anderen Blatt, weil diese natürlich keine besonders engen Verwandten mehr heute haben, die uns als Beobachtungsgrundlage dienen. |
Allgemein nur auf Krokodile und Vögel zu schauen, reicht da nicht: Was soll ein Dinosaurier fressen? Welchen Lebensraum, welche Lebensfläche braucht er? Wie soll sein Lebensraum im Detail aussehen, damit er sich wohlfühlt und gesund bleibt? Braucht er Interaktionen mit Artgenossen? Kann er überhaupt aus dem Nichts die lebensnotwendigen Fertigkeiten erlernen, die er zum Überleben in der Wildnis braucht? Hat er dafür die nötigen Instinkte? Oder haben die ausgestorbenen Vorgänger alles von ihren Eltern gelernt?
Da all diese Fragen offen, aber für das Überleben eines Klon-Dinos essentiell sind, ist es auch aus ethischer Sicht eigentlich vehement abzulehnen, dass jemals ein Jurassic Park Realität wird. Wenn wir über sie so wenig wissen, wäre es mit einem ungeheuren Leid für die Tiere verbunden, wenn man sie nur zur Befriedigung der Neugier oder aus wissenschaftlichem Ehrgeiz zurück ins Leben ruft. Natürlich würde auch ich liebend gerne mal einen echten oder auch meinetwegen nur chimärenhaften Dinosaurier, gerne auch „nur“ ein Mammut in Wirklichkeit sehen. Cool wäre das auf jeden Fall! Aber mit meinen Werten als tierliebender Mensch und als Naturfreund wäre das ganz und gar nicht zu vereinbaren.
Kommerzialisierung!
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Sobald eine börsennotierte Firma die Erschaffung von Dinosauriern wirtschaftlich betreibt, steht der Profit im Vordergrund – und eben nicht Artenschutz oder eine Bereicherung der ökologischen Vielfalt. Auch in der Buchvorlage wird dies überdeutlich kritisiert. Da sind die Dinos nicht nur Attraktionen im Park, sondern sollen auch zu Luxushaustieren oder Statussymbolen werden. Dass die wiedererschaffenen Dinos deshalb kein angenehmes Schicksal hätten, halte ich für sehr wahrscheinlich. |
Noch problematischer wäre ihr Markt für Jagd und Trophäen. Schon jetzt gibt es ja einen Markt für Großwildjagd auf exotische Tiere. In Südafrika gibt es über 250 Löwenfarmen, die profitabel Tiere für Tourismus, Jagd und Skelettexport züchten, was zynisch als Naturschutz oder Unterstützung lokaler Gemeinden vermarktet wird. De-Extinktion könnte genau solche Märkte bedienen und moralisch zusätzlich verschleiern.
Noch gravierender wäre ein Paradigmenwechsel im Artenschutz. Campbell & Whittle (2017) entwickelten das Modell freeze now and resurrect later, das bei erfolgreicher De-Extinktion wirtschaftlich aber gravierend missbraucht werden könnte: Warum Arten und Lebensräume schützen, wenn man sie später wiederherstellen kann?6Campbell, D. I. & Whittle, P. M. (2017). Resurrecting extinct species: Ethics and authenticity. Cham: Palgrave Macmillan. doi:10.1007/978-3-319-69578-5 Konzerne und Regierungen könnten dann bedrohte Arten in geschützten Lebensräumen „konservieren“, dann hemmungslos dort Rohstoffe abbauen und versprechen, die dann ausgerotteten Arten wieder zurückzubringen. Scheitert dies später technisch, politisch oder finanziell, bleibt das Aussterben endgültig. De-Extinktion würde bedrohte Tiere nicht retten, sondern sie zur Verhandlungsmasse machen.
Verschwendung wertvoller Ressourcen!
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Wer über die Wirtschaft hinter der De-Extinktion spricht, muss auch fragen, was solche Projekte eigentlich kosten. Billig ist daran nichts: Genomrekonstruktion, Klontechniken und moderne Biotechnologie verschlingen enorme Summen, binden hochqualifiziertes Personal, benötigen spezialisierte Labore und dauern oft viele Jahre. Und dieses Geld wäre an anderer Stelle weitaus besser aufgehoben! |
Es geht nicht um ein paar Experimente im Hobbykeller, sondern um milliardenschwere Hochtechnologieprojekte mit großem Ressourcenbedarf. Ein Beispiel ist Colossal Biosciences, derzeit die prominenteste De-Extinktionsfirma. Seit der Gründung im September 2021 sammelte das Unternehmen insgesamt 435 Millionen US-Dollar an Investitionen ein. Allein in der Series-C-Finanzierungsrunde im Januar 2025 kamen 200 Millionen US-Dollar von TWG Global hinzu. Kurz darauf wurde Colossal mit 10,2 Milliarden US-Dollar bewertet. Auch ökologisch ist das problematisch, denn viele Biotech-Labore verursachen durch Energieverbrauch, Kühlung, Gerätebetrieb und Materialeinsatz einen erheblichen CO₂-Fußabdruck. Genovesi & Simberloff (2020) bezweifelten daher, dass die De-Extinktion einen tatsächlichen Beitrag für den Artenschutz leisten könne und fragten, ob die Ressourcen nicht sinnvoller in den Schutz noch lebender Arten fließen sollten. Zumal der Erfolg der De-Extinktion weiterhin ungewiss ist!7Genovesi, P. & Simberloff, D. (2020). “De-extinction” in conservation: Assessing risks of releasing “resurrected” species. Journal for Nature Conservation, 56, 125838. doi:10.1016/j.jnc.2020.125838
Eingriff in die natürliche Evolution!
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Eine zurückgebrachte Art würde also nicht einfach in ihre alte Welt zurückkehren, sondern in ein bereits neu zusammengesetztes Ökosystem entlassen. Besonders bei Dinosauriern hätte dies schwerwiegende ökologische Folgen. Aber wahrscheinlich würden sie ohnehin kurz nach ihrer De-Extinktion erneut aussterben, weil die Bedingungen, die sie einst brauchte, gar nicht mehr existieren. |
Selbst bei menschengemachten Ausrottungen, wie etwa beim Dodo oder der Wandertaube, stellt sich aber schon die Frage, ob ihre Wiedererschaffung wirklich „Wiedergutmachung“ wäre, oder nur ein technologischer Versuch, eine verlorene Vergangenheit künstlich zu rekonstruieren. Bei den meisten ausgestorbenen Arten, insbesondere bei Dinosauriern, hatte der Mensch jedoch überhaupt keinen Anteil an ihrem Verschwinden. Sie starben aus, lange bevor es uns gab. Klima- und Lebensraumveränderungen, sogar Massenaussterben gehören zur Evolution und zur natürlichen Auslese untrennbar dazu. Gerade deshalb wirkt es anmaßend, wenn der Mensch meint, diesen Prozess nachträglich korrigieren zu müssen. Auch Ian Malcolm formuliert in Jurassic Park genau diesen Einwand:
Gefahr für lebende Arten!
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Viele Filme, auch Jurassic Park, übertreiben die Gefahr wiedererschaffener Urzeit-Tiere natürlich bewusst. In Wirklichkeit würden Dinosaurier aber natürlich nicht direkt auf Menschenjagd gehen oder gar die gesamte Welt überrennen. Doch dennoch stellen wiedererschaffene Tiere ein gravierendes ökologisches Novum dar. |
Dolly Jørgensen (2013) verglich die Auswilderung zurückgebrachter Arten mit der Wiederansiedlung lokal ausgestorbener Tiere wie Wolf, Luchs oder Braunbär.8Jørgensen, D. (2013). Reintroduction and de-extinction. BioScience, 63(9), 719–720. doi:10.1525/bio.2013.63.9.6 Doch genau hier liegt der entscheidende Unterschied: Diese Tiere kennen wir. Wir wissen viel über ihr Verhalten, ihre Nahrung, ihre Fortpflanzung und ihre Rolle im Ökosystem. Bei lange ausgestorbenen Arten nicht. Wenn wir Dinosaurier künstlich zurückbringen, drehen wir die biologische Uhr zurück, ohne die Folgen abschätzen zu können. Dadurch könnten rezente Arten ungewollt unter Druck geraten oder neue ökologische Konflikte entstehen. Das Problem ähnelt dem, was wir heute schon bei invasiven Arten beobachten.
Gelingt es, stabile Populationen ausgestorbener Tiere zu schaffen, spielen sie wieder auf dem Spielbrett der Natur mit. Haben sie keine natürlichen Feinde, könnten sie sich stark vermehren und Nahrung, Lebensraum oder Fortpflanzungsplätze heutiger Arten beeinträchtigen. Auch Krankheiten wären ein Risiko: Zurückgebrachte Tiere könnten wegen eines nicht angepassten Immunsystems anfällig für Erreger sein, diese weiterverbreiten oder sogar als Reservoir für mutierende Krankheitserreger dienen. Gerade weil ihr Einfluss auf heutige Ökosysteme kaum einschätzbar ist, wäre ihre Wiederansiedlung ökologisch riskant. Philip J. Seddon (2017) betonte in seiner Studie, dass De-Extinktionsprojekte zwar theoretisch Artenvielfalt und Resilienz stärken könnten, aber erhebliche ökologische Unsicherheiten und sogar Gefahren mit sich bringen.9Seddon, P. J. (2017). The ecology of de-extinction. Functional Ecology, 31(5), 992–995. doi:10.1111/1365-2435.12856
Stabile Populationen sind gar nicht möglich!
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Ein ebenso wichtiger Punkt, der gern aus den Augen verloren wird: Selbst nach einer erfolgreichen De-Extinktion bleibt die ursprüngliche Auslöschung biologisch und evolutionär unumkehrbar. Ein einzelnes zurückgebrachtes Tier ist eben noch keine Population! Um eine Art wirklich „wiederzuerschaffen“ und als stabilen Teil unserer Welt zu etablieren, bräuchte es viele genetisch unterschiedliche Individuen, Männchen und Weibchen, mit ausreichender Variation im Genpool. |
Genau diese Vielfalt lässt sich bei De-Extinktionsprojekten kaum erzeugen. Meist stammt das Ausgangsmaterial aus wenigen Proben, Zellen oder DNS-Fragmenten, manchmal sogar nur von einem einzigen Individuum. Die erschaffenen Tiere wären daher genetisch extrem ähnlich, mindestens so nah miteinander verwandt wie Geschwister. Damit wäre auch das Konzept freeze now and resurrect later zum Scheitern verurteilt. Denn ohne genetische Vielfalt drohen Inzucht, geringe Anpassungsfähigkeit, Krankheitsanfälligkeit und ein rasches erneutes Aussterben. De-Extinktion könnte also einzelne Organismen erzeugen, aber keine echte, stabile Art zurückbringen. Ohne ständige menschliche Hilfe würden solche Populationen nach wenigen Generationen immer wieder direkt kollabieren.
Grausame Folgen für die Leihmütter!
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Was bei zurückgebrachten Dinosauriern vielleicht nicht so sehr ins Gewicht fällt, da wir bei ihnen wohl auf technologische, nicht aber biologische Lösungen zum Überwinden der De-Extinktions-Hürden angewiesen wären: die „herkömmliche“ Reproduktion ausgestorbener Tiere verursacht massives Tierleid. |
Besonders unmoralisch ist es, dass wir bei der Wiedererschaffung per Leihmutterschaft das Leben anderer Tiere unweigerlich in absurde Gefahr bringen. Und sogar ihr Fortbestehen als Spezies! Elefanten stehen wie viele andere Großsäugetiere auf der roten Liste und sind in der Wildnis schon beinahe ausgestorben. Da können wir nicht einfach die Lebenszeit und die Lebensenergie noch lebender Elefantenkühe ver(sch)wenden, um Mammuts zu klonen. Wenn doch so ein hohes Risiko besteht, für Mutter und Kalb, dann sollten wir solche Projekte niemals tatsächlich durchführen.
Besonders grausam: verliert eine Elefantenkuh ihr Kalb, kann sie den toten Fötus oft nicht zur Welt bringen. Auch eine operative Entfernung ist bei Elefanten äußerst kompliziert. Der tote Fötus verbleibt in ihrem Mutterleib, meist bis zu ihrem Lebensende. Zwar kann die Elefantenkuh vielleicht einige Jahre mit ihm leben, aber dafür nie wieder ein eigenes Kalb zur Welt bringen. Und sehr wahrscheinlich erleidet sie irgendwann durch ihn eine Infektion, an der sie dann früher oder später stirbt.
Wer als Fan von Jurassic Park diese ethischen Grenzen missachtet und gern mal einen echten Urzeit-Park besuchen würde, der hat die Botschaft des Films nicht verstanden. Die Wissenschaft kann und sollte sich nicht alles erlauben, was sie kann.
Also alles nur Fiktion?
Zusammenfassend lässt sich also sagen: Einem realen Jurassic Park stehen derzeit so viele Hürden entgegen, dass es aus wissenschaftlicher Sicht sogar schon wahrscheinlicher und zumindest in der Theorie eher möglich wäre, eine Zeitmaschine zu bauen. Es ist realistischer, die Dinos nach so einer Zeitreise direkt im Mesozoikum einzufangen und sie anschließend in einen Park ins 21. Jahrhundert zu bringen, als sie durchs Klonen wiederzuerschaffen. So mein ernüchterndes Fazit.
Trotzdem gibt es einige De-Extinktionsprogramme, die durchaus interessant und sogar erfolgsversprechend sind. Fakt ist: an die tatsächliche Wiederbelebung eines Dinosauriers mittels Klonen denkt heute eigentlich kein ernstzunehmender Wissenschaftler mehr. An die anderen beiden Wege (Genmanipulation und Rückzüchtung) allerdings schon! Tatsächlich haben Forscher auf der ganzen Welt inzwischen so einige Durchbrüche erzielt. Und mehrere der hier aufgeführten Hürden könnten in naher oder ferner Zukunft wirklich fallen. Wie weit wir wirklich schon sind, habe ich in meinem aktuellen Buch ausführlich dargestellt, und auch, welche ausgestorbenen Arten wir tatsächlich schon zurückgebracht haben! Wenn du neugierig geworden bist und dir auch dieser Artikel schon Spaß gemacht hat, wird dich De-Extinktion – Die Rückkehr der Urzeit-Tiere sicher begeistern!
Die wichtigsten De-Extinktions-Studien im Überblick:
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Zellkerntransfer erzeugt erstmals normale KaulquappenGurdon, Elsdale & Fischberg (1958) gelingt erstmals der erfolgreiche Zellkerntransfer bei einem Wirbeltier. Dabei übertragen sie Zellkerne aus Embryonalzellen des Frosches Rana pipiens in entkernte, unbefruchtete Eizellen. Aus rund 35 Prozent der Eizellen entwickeln sich normale Kaulquappen, wenn die Zellkerne aus frühen Blastula-Stadien stammen. Werden dagegen Kerne aus weiter entwickelten Gastrula-Zellen verwendet, sinkt die Erfolgsrate deutlich, während Kerne aus noch stärker differenzierten Embryonalzellen keine normale Entwicklung mehr ermöglichen. Die Studie zeigt erstmals, dass Zellkerne früher Embryonalzellen die vollständige Entwicklung eines Organismus steuern können und bildet damit die Grundlage für die spätere Klonforschung und letztlich auch für die De-Extinktionsforschung.10Gurdon, J. B., Elsdale, T. R. & Fischberg, M. (1958). Sexually mature individuals of Xenopus laevis from the transplantation of single somatic nuclei. Nature, 182(4627), 64–65. doi:10.1038/182064a0 |
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Erster FischklonTong (1963) gelingt das erfolgreiche Klonen eines Fisches. Dabei übertrug er den Zellkern einer Körperzelle eines männlichen Koi-Karpfens in eine entkernte Eizelle eines Weibchens. Aus dieser Kerntransfertechnik entwickelte sich ein lebensfähiger Fisch, der normal heranwuchs, sich fortpflanzte und selbst Nachkommen zeugte. Obwohl dieses Experiment einen Meilenstein der Klonforschung darstellte, blieb es außerhalb Chinas lange weitgehend unbekannt.11Tong, D. Z. et al. (1963). Nuclear transfer in fishes. Science Bulletin, 7, 60–61. |
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Elektrofusion verbessert den ZellkerntransferChaĭlakhian et al. (1987) entwickeln ein Verfahren, mit dem sich tierische und pflanzliche Zellen durch kurze elektrische Impulse gezielt miteinander verschmelzen lassen. Die Autoren zeigen, dass sich dieses Verfahren besonders gut eignet, um rekonstruierte Eizellen für den Zellkerntransfer herzustellen, und beschreiben verschiedene Faktoren, welche die Erfolgsrate beeinflussen. Im Vergleich zu chemischen Fusionsmethoden ermöglicht die Elektrofusion eine präzisere und schonendere Verschmelzung der Zellen. Die Studie stellt damit einen wichtigen technischen Fortschritt für spätere Klonverfahren dar, auch wenn sie selbst noch keinen eigenständigen Meilenstein der reproduktiven Klonierung darstellt.12Chaĭlakhian, L. M. et al. (1987). Electrostimulated cell fusion in cell engineering. Biofizika, 32(5), 874–887. |
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Elvis-TaxaErwin & Droser (1993) prägen den Begriff „Elvis-Taxon„: in Anlehnung an die vielen Elvis-Imitatoren sind damit Fossilien oder rezente Arten gemeint, die wie das Wiederauftauchen einer ausgestorbenen Gruppe aussehen, tatsächlich aber zu einer unabhängig entstandenen, nur äußerlich sehr ähnlichen Linie gehören. Es handelt sich also um konvergente Evolution, nicht um ein echtes Überleben der ursprünglichen Gruppe. Der Begriff grenzt sich bewusst vom Lazarus-Taxon ab: Ein Lazarus-Taxon ist tatsächlich derselbe evolutionäre Zweig, der im Fossilbericht nur vorübergehend fehlt und später wieder auftaucht. Ein Elvis-Taxon dagegen ist lediglich ein „Doppelgänger“.13Erwin, D. H. & Droser, M. L. (1993). Elvis taxa. PALAIOS, 8(6), 623–624. doi:10.2307/3515039 |
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Dolly: Das erste geklonte SchafWilmut et al. (1997) gelingt es, Zellkerne aus den Euterzellen eines erwachsenen Hausschafs sowie aus fetalen und embryonalen Zellen in entkernte Eizellen zu übertragen, aus denen lebensfähige Lämmer entstanden. Mit der Geburt des Klonschafs Dolly wurde erstmals nachgewiesen, dass die Spezialisierung von Körperzellen keine irreversiblen Veränderungen des Genoms erfordert. Die Arbeit gilt als Meilenstein der Klonforschung und legte eine wesentliche Grundlage für spätere Entwicklungen in der Stammzell- und De-Extinktionsforschung.14Wilmut, I. et al. (1997). Viable offspring derived from fetal and adult mammalian cells. Nature, 385(6619), 810–813. doi:10.1038/385810a0 |
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Methoden verbesserten Analyse fossiler DNSYang, H., Golenberg, E. M. & Shoshani (1997) erkennen, dass sich prähistorische DNS aus fossilen Mammut-Weichteilen und -Knochen zuverlässiger gewinnen lässt, wenn verschiedene Extraktions- und Amplifikationsverfahren kombiniert werden. Die Forschenden verglichen mehrere Methoden anhand fossiler und moderner Rüsseltiere und stellten fest, dass keine einzelne Technik für alle Proben gleichermaßen geeignet ist. Besonders erfolgreich erwies sich ein aus der Pflanzenforschung übernommenes CTAB-Extraktionsverfahren, während die sogenannte Nested-PCR auch stark geschädigte DNS noch vervielfältigen konnte. Die Arbeit legte wichtige methodische Grundlagen für die Paläogenetik und erleichterte spätere Untersuchungen ausgestorbener Arten sowie Projekte zur De-Extinktion.15Yang, H., Golenberg, E. M. & Shoshani, J. (1997). Proboscidean DNA from museum and fossil specimens: An assessment of ancient DNA extraction and amplification techniques. Biochemical Genetics, 35(5–6), 165–179. doi:10.1023/a:1021902125382 |
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Māori unterstützten geplante Huia-KlonungDorey (1999) ruft ein Projekt ins Leben, den ausgestorbenen neuseeländischen Huia mithilfe von Klontechnik zurückzubringen. Der Māori-Stamm Ngāti Huia erklärte seine Unterstützung, da der Vogel große kulturelle Bedeutung besitzt. Forscher wollen in Sehnen und Knochen präparierter Museumsexemplare nach erhaltenen Zellen oder Zellkernen suchen und deren Erbmaterial nach dem Vorbild des Klonschafs Dolly in eine Eizelle einer Elster übertragen. Falls keine vollständigen Zellkerne verfügbar wären, sollte das Genom aus DNS-Fragmenten rekonstruiert werden. Das auf fünf Jahre angelegte Vorhaben blieb jedoch ein ambitionierter Plan und führte nicht zur erfolgreichen Klonung eines Huia.16Dorey, E. (1999). Huia cloned back to life? Nature Biotechnology, 17, 736. doi:10.1038/11628 |
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Interspezifischer Zellkerntransfer beim GaurLanza et al. (2000) übertragen Zellkerne des gefährdeten Gaurs in entkernte Eizellen von Hausrindern. Die Embryonen entwickelten sich bis in fortgeschrittene Fetalstadien. Das Kerngenom stammt vom Gaur, die mitochondriale DNS jedoch von der Eizellspenderin. Somit gelingt hier erstmals ein Durchbruch beim artübergreifenden Klonen, was auch bei ausgestorbenen Arten nötig wäre, wenn dabei Eizellen und Leihmütter nah verwandter Arten verwendet würden. Der geklonte Gaur „Noah“ wurde zwar lebend geboren, starb jedoch kurz darauf an einer Infektion.17Lanza, R. P. et al. (2000). Cloning of an endangered species (Bos gaurus) using interspecies nuclear transfer. Cloning, 2(2), 79–90. doi:10.1089/152045500436104 |
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Klonierung eines gefährdeten Mufflons aus postmortal gewonnenen ZellenLoi et al. (2001) klonen ein gefährdetes Mufflon mithilfe von Zellkernen aus Granulosazellen zweier bereits verendeter Tiere. Als Eizellen und Leihmütter dienen Hausschafe. Ein offenbar gesundes Jungtier wurde geboren. Das ist auch für die De-Extinktionsforschung besonders wichtig, weil hier erstmals gezeigt wurde, dass sich verlorene oder unterrepräsentierte genetische Linien einer Wildtierart aus postmortal gewonnenem Material wiederherstellen lassen.18Loi, P. et al. (2001). Genetic rescue of an endangered mammal by cross-species nuclear transfer using post-mortem somatic cells. Nature Biotechnology, 19, 962–964. doi:10.1038/nbt1001-962 |
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Klonen als nur eingeschränkt nutzbares Artenschutz-Verfahren bewertetHolt, Pickard & Prather (2004) bewerten in einer Übersichtsarbeit das reproduktive Klonen als potenzielles, derzeit aber nur eingeschränkt nutzbares Instrument des Artenschutzes. Wegen niedriger Erfolgsraten und fehlender Kenntnisse zur Fortpflanzungsbiologie vieler Wildtiere sei eine massenhafte Erzeugung genetisch identischer Individuen weder realistisch noch sinnvoll. Größeren Nutzen könnte das Verfahren haben, wenn verlorene oder selten vertretene genetische Linien gezielt wieder in Populationen eingebracht werden. Besonders Amphibien gelten als geeignete Kandidaten, da ihre Embryonen sich außerhalb des Mutterkörpers entwickeln und Kerntransfertechniken ursprünglich an ihnen erprobt wurden. Dadurch könnten bedrohte Arten vermehrt und möglicherweise sogar ausgestorbene Amphibien rekonstruiert werden.19Holt, W. V., Pickard, A. R. & Prather, R. S. (2004). Wildlife conservation and reproductive cloning. Reproduction, 127(3), 317–324. doi:10.1530/rep.1.00074 |
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Banteng-Klone sterben während der TrächtigkeitSansinena et al. (2005) gelingt es, Zellkerne einer bedrohten Rinderart (Bos javanicus) durch Eizellen von Hausrindern zumindest teilweise zu reprogrammieren. Dabei übertragen sie Zellkerne männlicher und weiblicher Banteng-Fibroblasten in entkernte Rindereizellen. Daraus entstanden Blastozysten, von denen einige in Hausrinder eingesetzt wurden. Zwei Trächtigkeiten entwickelten zunächst nachweisbare Herzschläge, starbenjedoch zwischen dem 30. und 90. Tag. Das Experiment belegt damit die grundsätzliche Machbarkeit des artübergreifenden Kerntransfers bei Rindern, zeigt aber zugleich erhebliche Entwicklungsprobleme auf, die eine erfolgreiche Geburt verhinderten.20Sansinena, M. J. et al. (2005). Banteng (Bos javanicus) embryos and pregnancies produced by interspecies nuclear transfer. Theriogenology, 63(4), 1081–1091. doi:10.1016/j.theriogenology.2004.05.025 |
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Weichgewebe in Tyrannosaurus-Knochen nachgewiesenSchweitzer et al. (2005) untersuchen einen notwendigerweise zersägten Hinterbeinknochen von Tyrannosaurus rex und zeigen, dass darin überraschenderweise ungewöhnlich gut erhaltene, weiche Strukturen vorkommen. Sichtbar wurden durchsichtige, biegsame und hohle Gefäßformen, aus denen kleine runde Mikrostrukturen herausgelöst werden konnten. Teile der Knochenmatrix waren stark faserig und zeigten überraschende Elastizität und Widerstandsfähigkeit. Zudem unterschieden die Forschenden drei Gruppen zellähnlicher Strukturen. Die Studie deutet darauf hin, dass bestimmte Gewebemerkmale in Dinosaurierknochen selbst nach Jahrmillionen noch länger bleiben können.21Schweitzer, M. H., Wittmeyer, J. L., Horner, J. R. & Toporski, J. K. (2005). Soft-tissue vessels and cellular preservation in Tyrannosaurus rex. Science, 307(5717), 1952–1955. doi:10.1126/science.1108397 |
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Mammut-Genom erstmals entschlüsseltMiller et al. (2008) gelingt erstmals die Rekonstruktion eines Großteils des Kerngenoms des Wollhaarmammuts (Mammuthus primigenius). Aus mehreren eiszeitlichen Fossilien wurden über vier Milliarden DNS-Bausteine sequenziert, darunter rund 80 Prozent des Mammutgenoms. Die Analysen zeigten, dass Mammuts und Afrikanische Elefanten genetisch deutlich enger verwandt sind als Mensch und Schimpanse. Gleichzeitig konnten Unterschiede zwischen einzelnen Mammuts nachgewiesen werden, die im Fossilbefund nicht erkennbar sind. Die Studie markierte einen Meilenstein der Paläogenomik und zeigte erstmals, dass vollständige Kerngenomdaten ausgestorbener Arten wertvolle Einblicke in ihre Evolution, Populationsgeschichte, die möglichen Ursachen ihres Aussterbens und möglicherweise ihre De-Extinktion liefern können.22Miller, W. et al. (2008). Sequencing the nuclear genome of the extinct woolly mammoth. Nature, 456(7220), 387–390. doi:10.1038/nature07446 |
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Gefrorene Mäuse nach 16 Jahren geklontWakayama et al. (2008) erzeugen Mäuse aus Zellkernen von Tierkörpern, die 16 Jahre lang bei −20 °C ohne speziellen Kryoschutz eingefroren gewesen waren. Direktes Klonen erwies sich zwar als schwierig, ein zweistufiges Verfahren über embryonale Stammzelllinien führte letztlich zum Erfolg. Die Studie ist besonders relevant für die De-Extinktion aus überlieferten ausgestorbenen Tieren aus dem Permafrost. Sie brachte den Beleg, dass selbst aus stark geschädigtem gefrorenem Gewebe noch klonierbare Kerne beziehungsweise genetisch nutzbare Zelllinien gewonnen werden könnten.23Wakayama, T. et al. (2008). Molecular biology: Clones of the dead. Nature, 456, 144. doi:10.1038/456144a |
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Ausgestorbene Riesenschildkröte lebt genetisch weiterPoulakakis et al. (2008) zeigen durch DNS-Analysen von Museumspräparaten und heute lebenden Galápagos-Riesenschildkröten, dass die als ausgestorben geltende Floreana-Riesenschildkröte (Chelonoidis elephantopus) genetisch nicht vollständig verschwunden ist. Auf der Nachbarinsel Isabela entdeckten Forschende mehrere Tiere, deren Erbgut eng mit dem historischer Floreana-Exemplare übereinstimmt. Offenbar wurden ihre Vorfahren einst von Walfängern oder Seefahrern auf die Insel gebracht und vermischten sich dort mit anderen Populationen. Der Fund eröffnet die Möglichkeit, durch ein gezieltes Zuchtprogramm den genetischen Anteil der ausgestorbenen Floreana-Linie wieder zu stärken und die Art mithilfe von Rückzüchtung zurückzubringen. Zugleich unterstreicht die Studie den unschätzbaren Wert von Museumspräparaten für den Artenschutz.24Poulakakis, N. et al. (2008). Historical DNA analysis reveals living descendants of an extinct species of Galápagos tortoise. Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America, 105(40), 15464–15469. doi:10.1073/pnas.0805340105 |
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Erstes vollständiges mitochondriales Neandertaler-GenomGreen et al. (2008) gelingt erstmals die Rekonstruktion eines vollständigen mitochondrialen Genoms eines etwa 38.000 Jahre alten Neandertalers. Der Vergleich mit modernen Menschen bestätigt, dass sich beide Linien bereits vor mehreren hunderttausend Jahren voneinander trennten und dass die mitochondriale DNS der Neandertaler außerhalb der heutigen menschlichen Vielfalt liegt. Die Arbeit demonstriert eindrucksvoll, dass selbst sehr alte Fossilien ausreichend gut erhaltene DNS für vollständige mitochondriale Genome liefern können und ebnet den Weg für die spätere Sequenzierung des gesamten Neandertaler-Kerngenoms.25Green, R. E. et al. (2008). A complete Neandertal mitochondrial genome sequence determined by high-throughput sequencing. Cell, 134(3), 416–426. doi:10.1016/j.cell.2008.06.021 |
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Rückzüchtung des Quaggas – Erste ErfolgeHarley et al. (2009) präsentieren Ergebnisse des seit über 20 Jahren laufende Quagga-Projekts und zeigen, dass sich das charakteristische Fellmuster des ausgestorbenen Quaggas durch gezielte Zucht lebender Steppenzebras schrittweise wiederherstellen lässt. Grundlage ist die genetische Erkenntnis, dass Quagga (Equus quagga quagga) und Steppenzebra (Equus quagga burchellii) derselben Art angehören. Bereits die dritte Zuchtgeneration umfasst mehr als 25 Nachkommen, deren deutlich reduzierte Streifenzeichnung den historischen Quagga-Präparaten teilweise sehr nahekommt. Die Autoren erwarteten deshalb, das ursprüngliche Erscheinungsbild bis zur vierten Generation weitgehend rekonstruieren zu können.26Harley, E. H. et al. (2009). The Quagga project: Progress over 20 years of selective breeding. South African Journal of Wildlife Research, 39(2), 155–163. doi:10.3957/056.039.0206 |
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Ausgestorbener Pyrenäensteinbock kurzzeitig zurückgekehrtFolch et al. (2009) gelingt erstmals die Klonung eines ausgestorbenen Tieres: des Pyrenäensteinbocks (Capra pyrenaica pyrenaica). Als Erbgut dienten tiefgefrorene Hautzellen des letzten Weibchens, das im Jahr 2000 starb. Nach der Übertragung ihrer Zellkerne in entkernte Eizellen von Hausziegen und dem Einsetzen der Embryonen in Leihmütter wurde ein genetisch identisches Jungtier namens „Burcardo“ per Kaiserschnitt geboren. Es starb jedoch wenige Minuten später an einer schweren Fehlbildung der Lunge.27Folch, J. et al. (2009). First birth of an animal from an extinct subspecies (Capra pyrenaica pyrenaica) by cloning. Theriogenology, 71(6), 1026–1034. doi:10.1016/j.theriogenology.2008.11.005 |
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Vollständiges Neandertaler-Genom entschlüsseltGreen et al. (2010) veröffentlichen erstmals einen Entwurf des vollständigen Kerngenoms des Neandertalers. Der Vergleich mit heute lebenden Menschen zeigt, dass sich die Vorfahren aller heutigen Menschen außerhalb Afrikas mit Neandertalern vermischten und deshalb noch heute etwa ein bis vier Prozent ihres Erbguts von ihnen stammen. Gleichzeitig liefert das Genom grundlegende Einblicke in die Evolution ausgestorbener Menschenformen und demonstriert erstmals, dass sich selbst Kerngenome zehntausende Jahre alter Fossilien rekonstruieren lassen. Die Studie zählt zu den bedeutendsten Meilensteinen der Paläogenetik und bildet eine wesentliche Grundlage für spätere Überlegungen zur De-Extinktion ausgestorbener Tierarten.29Green, R. E. et al. (2010). A draft sequence of the Neandertal genome. Science, 328(5979), 710–722. doi:10.1126/science.1188021 |
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Neue Methode beschleunigt Genom-OptimierungWang et al. (2012) verbessern die Methode „CoS-MAGE“ (Coselection Multiplex Automated Genome Engineering) durch gezielte Veränderung bakterieller Genome erheblich. Durch den gleichzeitigen Einbau mehrerer genetischer Elemente konnten die Forschenden zahlreiche Stoffwechselgene parallel verändern und so die Produktion aromatischer Aminosäurederivate optimieren. Gleichzeitig ermöglicht das Verfahren, Bibliotheken unterschiedlich regulierter Gene rasch zu erzeugen und deren Zusammenwirken systematisch zu untersuchen. Die Studie stellt damit ein leistungsfähiges Werkzeug der synthetischen Biologie bereit, das die Entwicklung neuer Stoffwechselwege und biotechnologischer Produktionsorganismen deutlich beschleunigen kann.30Wang, H. H. et al. (2012). Genome-scale promoter engineering by coselection MAGE. Nature Methods, 9(6), 591–593. doi:10.1038/nmeth.1971 |
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Genschere CRISPR-Cas9 ebnet Weg zur GenomeditierungJinek et al. (2012) zeigen erstmals, wie das CRISPR-Cas9-System DNS gezielt an einer frei wählbaren Stelle schneiden kann. Dabei führt eine Kombination aus CRISPR-RNS und einer zweiten RNS, der tracrRNS, das Enzym Cas9 präzise zur gewünschten Zielsequenz. Dort durchtrennt Cas9 beide DNS-Stränge mithilfe zweier unterschiedlicher Enzymdomänen. Besonders bedeutend ist die Entwicklung einer künstlich zusammengeführten Führungs-RNS, die das System erheblich vereinfacht. Diese Arbeit legte den Grundstein für die heute weltweit eingesetzte Genscheren-Technologie, mit der Gene gezielt verändert und zahlreiche Anwendungen in Medizin, Biologie und Biotechnologie ermöglicht wurden.31Jinek, M. et al. (2012). A programmable dual-RNA-guided DNA endonuclease in adaptive bacterial immunity. Science, 337(6096), 816–821. doi:10.1126/science.1225829 |
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Weitere Hinweise auf Dino-WeichgewebeSchweitzer et al. 2013 finden nach ihrer Untersuchung fossiler Knochen zweier nicht-avialer Dinosaurier weitere Hinweise darauf, dass manche zellähnlichen Strukturen tatsächlich Überreste ursprünglicher Knochenzellen sein könnten. Mithilfe immunologischer Methoden und Massenspektrometrie identifizierten die Forschenden Proteine wie Aktin, Tubulin, PHEX und Histon H4, die auch in heutigen Osteozyten vorkommen. Zudem reagierten die Strukturen auf mehrere DNS-spezifische Antikörper und Fluoreszenzfarbstoffe. Die Autoren sehen darin Hinweise auf erhaltene Zellbestandteile, möglicherweise sogar fragmentarisches DNS-Material. Die Ergebnisse stützen die Hypothese einer außergewöhnlichen molekularen Erhaltung.32Schweitzer, M. H., et al. (2013). Molecular analyses of dinosaur osteocytes support the presence of endogenous molecules. Bone, 52(1), 414–423. doi:10.1016/j.bone.2012.10.010 |
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Lazarus-Projekt zur De-Extinktion des südlichen MagenbrüterfroschsWhite (2013) gelingt es im Rahmen seines sogenannten Lazarus Projects, Embryonen des südlichen Magenbrüterfroschs (Rheobatrachus silus) aus kryokonserviertem Erbmaterial zu erzeugen. Dafür wurden eingefrorene Zellkerne des Frosches in entkernte Eizellen einer verwandten Froschart implantiert. Die so entstandenen Embryonen entwickelten sich einige Tage lang, starben jedoch im Frühstadium ab. Dennoch markierte dieser Teilerfolg einen bedeutenden Meilenstein: Zum ersten Mal konnten Zellen eines ausgestorbenen Tieres reaktiviert werden und blieben über mehrere Tage lang lebensfähig. Das Lazarus Project läuft noch, öffentliche Berichte über weitere Durchbrüche wurden jedoch bislang nicht weiter veröffentlicht.33White, A. (2013). The Lazarus project: Australian scientists lead the way in trying to restore extinct species. Science Education News, 62(1), 13–16. doi:10.3316/informit.332925114076125 |
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Ethische Auseinandersetzung mit der De-ExtinktionJørgensen (2013) fordert in einem Übersichtsartikel, die Wiederbelebung ausgestorbener Arten nach denselben wissenschaftlichen Standards zu bewerten wie die Wiederansiedlung bedrohter Tierarten. Zwar eröffnen neue molekularbiologische Methoden grundsätzlich die Möglichkeit einer De-Extinktion, doch betont der Autor erhebliche ökologische Risiken. Dazu zählen fehlende geeignete Lebensräume, mögliche invasive Eigenschaften und die Einschleppung neuer Krankheiten. Anstatt jede Wiederbelebung einzeln zu beurteilen, sollten etablierte Richtlinien aus der Wiederansiedlungsbiologie als Grundlage dienen. Sie könnten helfen, Chancen und Risiken objektiv abzuwägen und sicherzustellen, dass der Schutz bestehender Arten und Ökosysteme oberste Priorität behält.34Jørgensen, D. (2013). Reintroduction and de-extinction. BioScience, 63(9), 719–720. doi:10.1525/bio.2013.63.9.6 |
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Kriterien zur Auswahl geeigneter Kandidaten für die De-ExtinktionSeddon, Moehrenschlager & Ewen (2014) entwickelten einen der wichtigsten naturschutzbiologischen Bezugsrahmen für De-Extinktion. Sie übertrugen die IUCN-Kriterien für Wiederansiedlungen auf wiedererschaffene Arten und formulierten zehn Fragen zu Lebensraum, Aussterbeursachen, Risiken, ökologischer Funktion und langfristiger Betreuung. Damit verschob sich die Debatte vom bloßen Erzeugen eines Organismus zur Frage, ob daraus überhaupt eine verantwortbare Freilandpopulation entstehen kann.35Seddon, P. J., Moehrenschlager, A. & Ewen, J. (2014). Reintroducing resurrected species: Selecting DeExtinction candidates. Trends in Ecology & Evolution, 29(3), 140–147. doi:10.1016/j.tree.2014.01.007 |
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Mammut-De-Extinktion bleibt große HerausforderungLoi, Saragusty & Ptak (2014) zeigen in ihrer Übersichtsarbeit, dass das Klonen des Wollhaarmammuts (Mammuthus primigenius) trotz gut erhaltener Funde aus dem Permafrost bislang vor erheblichen technischen und ethischen Hürden steht. Die Autoren bewerten verschiedene Strategien zur Wiederbelebung ausgestorbener Arten, darunter das Klonen mittels Zellkerntransfer. Zwar wurden in manchen Mammutgeweben noch zellkernähnliche Strukturen nachgewiesen, doch ist bislang unklar, ob daraus funktionsfähiges Erbgut gewonnen werden kann. Die Studie kommt deshalb zu dem Schluss, dass das Klonen von Mammuts derzeit nicht realisierbar ist und sowohl technische Grenzen als auch Fragen des Tierwohls sorgfältig berücksichtigt werden müssen.36Loi, P., Saragusty, J. & Ptak, G. (2014). Cloning the mammoth: A complicated task or just a dream? Advances in Experimental Medicine and Biology, 753, 489–502. doi:10.1007/978-1-4939-0820-2_19 |
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Entwicklung einer künstlichen EierschaleHuang, Arai & Kawahara (2015) entwickeln eine transparente künstliche Eierschale, die Hühnerembryonen mit ausreichend Sauerstoff versorgt und gleichzeitig einen ungehinderten Blick auf ihre Entwicklung ermöglicht. Das würfelförmige „Egg-in-Cube“ besteht aus einem stabilen Rahmen und einer sauerstoffdurchlässigen Membran. Im Gegensatz zu einer natürlichen Eierschale können Embryo und Blutgefäße während der gesamten Entwicklung aus verschiedenen Blickwinkeln beobachtet und sogar mit feinen Instrumenten manipuliert werden, ohne die Schale zu öffnen. Versuche bestätigten, dass sich Hühnerembryonen darin erfolgreich entwickeln können. Die neue Plattform soll künftig Untersuchungen zur Organentwicklung, Blutgefäßbildung, Krebsforschung und zum Testen neuer Medikamente erleichtern. Sie ist auch maßgeblich für die De-Extinktionsforschung eierlegender Tiere.37Huang, W., Arai, F. & Kawahara, T. (2015). Egg-in-cube: Design and fabrication of a novel artificial eggshell with functionalized surface. PLOS ONE, 10(3), e0118624. doi:10.1371/journal.pone.0118624 |
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De-Extinktion als Chance für den Tourismus?Whittle & Fisher (2015) diskutieren die möglichen Folgen der De-Extinktion ausgestorbener Arten für den Naturtourismus. Angesichts der rasanten Fortschritte in Biotechnologie und Genomforschung erscheint die Wiederbelebung ausgestorbener Tiere zunehmend realistisch und könnte künftig Besucher aus aller Welt anziehen. Gleichzeitig weisen die Autoren darauf hin, dass ein solcher Tourismus sowohl wirtschaftliche Chancen als auch ökologische und ethische Risiken birgt. Der Artikel versteht sich als Überblick und plädiert dafür, die Auswirkungen einer möglichen De-Extinktion auf Naturschutz, Gesellschaft und Tourismus frühzeitig wissenschaftlich zu untersuchen.38Whittle, P. M., Stewart, E. J. & Fisher, D. (2015). Re-creation tourism: De-extinction and its implications for nature-based recreation. Current Issues in Tourism, 18(10), 908–912. doi:10.1080/13683500.2015.1031727 |
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Freeze now and resurrect later: Philosophische Fragen der De-ExtinktionCampbell. & Whittle (2017) untersuchen in ihrem Buch die grundlegenden philosophischen und ethischen Fragen, die mit der Wiederbelebung ausgestorbener Arten verbunden sind. Anhand des Auerochsen, des Wollhaarmammuts und der Wandertaube diskutieren die Autoren, ob de-extinkte Tiere als echte Vertreter ihrer ursprünglichen Art gelten können und ob ihre Erschaffung moralisch gerechtfertigt ist. Nach einer kritischen Bewertung verschiedener Argumente kommt er zu dem Schluss, dass authentische De-Extinktionen grundsätzlich möglich sein könnten und unter bestimmten Voraussetzungen, insbesondere als Teil einer Strategie zur langfristigen Sicherung genetischer Vielfalt (freeze now and resurrect later), auch ethisch vertretbar sein können.39Campbell, D. I. & Whittle, P. M. (2017). Resurrecting extinct species: Ethics and authenticity. Cham: Palgrave Macmillan. doi:10.1007/978-3-319-69578-5 |
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Künstliche Gebärmutter hält frühgeborene Lämmer am LebenPartridge et al. (2017) entwickeln ein künstliches Gebärmuttersystem, das extrem früh geborene Lämmer bis zu vier Wochen außerhalb des Mutterleibs weiterreifen ließ. Die Föten verblieben dabei in einer geschlossenen, fruchtwasserähnlichen Umgebung und wurden über die Nabelschnur an einen pumpenlosen Sauerstoffkreislauf angeschlossen. Während der gesamten Versuchszeit blieben Blutkreislauf und Sauerstoffversorgung stabil, zudem entwickelten sich Lunge, Gehirn und Körperwachstum weitgehend normal. Das System soll künftig die Überlebenschancen extrem frühgeborener Säuglinge verbessern, indem es die natürliche Umgebung der Gebärmutter möglichst realistisch nachbildet und belastende Intensivtherapien reduziert. Es wäre auch essentiell zur Tierleidvermeidung bei der De-Extinktion von Säugetieren bzw. generell zur Wiedererschaffung von Säugern ohne lebende nahe Verwandte.40Partridge, E. A. et al. (2017). An extra-uterine system to physiologically support the extreme premature lamb. Nature Communications, 8, 15112. doi:10.1038/ncomms15112 |
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De-Extinktion kann insgesamt Biodiversität kostenBennett et al. (2017) modellierten die Kosten für Wiedererschaffung, Haltung und Wiederansiedlung ausgestorbener Arten in Neuseeland und Australien. Wenn dafür bestehende Naturschutzbudgets verwendet würden, könnten mehr lebende Arten ihren Schutz verlieren, als ausgestorbene Arten zurückgebracht werden. De-Extinktion könnte dann netto zu einem größeren Biodiversitätsverlust führen, woraus sich weitere große ethische Problematiken bei der De-Extinktion ergeben.41Bennett, J. et al. (2017). Spending limited resources on de-extinction could lead to net biodiversity loss. Nature Ecology & Evolution, 1, 0053. doi:10.1038/s41559-016-0053 |
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Genschere eröffnet neue Möglichkeiten für Genmanipuation an VögelnWoodcock, Idoko-Akoh & McGrew (2017) zeigen, dass moderne Genomeditierung mit CRISPR und verwandten Verfahren künftig auch bei Vögeln gezielte Veränderungen des Erbguts ermöglicht. Fortschritte bei der genetischen Veränderung von Körper- und Keimzellen des Haushuhns schaffen neue Möglichkeiten für die biomedizinische Forschung, die Landwirtschaft und die Biotechnologie. Darüber hinaus könnten genetisch veränderte Vögel als wichtige Forschungsmodelle dienen oder zur Erhaltung bedrohter bzw. De-Extinktion ausgestorbener Arten beitragen. Die Autoren gehen davon aus, dass sich diese Techniken künftig auch auf weitere Vogelarten übertragen lassen und damit neue Perspektiven für Naturschutz und De-Extinktionsforschung eröffnen.42Woodcock, M. E., Idoko-Akoh, A. & McGrew, M. J. (2017). Gene editing in birds takes flight. Mammalian Genome, 28(7–8), 315–323. doi:10.1007/s00335-017-9701-z |
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Über die ethischen Problematiken der De-ExtinktionSeddon (2017) argumentiert, dass die technische Erzeugung eines ausgestorbenen Tieres allein kein sinnvoller Endpunkt der De-Extinktion sein kann. Klone, rückgezüchtete Formen oder gentechnisch veränderte Stellvertreter wären zunächst nur wissenschaftliche Exemplare oder Publikumsmagnete. Ein naturschutzfachlicher Nutzen entstünde erst, wenn überlebensfähige Populationen geeignete Lebensräume besiedeln und verlorene ökologische Funktionen übernehmen könnten. Genau dieser Schritt ist jedoch mit erheblichen Unsicherheiten verbunden: Lebensräume haben sich verändert, ökologische Wechselwirkungen sind schwer vorhersehbar und Freisetzungen könnten neue Risiken schaffen. Die entscheidende Frage lautet daher nicht nur, ob De-Extinktion möglich ist, sondern welchem konkreten ökologischen Zweck sie dienen soll.43Seddon, P. J. (2017). The ecology of de-extinction. Functional Ecology, 31(5), 992–995. doi:10.1111/1365-2435.12856 |
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Neuer künstlicher Eierschalentyp mit Kikro-KanälenHuang et al. (2017) entwickeln einen neuen Typ einer künstlichen Eierschale, die das Wachstum von Blutgefäßen in Hühnerembryonen gezielt auf mikroskopischer Ebene steuert. Mithilfe feiner Kanäle und Kammern in einer transparenten Würfelkonstruktion konnten Blutgefäße der Chorion-Allantois-Membran kontrolliert in vorgegebene Bahnen gelenkt werden, ohne die Überlebensrate der Embryonen wesentlich zu beeinträchtigen. Die Forschenden zeigten zudem, dass Druckunterschiede im Inneren der Eierschale eine entscheidende Rolle bei der Gefäßbildung spielen. Die Methode eröffnet neue Möglichkeiten für die Gewebezüchtung, die Erforschung der Blutgefäßentwicklung sowie die Entwicklung künstlicher Gewebe mit funktionierender Blutversorgung.44Huang, W. et al. (2017). An angiogenesis platform using a cubic artificial eggshell with patterned blood vessels on chicken chorioallantoic membrane. PLOS ONE, 12(4), e0175595. doi:10.1371/journal.pone.0175595 |
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Beutelwolf-Genom entschlüsseltFeigin et al. (2018) gelingt das erstmals die Entschlüsselung des Genoms des ausgestorbenen Beutelwolfs (Thylacinus cynocephalus). Die Studie zeigt, dass seine verblüffende Ähnlichkeit mit echten Wölfen nicht auf denselben Genveränderungen beruht. Obwohl sich beide Linien bereits vor rund 160 Millionen Jahren trennten, entwickelten sie unabhängig voneinander einen nahezu identischen Körperbau. Die Analysen zeigen zudem, dass die genetische Vielfalt des Beutelwolfs bereits lange vor der Ankunft des Menschen in Australien stark zurückging. Überraschenderweise fanden die Forschenden kaum identische Veränderungen in Proteinen. Stattdessen entstand die konvergente Evolution offenbar vor allem durch Veränderungen der Genregulation, also der Steuerung, wann und wo Gene aktiv werden.45Feigin, C. Y. et al. (2018). Genome of the Tasmanian tiger provides insights into the evolution and demography of an extinct marsupial carnivore. Nature Ecology & Evolution, 2, 182–192. doi:10.1038/s41559-017-0417-y |
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Zweifel an Dino-WeichgewebeSaitta et al. (2019) kommen nach ihrer Untersuchung frisch ausgegrabener Dinosaurierknochen zu dem Schluss, dass vermeintliche Weichteile wie Blutgefäße oder Knochenzellen nicht zwangsläufig originale Überreste des Tieres sein müssen. Chemische und mikroskopische Analysen zeigten deutliche Unterschiede zu Kollagen und anderen erwarteten Biomolekülen. Gleichzeitig wiesen DNS-Untersuchungen eine vielfältige mikrobielle Gemeinschaft nach, die das fossile Knochengewebe nach der Einbettung besiedelt hatte und sich klar von den Mikroorganismen im umgebenden Sediment unterschied. Die Autoren schlagen deshalb vor, dass zumindest ein Teil der beobachteten „Weichteile“ durch mikrobielle Biofilme oder nachträgliche Prozesse entstanden sein könnte, und fordern bei entsprechenden Funden besondere Vorsicht bei der Interpretation.46Saitta, E. T. et al. (2019). Cretaceous dinosaur bone contains recent organic material and provides an environment conducive to microbial communities. eLife, 8, e46205. doi:10.7554/eLife.46205 |
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Dinosaurierknorpel bewahrt ZellresteBailleul et al. (2020) erbringen durch eine Untersuchung von Hypacrosaurus stebingeri einen der bislang stärksten Hinweise, dass in fossilem Dinosaurierknorpel nicht nur Gewebestrukturen, sondern auch molekulare Zellbestandteile erhalten geblieben sein könnten. Die Forscher identifizierten Strukturen, die Zellkernen und Chromosomen ähneln, sowie Bestandteile der Knorpelmatrix wie Glykosaminoglykane und Kollagen Typ II. Zudem reagierten isolierte Knorpelzellen positiv auf zwei DNS-spezifische Fluoreszenzfarbstoffe, wobei die Signale ausschließlich innerhalb der Zellen auftraten. Die Ergebnisse sprechen dafür, dass selbst Überreste der ursprünglichen Chondrozyten – möglicherweise einschließlich fragmentarischer DNS – über mehr als 66 Millionen Jahre erhalten geblieben sein könnten.47Bailleul, A. M. et al. (2020). Evidence of proteins, chromosomes and chemical markers of DNA in exceptionally preserved dinosaur cartilage. National Science Review, 7(4), 815–822. doi:10.1093/nsr/nwz206 |
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Erfolgreiche De-Extinktion der Judäischen DattelpalmeSallon et al. (2020) bringen Samen aus archäologischen Fundstätten der Judäischen Wüste zum keimen und damit die ausgestorbene Judäische Dattelpalme (Phoenix dactylifera) erfolgreich zurück. Mikroanalysen ergaben, dass ältere Samen stärker dem östlichen Genpool ähnelten, während jüngere Exemplare zunehmend westliche Anteile aufwiesen. Die antiken Samen waren zudem deutlich länger und breiter als jene moderner Sorten, was historische Berichte über besonders große Früchte stützt. Wahrscheinlich trugen gezielte Kreuzungen und fortschrittliche Anbaumethoden zum einstigen Ruf der Judäischen Dattel bei. Zugleich macht ihre außergewöhnliche Keimfähigkeit sie zu einem wichtigen Modell für die Erforschung langlebiger Samen.48Sallon, S. et al. (2020). Origins and insights into the historic Judean date palm based on genetic analysis of germinated ancient seeds and morphometric studies. Science Advances, 6(6), eaax0384. doi:10.1126/sciadv.aax0384 |
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Studie warnt vor Risiken der De-ExtinktionGenovesi & Simberloff (2020) warnen in ihrer Übersichtsarbeit davor, die Auswilderung wiedererschaffener Stellvertreter ausgestorbener Arten zu unterschätzen. Solche Tiere könnten ähnlich wie invasive oder wiederangesiedelte Arten heimische Ökosysteme beeinflussen, etwa durch Konkurrenz, Beutefang, Verbiss, Hybridisierung, Krankheitsübertragung oder Veränderungen von Feuerregimen und Wasserhaushalt. Die Autoren fordern deshalb strenge wissenschaftliche Risikoanalysen vor jeder Freisetzung. Gleichzeitig betonen sie, dass sich viele langfristige Folgen kaum zuverlässig vorhersagen lassen. Im Zweifel sollten der Schutz heutiger Arten und der Erhalt bestehender Ökosysteme Vorrang vor den potenziellen Vorteilen einer De-Extinktion haben.49Genovesi, P. & Simberloff, D. (2020). “De-extinction” in conservation: Assessing risks of releasing “resurrected” species. Journal for Nature Conservation, 56, 125838. doi:10.1016/j.jnc.2020.125838 |
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Mausembryonen entwickeln sich außerhalb der GebärmutterAguilera-Castrejon et al. (2021) entwickeln ein neues Kultursystem, um Mausembryonen nach der Einnistung bis zur fortgeschrittenen Organbildung außerhalb des Muttertiers wachsen zu lassen. Die Embryonen entwickelten sich von Tag 5,5 bis Tag 11 und erreichten dabei unter anderem das Stadium der Hintergliedmaßenbildung. Frühere Stadien wurden zunächst statisch und später in rotierenden Kulturflaschen gehalten. Gewebeanalysen, molekulare Untersuchungen und Einzelzell-RNS-Sequenzierungen zeigten, dass ihre Entwicklung weitgehend derjenigen im Uterus entsprach. Das Verfahren erlaubt gezielte Eingriffe und deren Beobachtung über mehrere Tage. Dadurch lassen sich frühe Organentwicklung, Fehlbildungen und künstliche Embryonalentwicklung bei Säugetieren genauer untersuchen.50Aguilera-Castrejon, A. et al. (2021). Ex utero mouse embryogenesis from pre-gastrulation to late organogenesis. Nature, 593(7857), 119–124. doi:10.1038/s41586-021-03416-3 |
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Chromatinstrukturen in Dinosaurierknorpel entdecktZheng et al. (2021) erkennen außergewöhnlich gut erhaltene Zellstrukturen im Knorpel von Caudipteryx aus der frühkreidezeitlichen Jehol Formation. Einige wiesen eine kernähnliche Struktur mit fadenförmigen, als fossilisiertes Chromatin interpretierten Elementen auf. Histochemische Färbungen reagierten ähnlich wie bei modernem Hühnerknorpeln und deuten darauf hin, dass Bestandteile der ursprünglichen Zell- und Kernbiochemie erhalten sein könnten. Die Ergebnisse stützen die Hypothese, dass Knorpel besonders gute Bedingungen für die Fossilisation von Zellkernen und damit auch prähistroischer DNS bietet.51Zheng, X. et al. (2021). Nuclear preservation in the cartilage of the Jehol dinosaur Caudipteryx. Communications Biology, 4, 1125. doi:10.1038/s42003-021-02627-8 |
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Fruchtbare Klone aus gefriergetrockneten Mäuse-ZellenWakayama et al. (2022) belegen, dass selbst abgestorbene, gefriergetrocknete Körperzellen noch als genetische Ressource dienen können. Die Zellkerne wurden bis zu neun Monate bei −30 °C gelagert und anschließend in entkernte Eizellen übertragen. Obwohl die Gefriertrocknung deutliche DNS-Schäden verursachte, entstanden daraus Blastozysten und embryonale Stammzelllinien. Deren Zellkerne ermöglichten in einem zweiten Klonschritt die Geburt gesunder, fortpflanzungsfähiger männlicher und weiblicher Mäuse. Die Erfolgsrate lag zwischen 0,2 und 5,4 Prozent. Das Verfahren könnte langfristig günstigere und katastrophensichere Biobanken ohne flüssigen Stickstoff ermöglichen und ist somit auch wegweisend für die freeze now and resurrect later-Methode.52Wakayama, S. et al. (2022). Healthy cloned offspring derived from freeze-dried somatic cells. Nature Communications, 13, 3666. doi:10.1038/s41467-022-31216-4 |
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De-Extinktion der Weihnachtsinsel-Ratte misslingt aufgrund unvollständiger GenetikLin et al. (2022) zeigen anhand der Genomanalyse der ausgestorbenen Weihnachtsinsel-Ratte (Rattus macleari), dass selbst sehr hochwertige DNS keine vollständige Rekonstruktion einer ausgestorbenen Art garantiert. Trotz einer mehr als 60-fachen Sequenzabdeckung blieben beim Vergleich mit dem Genom der Wanderratte fast fünf Prozent der Erbinformation nicht wiederherstellbar. Mehr als 1.600 Gene waren unvollständig, 26 fehlten vollständig. Besonders stark betroffen waren Gene des Immunsystems und des Geruchssinns. Durch Genomeditierung erzeugte Tiere wären daher keine exakten Kopien, sondern bloß genetische Annäherungen. Die Studie fordert deshalb, vor jedem De-Extinktionsprojekt genau zu prüfen, wie vollständig und repräsentativ das rekonstruierte Genom tatsächlich wäre.53Lin, J. et al. (2022). Probing the genomic limits of de-extinction in the Christmas Island rat. Current Biology, 32(7), 1650–1656.e3. doi:10.1016/j.cub.2022.02.027 |
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Klontechniken sind immer noch kein relevantes Werkzeug zum ArtenschutzSwegen, Appeltant & Williams (2023) geben einen umfassenden Überblick über moderne Klonverfahren und bewerten deren Eignung für den Schutz bedrohter Tierarten. Behandelt werden Embryonenteilung, somatischer Zellkerntransfer, induzierte pluripotente Stammzellen sowie weitere Verfahren zur Weitergabe von Genomen ohne herkömmliche Fortpflanzung. Als Ergebnis halten sie fest, dass diese Technologien künftig zwar helfen könnten, seltene genetische Linien zu erhalten oder ausgestorbene genetische Vielfalt wieder in Populationen einzubringen. Gleichzeitig weisen sie aber darauf hin, dass die Verfahren bislang technisch anspruchsvoll, wenig effizient und für viele bedrohte Arten noch überhaupt nicht praxistauglich sind.54Swegen, A., Appeltant, R. & Williams, S. A. (2023). Cloning in action: Can embryo splitting, induced pluripotency and somatic cell nuclear transfer contribute to endangered species conservation? Biological Reviews, 98(4), 1225–1249. doi:10.1111/brv.12951 |
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Chemie erklärt Erhaltung weicher DinosauriergewebeAnderson (2023) fasst in einer Übersichtsarbeit die chemischen Prozesse zusammen, die zur außergewöhnlichen Erhaltung von Weichteilen in Fossilien beitragen können. Dabei zeigt sich, dass zwei bislang konkurrierende Erklärungsmodelle – eisenvermittelte Vernetzungsreaktionen und die Bildung sogenannter Advanced Glycation beziehungsweise Lipoxidation End Products (AGEs/ALEs) – keine widersprüchlichen Hypothesen sind, sondern verschiedene Schritte desselben chemischen Ablaufs darstellen. Dieses vereinheitlichte Modell erklärt, wie Proteine, Zellen und andere organische Strukturen über Millionen von Jahren stabil bleiben können. Die Ergebnisse liefern eine wichtige Grundlage für die Paläoproteomik und die Suche nach ursprünglichen Biomolekülen in Fossilien.55Anderson, L. A. (2023). A chemical framework for the preservation of fossil vertebrate cells and soft tissues. Earth-Science Reviews, 240, 104367. doi:10.1016/j.earscirev.2023.104367 |
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RNS enthüllt Genaktivität des BeutelwolfsMármol-Sánchez et al. (2023) gelingt erstmals die Rekonstruktion gewebespezifischer RNS-Profile eines ausgestorbenen Tieres. Aus Haut- und Muskelgewebe eines rund 130 Jahre alten, bei Raumtemperatur getrocknet konservierten Beutelwolfs (Thylacinus cynocephalus) gewannen Forschende historische RNS und wiesen typische Expressionsmuster beider Gewebe nach. Die Daten verbesserten zudem die Genomannotation, erhöhten die Zahl bekannter MikroRNSs deutlich und belegten eine bislang unbekannte, artspezifische MikroRNS-Variante. Zusätzlich fanden sich Spuren von RNS-Viren. Die Studie zeigt, dass Museumsexemplare nicht nur DNS, sondern auch Informationen über frühere Genaktivität, Gewebefunktion und möglicherweise Krankheitserreger bewahren können.56Mármol-Sánchez, E. et al. (2023). Historical RNA expression profiles from the extinct Tasmanian tiger. Genome Research, 33(8), 1299–1316. doi:10.1101/gr.277663.123 |
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Mammut-Frikadelle aus rekonstruiertem Muskelprotein hergestelltWolvetang et al. / Vow (2023) stellen erstmals kultiviertes Fleisch her, das ein rekonstruiertes Protein eines ausgestorbenen Tieres enthält. Grundlage war die DNS-Sequenz des Myoglobins des Wollhaarmammuts (Mammuthus primigenius), eines Muskelproteins, das wesentlich für Farbe, Aroma und Geschmack von Fleisch verantwortlich ist. Fehlende Bereiche der Mammut-DNS wurden anhand der eng verwandten Afrikanischen Elefanten ergänzt und anschließend in Schaf-Muskelzellen eingebracht. Aus diesen Zellen entstand im Labor ein als „Mammoth Meatball“ bekannt gewordene Frikadelle. Das Projekt diente nicht der De-Extinktion selbst, sondern demonstrierte, dass sich ausgestorbene Gene mithilfe moderner Molekularbiologie rekonstruieren und funktionell in lebenden Zellen exprimieren lassen. Gleichzeitig sollte auf die Möglichkeiten kultivierten Fleisches als nachhaltige Alternative zur konventionellen Tierhaltung aufmerksam gemacht werden.57Carrington, D. (2023). Meatball from long-extinct mammoth created by food firm. The Guardian. 28. März 2023. |
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RNS des Beutelwolfs vollständig rekonstruiertNic Eoin (2024) gelingt erstmals die Gewinnung und Analyse historischer RNS aus einem ausgestorbenen Tier. Untersucht wurden Haut- und Muskelgewebe eines etwa 130 Jahre alten Beutelwolfs (Thylacinus cynocephalus) aus einer Museumssammlung. Millionen RNS-Fragmente ließen sich dem Genom der Art zuordnen und lieferten gewebespezifische Informationen zur Genaktivität, die aus DNS allein nicht zugänglich sind. Zusätzlich fanden sich Spuren möglicher Viren, wodurch künftig auch Krankheitserreger ausgestorbener Arten untersucht werden könnten. Die Studie gilt als methodischer Durchbruch der Paläotranskriptomik und zeigt, dass RNS selbst unter gewöhnlichen Museumsbedingungen erstaunlich lange erhalten bleiben kann.59Nic Eoin, L. (2024). Thylacine transcriptome. Nature Ecology & Evolution, 8, 3. doi:10.1038/s41559-023-02279-3 |
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Tausend Jahre alter Myrrhe-Samen keimt wiederSallon et al. (2024) gelingt die Keimung eines rund 1.000 Jahre alten Samens aus einer Höhle der Judäischen Wüste. Genetische Analysen zeigten, dass die Pflanze zu einer bislang unbekannten Art der Gattung Commiphora gehört, die eng mit drei südafrikanischen Arten verwandt ist, sich jedoch deutlich von allen bisher untersuchten Arten unterscheidet. Anders als der legendäre Judäische Balsam produzierte sie kaum wohlriechende Harze, dafür aber zahlreiche bioaktive Substanzen sowie bislang unbekannte Glykolipide. Die Studie eröffnet neue Einblicke in die verlorene Pflanzenwelt des antiken Judäa und zeigt, wie archäologische Samen längst verschwundene Kultur- und Wildpflanzen wieder sichtbar machen können.60Sallon, S. et al. (2024). Characterization and analysis of a Commiphora species germinated from an ancient seed suggests a possible connection to a species mentioned in the Bible. Communications Biology, 7, 1109. doi:10.1038/s42003-024-06721-5 |
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Erfolgreiches Klonden des Schwarzfußiltis und Einkreuzung „ausgestorbener“ GenvariantenNovak et al. (2024) gelingt erstmals die erfolgreiche Klonierung eines gefährdeten Schwarzfußiltis (Mustela nigripes) zur gezielten genetischen Rettung der Art. Als Erbgut dienten kryokonservierte Hautzellen des Weibchens Willa, das bereits 1988 starb und keine Nachkommen in der heutigen Population hinterließ. Mithilfe des somatischen Zellkerntransfers wurden die Zellkerne in entkernte Eizellen von Hausiltissen übertragen und die Embryonen von Hausiltis-Leihmüttern ausgetragen. Dabei entstanden drei gesunde Klone – Elizabeth Ann (2020), Noreen und Antonia (2023). Da alle heute lebenden Schwarzfußiltisse – mit Ausnahme dieser Klone – von lediglich sieben Wildfängen abstammen, enthalten Willas Zellen zahlreiche genetische Varianten, die bislang vollständig aus dem Zuchtprogramm fehlten. Die Nachkommen der Klone könnten daher künftig mehr genetische Vielfalt in die Population zurückbringen und deren langfristige Überlebenschancen verbessern.61Novak, B. J. et al. (2024). First endangered black-footed ferrets, Mustela nigripes, cloned for genetic rescue. bioRxiv. doi:10.1101/2024.04.17.589896 |
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Moa-Genom entschlüsselt Evolution flugunfähiger VögelEdwards et al. (2024) gewinnen durch das erste umfangreiche Genom des ausgestorbenen Kleinen Buschmoas (Anomalopteryx didiformis) aus Neuseeland neue Einblicke in die Evolution flugunfähiger Vögel. Aus fossiler DNS rekonstruierten die Forschenden das vollständige mitochondriale Genom sowie große Teile des Kerngenoms. Die Analysen zeigen unter anderem eine große Vielfalt an Geruchsrezeptoren, ein bis in den Ultraviolettbereich reichendes Sehvermögen und Hinweise auf eine langfristig stabile Population. Überraschenderweise beruht der vollständige Verlust der Flügel offenbar nicht auf dem Verlust ganzer Gene, sondern wahrscheinlich auf Veränderungen ihrer Funktion oder Regulation. Das Genom schafft damit eine wichtige Grundlage für zukünftige Studien zur Evolution und De-Extinktion ausgestorbener Vogelarten.62Edwards, S. V. et al. (2024). A nuclear genome assembly of an extinct flightless bird, the little bush moa. Science Advances, 10(21), eadj6823. doi:10.1126/sciadv.adj6823 |
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Klone mit „ausgestorbenen“ genen stärken Genpool des Przewalski-PferdesNovak et al. (2025) melden die erfolgreiche Geburt zweier gesunder Klone des bedrohten Przewalski-Pferdes (Equus przewalskii), die aus jahrzehntealten, eingefrorenen Körperzellen eines genetisch unterrepräsentierten Hengstes rekonsturiert wurden. Mithilfe eines artübergreifenden somatischen Zellkerntransfers entstanden zwischen 2020 und 2023 zwei Tiere, deren Identität durch Abstammungstests und teilweise durch Gesamtgenomsequenzierung bestätigt wurde. Ziel ist die gezielte Rückführung verlorener genetischer Linien in die heutige Population. Erstmals überlebten damit mehrere Klone einer bedrohten Tierart die kritische Zeit nach der Geburt.63Novak, B. J. et al. (2025). Endangered Przewalski’s horse, Equus przewalskii, cloned from historically cryopreserved cells. Animals, 15(5), 613. doi:10.3390/ani15050613 |
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Nachweis von Fisch-DNS aus der Kreidezeit? Zhao et al. (2025) berichten über vermeintlich ursprüngliche DNS aus rund 120 Millionen Jahre alten Fossilien von des kreidezeitlichen Fisches Lycoptera davidi aus der Jehol Formation. Mithilfe von Nanopartikel-Affinitätskügelchen und einem neu entwickelten Mega-Screen-Verfahren identifizierten die Forschenden 243 Fragmente, die sie Strahlenflossern zuordnen. Außerdem schlagen sie einen bislang unbekannten Mechanismus zur Entstehung neuer Transposasen vor. Die Ergebnisse wären für die molekulare Paläontologie außerordentlich bedeutsam, müssen jedoch unabhängig bestätigt werden: DNS über derart lange Zeiträume gilt als extrem unwahrscheinlich, und Kontaminationen oder Fehlzuordnungen lassen sich bei solchen Analysen nur schwer vollständig ausschließen.64Zhao, W.-Q. et al. (2024). Ancient DNA in Lycoptera fossils: Key discoveries for evolution and methodological reassessment. bioRxiv. doi:10.1101/2023.06.18.545504 |
Quellenangaben:
- 1Wilmut, I. et al. (1997). Viable offspring derived from fetal and adult mammalian cells. Nature, 385(6619), 810–813. doi:10.1038/385810a0
- 2Associated Press (2008). South Korea to use cloned sniffer dogs. NBC News, 24. April 2008.
- 3Folch, J. et al. (2009). First birth of an animal from an extinct subspecies (Capra pyrenaica pyrenaica) by cloning. Theriogenology, 71(6), 1026–1034. doi:10.1016/j.theriogenology.2008.11.005
- 4Novak, B. J. et al. (2025). Endangered Przewalski’s horse, Equus przewalskii, cloned from historically cryopreserved cells. Animals, 15(5), 613. doi:10.3390/ani15050613
- 5Novak, B. J. et al. (2024). First endangered black-footed ferrets, Mustela nigripes, cloned for genetic rescue. bioRxiv. doi:10.1101/2024.04.17.589896
- 6Campbell, D. I. & Whittle, P. M. (2017). Resurrecting extinct species: Ethics and authenticity. Cham: Palgrave Macmillan. doi:10.1007/978-3-319-69578-5
- 7Genovesi, P. & Simberloff, D. (2020). “De-extinction” in conservation: Assessing risks of releasing “resurrected” species. Journal for Nature Conservation, 56, 125838. doi:10.1016/j.jnc.2020.125838
- 8Jørgensen, D. (2013). Reintroduction and de-extinction. BioScience, 63(9), 719–720. doi:10.1525/bio.2013.63.9.6
- 9Seddon, P. J. (2017). The ecology of de-extinction. Functional Ecology, 31(5), 992–995. doi:10.1111/1365-2435.12856
- 10Gurdon, J. B., Elsdale, T. R. & Fischberg, M. (1958). Sexually mature individuals of Xenopus laevis from the transplantation of single somatic nuclei. Nature, 182(4627), 64–65. doi:10.1038/182064a0
- 11Tong, D. Z. et al. (1963). Nuclear transfer in fishes. Science Bulletin, 7, 60–61.
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