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Die Weißen Steine

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Tierprofil: Palaeosaniwa canadensis

Posted on September 3, 2021März 19, 2026 by Markus Kretschmer
Lesedauer 4 Minuten

Name: Palaeosaniwa canadensis („Alter Saniwa-Waran aus Kanada“)

Beschrieben: 1928 von Charles W. Gilmore

Ordnung: Squamata (Schuppenkriechtiere); Klade: Anguimorpha (Schleichenartige)

Körperlänge: ♂ 2,8m, ♀ 2,4m; Ausnahme-Exemplare bis zu 3,5m

Gewicht: ♂ 95kg, ♀ 80kg; Ausnahme-Exemplare bis zu 170kg

Ernährung: carnivor


Beschreibung:

Das Mesozoikum gilt gemeinhin als das Zeitalter der Reptilien. Zwar fällt unser Blick hier natürlich zuerst auf die Dinosaurier, die diese Ära dominierten. Doch gab es daneben auch viele andere Kriechtiere, die an ihrer Seite lebten. Die Echsen sind neben den Schildkröten mit am erfolgreichsten, und in vielen Teile der Welt sogar mit weit mehr Gattungen und Arten vertreten als die Dinos, so auch in der Hell Creek Formation. Die größte Echse dieser Zeit und eine der größten des Mesozoikums überhaupt ist ohne Zweifel die riesige Palaeosaniwa, eine enge Verwandte der heutigen Gila-Krustenechsen. Sie erreicht aber in etwa die Größe eines Komodo-Warans, wobei die Männchen sogar noch etwas größer werden können. Wie ihre entfernten Verwandten aus dem 21. Jahrhundert ist auch Palaeosaniwa eine gefürchtete Jägerin, die mit ihren klingenförmigen Zähnen bestens dazu ausgestattet ist, große Beutetiere zu jagen und ihnen furchtbare Verletzungen zuzufügen.

Ein Palaeosaniwa-Männchen.

Ihre Beute findet Palaeosaniwa ganz ähnlich wie eine Schlange, indem sie am Boden züngelt. Jungtiere jagen dabei primär kleine Echsen und Insekten, welche sie aktiv unter Baumrinde, seltener auch im Dickicht der Bodenpflanzen aufspüren. Auch weit größere Exemplare sind aktive Jäger, die aber hauptsächlich große Wirbeltiere erbeuten. Oft sind diese Beutetiere deutlich schwerer als sie selbst: Ausgewachsene Thescelosaurier oder Pachycephalosaurier, ja sogar junge Triceratopsier und Edmontosaurier werden aus dem Hinterhalt angegriffen, ein kurzes Stück weit verfolgt, gepackt und mit Bissen zur Strecke gebracht. In den meisten Fällen haben sie ihre Beute bereits nach wenigen Sekunden am Boden, wo sie sie dann zerreißen oder auch im Ganzen verschlingen.

Lebensweise:

Doch selbst wenn ein Angriff scheinbar fehlschlägt und die Beute entkommt, bedeutet es für das gebissene Tier zumeist das Ende: ein hochwirksames Gift lässt den Blutdruck abfallen und kann zur Bewusstlosigkeit führen, während mit dem Biss übertragene Mikroorganismen für schlimme Infektionen sorgen. Palaeosaniwa braucht ihrer verletzten Beute dann nur noch zu folgen, und selbst wenn diese erst Tage danach stirbt, kommt die Echse noch auf ihre Kosten. Auch Aas wird bei jeder sich bietenden Gelegenheit gefressen. So übernimmt Palaeosaniwa in ihrem Ökosystem eine wichtige Rolle als Gesundheitspolizistin.

Weibliche Palaeosaniwa.

Palaeosaniwa ist in vielen Lebensräumen zu Hause. Sie bevorzugt offene Farnebenen genauso wie lichte Wälder und liebt wie die meisten heutigen Warane auch das Wasser. Palaeosaniwa ist eine gute Schwimmerin, die auch verhältnismäßig gut tauchen kann. Auch im Wasser geht sie hin und wieder auf die Jagd nach unvorsichtigen Fischen, meist sucht sie im kühlen Nass jedoch nach Ruhe und Abkühlung an heißen Sommertagen. Obwohl meistens als Einzelgänger unterwegs, sammeln sich an frisch gerissenen Kadavern oft mehrere Warane, wo dann ein striktes Sozialgefüge sichtbar wird. Rangniedrige Tiere wagen sich erst ganz zum Schluss an die Beute, da sie sonst selbst zur Beute werden könnten: Palaeosaniwa ist nämlich eine Kannibalin.


Trivia über Palaeosaniwa:

Palaeosaniwa canadensis ist eine recht langlebige Echsenspezies und bereits aus Gesteinsschichten aus dem Campanium Kanadas belegt. Diese Zeit liegt etwa 10 Millionen Jahre vor dem Maastrichtium, in der unsere Geschichte spielt, weshalb aufgrund der zeitlichen Trennung die Fossilien aus Hell Creek eigentlich einen anderen Artnamen bräuchte und ihn vielleicht bei der nächsten Revision durch die Wissenschaft auch bekommen wird.

Die genaue Verwandtschaft von Palaeosaniwa ist strittig. Manche Paläontologen ordnen sie den Waranen zu, andere sehen sie als Vertreterin der Gila-Krustenechsen. Manche sehen sie auch als basale Gattung der Varanoidea, womit sie eine späte Vertreterin eines Stammes an der Wurzel beider Echsenfamilien wäre.


Palaeosaniva in Die Weißen Steine:

Band III:

Erstmalig tritt Palaeosaniwa im Prolog in einem Rückblick des Pectinodon-Weibchens auf. Dieses musste eine hungrige Echse von seinem Nest weglocken und die wertvollen Eier kurzzeitig allein lassen. Kurz darauf kam Max an diesem Nest vorbei und nahm die Dino-Eier mit – was eine Reihe fataler Folgen (bereits in Band II!) in Gang setzte.

Band IV:

Moritz und Melina laufen im Kapitel „Drachen“ direkt in eine Gruppe Palaeosaniwa hinein, die sich am Kadaver des verendeten Tyrannosaurus-Weibchen gütlich tun. Der männliche Tyrannosaurus erscheint, vertreibt die Aasfresser, doch es ist kein postumer Beschützer-Instinkt: er frisst anschließend selbst am Kadaver seiner Partnerin.

Palaeosaniwa in der (englischsprachigen) Wikipedia:

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