Bei den Aufschlüssen der Cimarron Ridge Formation in Colorado handelt es sich um Erosionsreste eines ursprünglich wesentlich ausgedehnteren vulkanischen Ablagerungskomplexes, der mehrere spätkreidezeitliche Vulkanzentren im Raum Ouray umgab. Diese Gesteinsabfolge liefert wichtige Hinweise auf die laramidische Hebung und den spätkreidezeitlichen Vulkanismus an der Nordflanke der San Juan Mountains, während ihr bislang bekannter Fossilbericht ausgesprochen spärlich ist.

Robert G. Dickinson, Estella B. Leopold & Richard F. Marvin |
Die Cimarron Ridge Formation wurde 1968 von Robert G. Dickinson, Estella B. Leopold und Richard F. Marvin in einer geologischen Studie zur spätkreidezeitlichen Hebung und zum Vulkanismus an der Nordflanke der San Juan Mountains in Colorado formal benannt und beschrieben. Ihr Name leitet sich von den typischen Aufschlüssen entlang des Cimarron Ridge an der Grenze der Countys Ouray und Gunnison in Colorado ab. Das Typusgebiet beginnt etwa 18 Kilometer nordöstlich von Ridgway.1Dickinson, R. G., Leopold, E. B. & Marvin, R. F. (1968). Late Cretaceous uplift and volcanism on the north flank of the San Juan Mountains, Colorado. Colorado School of Mines Quarterly 63(3), 125–148. |
Das Foto zeigt die Uncompahgre Wilderness südlich der klassischen Aufschlüsse der Cimarron Ridge Formation. Die Formation ist unter anderem zwischen dem Uncompahgre River und dem Cimarron River nördlich des früheren Uncompahgre Primitive Area aufgeschlossen. Bildquelle: Google Maps.
Geologie
Die Cimarron Ridge Formation setzt sich aus abwechselnden grünen und grauen Tuffbrekzien aus Aschenfall- und Laharablagerungen sowie aus vulkanoklastischem Konglomerat, Sandstein und Tonstein zusammen. Im südlichen Verbreitungsgebiet treten außerdem Lavaströme und Fließbrekzien auf. Die Formation erreicht eine erhaltene Mächtigkeit von bis zu etwa 180 Metern. Die vulkanischen Fragmente bestehen größtenteils aus feinporphyrischem Rhyodazit mit Phänokristallen aus zoniertem Plagioklas, braunem Biotit, Pyroxen, Quarz und geringfügigem Apatit in einer aphanitischen Grundmasse. Die Cimarron Ridge Formation liegt je nach Lokalität diskordant auf der Mancos Shale, der Kirtland Shale oder der Fruitland Formation. Sie wird wiederum diskordant vom Telluride Conglomerate und der San Juan Formation überlagert. Ein Großteil dieses Vulkankomplexes wurde bereits vor der Ablagerung des eozänen Telluride Conglomerate durch Erosion abgetragen.2Dickinson, R. G., Leopold, E. B. & Marvin, R. F. (1968). Late Cretaceous uplift and volcanism on the north flank of the San Juan Mountains, Colorado. Colorado School of Mines Quarterly 63(3), 125–148.
Pollen- und Sporenfunde ordnen die Cimarron Ridge Formation dem Maastrichtium der späten Kreidezeit zu. Die ursprünglich veröffentlichten Kalium-Argon-Datierungen des Rhyodazits ergaben deutlich streuende Mineralalter von 70,1 ± 2,1 Ma für Biotit, 61,5 ± 6,2 Ma für Plagioklas und 86,9 ± 4,3 Ma für Hornblende. Diese Werte dürfen deshalb nicht als Beginn und Ende der Ablagerungszeit der Formation verstanden werden. Butler fasste die älteren Kalium-Argon-Daten später zu einer groben Altersangabe von etwa 66 Ma zusammen; dies stellt jedoch keine unabhängige Neudatierung dar.3Butler, R. F. (1982). Magnetic mineralogy of continental deposits, San Juan Basin, New Mexico, and Clark’s Fork Basin, Wyoming. Journal of Geophysical Research: Solid Earth 87(B9), 7843–7852. doi:10.1029/JB087iB09p07843 Neuere regionale Rekonstruktionen bestätigen, dass die Formation spätkreidezeitliche vulkanoklastische Ablagerungen aufweist, die während der laramidischen tektonischen Entwicklung der nordwestlichen San Juan Mountains entstanden.4Ewing, T. E. (2017). Laramide and Cenozoic structural and paleotopographic history of the Ouray area and the northwestern flank of the San Juan Mountains, Colorado. New Mexico Geological Society Guidebook 68, 169–178. doi:10.56577/FFC-68.169 Die in der Übersicht angegebene Paläolage ist als modellabhängige plattentektonische Rekonstruktion für etwa 66 Ma zu verstehen. Je nach verwendetem Rekonstruktionsmodell können die berechneten Koordinaten voneinander abweichen.5Müller, R. D. et al. (2018). GPlates: Building a virtual Earth through deep time. Geochemistry, Geophysics, Geosystems 19(7), 2243–2261. doi:10.1029/2018GC007584
Heutige Lage der Cimarron Ridge Formation:
Lage: Colorado (USA)
Benannt: 1968 von Dickinson, Leopold & Marvin
Koordinaten heute: 38.2°N 107.6°W
Paläo-Koordinaten: modellabhängige Rekonstruktion für etwa 66 Ma; ungefähr 44° N 88° W.
Alter: Maastrichtium (späte Kreide); die älteren Kalium-Argon-Daten wurden später grob als Hinweis auf ein Alter von etwa 66 Ma zusammengefasst.
Liegt unter: Telluride Conglomerate, San Juan Formation
Liegt über: Mancos Shale, Kirtland Shale, Fruitland Formation
Modellbasierte Paläolage der Cimarron Ridge Formation um 66 Ma:
Fossilbericht
Der veröffentlichte Fossilbericht der Cimarron Ridge Formation ist ausgesprochen dürftig. In einer überregionalen Zusammenstellung der bekannten Dinosaurierfundstellen führen Weishampel und Kollegen für die Formation lediglich „Dinosauria indet.“, also nicht näher bestimmbare Dinosaurierreste, auf. Nähere Angaben zur systematischen Einordnung oder zum betreffenden Fundmaterial werden dort nicht gemacht.6Weishampel, D. B. et al. (2004). Dinosaur distribution. In Weishampel, D. B., Dodson, P. & Osmólska, H. (Hrsg.), The Dinosauria, 2. Aufl., 517–606. doi:10.1525/california/9780520242098.003.0027 Die Formation besteht überwiegend aus vulkanischen und vulkanoklastischen Ablagerungen eines spätkreidezeitlichen Vulkankomplexes und ist heute nur noch in erosionsbedingten Resten erhalten.7Steven, T. A. et al. (1977). Mineral resources of study areas contiguous to the Uncompahgre Primitive Area, San Juan Mountains, southwestern Colorado, with a section on interpretation of aeromagnetic data. U.S. Geological Survey Bulletin 1391-E, E1–E126. doi:10.3133/b1391E Ihre wissenschaftliche Bedeutung liegt deshalb bislang vor allem in den Informationen, die sie über Vulkanismus, Tektonik und Paläogeographie der nordwestlichen San Juan Mountains während des späten Maastrichtiums liefert.8Ewing, T. E. (2017). Laramide and Cenozoic structural and paleotopographic history of the Ouray area and the northwestern flank of the San Juan Mountains, Colorado. New Mexico Geological Society Guidebook 68, 169–178. doi:10.56577/FFC-68.169
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Quellenangaben:
- 1Dickinson, R. G., Leopold, E. B. & Marvin, R. F. (1968). Late Cretaceous uplift and volcanism on the north flank of the San Juan Mountains, Colorado. Colorado School of Mines Quarterly 63(3), 125–148. ↩︎
- 2Dickinson, R. G., Leopold, E. B. & Marvin, R. F. (1968). Late Cretaceous uplift and volcanism on the north flank of the San Juan Mountains, Colorado. Colorado School of Mines Quarterly 63(3), 125–148. ↩︎
- 3Butler, R. F. (1982). Magnetic mineralogy of continental deposits, San Juan Basin, New Mexico, and Clark’s Fork Basin, Wyoming. Journal of Geophysical Research: Solid Earth 87(B9), 7843–7852. doi:10.1029/JB087iB09p07843 ↩︎
- 4Ewing, T. E. (2017). Laramide and Cenozoic structural and paleotopographic history of the Ouray area and the northwestern flank of the San Juan Mountains, Colorado. New Mexico Geological Society Guidebook 68, 169–178. doi:10.56577/FFC-68.169 ↩︎
- 5Müller, R. D. et al. (2018). GPlates: Building a virtual Earth through deep time. Geochemistry, Geophysics, Geosystems 19(7), 2243–2261. doi:10.1029/2018GC007584 ↩︎
- 6Weishampel, D. B. et al. (2004). Dinosaur distribution. In Weishampel, D. B., Dodson, P. & Osmólska, H. (Hrsg.), The Dinosauria, 2. Aufl., 517–606. doi:10.1525/california/9780520242098.003.0027 ↩︎
- 7Steven, T. A. et al. (1977). Mineral resources of study areas contiguous to the Uncompahgre Primitive Area, San Juan Mountains, southwestern Colorado, with a section on interpretation of aeromagnetic data. U.S. Geological Survey Bulletin 1391-E, E1–E126. doi:10.3133/b1391E ↩︎
- 8Ewing, T. E. (2017). Laramide and Cenozoic structural and paleotopographic history of the Ouray area and the northwestern flank of the San Juan Mountains, Colorado. New Mexico Geological Society Guidebook 68, 169–178. doi:10.56577/FFC-68.169 ↩︎
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