Willkommen zu einer Sonderausgabe der Paläo-Fun-Facts am 4. Mai, dem International Star Wars Day (May the Force be with you…). Und passend dazu wollte ich dir mal ein paar lustige Fakten präsentieren, die Star Wars und die Paläontologie miteinander verbinden. Tatsächlich gibt es da nämlich eine ganze Reihe an Referenzen!

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Dass mehrere Star Wars-Kreaturen von Dinosauriern inspiriert sind, ist sicher den meisten Fans bekannt. Zum Beispiel das Ronto, dass 1997 in der Special Edition erstmals auftauchte und auch in Episode I 1999 wieder zu sehen war. Dieses massige Lasttier von Tatooine ist unschwer als Dinosaurier konzipiert, auch mit Elementen eines Elefanten und Nashorn. In der Produktionsphase wurde das Tier immer als „Bronto“ – eine Referenz zu Brontosaurus – bezeichnet, später hat George Lucas angeordnet, einfach das B wegzulassen, so entstand der offizielle Name für das Geschöpf.

Apropos Tatooine: Dieser Name des Heimatplaneten von Anakin und Luke Skywalker geht auf die Stadt Tataouine in Tunesien zurück, wo die Szenen mit diesem Planeten gedreht wurden. Unweit dieser Stadt befindet sich aber tatsächlich auch eine reichhaltige Fossillagerstätte aus der Kreidezeit, die Aïn el Guettar Formation, wo unter anderem Fossilien von Spinosaurus und Carcharodontosaurus, aber auch der Sauropode Tataouinea entdeckt wurde. Der Name ist aber nun streng genommen keine direkte Star Wars-Referenz, da er sich auf die besagte Stadt bezieht.1Fanti, F., Cau, A., Hassine, M. & Contessi, M. (2013). A new sauropod dinosaur from the Early Cretaceous of Tunisia with extreme avian-like pneumatization. Nature Communications, 4, 2080. doi:10.1038/ncomms3080

Prähistorische Organismen, die nach Star Wars-Figuren benannt wurden
Tatsächlich nach Star Wars benannte prähistorische Organismen gibt es allerdings auch. Da wäre zum Beispiel ein miozäner Paarhufer namens Xenokeryx amidalae, der aufgrund seines auffälligen Kopfschmucks nach Padmé Amidala benannt wurde.2Sánchez, I. M., Cantalapiedra, J. L., Ríos, M., Quiralte, V. & Morales, J. (2015). Systematics and Evolution of the Miocene Three-Horned Palaeomerycid Ruminants (Mammalia, Cetartiodactyla). PLOS ONE, 10(12), e0143034. doi:10.1371/journal.pone.0143034

Im mittleren Kambrium gibt es noch Cambroraster falcatus, einen Radiodonten, der aufgrund seiner Form nach dem Millenium Falcon, dem Raumschiff von Han Solo, benannt wurde.3Moysiuk, J. & Caron, J.-B. (2019). A new hurdiid radiodont from the Burgess Shale evinces the exploitation of Cambrian infaunal food sources. Proceedings of the Royal Society B: Biological Sciences, 286(1908), 20191079. doi:10.1098/rspb.2019.1079

Und Han solo selbst ist offiziell auch ein Trilobit aus dem mittleren Ordovizium, tatsächlich genau so als Gattungs- und Artname (weil es eben die einzige bekannte Art von Han ist, so sogar die offizielle Begründung!).4Turvey, S. T. (2005). Agnostid trilobites from the Arenig–Llanvirn of South China. Transactions of the Royal Society of Edinburgh: Earth Sciences, 95(3–4), 527–542. doi:10.1017/S0263593304000355

Relativ neu ist noch der miozäne Olm Euronecturus grogu, benannt nach dem „Baby-Yoda“ aus der Star Wars-Serie The Mandalorian.5Macaluso, L., Villa, A. & Mörs, T. (2022). A new proteid salamander (Urodela, Proteidae) from the middle Miocene of Hambach (Germany) and implications for the evolution of the family. Palaeontology, 65(1), e12585. doi:10.1111/pala.12585

2025 wurde dann noch Kraytdraco spectatus beschrieben, ein kambrischer, über 500 Millionen Jahre alter Wurm, dessen Name den gewaltigen Krayt-Drachen nachempfunden ist, die auf Tatooine leben.6Mussini, G. et al. (2025). Evolutionary escalation in an exceptionally preserved Cambrian biota from the Grand Canyon (Arizona, USA). Science Advances, 11, eadv6383. doi:10.1126/sciadv.adv6383

Prähistorische Organismen, die nach Star Wars-Schauspielern benannt wurden
Auch einige Star Wars-Schauspieler wurden bereits offiziell durch Benennungen geehrt, wobei dann aber natürlich oft nicht direkt der Star Wars-Bezug da ist. Erwähnen möchte ich diese Menschen aber trotzdem: Es ist zum einen Laura Dern, die auch in Jurassic Park mitspielte, aber eben auch Vizeadmiral Holdo in Episode VIII. Sie und alle anderen Hauptdarsteller des ersten Jurassic Park-Films wurden in Tianchisaurus nedegoapeferima unsterblich, einem im Erscheinungsjahr des Films, also 1993 beschriebenen Ankylosaurier. Der Artname ist aus den jeweils ersten beiden Buchstaben der Hauptdarsteller zusammengesetzt, also Sam Neill, Laura Dern, Jeff Goldblum, Richard Attenborough, Bob Peck, Martin Ferrero, Ariana Richards und Joseph Mazzello.7Dong, Z. (1993). An ankylosaur (ornithischian dinosaur) from the Middle Jurassic of the Junggar Basin, China. Vertebrata PalAsiatica, 31, 258–264.

Zwei weitere Schauspieler, nämlich die Brüder Mikkelsen, werden durch Cantharis mikkelsenorum, einer eozänen Käferart aus Ostseebernstein geehrt. Lars Mikkelsen spielte in der Serie Ashoka den Bösewicht Großadmiral Thrawn, Mads Mikkelsen den Ingenieur des Todessterns Galen Erso in Rogue One.8Fanti, F. & Damgaard, A. L. (2018). Fossil soldier beetles from Baltic amber of the Anders Damgaard amber collection (Coleoptera Cantharidae). Baltic Journal of Coleopterology, 18(1), 11–12. doi:10.5281/zenodo.10667579

Star Wars-Kreaturen, die von prähistorischen Organismen inspiriert wurden
Neben dem bereits erwähnten Ronto, wo die Referenz unübersehbar ist, gibt es aber noch etliche weitere Star Wars-Kreaturen mit Paläo-Bezug. Bei den einen ist dieser mehr, bei den anderen weniger offensichtlich. Aber gehen wir sie doch einmal durch:
Auf dem Planeten Endor lebt eine Kreatur namens Blurrg, die im Ewok-Film Schlacht um Endor auftritt, allerdings auch noch viele weitere Auftritte in Filmen, Comics und anderen Medien des gewaltigen Star Wars-Universums hat – den prominentesten wohl auch wieder in The Mandalorian. Auch wenn das Design definitiv fiktional ist, erinnert es doch etwas an veraltete Dinosaurier-Darstellungen.
Einigen Foren zufolge ist auch das Acklay, das in Episode II in der Arena von Geonosis auftaucht, aufgrund der Anweisung von George Lucas entstanden, ein Monster als Mix aus Gottesanbeterin und Velociraptor zu erstellen. Ich würde allerdings nun behaupten, dass sich bei den Konzeptkünstlern die Gottesanbeterin eindeutig durchgesetzt hat. Trotzdem: lassen wir diese Kreatur von mir aus mit in der Liste.
In den Han Solo-Comics aus den 90ern kommt allerdings eine Spezies vor, die relativ eindeutig an Dinosaurier angelehnt ist. Bei den Tiss’shar vom gleichnamigen Planeten haben sich die Konzeptkünstler klar erkennbar an den „Raptoren“ – jedenfalls so wie man sich damals Dromaeosaurier vorstellte, orientiert. Sie werden dort sogar als Vertreter der Therapoden – offenbar eine Verballhornung der Klade der Theropoden – bezeichnet. Einen sehr kurzen Auftritt hat ein Tiss’shar auch in der Serie Obi Wan.
Eine weitere, absolut klare Paläo-Referenz sind die Raxshir, die ganz offensichtlich den ausgestorbenen Machairodonten, besser bekannt als Säbelzahnzatzen nachempfunden sind. In Star Wars kommen sie auf dem Planeten Shili vor. Einen Auftritt haben sie u.a. in der Serie Tales of the Jedi.
Etwas abstrakter ist nun wieder das Design der Spezies Vurk vom Planeten Sembla, deren Kopfform an Lambeosaurinen wie zum Beispiel Parasaurolophus angelehnt sein könnte. Der berühmteste Vurk ist wahrscheihlich der Jedi-Meister Coleman Trebor, der in Episode II während der Schlacht von Geonosis von Jango Fett erschossen wird.

Witzigerweise gibt es sogar eine Spezies namens Nosaurianer. Sie leben auf Neu Plympto und ihr Kopf ist offenbar sehr von den Schädeln der Ceratopsier inspiriert. Auch der offenbar sehr bewusst gewählte Name kann darüber nicht hinwegtäuschen. Der wohl bekannteste Nosaurianer ist Clegg Holdfast, einer der Gegner von Anakin Skywalker beim Boonta Rennen in Episode I.
Mein liebster Star Wars-Funfact ist allerdings, dass sogar ein Raumschiff-Typ offiziell durch ein Fossil inspiriert worden ist. Der Starfighter der Umbaraner ist dem imposanten Halswirbel von Apatosaurus nachempfunden. Tatsächlich fliegen also zumindest in der Serie The Clone Wars mehrmals Dinosaurierfossilien durchs Bild.
Das war noch nicht alles?
Sind dir noch mehr eindeutige Paläo-Referenzen in Star Wars aufgefallen? Schreib sie mir bitte auf jeden Fall in die Kommentare! Dann nehme ich sie sehr gerne mit in den Artikel auf.
Möge die Macht mit dir sein.
Quellenangaben:
- 1Fanti, F., Cau, A., Hassine, M. & Contessi, M. (2013). A new sauropod dinosaur from the Early Cretaceous of Tunisia with extreme avian-like pneumatization. Nature Communications, 4, 2080. doi:10.1038/ncomms3080
- 2Sánchez, I. M., Cantalapiedra, J. L., Ríos, M., Quiralte, V. & Morales, J. (2015). Systematics and Evolution of the Miocene Three-Horned Palaeomerycid Ruminants (Mammalia, Cetartiodactyla). PLOS ONE, 10(12), e0143034. doi:10.1371/journal.pone.0143034
- 3Moysiuk, J. & Caron, J.-B. (2019). A new hurdiid radiodont from the Burgess Shale evinces the exploitation of Cambrian infaunal food sources. Proceedings of the Royal Society B: Biological Sciences, 286(1908), 20191079. doi:10.1098/rspb.2019.1079
- 4Turvey, S. T. (2005). Agnostid trilobites from the Arenig–Llanvirn of South China. Transactions of the Royal Society of Edinburgh: Earth Sciences, 95(3–4), 527–542. doi:10.1017/S0263593304000355
- 5Macaluso, L., Villa, A. & Mörs, T. (2022). A new proteid salamander (Urodela, Proteidae) from the middle Miocene of Hambach (Germany) and implications for the evolution of the family. Palaeontology, 65(1), e12585. doi:10.1111/pala.12585
- 6Mussini, G. et al. (2025). Evolutionary escalation in an exceptionally preserved Cambrian biota from the Grand Canyon (Arizona, USA). Science Advances, 11, eadv6383. doi:10.1126/sciadv.adv6383
- 7Dong, Z. (1993). An ankylosaur (ornithischian dinosaur) from the Middle Jurassic of the Junggar Basin, China. Vertebrata PalAsiatica, 31, 258–264.
- 8Fanti, F. & Damgaard, A. L. (2018). Fossil soldier beetles from Baltic amber of the Anders Damgaard amber collection (Coleoptera Cantharidae). Baltic Journal of Coleopterology, 18(1), 11–12. doi:10.5281/zenodo.10667579
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