Lesedauer 13 MinutenDie Metatheria, umgangssprachlich auch meist Beuteltiere genannt, bilden neben den Eutheria (Plazentatiere) und den Multituberculata eine der drei großen Entwicklungslinien der Säugetiere, die aus dem spätkreidezeitlichen Nordamerika überliefert sind. In der späten Kreidezeit waren Metatheria deutlich vielfältiger und ökologisch präsenter, als es ihre heutige Verbreitung vermuten lässt. In den Ablagerungen der Hell Creek- und Lance…
Kategorie: Säugetiere

Die vom Wasser unabhängigen Wirbeltiere bilden zwei große Linien, die sich bereits im Karbon, also vor etwa 320 Ma voneinander trennten. Die eine Linie, die der Sauropsiden, umfasst die Reptilien und Vögel. Die andere, die der Synapsiden, führt dagegen zu den Säugetieren und somit auch zu uns Menschen.
Säugetiere zeichnen sich durch eine immer gleich bleibende Körpertemperatur, eine behaarte Haut sowie die Fähigkeit aus, ihre Jungen nach der Geburt mit Milch zu säugen. Diese Eigenschaft gibt ihnen folglich auch ihren Namen. Die meisten Säuger bringen lebenden Nachwuchs zur Welt, nur einige wenige aus der Gruppe der Kloakentiere legen Eier.
Die Synapsiden entwickelten sich bereits im Oberkarbon vor etwa 318 Ma. Während des darauffolgenden Perm waren sie die dominante Tiergruppe, in einer Zeit lange vor den Dinosauriern. Doch ihre Blütezeit ging vor etwa 252 Ma allmählich zu Ende. Infolge eines gewaltigen Massenaussterbens verloren die Synapsiden einen Großteil ihrer Artenvielfalt. Lediglich einige Vertreter der Therapsiden überlebten das Große Sterben und konnten sich noch in der Trias erfolgreich behaupten.
Jedoch drangen nun auch andere Tiere auf die ökologischen Spitzennischen vor, vor allem die Archosaurier. Ein weiteres Massenaussterben am Übergang von der Trias zum Jura in der Zeit vor etwa 201 Ma bedeutete für die meisten Therapsiden schließlich das Aus. Lediglich die Säugetiere blieben als ihre einzige Linie noch übrig. Die meisten Säuger des Erdmittelalters waren klein und unscheinbar und führten während der Zeit der Dinosaurier nur ein Schattendasein als Nachtaktive Pflanzen- und Insektenfresser.
Systematik
Die Artenvielfalt der Säugetiere aus dem Mesozoikum ist vor allem durch Zahnfunde überliefert. Die meist nur winzigen Zähnchen unserer Verwandten finden sich jedoch in fast allen Ökosystemen des Erdmittelalters. Wie genau die meisten Säugetiere von damals aussahen, kann anhand dieser spärlichen Fossilien aber meist nicht rekonstruiert werden. Leider gibt es nur von wenigen Arten gut erhaltene Knochenfossilien, die uns mehr über ihr Aussehen und ihre Lebensweise verraten können. Heute wie damals endeten Kleintiere meist als schnelle Mahlzeit für größere Tiere und hatten nur selten die Chance, überhaupt zu einem Fossil zu werden.
Schon im Jura und vor allem in der Kreidezeit brachten die Säuger eine große Artenvielfalt hervor und erreichten einen hohen Grad an Spezialisierung. Säugetiere waren nun in den unterschiedlichsten ökologischen Nischen zu finden und längst nicht mehr nur kleine Waldbewohner. Einige Säugetiere hatten sich bereits gut an ein Leben im Wasser angepasst und lebten ähnlich wie heutige Biber oder Fischotter. Andere gruben Tunnel und lebten unter der Erde. Wieder andere erreichten bereits die Größe eines mittelgroßen Hundes und machten sogar Jagd auf kleinere Dinosaurier. Und einige schwebten als geschickte Gleitflieger von Baum zu Baum.
Die Großgruppen der Säugetiere
Viele der urtümlicheren Säugetiere waren am Ende der Kreidezeit bereits ausgestorben. In Nordamerika kamen vor 66 Ma nur noch Vertreter aus vier großen Gruppen vor:
- Triconodonta
- Multituberculata
- Metatheria (Beuteltiere)
- Placentalia (Plazentatiere)
Auf den Südkontinenten existierte damals noch eine weitere Gruppe:
- Protheria (Ursäuger wie Kloakentiere)
Die Verwandtschaftsbeziehungen innerhalb der Säugetiere sind derzeit Gegenstand einiger Kontroversen. Die Triconodonta starben vor etwa 66 Ma während des Chicxulub-Massenaussterbens aus, die Multituberculata erst deutlich später, im späten Eozän vor etwa 33 Ma. Da diese Gruppen vollständig ausgestorben sind, können keine genetischen Analysen mehr durchgeführt werden, die eindeutig zeigen würden, mit welcher der heute noch lebenden Säugetiergruppen sie am engsten verwandt waren. Aus diesem Grund findest du hier auch diesmal keinen Stammbaum, denn die Abstammungs- und Verwandtschaftsverhältnisse vieler früher Säuger sind bis heute nicht abschließend geklärt.
Die heutige Säugetiervielfalt unterscheidet sich erheblich von derjenigen während der Kreidezeit. Schätzungen zufolge starb ein sehr großer Teil der damaligen Säugetiervielfalt, wahrscheinlich etwa 85% aller ihrer Arten vor 66 Ma aus. Erst nach diesem Massenaussterben diversifizierten sich die Säugetiere stark und eroberten die ökologischen Nischen, die sie heute innehaben. Heute finden sich Säugetiere in beinahe allen Ökosystemen. Sie dominieren die Artenvielfalt an Land. Sie schwimmen als Robben, Seekühe, Delfine und Wale durch die Meere und Ozeane. Letztere sind sogar die größten Tiere aller Zeiten, einige Arten weit größer als die größten Dinosaurier. Und sogar den Luftraum haben die Säugetiere sich erschlossen und fliegen als Flughunde und Fledermäuse durch die Luft. In der Kreidezeit waren sie von solchen Erfolgen allerdings noch weit entfernt.
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Folgende Säugetiere kamen bislang in meinen Büchern vor:
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