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Die Weißen Steine

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Prä-Astronautik – Ein persönliches Statement

Posted on Januar 13, 2026August 17, 2026 by Markus Kretschmer
Lesedauer 22 Minuten

Wer sich für Geschichte interessiert – und das Fach in meinem Fall sogar studiert hat – kommt am Thema Prä-Astronautik wohl kaum herum. Mich hat es tatsächlich schon länger fasziniert, allerdings nie, weil ich die Thesen Erich von Dänikens und seiner Kollegen für überzeugend hielt. Es war vielmehr das Mystische, Fremde und scheinbar Unerklärliche, das ich bis heute spannend finde, und das meine Arbeit als Autor auch nach wie vor prägt. Doch bin ich mit Prä-Astronautikern nun schon des öfteren in Konflikt geraten. Hier möchte ich einmal ausführlich darlegen, was ich an dem Thema für wirklich problematisch finde, und bitte jeden, der sich ebenfalls so wie ich dafür interessiert, das hier angesprochene auch wirklich ernst zu nehmen. Selbstverständlich gebe ich hier vor allem meine Meinung wieder, weshalb wir diese auf jeden Fall auch (sachlich!) diskutieren können.


Der Tod Erich von Dänikens ist Anlass für viele wohlmeinende Nachrufe, die ihn als visionären Grenzgänger zwischen Wissenschaft und Fantasie würdigen – und als wichtigsten Popularisierer der sogenannten Prä-Astronautik. Unbestritten ist, dass kaum jemand die populäre Vorstellung prä- und frühhistorischer „Götter aus dem All“ so nachhaltig geprägt hat wie er. Ebenso unbestreitbar ist jedoch, dass dieses Erbe kritisch betrachtet werden muss. Und zwar nicht aus Pietätlosigkeit gegenüber dem kürzlich Verstorbenen, sondern aus Verantwortung gegenüber den Narrativen, die er in Umlauf gebracht hat und die bis heute wirken. Wer diesen Text aber als Angriff auf die Person Erich von Däniken lesen möchte, der liest ihn falsch. Es geht mir hier um sein problematisches Erbe, das er der Welt hinterlassen hat. Nicht um ihn als Autor oder gar als Person! 1Richter, J. (2012). Traces of the Gods: Ancient Astronauts as a Vision of Our Future. Numen, 59(2–3), 222–248. doi:10.1163/156852712X630798

Wer war Erich von Däniken?

Wahrscheinlich ist jeder hier mit von Dänikens Werk schon einmal in Berührung gekommen. Dazu muss man noch nicht einmal selbst ein Buch von ihm gelesen haben. Seine Ideen haben die Populärkultur weit über seine eigenen Bücher hinaus geprägt. Motive, die von Däniken besonders populär machte – etwa außerirdische Eingriffe in frühe Hochkulturen oder technisch gedeutete „Götter“ –, begegnen uns auch in Science-Fiction-Filmen und -Serien. Der Topos, dass Außerirdische hinter monumentalen Bauten früher Kulturen stecken, findet sich z. B. in dem Film Stargate und der gleichnamigen Serie zu diesem Film wieder oder auch bei Alien vs. Predator. Auch mit dem wesentlich älteren Atlantis-Mythos wurden prä-astronautische Vorstellungen immer wieder verbunden. Jahrzehntelang versuchte von Däniken, seine Thesen zu belegen, und schrieb zahlreiche Bestseller. Nach seinem Tod wurde seine Gesamtauflage mit knapp 70 Millionen Exemplaren in mehr als 30 Sprachen angegeben. Daran gemessen war er einer der erfolgreichsten Schweizer Sachbuchautoren überhaupt. 2Hammer, O. & Swartz, K. (2021). Ancient Aliens. In Zeller, B. E. (Hg.), Handbook of UFO Religions. Brill, Leiden, 151–177. doi:10.1163/9789004435537_0083Roth, H. P. (2026). Ein Getriebener ist aufgebrochen zur nächsten Reise. Tages-Anzeiger, 11. Januar 2026.

Dieser Text richtet sich ausdrücklich nicht gegen den Menschen, diesen vielschaffenden und vielgelesenen Autor, der von vielen Weggefährten und Bewunderern als charismatisch, wortgewandt und inspirierend charakterisiert wird. Einige meiner Freunde, die ihn selbst einmal persönlich getroffen und mit ihm gesprochen haben, äußern sich überwiegend sehr positiv über von Däniken als Menschen, was ich hier sehr gerne wiedergeben möchte. So eine Vorrede gehört in jeden guten Nachruf, besonders dann, wenn nun doch einiges an Kritik kommen wird. Diese Kritik soll aber ausdrücklich nicht gegen die Person gehen, gegen den Menschen, der gerade erst von uns gegangen ist und sicher von vielen schmerzlich vermisst wird. Meine Kritik richtet sich vielmehr gegen Denkmuster, die die Prä-Astronautik bis heute strukturieren.


Was ist Prä-Astronautik?

Von Dänikens zentrale These ist wahrscheinlich fast jedem, der das hier liest, bekannt: Monumentale Bauwerke, astronomisches Wissen oder andere außergewöhnliche Leistungen früher Kulturen seien in manchen Fällen ohne externe Einflüsse kaum erklärbar. Diese Annahme wurde seit den 1960er-Jahren immer wieder variiert: Mal waren es Außerirdische von einem fremden Planeten, mal Vertreter einer geheimnisvollen untergegangenen Hochkultur. Bereits in Erinnerungen an die Zukunft (1968) findet sich sinngemäß die wiederkehrende Frage, wie von ihm als „primitiv“ bezeichnete Gesellschaften zu Leistungen fähig gewesen sein sollen, die aus moderner Perspektive technisch oder organisatorisch extrem anspruchsvoll erscheinen. Von Däniken deutete zahlreiche solcher Leistungen deshalb als Hinweise auf den Einfluss hochentwickelter außerirdischer Besucher. 4Richter, J. (2012). Traces of the Gods: Ancient Astronauts as a Vision of Our Future. Numen, 59(2–3), 222–248. doi:10.1163/156852712X630798

Von Däniken traf damit auf jeden Fall einen Nerv. Die Pyramiden von Gizeh beeindrucken ja bis heute. Die Große Pyramide ist zum Beispiel äußerst genau nach den Himmelsrichtungen ausgerichtet; moderne Vermessungen bestätigen Abweichungen von nur wenigen Winkelminuten. Diese Genauigkeit wurde ohne Kompass und ohne moderne Vermessungsinstrumente erreicht. Der Pyramidenkomplex liegt auf dem Kalksteinplateau von Gizeh und umfasst neben den großen Pyramiden unter anderem Tempel, Aufwege, Nebenpyramiden, Gräberfelder und Siedlungsbereiche. Hinzu kommt die enorme logistische Leistung, eine gewaltige Menge vielfach mehrere Tonnen schwerer Steinblöcke zu gewinnen, zu transportieren und zu verbauen. Archäologische Siedlungsbefunde sowie zeitgenössische Verwaltungsdokumente und Papyri zeigen dabei sehr konkret die menschliche Organisation solcher Großprojekte. Gerade diese Ingenieurs-, Organisations- und Wissensleistung macht die Pyramiden so faszinierend. 5Nell, E. & Ruggles, C. (2014). The orientations of the Giza pyramids and associated structures. Journal for the History of Astronomy, 45(3), 304–360. doi:10.1177/0021828614533065 6Tallet, P. & Marouard, G. (2014). The Harbor of Khufu on the Red Sea Coast at Wadi al-Jarf, Egypt. Near Eastern Archaeology, 77(1), 4–14. doi:10.5615/neareastarch.77.1.0004 7Lehner, M. (2002). The Pyramid Age Settlement of the Southern Mount at Giza. Journal of the American Research Center in Egypt, 39, 27–74.

Warum ist das problematisch?

Für eine außerirdische Beteiligung am Bau der ägyptischen Pyramiden gibt es keinerlei belastbare archäologische Evidenz. Dagegen besitzen wir zahlreiche positive Belege für Planung, Steinbearbeitung, Transport, Versorgung und Arbeitsorganisation durch Menschen des Alten Reiches. Wissenschaftliche Offenheit bedeutet deshalb nicht, jede unbelegte Möglichkeit als gleich wahrscheinlich zu behandeln: Eine außergewöhnliche Hypothese muss überprüfbare Belege liefern und sich an den vorhandenen Befunden messen lassen. Neue Evidenz könnte unser Bild selbstverständlich verändern. Bis dahin besteht aber kein wissenschaftlicher Grund, außerirdische Helfer in die Erklärung einzuführen. 8Tallet, P. & Marouard, G. (2014). The Harbor of Khufu on the Red Sea Coast at Wadi al-Jarf, Egypt. Near Eastern Archaeology, 77(1), 4–14. doi:10.5615/neareastarch.77.1.0004 9Feder, K. L. (2020). Frauds, Myths, and Mysteries: Science and Pseudoscience in Archaeology. 10. Auflage, Oxford University Press, New York, 332.

Doch warum sollte es keine hochentwickelten außerirdischen Zivilisationen geben? Allein die Milchstraße enthält schätzungsweise etwa 100–400 Milliarden Sterne, die meisten davon mit einem eigenen Planetensystem. Damit dürfte es in unserer Galaxis auch mehrere hundert Milliarden, vielleicht sogar über eine Billion (!) Planeten geben, von Planetoiden und Monden sowie größeren Asteroiden ganz zu schweigen.10Cassan, A. et al. (2012). One or more bound planets per Milky Way star from microlensing observations. Nature, 481, 167–169. doi:10.1038/nature1068411Bashi, D. & Zucker, S. (2022). Exoplanets in the Galactic context: Planet occurrence rates in the thin disc, thick disc, and stellar halo of Kepler stars. Monthly Notices of the Royal Astronomical Society, 510(3), 3449–3459. doi:10.1093/mnras/stab359612NASA. (o. J.). How we find and characterize exoplanets. NASA Science. Beobachtungen der letzten Jahre zeigen zudem, dass kleine Planeten in habitablen Zonen keineswegs selten sein müssen. Für sonnenähnliche Sterne wurden beispielsweise etwa 0,37–0,60 Planeten von 0,5–1,5 Erdradien pro Stern innerhalb der konservativ definierten habitablen Zone geschätzt. 13Bryson, S. et al. (2021). The occurrence of rocky habitable-zone planets around solar-like stars from Kepler data. The Astronomical Journal, 161(1), 36. doi:10.3847/1538-3881/abc418 Hochrechnungen ergeben damit je nach Definition eine ungeheure Menge potenziell habitabler Planeten allein in unserer Galaxis. Selbst wenn rein hypothetisch nur auf 1 von 1.000 solcher Planeten tatsächlich Leben entstehen würde, könnte es damit trotzdem millionenfach allein in unserer Galaxis weiteres Leben geben. Ich möchte hier also keineswegs gegen die Existenz von Aliens per se argumentieren. Dass es sie irgendwo da draußen wirklich gibt, halte ich sogar für sehr wahrscheinlich, auch wenn wir dafür bislang keine klare Evidenz besitzen!

Latenter, struktureller Rassismus…

Problematisch ist aber die Grundannahme selbst, dass die Ägypter, Mesoamerikaner, Kambodschaner oder andere Pyramidenbauer die außerirdische Hilfe überhaupt nötig gehabt hätten. Es ist nämlich auffällig, dass von Dänikens Externalisierung nicht gleichmäßig erfolgt. Die Bauleistungen außereuropäischer Völker werden regelmäßig als erklärungsbedürftig dargestellt, während vergleichbare Leistungen weißer, oft zeitgleich existierender Kulturen nur selten unter denselben Vorbehalt gestellt werden. Diese auffällige Schwerpunktsetzung ist auch in der archäologischen Fachliteratur zur Prä-Astronautik thematisiert worden: Zu den immer wieder als Ergebnis außerirdischer Einwirkung dargestellten Stätten und kulturellen Leistungen gehören insbesondere Monumente und Zeugnisse aus Ägypten, Mesoamerika, Südamerika, dem Nahen Osten und von der Osterinsel. 14Holly Jr., D. H. (2015). Talking to the guy on the airplane. American Antiquity, 80(3), 615–617. doi:10.1017/S0002731600003577 Der Archäologe Franco D. Rossi weist zudem ausdrücklich auf die problematische Verbindung zwischen solchen prä-astronautischen Narrativen, kulturellem Erbe und historisch marginalisierten Bevölkerungen hin und diskutiert am Beispiel Pumapunku, wie die Leistungen indigener Gesellschaften externalisiert und stattdessen außerirdischen Akteuren zugeschrieben werden. 15Rossi, F. D. (2019). Reckoning with the popular uptake of alien archaeology. Public Archaeology, 18(3), 162–183. doi:10.1080/14655187.2021.1920795 Kein Prä-Astronautiker zweifelt wohl daran, dass die Minoer oder Mykener ihre Palastkulturen selbst erschaffen konnten. Oder die Hellenen und Römer ihre Tempel, Amphitheater oder Aquädukte. Auch gotische Kathedralen oder frühneuzeitliche Kuppelbauten sind auffälligerweise alle ohne auswärtige Hilfe gebaut worden. Auch wenn es für Stonehenge vielleicht anders aussehen mag, konzentriert sich der Hauptteil der Prä-Astronautik auf Stätten außerhalb Europas.

An dieser Stelle ist eine präzise Begriffsarbeit notwendig. Ich möchte von Däniken nicht pauschal eine geschlossene rassistische Weltanschauung unterstellen, das ginge wohl zu weit. Dennoch argumentiert er in seinen Büchern sehr wohl mit dem (widerlegten!) Rassenbegriff. In Signs of the Gods? (1980) spekulierte er ausdrücklich über die Entstehung und Verschiedenheit menschlicher „Rassen“ und verband diese Überlegungen sogar mit möglichen außerirdischen Eingriffen.16von Däniken, E. (1980). Signs of the Gods? G. P. Putnam’s Sons, New York, 66–70.17Rossi, F. D. (2019). Reckoning with the Popular Uptake of Alien Archaeology. Public Archaeology, 18(3), 162–183. doi:10.1080/14655187.2021.1920795

Besonders aber dann, wenn bestimmten Kulturen systematisch abgesprochen wird, ihre Leistungen aus eigener Kraft hervorgebracht zu haben, während dies bei anderen nicht geschieht, kann darin ein strukturell rassistisches oder koloniales Deutungsmuster liegen. Die implizite Logik lautet dann: Diese als „primitiv“ markierten Völker seien dazu nicht fähig gewesen, also müsse jemand anderes es ihnen beigebracht haben. Vergleichbare Vorstellungen von kultureller Hierarchie und einer angeblichen zivilisatorischen Mission wurden historisch tatsächlich zur Rechtfertigung kolonialer Herrschaft benutzt. In diesem Sinne lässt sich die Kritik auch mit dem Begriff des Othering beschreiben: Eine Gruppe konstruiert ein vermeintlich grundsätzlich anderes „Sie“ und wertet es gegenüber dem eigenen „Wir“ ab. 18Rossi, F. D. (2019). Reckoning with the Popular Uptake of Alien Archaeology. Public Archaeology, 18(3), 162–183. doi:10.1080/14655187.2021.192079519Said, E. W. (1978). Orientalism. Pantheon Books, New York, 368.

… der vor den Ägyptern noch lange nicht halt macht!

Und interessanterweise begegnen wir solchen narrativen Strukturen nicht nur in der Geschichte und Frühgeschichte. Auch in der Urmenschenforschung gibt es eine lange Forschungsgeschichte, in der Neandertalern Fähigkeiten zunächst abgesprochen und später neu bewertet wurden. Dazu gehören u. a. sprachliche Fähigkeiten, die Herstellung von Birkenpech und möglicherweise auch das Anfertigen von Höhlenkunst. „Uns“, also dem Homo sapiens, und insbesondere dessen europäischen Vertretern wie z. B. den Cro-Magnon-Menschen (die nebenbei bemerkt wohl gar nicht weiß waren!),20Villa, P. & Roebroeks, W. (2014). Neandertal demise: An archaeological analysis of the modern human superiority complex. PLoS ONE, 9(4), e96424. doi:10.1371/journal.pone.009642421Günther, T. et al. (2018). Population genomics of Mesolithic Scandinavia: Investigating early postglacial migration routes and high-latitude adaptation. PLoS Biology, 16(1), e2003703. doi:10.1371/journal.pbio.2003703 wird trotzdem häufig intuitiv eine höhere kognitive, technologische oder kulturelle Leistungsfähigkeit zugetraut.22Conde-Valverde, M. et al. (2021). Neanderthals and Homo sapiens had similar auditory and speech capacities. Nature Ecology & Evolution, 5(5), 609–615. doi:10.1038/s41559-021-01391-623Schmidt, P. et al. (2023). Production method of the Königsaue birch tar documents cumulative culture in Neanderthals. Archaeological and Anthropological Sciences, 15, 84. doi:10.1007/s12520-023-01789-2 24Hoffmann, D. L. et al. (2018). U-Th dating of carbonate crusts reveals Neandertal origin of Iberian cave art. Science, 359(6378), 912–915. doi:10.1126/science.aap777825Perretti, S. et al. (2025). Inference of human pigmentation from ancient DNA by genotype likelihoods. Proceedings of the National Academy of Sciences, 122(29), e2502158122. doi:10.1073/pnas.2502158122


Prä-Astronautik: Eine (gefährliche) Pseudowissenschaft?

Dieses letzte Kapitel hier führt nun ganz von der Person Erich von Däniken weg. Schließlich trägt er als Autor keine Verantwortung dafür, wie sich Menschen, die seinen Thesen zustimmen, verhalten. Und auch nicht für die Struktur der durch seine Ideen entstandenen Communities. Ich möchte trotzdem auch einmal meine eigenen Erfahrungen schildern, die ich mit Prä-Astronautikern gemacht habe. Und gerade die sind der eigentliche Anlass für meinen kritischen Beitrag hier.

Prä-Astronautik gibt sich gern als mutige Grenzwissenschaft, als unbequeme Alternative zur angeblich dogmatischen akademischen Forschung. In entsprechenden Publikationen und Communities wird häufig der Anspruch erhoben, Fragen zu stellen, die die etablierte Wissenschaft angeblich vermeide. „Denken über das Schulwissen hinaus“, so oder so ähnlich lautete auch von Dänikens Selbstverständnis. Gerade dieser Gestus macht es notwendig, genauer hinzusehen: Eine Hypothese wird nicht dadurch wissenschaftlich, dass sie unkonventionell ist, sondern dadurch, dass sie prüfbar formuliert wird, Belege systematisch berücksichtigt und prinzipiell an Gegenbefunden scheitern kann. In diesem Sinne wird Prä-Astronautik in der archäologischen und wissenschaftstheoretischen Literatur regelmäßig der Pseudoarchäologie bzw. Pseudowissenschaft zugerechnet. 26Feder, K. L. (2020). Frauds, Myths, and Mysteries: Science and Pseudoscience in Archaeology. 10. Auflage, Oxford University Press, New York, 332.27Fagan, G. G. (Hg.) (2006). Archaeological Fantasies: How Pseudoarchaeology Misrepresents the Past and Misleads the Public. Routledge, London/New York, 417.

Wissenschaft vs. Pseudowissenschaft

Wissenschaft lebt vom methodischen Zweifel, von überprüfbaren Hypothesen und von der Bereitschaft, Erklärungen angesichts widersprechender Befunde zu verändern oder aufzugeben. Pseudowissenschaftliche Argumentationen zeigen demgegenüber häufig Strategien, mit denen eine Behauptung gegen mögliche Widerlegung abgeschirmt wird: Gegenbelege werden umgedeutet, fehlende Belege als Folge einer Vertuschung erklärt oder die Kriterien für einen Nachweis nachträglich verschoben. Prä-astronautische Argumentationen weisen viele dieser in der Literatur zu Pseudoarchäologie beschriebenen Merkmale auf. 28Pigliucci, M. & Boudry, M. (Hgg.) (2013). Philosophy of Pseudoscience: Reconsidering the Demarcation Problem. University of Chicago Press, Chicago, 469.29Feder, K. L. (2020). Frauds, Myths, and Mysteries: Science and Pseudoscience in Archaeology. 10. Auflage, Oxford University Press, New York, 332.

Wie du wissenschaftsfeindliche Scheinargumente erkennst und wie du sie kontern kannst, erfährst du in diesem Artikel hier!

Ein zentrales Problem pseudoarchäologischer Argumentationen ist die selektive Evidenzverwertung. Archäologische, historische und naturwissenschaftliche Erkenntnisse werden dabei nicht systematisch gegeneinander abgewogen, sondern einzelne Befunde aus ihrem Kontext gelöst und in ein bereits vorhandenes Deutungsraster eingepasst. Widersprechende Befunde können dann nicht zur Revision der Hypothese führen, sondern werden etwa als Ausdruck einer angeblich dogmatischen „Schulwissenschaft“ umgedeutet. Gerade diese Immunisierung gegen Gegenbelege unterscheidet ein offenes Forschungsproblem von einer pseudowissenschaftlich abgeschirmten Erklärung. 30Fagan, G. G. (Hg.) (2006). Archaeological Fantasies: How Pseudoarchaeology Misrepresents the Past and Misleads the Public. Routledge, London/New York, 417.31Rossi, F. D. (2019). Reckoning with the Popular Uptake of Alien Archaeology. Public Archaeology, 18(3), 162–183. doi:10.1080/14655187.2021.1920795

Ich habe mich lange dagegen gesträubt, Prä-Astronautik als Pseudowissenschaft zu bezeichnen. Nicht, weil ich ihre Thesen überzeugend fand (das habe ich nie, höchstens faszinierend!), sondern weil der Begriff schnell als Keule verstanden wird. Als wolle man Andersdenkende mundtot machen, statt sich argumentativ mit ihnen auseinanderzusetzen. Nach meinen Erfahrungen der letzten Jahre und besonders nach den Reaktionen auf meinen Kommentar zum Tod von Erich von Däniken halte ich diese Zurückhaltung jedoch nicht mehr für gerechtfertigt. Prä-Astronautik verdient Kritik. Und zwar harte, begründete Kritik!

Warum so gefährlich?

Was mich dabei zunehmend umtreibt, ist nicht allein der wissenschaftliche Unsinn vieler Behauptungen. Es ist auch die soziale Dynamik, die sich um solche Ideen bilden kann. Prä-Astronautik ist längst nicht mehr nur ein spekulatives Gedankenspiel über außerirdisches Leben, sondern kann für einzelne Anhänger Teil eines umfassenderen Weltbildes werden. Genau darin liegt ein problematisches Potenzial. Es geht dann nicht nur um „falsche Wissenschaft“, sondern um eine Art Wissenschaftssimulation: Man bedient sich der Sprache von Forschung, der Ästhetik von Belegen und der Pose des Zweifelns, ohne die methodischen Regeln wissenschaftlicher Prüfung konsequent anzuwenden. Oder salopp gesagt: Fragen zu stellen ist wissenschaftlich wichtig – aber ebenso wichtig ist es, Antworten und Gegenbelege zu akzeptieren, auch wenn sie der eigenen Lieblingshypothese widersprechen. 32Rossi, F. D. (2019). Reckoning with the Popular Uptake of Alien Archaeology. Public Archaeology, 18(3), 162–183. doi:10.1080/14655187.2021.192079533Feder, K. L. (2020). Frauds, Myths, and Mysteries: Science and Pseudoscience in Archaeology. 10. Auflage, Oxford University Press, New York, 332.


Meine eigenen Erfahrungen mit der Prä-Astronautik

Ich habe diese Mechanismen nicht nur beobachtet, sondern selbst erlebt. In mehreren Online-Gruppen, die sich angeblich mit Archäologie, alten Kulturen oder Dinosauriern beschäftigten, tauchten immer wieder prä-astronautische Erzählungen auf. Anfangs hielt ich das für harmlos. Doch sobald man kritisch nachfragte, etwa, warum bestimmte Kulturen immer wieder als erklärungsbedürftig dargestellt werden, kippte die Stimmung schnell. Diskussionen wurden abgebrochen, Themen tabuisiert, Kritiker, die das Wort „Rassismus“ überhaupt erst in den Mund nahmen, direkt ausgeschlossen. In einem Fall erklärte ein Administrator offen, dass man über den Rassismusvorwurf gegenüber der Prä-Astronautik nicht diskutieren werde. Wer es dennoch tue, fliege aus der Gruppe.

Meine Reaktion darauf sah so aus:

„Ich bedaure diese Entscheidung der Admins wirklich sehr. Als Gruppe sollten wir uns wirklich offen zeigen und eine Diskussionskultur pflegen, die auch Meinungen zulässt, die uns selbst vielleicht unbequem erscheinen mögen. Ich sage damit nicht, dass ich mich diesen Vorwürfen anschließe, kann aber durchaus verstehen, woher sie rühren und die Argumente dafür auch nachvollziehen. Aber wäre es nicht besser, Diskussionen darüber zuzulassen, statt Meinungen und Haltungen von anderen bloß einzufordern, wenn sie mit der eigenen im Gleichschritt gehen? Prä-Astronautik muss auch Kritik aushalten. Die gehört gerade bei wissenschaftlich bisher unbelegten Stoffen auch dringend mit dazu!“

Direkt darauf flog ich aus der Gruppe und wurde von den Admins blockiert.

Beleidigungen statt offene Diskussion

Was mich daran bis heute irritiert, ist nicht der Bann selbst, sondern die Angst vor Diskussion. Mein damaliger Kommentar war moderat formuliert. Ich hatte niemanden beschuldigt, niemanden beleidigt, sondern lediglich dafür plädiert, Kritik zuzulassen – gerade bei wissenschaftlich unbelegten Stoffen halte ich das für extrem wichtig! Später, nach einem Kommentar bei der Meldung über von Dänikens Tod beim ZDF, wiederholte sich dieses Muster: Auf einen differenzierten, begründeten Kommentar folgten keine Gegenargumente, sondern direkt persönliche Beleidigungen. Als ich dann konkrete Fragen stellte, wie etwa, warum man außerirdischen Lehrern Fähigkeiten zutraut, die man menschlichen Kulturen abspricht, verstummte die Gegenseite vollständig.

Wer mag, kann das hier gerne einmal nachlesen:

Diese Aggression und das anschließende „laute“ Schweigen sind kein Zufall. Sie lassen sich psychologisch erklären. Prä-Astronautik erfüllt für viele Menschen eine emotionale Funktion. Sie bietet Sinn, Ordnung und das Gefühl, Teil eines exklusiven Wissens zu sein. Wer daran rührt, rührt nicht nur an einer Theorie, sondern an einem Selbstbild. Kritik erzeugt dann kognitive Dissonanz: das unangenehme Gefühl, dass etwas, woran man glaubt, nicht stimmig sein könnte.  Statt dieses Gefühl auszuhalten, externalisiert man es. Der Kritiker wird zum Feind, zur moralisch verwerflichen Person, zum politischen wie auch persönlichen Gegner.34Nauroth, P. et al. (2015). Social identity threat motivates science-discrediting online comments. PLoS ONE, 10(2), e0117476. doi:10.1371/journal.pone.011747635Douglas, K. M., Sutton, R. M. & Cichocka, A. (2017). The psychology of conspiracy theories. Current Directions in Psychological Science, 26(6), 538–542. doi:10.1177/096372141771826136Schöpfer, C. et al. (2023). ‘Where there are villains, there will be heroes’: Belief in conspiracy theories as an existential tool to fulfill need for meaning. Personality and Individual Differences, 200, 111900. doi:10.1016/j.paid.2022.11190037Lantian, A. et al. (2017). “I know things they don’t know!”: The role of need for uniqueness in belief in conspiracy theories. Social Psychology, 48(3), 160–173. doi:10.1027/1864-9335/a00030638Harmon-Jones, E., Harmon-Jones, C. & Levy, N. (2015). An action-based model of cognitive-dissonance processes. Current Directions in Psychological Science, 24(3), 184–189. doi:10.1177/0963721414566449

Nähe zum Rechtspopulismus

Und was war ich für die Kommentierenden natürlich direkt, ob meiner Kritik an ihrem Idol? Genau. Ein „linker“, „woker“, pietätloser, völlig bescheuerter Idiot, der nur „gequirlte Scheiße“ schreibt. Das spricht für mich Bände: Hier wurde ich also – völlig ohne jeden politischen Kontext direkt dem rechtspopulistischen Feindbild zugewiesen. Und das ist nicht das erste Mal. Ich habe in diesen Milieus wiederholt eine Nähe zu rechtspopulistischen, häufig auch migrationsfeindlichen Positionen erlebt. Das bedeutet nicht, dass jeder Prä-Astronautiker für mich sofort ein Rassist oder ein Rechtsextremer ist. Aber die Anschlussfähigkeit an deren Narrative ist unübersehbar. Wissenschaftsfeindlichkeit, Elitenskepsis, das Misstrauen gegenüber akademischem Wissen und die Hierarchisierung von Kulturen bilden eine klar erkennbare ideologische Schnittmenge, auch mit anderen gefährlichen Ausprägungen von Extremismus. Und diese Korrelation ist sogar in der Forschung gut belegt.39Castanho Silva, B., Vegetti, F. & Littvay, L. (2017). The Elite Is Up to Something: Exploring the Relation Between Populism and Belief in Conspiracy Theories. Swiss Political Science Review, 23(4), 423–443. doi:10.1111/spsr.12270

Gerade deshalb halte ich es für notwendig, Prä-Astronautik nicht nur als harmlose Spinnerei abzutun. Problematisch wird sie dort, wo sie Denkweisen begünstigt, die auch jenseits dieses Themenfeldes wirksam sein können: die Abwertung fachlicher Expertise, die Immunisierung eigener Überzeugungen gegen Gegenbelege oder die Reduktion komplexer historischer Prozesse auf einfache Erzählungen. Besonders kritikwürdig ist außerdem, wenn die Leistungen früher oder indigener Gesellschaften nicht aus ihren eigenen historischen Voraussetzungen heraus erklärt, sondern fremden Lehrmeistern zugeschrieben werden. Daraus folgt nicht automatisch ein bestimmtes politisches Weltbild – wohl aber ein guter Grund, solche Narrative kritisch zu untersuchen. 40Rossi, F. D. (2019). Reckoning with the Popular Uptake of Alien Archaeology. Public Archaeology, 18(3), 162–183. doi:10.1080/14655187.2021.1920795 41Castanho Silva, B., Vegetti, F. & Littvay, L. (2017). The Elite Is Up to Something: Exploring the Relation Between Populism and Belief in Conspiracy Theories. Swiss Political Science Review, 23(4), 423–443. doi:10.1111/spsr.12270


Fazit

Ich bedaure sehr, dass diese Kritik notwendig ist. Ich bedaure auch, dass sie so oft auf taube Ohren stößt. Aber gerade die aggressiven Reaktionen, die ich erlebt habe, bestätigen letztlich den Kern meiner Kritik. Wer sich einer offenen Diskussion verweigert, wer Fragen verbietet und Kritiker ausschließt, der ist eben kein „Selbstdenker“. Der betreibt nur stumpfe Glaubenspflege. Und zwar eines Glaubens, dessen Inhalte ganz und gar nicht auf eigene Denkleistungen zurückgehen, sondern bei dem man einfach blind und unreflektiert den Glauben anderer übernimmt. Auch dieser Kommentar hier zeigt das sehr deutlich:

„Erich von Däniken war für mich mehr als ein Denker, mehr als ein Autor. Er war ein Weckruf. Er hat mir gezeigt, dass man die Welt nicht so hinnehmen muss, wie sie einem erklärt wird. Dass Fragen kein Angriff sind, sondern ein Zeichen von Respekt gegenüber Wahrheit, Geschichte und Menschsein. Durch ihn habe ich gelernt, nicht nur zu lesen, sondern zu denken.“

Aber: „Ich habe durch ihn gelernt, selbst zu denken“ ist ein Widerspruch in sich. Denn dann hat der Mensch hier ja nur gelernt, das zu denken, was eine andere Person ihn denken lassen möchte. Und darüber empfiehlt es sich, wirklich einmal nachzudenken. Natürlich kann jemand von außen durchaus Denkanstöße geben. Aber entscheidend fürs „selbst denken“ ist vielmehr, ob man hinterher bereit ist, den „neuen Gedanken“ an Belegen und Gegenargumenten zu prüfen, statt ihn einfach nur zu übernehmen. Das ist es, was ich hier kritisieren möchte. Das Fehlen des eigenen Denkens, das unreflektierte Übernehmen (und Verteidigen!) von problematischen Narrativen.

Und eben nicht Erich von Däniken als Person. Die Prä-Astronautik hingegen, und auch du, wenn sie dich fasziniert, musst diese Kritik aushalten. Wer das aber nicht kann, der bestätigt sie! Wenn ich darauf hinweise, möchte ich damit keine Menschen angreifen, auch nicht Erich von Däniken. Ich möchte nur dazu aufrufen, zuzuhören und offen zu sein, wenn jemand schreibt, warum für ihn bestimmte Narrative problematisch sind. Dabei schließe ich mich vielmehr von Dänikens eigener Idee an, dass Erkenntnis nur dort möglich ist, wo Zweifel – und eben auch Kritik – erlaubt sind.

Die Verdienste Erich von Dänikens

Was man Erich von Däniken absolut zugutehalten muss: Er verstand es, zu begeistern! Nicht nur für seine aus historischer Sicht eher zweifelhaften Thesen, das meine ich nicht. Von Däniken brachte viele Menschen auf der ganzen Welt dazu, sich mit dem Fremden – und zwar dem Fremden hier auf unserer Erde – offen und aufgeschlossen auseinanderzusetzen. Er weckte das Interesse an fernen Völkern, (fast) vergessenen Kulturen und brachte viele Menschen auch zum Reisen, eben an jene Orte, die ohne ihn wohl heute kaum jemand kennen dürfte. Die Nazca-Linien waren vor den Thesen der Prä-Astronautik noch kaum jemandem bekannt und fanden auch in der Forschung nur wenig Beachtung. Wahrscheinlich hat somit auch die Forschung selbst von Däniken einiges zu verdanken, da viele heutige Historiker und Archäologen (und eben auch Hobby-Paläontologen wie ich!) sich u. a. auch aus Begeisterung für das Mystische und Fantastische für ihren Beruf entschieden haben.42Rafferty, S. M. (2023). Pseudoarchaeology and Ancient Aliens. In Misanthropology: Science, Pseudoscience, and the Study of Humanity. Routledge, New York. doi:10.4324/9781003276166-743Aveni, A. F. (1990). An assessment of previous studies of the Nazca glyphs. Lines of Nazca, 183, 1–40.44Silverman, H. & Browne, D. (1991). New evidence for the date of the Nazca lines. Antiquity, 65(247), 208–220. doi:10.1017/S0003598X00079667

Distanz zu noch problematischeren Inhalten der Prä-Astronautik

Von den beinharten Rassisten, Neonazis und Verschwörungstheoretikern, die seine Prä-Astronautik oft für wirklich menschenfeindliche Narrative missbraucht haben, hat sich von Däniken außerdem immer ausdrücklich distanziert. Man denke da zum Beispiel an die Erzählungen über Reichsflugscheiben und Neuschwabenland, meist aufs Widerlichste verpaart mit antisemitischen und rechtsextremen Verschwörungserzählungen, wie z. B. über das „Weltjudentum“ oder auch die Leugnung des Holocaust. Rechtsextreme Esoteriker wie z. B. Jan van Helsing, Axel Stoll oder Ernst Zündel haben zu von Däniken oft Anknüpfungspunkte gesucht; von Däniken habe sich jedoch dagegen gewehrt, mit solchen Personen in einem Atemzug genannt zu werden. Für eine faire Bewertung muss deshalb zwischen von Dänikens eigenen Aussagen und späteren Aneignungen seiner Motive durch andere Autoren unterschieden werden. Das schützt seine eigenen problematischen Aussagen nicht vor Kritik, verhindert aber eine sachlich unzulässige Gleichsetzung unterschiedlicher Positionen. 45Hunger, A. (2016). Gut vernetzt – Der Kopp-Verlag und die schillernde rechte Publizistenszene. In Braun, S., Geisler, A. & Gerster, M. (Hgg.), Strategien der extremen Rechten. Springer VS, Wiesbaden, 425–437. doi:10.1007/978-3-658-01984-6_1946Rossi, F. D. (2019). Reckoning with the Popular Uptake of Alien Archaeology. Public Archaeology, 18(3), 162–183. doi:10.1080/14655187.2021.1920795

Auch die sogenannten Anunnaki-Erzählungen, Vorstellungen von genetisch manipulierenden außerirdischen Götterherrschern, wie sie z. B. Zecharia Sitchin postulierte, oder David Ickes Ideen von Reptiloiden und einer geplanten neuen Weltordnung hat von Däniken nie übernommen, sondern mehrfach als philologisch unhaltbar und spekulatives Glaubenssystem kritisiert.47Thoele, A. (2011). Leitores questionam Erich von Däniken. swissinfo.ch, 12. Juli 2011.48Schawinski, R. (2017). Roger Schawinski im Gespräch mit Erich von Däniken. SRF, 13. März 2017. In seiner rechtskonservativen Anhängerschaft stieß von Däniken dafür selbst immer wieder auf großes Unverständnis und enorme Kritik, auch deshalb, weil er den Narrativen der Corona-Leugner nicht folgte, sie sogar deutlich kritisierte und sich selbst auch impfen ließ. Aus dieser Perspektive lässt sich somit sehr gut dagegen argumentieren, dass von Däniken ein Rassist, ein Wissenschaftsleugner oder ein Rechtsextremist gewesen sei.49Hammer, O. & Swartz, K. (2021). Ancient Aliens. In Zeller, B. E. (Hg.), Handbook of UFO Religions. Brill, Leiden, 151–177. doi:10.1163/9789004435537_00850Barkun, M. (2013). A Culture of Conspiracy: Apocalyptic Visions in Contemporary America. 2. Auflage, University of California Press, Berkeley, 320.

… doch wahrlich auch kein Heiliger!

Ende 1968 wurde er in Wien auf Betreiben der Graubündner Staatsanwaltschaft festgenommen. Am 13. Februar 1970 verurteilte ihn das Gericht schließlich wegen Betrugs und Urkundenfälschung zu dreieinhalb Jahren Zuchthaus.51Schweizerisches Bundesgericht (1971). BGE 97 I 769, Urteil vom 22. Dezember 1971 i. S. von Däniken gegen Graubünden. Zu den Vorwürfen gehörte unter anderem, dass er während seiner Zeit als Hotelier rund 8.000 Franken Kurtaxe nicht abgeführt haben soll. Außerdem war von Däniken bereits zuvor viermal vorbestraft gewesen.52Mauz, G. (1970). Wie es unser Explorand sehr schön zeigt. Der Spiegel, 7, 98. 9. Februar 1970. Unter Anrechnung der bereits verbüßten Untersuchungshaft und wegen guter Führung kam er nach etwa 18 Monaten wieder frei. Im Jahr 1982 wurde das Urteil im Betrugsprozess aufgehoben und von Däniken rehabilitiert.53Roth, H. P. (2026). Ein Getriebener ist aufgebrochen zur nächsten Reise. Tages-Anzeiger, 11. Januar 2026.54Swissinfo (2005). Auf der Suche nach Ausserirdischen. 14. April 2005.55SRF. (2026). Präzisierung zum Beitrag «Erich von Däniken ist gestorben». SRF, 13. Januar 2026. Dies sagt natürlich alles für sich genommen noch nichts über den Wert seiner späteren Thesen aus, weder positiv noch negativ.

Kritisch zu betrachten ist jedoch, dass seine Narrative eine deutliche Anschlussfähigkeit für rassistische und rechtsextreme Deutungsmuster besitzen. Dass ihm diese Anschlussfähigkeit vollständig unbewusst gewesen sein soll, erscheint fraglich. In seinen späteren Jahren veröffentlichte er zudem über längere Zeit im Kopp-Verlag, der für seine Nähe zu verschwörungsideologischen und rechtspopulistischen Milieus bekannt ist. Von Däniken musste sich darüber im Klaren sein, in welchem publizistischen Umfeld seine Werke rezipiert und mit welchen anderen Autoren und Narrativen sie dort in Zusammenhang gebracht werden. Hat ihn dies nicht gestört? Oder hat er es nur billigend in Kauf genommen? Wenn man auf seine Social-Media-Aktivitäten schaut und sich vor Augen führt, mit wem er alles freundlich, ermunternd und zustimmend kommunizierte, lässt sich diese Frage jedoch recht klar beantworten.56Hunger, A. (2016). Gut vernetzt – Der Kopp-Verlag und die schillernde rechte Publizistenszene. In Braun, S., Geisler, A. & Gerster, M. (Hgg.), Strategien der extremen Rechten. Springer VS, Wiesbaden, 425–437. doi:10.1007/978-3-658-01984-6_19

Mit seinen Spekulationen über außerirdische Eingriffe in die menschliche Entwicklung bis hin zu Vorstellungen genetischer Manipulation oder Hybridisierung bewegte sich von Däniken in einem Ideenraum, der sich mit älteren esoterischen, fantastischen und später auch verschwörungsideologischen Motiven überschneidet. Ähnliche Motive finden sich beispielsweise in älterer phantastischer Literatur; dort sind sie jedoch als Fiktion präsentiert. Von Däniken veröffentlichte seine zentralen Werke demgegenüber als Sach- bzw. populäre Non-Fiction-Literatur und beanspruchte, reale historische Möglichkeiten zu diskutieren. Durch seine enorme Reichweite wurden prä-astronautische Deutungen zu einem dauerhaft populären Bestandteil alternativer Geschichtsbilder. Die gesellschaftliche Wirkung solcher „Alien-Archäologie“ und ihre Fähigkeit, wissenschaftliche Erklärungen zu verdrängen oder zu vereinfachen, ist inzwischen selbst Gegenstand archäologischer Forschung. 57Richter, J. (2012). Traces of the Gods: Ancient Astronauts as a Vision of Our Future. Numen, 59(2–3), 222–248. doi:10.1163/156852712X63079858Rossi, F. D. (2019). Reckoning with the Popular Uptake of Alien Archaeology. Public Archaeology, 18(3), 162–183. doi:10.1080/14655187.2021.1920795

Die Werke

Zu einem ordentlichen Nachruf eines Autors durch einen anderen, (noch) viel kleineren Autor gehört natürlich auch dessen Würdigung des umfangreichen Werks seines berühmten Kollegen. Von Däniken verfasste zahlreiche Bücher, viele davon wurden zu Bestsellern; außerdem wurden seine Ideen in Dokumentarfilmen und anderen Medien verarbeitet. Nach seinem Tod wurde die Gesamtauflage mit knapp 70 Millionen Exemplaren in mehr als 30 Sprachen angegeben. Die nachfolgende Werkliste enthält bibliographische Angaben und ISBN-/DNB-Verweise zu zahlreichen Ausgaben.

Sachbücher

  • Erinnerungen an die Zukunft. Ungelöste Rätsel der Vergangenheit. Bearbeitet von Wilhelm Roggersdorf. Econ Verlag, Düsseldorf/Wien (Februar) 1968, DNB 456308016 (Platz 1 der Spiegel-Bestsellerliste vom 9. Dezember 1968 bis zum 2. März 1969), wurde über 35 Mal übersetzt.
  • Zurück zu den Sternen. Argumente für das Unmögliche. Econ Verlag, Düsseldorf/Wien 1969, DNB 972641092; Neuausgabe ebenda 1989 (Platz 1 der Spiegel-Bestsellerliste in den Jahren 1969 und 1970)
  • Aussaat und Kosmos. Econ Verlag, Düsseldorf/Wien 1972, ISBN 3-430-11987-1 (Platz 1 der Spiegel-Bestsellerliste vom 2. bis zum 8. Oktober und vom 23. Oktober bis zum 26. November 1972).
  • Meine Welt in Bildern. Econ Verlag, Düsseldorf/Wien 1973, ISBN 3-430-11988-X.
  • Erscheinungen. Econ Verlag, Düsseldorf/Wien 1974, ISBN 3-430-11984-7.
  • Besucher aus dem Kosmos. Econ Verlag, Düsseldorf/Wien 1975, ISBN 3-430-11983-9 (Sammelband).
  • Beweise. Econ Verlag, Düsseldorf/Wien 1977, ISBN 3-430-11982-0.
  • Im Kreuzverhör. Econ Verlag, Düsseldorf/Wien 1978, ISBN 3-430-11993-6 (Briefsammlung).
  • Prophet der Vergangenheit. Econ Verlag, Düsseldorf/Wien 1979, ISBN 3-430-11995-2.
  • Reise nach Kiribati. Econ Verlag, Düsseldorf/Wien 1981, ISBN 3-430-11996-0.
  • Die Strategie der Götter. Econ Verlag, Düsseldorf/Wien 1982, ISBN 3-430-11979-0.
  • Der Tag, an dem die Götter kamen. Bertelsmann, München 1984, ISBN 3-570-03058-X.
  • Habe ich mich geirrt? Neue Erinnerungen an die Zukunft. Bertelsmann, München 1985, ISBN 3-570-03059-8.
  • Wir alle sind Kinder der Götter. Wenn Gräber reden könnten. Bertelsmann, München 1987, ISBN 3-570-03060-X.
  • Die Augen der Sphinx. Neue Fragen an das alte Land am Nil. Bertelsmann, München 1989, ISBN 3-570-04390-8.
  • Die Spuren der Außerirdischen. Bertelsmann, München 1990, ISBN 3-570-09419-7 (Bildband).
  • Die Steinzeit war ganz anders. Bertelsmann, München 1991, ISBN 3-570-03618-9.
  • Der Götter-Schock. Bertelsmann, München 1992, ISBN 3-570-04500-5.
  • Raumfahrt im Altertum. Bertelsmann, München 1993, ISBN 3-570-12023-6.
  • Auf den Spuren der Allmächtigen. Bertelsmann, München 1993, ISBN 3-570-01726-5.
  • Botschaften und Zeichen aus dem Universum. Bertelsmann, Gütersloh 1994, DNB 940302322.
  • Der jüngste Tag hat längst begonnen. Die Messiaserwartung und die Außerirdischen. Bertelsmann, München 1995, ISBN 3-570-01728-1.
  • Zeichen für die Ewigkeit. Die Botschaft von Nazca. Bertelsmann, München 1997, ISBN 3-570-01730-3.
  • Im Namen von Zeus. Bertelsmann, München 1999, ISBN 3-570-00029-X.
  • Die Götter waren Astronauten. Bertelsmann, München 2001, ISBN 3-570-00031-1.
  • mit Cornelia von Däniken: Der Mystery Park. Die Geschichten, die Menschen. Alle Texte – alle Quellen. Ausführliche Kommentare. Mystery-Park, Interlaken 2005, ISBN 3-9522858-1-1.
  • Falsch informiert! Vom unmöglichsten Buch der Welt – Henochs Zaubergärten und einer verborgenen Bibliothek aus Metall. Kopp Verlag, Rottenburg 2007, ISBN 978-3-938516-56-0.
  • Götterdämmerung – Die Rückkehr der Außerirdischen. 2012 und darüber hinaus. Kopp Verlag, Rottenburg 2009, ISBN 978-3-942016-04-9.
  • Grüße aus der Steinzeit. Wer nicht glauben will, soll sehen! Kopp Verlag, Rottenburg 2010, ISBN 978-3-942016-40-7.
  • Was ist falsch im Maya-Land? Versteckte Technologien in Tempeln und Skulpturen. Kopp Verlag, Rottenburg 2011, ISBN 978-3-942016-86-5.
  • Der Mittelmeerraum und seine mysteriöse Vorzeit. Rätselhafte Bauten, unglaubliche Fakten und als falsch entlarvte Lehrmeinungen. Kopp Verlag, Rottenburg 2012, ISBN 978-3-86445-045-7.
  • Unmögliche Wahrheiten. Von Südamerika nach anderswo. Kopp Verlag, Rottenburg 2013, ISBN 978-3-86445-091-4.
  • Das unheilige Buch. Kopp Verlag, Rottenburg 2014, ISBN 978-3-86445-144-7.
  • Was ich jahrzehntelang verschwiegen habe. Kopp Verlag, Rottenburg 2015, ISBN 978-3-86445-238-3.
  • Botschaften aus dem Jahr 2118. Kopp Verlag, Rottenburg 2016, ISBN 3-86445-328-3.
  • Galaktische Horizonte. Die Suche nach den Ancient Aliens. Kopp Verlag, Rottenburg 2018, ISBN 978-3-86445-573-5.
  • Neue Erkenntnisse. Beweise für einen Besuch von Außerirdischen in vorgeschichtlichen Zeiten. Kopp Verlag, Rottenburg 2018, ISBN 978-3-86445-614-5.
  • Die Bekenntnisse des Ägyptologen Adel H. – Was ein junger Grabräuber unter den Pyramiden von Sakkara entdeckte. Kopp-Verlag, Rottenburg 2019, ISBN 978-3-86445-701-2.
  • Alles Evolution – oder was? Argumente für ein radikales Umdenken. Kopp-Verlag, Rottenburg 2020, ISBN 978-3-86445-779-1.
  • Buch der Antworten. Kopp-Verlag, Rottenburg 2021, ISBN 978-3-86445-845-3.
  • Wozu sind wir auf der Erde? Kopp-Verlag, Rottenburg 2022, ISBN 978-3-86445-884-2.
  • Und sie waren doch da! Die ultimativen Belege für den Besuch von Außerirdischen. Kopp-Verlag, Rottenburg 2023, ISBN 978-3-86445-959-7.
  • Notizen über mein Leben. Mit einem Beitrag von Ramon Zürcher. Kopp-Verlag, Rottenburg 2024, ISBN 978-3-9899205-8-3.

Unterhaltungsliteratur

  • Ich liebe die ganze Welt. Erlebte und erdachte heitere Geschichten. Ullstein Verlag, Frankfurt a. M./Berlin/Wien 1983, ISBN 3-548-34169-1 (Kurzgeschichten).
    • erweiterte Neuauflage: Für 100 Franken die ganze Welt und andere Geschichten. Edition Othello, Wesel 2003, ISBN 3-9808280-1-8.
  • Die Rätsel im alten Europa. Bertelsmann, München 1991, ISBN 3-570-01337-5 (Jugendroman).
  • Das Erbe von Kukulkan. Bertelsmann, München 1993, ISBN 3-570-01818-0 (Jugendroman).
    • Neuauflage: Die seltsame Geschichte von Xixli und Yum. Ein Tatsachenroman. Kopp-Verlag, Rottenburg 2015, ISBN 978-3-86445-206-2.
  • Tomy und der Planet der Lüge. Der Bericht einer unmöglichen Begegnung, die sich nur einen Nano-Millimeter neben unserem Alltag abspielte. Kopp-Verlag, Rottenburg 2006, ISBN 3-938516-31-3.

Herausgeberschaft

  • Ulrich Dopatka: Lexikon der Prä-Astronautik. Econ Verlag, Düsseldorf/Wien 1979, ISBN 3-430-12136-1.
  • Kosmische Spuren. Neue Entdeckungen der Präastronautik aus fünf Kontinenten. Goldmann Verlag, München 1989, ISBN 3-442-11451-9 (Anthologie von Aufsätzen aus der Zeitschrift Ancient Skies).
  • Neue kosmische Spuren. Goldmann Verlag, München 1992, ISBN 3-442-12355-0 (Anthologie von Aufsätzen aus der Zeitschrift Ancient Skies).
  • Fremde aus dem All. Kosmische Spuren. Neue Funde, Entdeckungen, Phänomene. Goldmann Verlag, München 1995, ISBN 3-442-12569-3 (Anthologie von Aufsätzen aus der Zeitschrift Ancient Skies).
  • Das Erbe der Götter. Auf «kosmischen Spuren» rund um die Welt. Goldmann Verlag, München 1997, ISBN 3-442-12758-0 (Anthologie von Aufsätzen aus der Zeitschrift Ancient Skies).
  • Jäger verlorenen Wissens. Kopp Verlag, Rottenburg 2003, ISBN 3-930219-69-7 (Anthologie von Aufsätzen aus der Zeitschrift Ancient Skies).
  • Brisante Archäologie. Kopp Verlag, Rottenburg 2008, ISBN 978-3-938516-66-9 (Geschichte ohne Dogma – Kosmische Spuren. Band 6).
  • Die andere Seite der Archäologie. Faszination des Unbekannten. Kopp Verlag, Rottenburg 2011, ISBN 978-3-942016-60-5.
  • Neugierde verboten! Fragen · Funde · Fakten. Kopp Verlag, Rottenburg 2014, ISBN 978-3-86445-118-8.
  • Galaktische Horizonte. Die Suche nach den Ancient Aliens. Kopp Verlag, Rottenburg 2018, ISBN 978-3-86445-573-5.

Hörbücher

  • Götter des Altertums – als fremde Kosmonauten? (Schallplatte, 1972).
  • Geheimnisse versunkener Welten. 2003 (Hörbuch, moderiert von Rainer Holbe).
  • Mr. Däniken, wie haben Sie das vollbracht? 2012.
  • Die Götter waren Astronauten. 2016.

DVD (Multimedia-Vorträge)

  • Geheimnisvolles Ägypten. Im alten Ägypten stimmt etwas nicht – und keiner redet darüber. 2006.
  • Götterdämmerung. Die Rückkehr der Götter? 2008.
  • Erich von Däniken – Total. 2010.
  • Was ist falsch im Maya-Land? 2011.
  • Grüße aus der Steinzeit. 2012.
  • Der Mittelmeerraum und seine mysteriöse Vorzeit: Rätselhafte Bauten, unglaubliche Fakten und als falsch entlarvte Lehrmeinungen. 2012.

Comics

Nach den Thesen von Däniken ist Die Götter aus dem All als Comic-Serie von Boguslaw Polch (Zeichnungen), Arnold Mostowicz und Alfred Górny (Texte) umgesetzt und 1978 bis 1983 in acht Alben vom Bastei-Verlag veröffentlicht worden.

Allein schon aufgrund des schieren Umfangs seines literarischen Schaffens gebührt von Däniken als Autor meine aufrichtige Anerkennung.

R.I.P., Erich!


Quellenangaben:

  • 1
    Richter, J. (2012). Traces of the Gods: Ancient Astronauts as a Vision of Our Future. Numen, 59(2–3), 222–248. doi:10.1163/156852712X630798 ↩︎
  • 2
    Hammer, O. & Swartz, K. (2021). Ancient Aliens. In Zeller, B. E. (Hg.), Handbook of UFO Religions. Brill, Leiden, 151–177. doi:10.1163/9789004435537_008 ↩︎
  • 3
    Roth, H. P. (2026). Ein Getriebener ist aufgebrochen zur nächsten Reise. Tages-Anzeiger, 11. Januar 2026. ↩︎
  • 4
    Richter, J. (2012). Traces of the Gods: Ancient Astronauts as a Vision of Our Future. Numen, 59(2–3), 222–248. doi:10.1163/156852712X630798 ↩︎
  • 5
    Nell, E. & Ruggles, C. (2014). The orientations of the Giza pyramids and associated structures. Journal for the History of Astronomy, 45(3), 304–360. doi:10.1177/0021828614533065 ↩︎
  • 6
    Tallet, P. & Marouard, G. (2014). The Harbor of Khufu on the Red Sea Coast at Wadi al-Jarf, Egypt. Near Eastern Archaeology, 77(1), 4–14. doi:10.5615/neareastarch.77.1.0004 ↩︎
  • 7
    Lehner, M. (2002). The Pyramid Age Settlement of the Southern Mount at Giza. Journal of the American Research Center in Egypt, 39, 27–74. ↩︎
  • 8
    Tallet, P. & Marouard, G. (2014). The Harbor of Khufu on the Red Sea Coast at Wadi al-Jarf, Egypt. Near Eastern Archaeology, 77(1), 4–14. doi:10.5615/neareastarch.77.1.0004 ↩︎
  • 9
    Feder, K. L. (2020). Frauds, Myths, and Mysteries: Science and Pseudoscience in Archaeology. 10. Auflage, Oxford University Press, New York, 332. ↩︎
  • 10
    Cassan, A. et al. (2012). One or more bound planets per Milky Way star from microlensing observations. Nature, 481, 167–169. doi:10.1038/nature10684 ↩︎
  • 11
    Bashi, D. & Zucker, S. (2022). Exoplanets in the Galactic context: Planet occurrence rates in the thin disc, thick disc, and stellar halo of Kepler stars. Monthly Notices of the Royal Astronomical Society, 510(3), 3449–3459. doi:10.1093/mnras/stab3596 ↩︎
  • 12
    NASA. (o. J.). How we find and characterize exoplanets. NASA Science. ↩︎
  • 13
    Bryson, S. et al. (2021). The occurrence of rocky habitable-zone planets around solar-like stars from Kepler data. The Astronomical Journal, 161(1), 36. doi:10.3847/1538-3881/abc418 ↩︎
  • 14
    Holly Jr., D. H. (2015). Talking to the guy on the airplane. American Antiquity, 80(3), 615–617. doi:10.1017/S0002731600003577 ↩︎
  • 15
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  • 16
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  • 17
    Rossi, F. D. (2019). Reckoning with the Popular Uptake of Alien Archaeology. Public Archaeology, 18(3), 162–183. doi:10.1080/14655187.2021.1920795 ↩︎
  • 18
    Rossi, F. D. (2019). Reckoning with the Popular Uptake of Alien Archaeology. Public Archaeology, 18(3), 162–183. doi:10.1080/14655187.2021.1920795 ↩︎
  • 19
    Said, E. W. (1978). Orientalism. Pantheon Books, New York, 368. ↩︎
  • 20
    Villa, P. & Roebroeks, W. (2014). Neandertal demise: An archaeological analysis of the modern human superiority complex. PLoS ONE, 9(4), e96424. doi:10.1371/journal.pone.0096424 ↩︎
  • 21
    Günther, T. et al. (2018). Population genomics of Mesolithic Scandinavia: Investigating early postglacial migration routes and high-latitude adaptation. PLoS Biology, 16(1), e2003703. doi:10.1371/journal.pbio.2003703 ↩︎
  • 22
    Conde-Valverde, M. et al. (2021). Neanderthals and Homo sapiens had similar auditory and speech capacities. Nature Ecology & Evolution, 5(5), 609–615. doi:10.1038/s41559-021-01391-6 ↩︎
  • 23
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  • 24
    Hoffmann, D. L. et al. (2018). U-Th dating of carbonate crusts reveals Neandertal origin of Iberian cave art. Science, 359(6378), 912–915. doi:10.1126/science.aap7778 ↩︎
  • 25
    Perretti, S. et al. (2025). Inference of human pigmentation from ancient DNA by genotype likelihoods. Proceedings of the National Academy of Sciences, 122(29), e2502158122. doi:10.1073/pnas.2502158122 ↩︎
  • 26
    Feder, K. L. (2020). Frauds, Myths, and Mysteries: Science and Pseudoscience in Archaeology. 10. Auflage, Oxford University Press, New York, 332. ↩︎
  • 27
    Fagan, G. G. (Hg.) (2006). Archaeological Fantasies: How Pseudoarchaeology Misrepresents the Past and Misleads the Public. Routledge, London/New York, 417. ↩︎
  • 28
    Pigliucci, M. & Boudry, M. (Hgg.) (2013). Philosophy of Pseudoscience: Reconsidering the Demarcation Problem. University of Chicago Press, Chicago, 469. ↩︎
  • 29
    Feder, K. L. (2020). Frauds, Myths, and Mysteries: Science and Pseudoscience in Archaeology. 10. Auflage, Oxford University Press, New York, 332. ↩︎
  • 30
    Fagan, G. G. (Hg.) (2006). Archaeological Fantasies: How Pseudoarchaeology Misrepresents the Past and Misleads the Public. Routledge, London/New York, 417. ↩︎
  • 31
    Rossi, F. D. (2019). Reckoning with the Popular Uptake of Alien Archaeology. Public Archaeology, 18(3), 162–183. doi:10.1080/14655187.2021.1920795 ↩︎
  • 32
    Rossi, F. D. (2019). Reckoning with the Popular Uptake of Alien Archaeology. Public Archaeology, 18(3), 162–183. doi:10.1080/14655187.2021.1920795 ↩︎
  • 33
    Feder, K. L. (2020). Frauds, Myths, and Mysteries: Science and Pseudoscience in Archaeology. 10. Auflage, Oxford University Press, New York, 332. ↩︎
  • 34
    Nauroth, P. et al. (2015). Social identity threat motivates science-discrediting online comments. PLoS ONE, 10(2), e0117476. doi:10.1371/journal.pone.0117476 ↩︎
  • 35
    Douglas, K. M., Sutton, R. M. & Cichocka, A. (2017). The psychology of conspiracy theories. Current Directions in Psychological Science, 26(6), 538–542. doi:10.1177/0963721417718261 ↩︎
  • 36
    Schöpfer, C. et al. (2023). ‘Where there are villains, there will be heroes’: Belief in conspiracy theories as an existential tool to fulfill need for meaning. Personality and Individual Differences, 200, 111900. doi:10.1016/j.paid.2022.111900 ↩︎
  • 37
    Lantian, A. et al. (2017). “I know things they don’t know!”: The role of need for uniqueness in belief in conspiracy theories. Social Psychology, 48(3), 160–173. doi:10.1027/1864-9335/a000306 ↩︎
  • 38
    Harmon-Jones, E., Harmon-Jones, C. & Levy, N. (2015). An action-based model of cognitive-dissonance processes. Current Directions in Psychological Science, 24(3), 184–189. doi:10.1177/0963721414566449 ↩︎
  • 39
    Castanho Silva, B., Vegetti, F. & Littvay, L. (2017). The Elite Is Up to Something: Exploring the Relation Between Populism and Belief in Conspiracy Theories. Swiss Political Science Review, 23(4), 423–443. doi:10.1111/spsr.12270 ↩︎
  • 40
    Rossi, F. D. (2019). Reckoning with the Popular Uptake of Alien Archaeology. Public Archaeology, 18(3), 162–183. doi:10.1080/14655187.2021.1920795 ↩︎
  • 41
    Castanho Silva, B., Vegetti, F. & Littvay, L. (2017). The Elite Is Up to Something: Exploring the Relation Between Populism and Belief in Conspiracy Theories. Swiss Political Science Review, 23(4), 423–443. doi:10.1111/spsr.12270 ↩︎
  • 42
    Rafferty, S. M. (2023). Pseudoarchaeology and Ancient Aliens. In Misanthropology: Science, Pseudoscience, and the Study of Humanity. Routledge, New York. doi:10.4324/9781003276166-7 ↩︎
  • 43
    Aveni, A. F. (1990). An assessment of previous studies of the Nazca glyphs. Lines of Nazca, 183, 1–40. ↩︎
  • 44
    Silverman, H. & Browne, D. (1991). New evidence for the date of the Nazca lines. Antiquity, 65(247), 208–220. doi:10.1017/S0003598X00079667 ↩︎
  • 45
    Hunger, A. (2016). Gut vernetzt – Der Kopp-Verlag und die schillernde rechte Publizistenszene. In Braun, S., Geisler, A. & Gerster, M. (Hgg.), Strategien der extremen Rechten. Springer VS, Wiesbaden, 425–437. doi:10.1007/978-3-658-01984-6_19 ↩︎
  • 46
    Rossi, F. D. (2019). Reckoning with the Popular Uptake of Alien Archaeology. Public Archaeology, 18(3), 162–183. doi:10.1080/14655187.2021.1920795 ↩︎
  • 47
    Thoele, A. (2011). Leitores questionam Erich von Däniken. swissinfo.ch, 12. Juli 2011. ↩︎
  • 48
    Schawinski, R. (2017). Roger Schawinski im Gespräch mit Erich von Däniken. SRF, 13. März 2017. ↩︎
  • 49
    Hammer, O. & Swartz, K. (2021). Ancient Aliens. In Zeller, B. E. (Hg.), Handbook of UFO Religions. Brill, Leiden, 151–177. doi:10.1163/9789004435537_008 ↩︎
  • 50
    Barkun, M. (2013). A Culture of Conspiracy: Apocalyptic Visions in Contemporary America. 2. Auflage, University of California Press, Berkeley, 320. ↩︎
  • 51
    Schweizerisches Bundesgericht (1971). BGE 97 I 769, Urteil vom 22. Dezember 1971 i. S. von Däniken gegen Graubünden. ↩︎
  • 52
    Mauz, G. (1970). Wie es unser Explorand sehr schön zeigt. Der Spiegel, 7, 98. 9. Februar 1970. ↩︎
  • 53
    Roth, H. P. (2026). Ein Getriebener ist aufgebrochen zur nächsten Reise. Tages-Anzeiger, 11. Januar 2026. ↩︎
  • 54
    Swissinfo (2005). Auf der Suche nach Ausserirdischen. 14. April 2005. ↩︎
  • 55
    SRF. (2026). Präzisierung zum Beitrag «Erich von Däniken ist gestorben». SRF, 13. Januar 2026. ↩︎
  • 56
    Hunger, A. (2016). Gut vernetzt – Der Kopp-Verlag und die schillernde rechte Publizistenszene. In Braun, S., Geisler, A. & Gerster, M. (Hgg.), Strategien der extremen Rechten. Springer VS, Wiesbaden, 425–437. doi:10.1007/978-3-658-01984-6_19 ↩︎
  • 57
    Richter, J. (2012). Traces of the Gods: Ancient Astronauts as a Vision of Our Future. Numen, 59(2–3), 222–248. doi:10.1163/156852712X630798 ↩︎
  • 58
    Rossi, F. D. (2019). Reckoning with the Popular Uptake of Alien Archaeology. Public Archaeology, 18(3), 162–183. doi:10.1080/14655187.2021.1920795 ↩︎

Hier meine anderen Statements:

… gegen Kreationismus


… zur Prä-Astronautik


… zur „gendergerechten“ Sprache


… zu „Rasse“ und Rassismus


… für Toleranz


… zur Nutzung von KI

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12 thoughts on “Prä-Astronautik – Ein persönliches Statement”

  1. Pirat sagt:
    Januar 13, 2026 um 5:05 p.m. Uhr

    Mensch, der Erich! Ich hab seine Bücher in den 90er Jahren, damals als Teenager, auch verschlungen. Und ich hab vieles damals erstmal absolut für plausibel gehalten. Ich denke auch bi heute, man kann eine solche Idee, wie er sie hatte, als Arbeitshypothese ja durchaus vertreten – sie muss sich halt wie jede Theorie an den empirischen Befunden messen lassen. So hab ich damals als Jugendlicher das dann auch aufgefasst und mich damit beschäftigt. Und hab dann selbst immer wieder aufs neue festgestellt, dass die Theorie nicht belegbar ist. Anfang der 2000er Jahre, mit auch etwas mehr Ahnung durchs Studium und so, kam ich zu der Überzeugung: Nette Theorie, aber Stand jetzt offensichtlich nicht erhärtet und fast jeder Punkt, den Däniken vorbrachte ist entweder inzwischen widerlegt worden oder käme gemäß Ockhams Rasiermesser ohne Außerirdische mit weniger Zusatzannahmen aus.
    Damals in den 90ern war das Themenfeld auch noch für mich gefühlt wesentlich harmloser. Auch wenn sich die Opferrolle zunehmend entwickelte. Wahrscheinlich auch aus Frust, weil der große Beweis ausblieb – jedem, der drei Minuten darüber nachdenkt muss klar sein, dass eine so massive außerirdische Einmischung viel mehr nicht wegzudiskutierende Spuren hinterlassen hätte. Damals konnte man das aber noch als menschlich hinnehmen – ist ja nicht so, als wenn in der „normalen“ Wissenschaft es sowas nicht auch gäbe (ich denke da an die BANDits in der Paläontologie). Wie das leider von rechten Strömungen gekapert wurde, ist gruselig und war erkennbar nie Dänikens Vision.
    Die scheinbare Selektivität bei der „Auswahl“ der außerirdisch beeinflußten Völker war speziell bei Däniken glaube ich einem anderen Aspekt geschuldet: Er brauchte eine Begründung dafür, dass es bis dato einen Beweis für die Aliens gab. Die Römer z.B. sind historisch zu durchgängig gut belegt, um ihnen Aliens an die Seite zu stellen. Das ging nur bei Kulturen, die geschichtlich so weit zurücklagen, dass ihre Wurzeln am Rande des mythischen lagen. Das war bei der Induskultur so, bei den Sumerern, auch bei den Ägyptern. Damit das gut funktioniert, mussten auch die Pyramiden älter gemacht werden – in der Präastronautik wurden die Pyramiden seit Dänikens ersten Büchern gerne für älter erklärt als sie nach üblicher Geschichtsschreibung sind, um sie näher an den weniger gut fassbaren Anfang der ägyptischen Hochkultur zu rücken. Ähnlich ist es bei der Sphinx. Anders ging es nicht – Dänikens Theorie konnte immer nur da ansetzen, wo die offizielle Geschichtswissenschaft (noch) keinen guten Anpack hatte. Entsprechend gab es präastronautische Themen z.B. auch rund um die Frühgeschichte der Hebräer, tatsächlich auch im Umfeld der Mykener und vor allem der Minoer und Monumente wie Stonehenge kamen auch mit in den Pott. Das war das eigentliche selektive Muster. Im zufälligen Ergebnis leider eins, dass die wirklichen Rassisten später super für sich nachschärfen konnten. 🙁
    Heute ist der Grundgedanke der Präastronautik so vergiftet, dass man durchaus annehmen muss, dass selbst ein Forscher, der ein ganzes Ufo unter Tiahuanaco finden würde, massiv über seinen Schatten springen würde, bevor er das veröffentlicht. Die Vergiftung des Diskurses geht da leider in beide Richtunge 🙁

    Antworten
    1. Markus Kretschmer sagt:
      Januar 13, 2026 um 5:28 p.m. Uhr

      Vielen Dank für den ausführlichen Kommentar!
      Du hast wohl recht, diskursvergiftende Idioten gibt es sicher auf beiden Seiten. Aber die Vehemenz der kognitiven Dissonanz, die ich selbst in den letzten Tagen erleben durfte, ist bei den blind Hinterherläufern (nicht den Fans!) Erich von Dänikens doch deutlich härter als bei Archäologen, die von dem Thema meist einfach nur genervt sind. Die Diskussionen führen ja meistens eh ins Leere. Es kommen noch nicht einmal die Argumente, die ich am Ende des Artikels selbst gebracht habe – aus gutem Grund wahrscheinlich, weil man mit vielen Punkten, z.B. von Dänikens Einstellung zu Corona oder dem Impfen dann doch wieder nicht mitgehen möchte.
      Meine Intention ist es, dass meine Leser bei dem Thema zukünftig ein bisschen die Augen aufhalten. Und wenn es vielleicht auch nicht immer sofort direkt rassistisch ist, hat es trotzdem oft ein postkoloniales Geschmäckle, in jedem Fall aber ist es unwissenschaftlich und arrogant, auf andere (auch längst untergegangene!) Kulturen herabzuschauen – und ausdrücklich auch auf die von Frühmenschen. Menschen waren zu jeder Zeit und überall in der Welt zu Erstaunlichem in der Lage – und sicherlich auch ohne außerirdische Hilfe.
      Ganz liebe Grüße!

      Antworten
  2. Agnes sagt:
    Januar 14, 2026 um 2:42 p.m. Uhr

    Für mich war er einer von vielen die sich eine Evolution nicht vorstellen konnten oder wollten was für mich sehr schmerzhaft war da ich alles rund um diese Themen liebe! Die Evolution und Geschichte allgemein hat mich zu einen besseren Menschen gemacht. Auserdem irgendwann im Zukunft können sich die Menschen dann nicht mehr vorstellen das es mal ein Analoges Leben gab. Das ist meine Erklärung zu Däniken. Dir Markus wünsche ich alles gute und höre damit bitte nicht auf denn viele Seiten über Evolutionsgeschichte in Internet wurden sehr leider stillgelegt. Gruß

    Antworten
    1. Markus Kretschmer sagt:
      Januar 15, 2026 um 6:32 a.m. Uhr

      Vielen Dank, ich mache natürlich weiter! 🙂

      Antworten
  3. Andrej Belkin sagt:
    April 7, 2026 um 11:00 a.m. Uhr

    Wer die Tempel der Hellenen und Römer mit den Pyramiden von Gizeh gleichsetzt, hat sich offensichtlich nie ernsthaft mit ihnen beschäftigt.

    Die Pyramiden sind präzise an den Himmelsrichtungen ausgerichtet und werden mit Sternbildern wie dem Orion-Gürtel in Verbindung gebracht – solche astronomischen Leistungen werden bei solchen Vergleichen einfach ignoriert.

    Genau darauf weist auch Erich von Däniken hin: Die Kombination aus Präzision, Größe und möglichem astronomischen Wissen wirft Fragen auf, die bis heute nicht vollständig geklärt sind.

    Wer das alles ausblendet, vergleicht nicht, sondern vereinfacht.

    Antworten
    1. Markus Kretschmer sagt:
      April 7, 2026 um 5:33 p.m. Uhr

      Könntest du deinen Punkt vielleicht auch einmal in eigenen Worten ausformulieren? Der Kommentar wirkt sprachlich sehr generisch. Du hast eine KI bemüht, nicht wahr?

      Unabhängig davon: Dein Vorwurf greift nicht. Als Historiker habe ich mich intensiv mit den Bauwerken der Griechen und Römer beschäftigt, und auch dort finden sich zahlreiche astronomische Bezüge. Das Wissen um die Sterne ist in vielen Kulturen tief verankert und keineswegs auf Ägypten beschränkt. Es wurde auch danach noch lange kultiviert. Wenn wir z.B. das Pantheon in Rom nehmen: da haben wir mit der Kuppel eine nahezu perfekte Halbkugel. Der Lichtstrahl durch das Oculus wirkt dabei wie eine Sonnenuhr. Bestimmte Daten (z. B. 21. April; mythologisches Gründungsdatum Roms) sind besonders inszeniert. Die Tempelachse des (leider zerstörten) Artemis-Tempels von Ephesos verläuft ebenfalls perfekt von Ost nach West. Das Heraion von Samos ist genau nach dem Sonnenaufgang ausgerichtet. Ganz zu Schweigen vom Solarium Augusti, mit dessen Hilfe du heute noch den genauen Tag des Jahres und die Urzeit ablesen kannst.

      Dass Bauwerke früher Hochkulturen Fragen aufwerfen, ist zudem kein ungewöhnliches Phänomen der Forschung. Offene Fragen sind jedoch kein Hinweis auf fremde Urheber, sondern Ausdruck davon, dass wir historische Prozesse nicht in allen Details rekonstruieren können. Da hat Däniken weder die richtigen Fragen gestellt noch konkrete historische Antworten geliefert, sondern lediglich einen gewissen Prä-Rassismus kultiviert.

      Antworten
      1. Andrej Belkin sagt:
        April 9, 2026 um 8:22 a.m. Uhr

        Hast du meinen Punkt etwa nicht verstanden, oder warum soll ich das noch einmal umformulieren? Ich habe tatsächlich eine KI verwendet, um meine Gedanken klar und deutlich auszudrücken. Ist das wirklich ein Problem für dich?

        Unabhängig davon: Erich von Däniken hat sich auch mit dem europäischen Stonehenge beschäftigt. Wie passt das zu deinem „Schwingen der Rassismus-Keule“? Nur weil du dir vielleicht nicht vorstellen kannst, dass es in unserem Universum möglicherweise Leben gibt, das fortschrittlicher ist als unseres, musst du ihm nicht gleich Rassismus vorwerfen.

        Mir ist schon bewusst, dass es für seine Theorien keine handfesten Beweise gibt, aber meiner Meinung nach sind es dennoch plausible Hinweise darauf, dass es so sein könnte, wie er es beschrieben hat.

        Dein Text diskreditiert seine Werke von vorne bis hinten – überrascht hat mich das allerdings nicht.

        Antworten
        1. Markus Kretschmer sagt:
          April 9, 2026 um 8:51 a.m. Uhr

          Wenn du eine KI zum Schreiben verwendest, sind das eben nicht deine Gedanken. Das ist dann das, was sich die KI irgendwo aus dem Netz zusammenklaut. Nichts aus deinem Kopf, nur ein Schuss vielleicht eigene Meinung mit drin. Das ist keine Grundlage, auf der ich zu einer Diskussion mit dir bereit bin, tut mir leid. Und deshalb endet das Gespräch auch hier. Denke bitte höchstens mal über diesen Satz nach, den du selbst geschrieben hast: „Mir ist schon bewusst, dass es für seine Theorien keine handfesten Beweise gibt, aber…“ Ist es dann nicht völlig egal, was nach dem „aber“ steht? Kann da noch irgendwas kommen, was es wert wäre, zu debattieren? Ich denke nicht: nämlich wieder keine Grundlage. Verstehst du diesen Punkt?

          Noch ein Letztes: Ich habe von Däniken nicht pauschal Rassismus vorgeworfen und besonders diesen heiklen Punkt auch sehr differenziert und multiperspektivisch erörtert. Hier die betreffende Stelle, die ich dich bitte, noch eimal zu lesen:

          „An dieser Stelle ist eine präzise Begriffsarbeit notwendig. Ich möchte hier nicht von Däniken selbst unterstellen, ein Rassist gewesen zu sein. Der Vorwurf wird auch nicht aus der Sicht eines biologischen oder weltanschaulichen Rassismus erhoben. Von Däniken argumentiert auch in seinen Büchern schließlich niemals mit „Rassen“, sondern mit Zivilisationsgraden.

          Doch wenn bestimmten Kulturen systematisch abgesprochen wird, ihre Leistungen aus eigener Kraft hervorgebracht zu haben, anderen, also insbesondere den westlichen, europäischen wiederum nicht, ist ein struktureller, epistemischer Rassismus dahinter zu erkennen. Die implizite Logik lautet: Diese „primitiven“ Völker waren dazu nicht fähig. Also muss jemand anderes es ihnen beigebracht haben. Mit genau diesem Narrativ hat man zudem lange kolonialistische Ausbeutung legitimiert. Die Vorstellung, dass es die „Wilden“ unter europäischer Führung doch eigentlich besser haben würden, ist eine Projektion eben dieses Denkens und besonders des Otherings (wir vs. die anderen).“

          Du solltest diesen Gedanken einfach mal zulassen. Tut vielleicht ein bisschen weh, aber ich verspreche dir: nur am Anfang. Es ist in jedem Fall völlig haltlos, prä-antiken Völkern die Fähigkeit abzusprechen, zu bestimmten Leistungen nicht alleine fähig gewesen zu sein. Die Vorstellung, dass es in unserem Universum weit fortschrittlicheres Leben als unseres geben könnte, bleibt davon auch gänzlich unberührt. Das halte ich nämlich durchaus für möglich.

          Antworten
      2. W.Gade sagt:
        August 12, 2026 um 9:43 a.m. Uhr

        Lieber Markus,

        leider tun Sie hier das selbe, was Sie eben gerade der Gegenseite vorwerfen möchten.

        Sie ignorieren jegliche Argumente, versuchen mit völlig unpassendem Bezug zu kontern und beschränken sich auf sehr banale Diffamierungen, nur um letztlich ihre eigene Meinung zu verteidigen; die aber eben nur eine Meinung ist und nicht mehr Daseinsberechtigung hat, als andere Denkweisen.

        Schade!

        Antworten
        1. Markus Kretschmer sagt:
          August 17, 2026 um 2:11 p.m. Uhr

          Da müsstest du nun aber bitte etwas konkreter werden:
          1) Welche stichhaltigen Argumente gibt es für von Dänikens Thesen, die ich ignoriere?
          2) Was meinst du mit den unpassenden Bezügen und banalen Diffamierungen, und wieso sind sie unpassend und banal?

          Zum letzten „Vorwurf“ ganz direkt: Natürlich beinhalten meine Blogs auch meine persönliche Meinung, deshalb steht ja als Überschrift „Persönliches Statement“ auch drüber. Ich habe allerdings das allermeiste nach akademischen Standard mit einem nachprüfbaren Beleg versehen, weshalb jeder Satz, zu dem du eine Fußnote findest, nicht nur eine Daseinsberechtigung hat – die möchte ich übrigens KEINEM Werk von Dänikens absprechen! – aber eben auch Hand und Fuß und eine solide wissenschaftliche Grundlage.

          Ich würde mich freuen, wenn wir auf der Sachebene in die Diskussion kommen und warte daher gespannt auf eine Antwort.
          Liebe Grüße!

          Antworten
  4. Ulliminatus sagt:
    Mai 16, 2026 um 8:15 a.m. Uhr

    Ein sehr pietätvoller Nachruf für den gerissenen alten Gauner und Filou, dessen Schwachsinn ich immer mit Vergnügen gelesen habe. Doch den Schaden, den er und seine phantasieloseren Nachfolger bei diesem existenziellen Thema angerichtet haben ist leider irreparable.
    Durch seine lukrativen Märchenerzählungen hat er die Prä-Astronautik leider jeder Perspektive für eine seriöse Nachforschung beraubt, so dass zwei gewachsene Lager der Borniertheit sich gegenüberstehen. Beinharte Dogmatiker der reinen Wissenschaft auf der einen Seite und esoterische Heilssucher auf der anderen, die sich natürlich spinnefeind sein müssen, weil hier zwei Glaubensrichtungen aufeinanderprallen. Amen.
    Und ich sitze zwischen den Stühlen, weil ich bei dieser ideologischen Polarisierung keinen Platz für eine dritte Meinung des sowohl als auch finde, Pech gehabt.
    Die Aliens waren zwar vor Tausenden von Jahren auf einen „Kurzbesuch“ mal hier, aber haben sich keineswegs absichtlich in unsere Entwicklung eingemischt. Und jetzt schicken sie mal gelegentlich eine Aufklärungssonde vorbei, um zu dokumentieren, welche fatalen Auswirkungen ihre einstige Stippvisite verursacht hat.

    Antworten
    1. Markus Kretschmer sagt:
      Mai 16, 2026 um 8:48 a.m. Uhr

      Vielen Dank für deinen differenzierten Kommentar!

      Bei einer Sache möchte ich aber (leicht) wiedersprechen: Sich einer Sache erst einmal wissenschaftlich zu nähern, ist im Grunde nicht verkehrt und die rationalste herangehensweise an so ein sensibles Thema. Natürlich vergreifen sich manche Kandidaten dieser „Fraktion“ gerne im Ton, treten süffisant und nicht selten auch arrogant auf, doch kann dies trotzdem niemals Dogmatismus sein. Dogmatismus ist schließlich eine Denkweise, die eigene Überzeugungen, Weltanschauungen oder Lehrsätze als absolute, unumstößliche Wahrheiten betrachtet. Das heißt: unkritisches Beharren auf den eigenen Prinzipien aus, ohne sie jemals zu hinterfragen, geschweige denn, sie jemals aufzugeben, selbst wenn sie rational als widerlegt gelten würden. Somit kann dieser Vorwurf erst dann gelten, wenn du ihm tatsächlich einen klaren empirischen und somit stichhaltigen Beleg vorlegst, den derjenige dann aber trotzdem nicht anerkennt oder wegdiskutiert.

      Deine „dritte“ Meinung ist letzten Endes also kein „zwischen den Stühlen“. Das ist erstmal eine interessante These, die wir aber nun auch nicht direkt überprüfen können. Da du dir darüber aber im Klaren bist – alles gut! Ich denke, dass du damit doch bei den meisten von „uns“ Wissenschaftlern trotzdem akzeptiert wirst. Kein Mensch lebt schließlich ohne jedwede Meinung, also ohne dass er auch Dinge für wahr hält, die er noch nicht überprüft hat bzw. nicht überprüfen kann. Das geht ja schon los, wenn wir ein Gebäude betreten: die wenigstens von uns erheben vorher Messungen und Prüfungen über die Statik, sondern vertrauen mehr oder weniger blind darauf, dass der Architekt eine gute Arbeit gemacht hat, und das Gebäude nicht über uns zusammenbricht. Oder sie vetrauen schlicht auf den Blick gen Himmel, wenn sie ohne den Wetterbericht gesehen zu haben nach draußen gehen – und dann einfach nur aus purem Fürwahrhalten entweder einen Regenschirm dabeihaben oder eben nicht. Mit dieser demütigen Haltung sollte man auch als Wissenschaftler durchs leben gehen, dass eben das meiste, das unseren Alltag bestimmt, erstmal nur „aus dem Bauch“ kommt und keiner wissenschaftlichen Überprüfung bedarf. Dass wir also alle das Recht auf unsere Thesen und Meinungen haben, über die wir selbstverständlich auch miteinander diskutieren und verhandeln können! Und dass wir, auf der anderen Seite, aber immer scharf trennen müssen, was „Meinungen“ und was nicht (mehr) verhandelbare Fakten sind.

      Ein wunderschönes Wochenende wünsche ich dir!

      Antworten

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