Name: Tyrannosaurus rex („König der Tyrannenechsen“)
Beschrieben: 1905 von Henry F. Osborn
Ordnung: Saurischia; Familie: Tyrannosauridae
Länge: ♂ bis zu 12m, ♀ bis 12,8m; Ausnahme-Exemplare über 13m
Gewicht: ♂ bis zu 7000kg, ♀ bis zu 8800kg; Ausnahmeexemplare über 12.000kg
Ernährung: carnivor
Beschreibung:
Tyrannosaurus ist der wohl berühmteste Dinosaurier der Welt und einer der größten Beutegreifer aller Zeiten. Er hat eine grünbraune, ledrige Haut, die von schwarzbraunen Streifen unterbrochen wird, wie bei einem Tiger. Die Männchen tragen darüber hinaus an den winzigen, aber sehr kräftigen Armen und im Nackenbereich tiefschwarze, dünne Filamentfedern. Diese dienen ihnen vor allem zur Arterkennung und während der Balz. Das dichte Federkleid, dass die Jungtiere noch tragen, verlieren sie im Laufe der Zeit. Junge Tyrannosaurier erreichen im Alter von drei Jahren etwa 400 – 500kg Gewicht. Die nächsten acht Jahre wachsen sie nur noch sehr langsam, bis sie als Teenager schließlich in einen extrem schnellen Wachstumsschub kommen. In der Pubertät nehmen sie jährlich fast eine Tonne an Gewicht zu. Mit 16 bis 18 Jahren werden sie geschlechtsreif. Ihr Wachstum verlangsamt sich danach wieder. Ein Tyrannosaurus kann bis zu 30 Jahre alt werden.

Jugendliche und Erwachsene Exemplare bevorzugen ganz unterschiedliche Beute. Hin und wieder schließen sie sich jedoch auch zusammen, um größere, in Herden lebende Beutetiere gemeinsam zur Strecke zu bringen. Die schnellen Jungtiere, die über 50km/h schnell laufen können, hetzen dabei ihre Beute und treiben sie vor sich her. Die älteren, langsameren, aber ungeheuer starken Erwachsenen, liegen dann schon im Unterholz auf der Lauer. Mit einem Überraschungsangriff bringen die Alten die Beute dann zu Fall und töten sie mit einem einzigen schnellen und ungeheuer kräftigen Biss. Zu seiner bevorzugten Beute zählen große Pflanzenfresser, wie Edmontosaurus und Triceratops.

Lebensweise:
Tyrannosaurus lebt in kleinen, lose organisierten Rudeln, die aus einem erwachsenen Weibchen, ihrem Partner und ihrem noch nicht geschlechtsreifen Nachwuchs bestehen. In einer T. rex-Familie geht es aber nicht gerade harmonisch zu. Meistens ziehen die Familienmitglieder allein durch die Wildnis und sammeln sich bloß dann, wenn sie es auf größere Beute abgesehen haben. Und um die gibt es oft Zoff. Streitigkeiten legt ein Tyrannosaurus fast immer mit brutaler Gewalt bei. Bisse, Tritte und Rammstöße mit dem Kopf werden zwar (zumeist!) nicht unbedingt mit tödlichen Absichten eingesetzt. Sie können allerdings schwere Verletzungen verursachen, so schwer, dass kaum ein Tyrannosaurus erwachsen wird, ohne dass sein Körper von tiefen Narben gezeichnet ist, die teils buchstäblich bis auf die Knochen reichen. Derartige Verletzungen stammen fast ausnahmslos von Artgenossen, sowohl aus der eigenen Familie als auch von rivalisierenden Banden, mit denen sie sich noch brutalere Kämpfe liefern.

Da die älteren Tiere jüngeren, gerade erst geschlechtsreif gewordenen in ihrer Physis massiv überlegen sind, kann ein ausgewachsenes Tyrannosaurus-Paar, dass sich ein Revier erobert hat, dieses meist über viele Jahre verteidigen und wird auch nur selten von Artgenossen herausgefordert. Stirbt eines der dominanten Tiere jedoch, reißen die sozialen Bande innerhalb des Rudels. Sogar die einander zuvor eng verbundenen Partner kennen keine Scheu, sich am Kadaver ihres einstigen Gefährten zu laben. Trotzdem sucht sich ein verwitweter Tyrannosaurus niemals wieder einen neuen Partner.

Das freigewordene Revier wird schnell durch ein jüngeres, meist gerade erst geschlechtsreif gewordenes Männchen besetzt, das sich dann schnell auf Brautschau begibt. Mit laut schallenden, weit hörbaren Tönen versucht der neue Revierbesitzer dann, ein Weibchen anzulocken. Nähert sich eine paarungsbereite Tyrannosaurus-Dame, legt er einen bizarren Paarungstanz an den Tag, wobei es seinen Nackenfederkamm aufstellt, seine Arme abspreizt, immer wieder kräftig mit den Füßen aufstampft und seine dann oft in einem hellen gelb gefärbte Kehle präsentiert.

Tyrannosaurus in Die weißen Steine:
Band I:
Tyrannosaurus ist in diesem Buch der größte tierische Antagonist und tritt in den Kapiteln „Das Monster im Nebel“ und „Joaquin“ in Erscheinung. Der merkwürdige Hügel, den Moritz in „Aliens und Zeitreisen“ entdeckt, ist ein Nisthaufen dieses Dinosauriers. Das aggresive Verhalten der Tiere dient jedoch lediglich zum Schutz ihres Nachwuchses. Sie sind eigentlich nicht besonders an Menschen als Beute interessiert.
Band II:
Tyrannosaurus spielt in diesem Buch nur eine geringere Rolle. Das Brutpaar hat sich nach der wilden und traumatisierenden Jagd im Prolog in sein Revier zurückgezogen, um seine Jungen aufzuziehen. Im Kapitel „Der Bergpass“ tritt die Familie allerdings einmal in Erscheinung, ohne sich dabei aggressiv zu verhalten.
Band III:
Moritz und seine Freunde laufen einem Tyrannosaurus direkt in die Arme, als sie in „Geburtstag“ nach der vermissten Sophie suchen. Das Buch endet hier für die Gruppe am See in einem Cliffhanger. Im Kapitel „Assisi“ entdecken Alicia und ihre Freundinnen in weiter Ferne ebenfalls einen einsamen Tyrannosaurus.
Band IV:
Tyrannosaurus hat in diesem Buch die bisher meisten Auftritte und ist hier wieder der tierische Haupt-Antagonist, wobei aber kein Mensch tatsächlich durch ihn zu Schaden kommt. In den meisten Szenen stellt er keine Bedrohung dar, sodass man vor allem Einblicke in sein Verhalten bekommt.
- Ein noch nicht ganz ausgewachsener Tyrannosaurus verfolgt Moritz und seine Freunde in „Der sterbende See“ bis zu ihrer Höhle, wo er sie tageland belagert. Moritz tauft das Exemplar auf den Namen „Narbenauge“.
- In „Erinnerungen“ werden Leon, Marie, Wasi, Hannah und John Zeuge einer dramatischen Jagdszene. Die T. rex-Familie erlegt dabei geneimsam einen jungen Triceratops.
- In „Asche und Blut“ begegnen Moritz und seine Freunde auf der Flucht vor dem Vulkan zunächst wieder Narbenauge und seinen Geschwistern, die sich aber ebenfalls nur auf der Flucht befinden und die Menschen nicht angreifen. Anders jedoch das männliche, ausgewachsene Tier: Es bewacht energisch seine Partnerin und treibt die Gruppe auseinander. Moritz und Melina werden in die eine, Max in eine andere und der Rest der Gruppe wieder in eine andere Richtung verschlagen.
- Ein Tyrannosaurus-Jungtier wandert in „Skylla und Charybdis“ am Strand entlang und trifft dabei auf John. Der macht auf das Tier mit seiner Fackel so einen Eindruck, dass es nicht wagt, ihn anzugreifen und einfach weiterzieht.
- Max wird in „Der lange Weg nach Hause“ von den jungen Tyrannosauriern gerettet: die halbwüchsigen Dakotaraptoren haben ihn bereits zu Boden gebracht, als die Rex-Jungtiere auftauchen. Sie töten einen der Dakotaraptoren und vertreiben den Rest.
- In „Drachen“ begegnen Moritz und Melina dem männlichen Tyrannosaurus erneut, der eine Gruppe Palaeosaniwa von dem Kadaver seiner Partnerin vertreibt. Doch ist das keineswegs als postume Zuneigung zu verstehen: der Tyrannosaurus frisst an dem Kadaver schließlich selbst.

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Wissenschaftliches zu Tyrannosaurus:
Tyrannosaurus war nicht nur der größte, sondern auch der am weitesten verbreitete Theropode des spätkreidezeitlichen Nordamerika. Seine Überreste wurden über den gesamten Westen des Kontinents hinweg gefunden. Vom Norden Kanadas bis weit nach Mexiko beherrschte Tyrannosaurus seine Umwelt. Möglicherweise reichte sein Verbreitungsgebiet sogar noch bis nach Asien. Außerdem gehört Tyrannosaurus zu den am besten erforschten Dinosauriern der Welt – sowohl weil als auch weswegen er der bekannteste Dinosaurier der Welt ist.
Forschungsgeschichte
Der berühmte Knochenjäger und Assistenzkurator am American Museum of Natural History Barnum Brown entdeckte im Jahr 1900 in der Lance Formation in Wyoming das erste teilweise erhaltene Skelett von Tyrannosaurus rex. Zwei Jahre später, 1902, fand Brown ein weiteres Teilskelett in einer heute als Hell Creek Formation bekannten Lagerstätte in Montana. Dieses bestand aus etwa 34 fossilen Knochen. Brown schrieb damals über diesen Fund:
„Steinbruch Nr. 1 enthält den Oberschenkelknochen, die Schambeine, den Oberarmknochen, drei Wirbel und zwei nicht näher bestimmte Knochen eines großen fleischfressenden Dinosauriers, der von Marsh noch nicht beschrieben wurde. … Ich habe im Kreidezeitalter noch nie etwas Vergleichbares gesehen.“1Dingus, L. & Norell, M. (2010). Barnum Brown – The man who discovered Tyrannosaurus rex. University of California Press, 90, 124.
Im Jahr 1905 gab Henry F. Osborn, der damalige Präsident des American Museum of Natural History, dem zweiten Skelett den Namen Tyrannosaurus rex. Der Gattungsname stammt aus dem Griechischen: τύραννος (tyrannos) bedeutet „Tyrann“, und σαῦρος (sauros) bedeutet „Echse“. Für den Artnamen verwendete Osborn das lateinische Wort rex, also „König“. Der vollständige wissenschaftliche Name lässt sich daher als „König der Tyrannenechsen“ oder „tyrannische Königsechse“ übersetzen. Ein anderes Skelett beschrieb Osborn im selben Jahr und Paper unter dem Namen Dynamosaurus imperiosus.2Osborn, H. F. (1905). Tyrannosaurus and other Cretaceous carnivorous dinosaurs. Bulletin of the AMNH, 21(14), 259–265. Bereits 1906 erkannte Osborn jedoch, dass beide Skelette zur selben Art gehörten, und entschied sich dafür, Tyrannosaurus als gültigen Namen zu verwenden.3Osborn, H. F. & Brown, B. (1906). Tyrannosaurus, Upper Cretaceous carnivorous dinosaur. Bulletin of the AMNH, 22(16), 281–296.

Das Typusexemplar befindet sich heute im Carnegie Museum of Natural History in Pittsburgh (Pennsylvania), gekauft im Jahre 1941 für damals 7.000 Dollar. Inflationsbereinigt wären das heute mehr als 150.000 Dollar44Dingus, L. & Norell, M. (2010). Barnum Brown – The man who discovered Tyrannosaurus rex. University of California Press, 90, 124.[/mfn], was aber im Vergleich zu den Preisen, zu denen Tyrannosaurus-Originalexemplare heutzutage gehandelt werden, immer noch ein Schnäppchen ist. Das Material von Dynamosaurus befindet sich heute in den Sammlungen des Natural History Museum in London.5Breithaupt, B. H. et al. (2006). Dynamosaurus imperiosus and the earliest discoveries of Tyrannosaurus rex in Wyoming and the West. New Mexico Museum of Natural History and Science Bulletin, 35, 258.

Frühere Funde
Doch eigentlich waren diese Exemplare gar nicht die ersten Spuren von Tyrannosaurus in der Forschungsgeschichte! Bereits 1874 entdeckte ein Student namens Peter T. Dotson auf dem South Table Mountain in Colorado einen gewaltigen Zahn, bei einer Grabung unter der Leitung von Arthur Lakes. In den frühen 1890er-Jahren sammelte auch der Knochenjäger John B. Hatcher Knochenreste im östlichen Wyoming, die heute zu Tyrannosaurus gerechnet werden. Diese Fossilien wurden zunächst aber einem riesigen Ornithomiosaurier, beannt als Ornithomimus grandis, zugeschrieben. 6Breithaupt, B. H. et al. (2005). In celebration of 100 years of Tyrannosaurus rex – Manospondylus gigas, Ornithomimus grandis, and Dynamosaurus imperiosus, the earliest discoveries of Tyrannosaurus rex in the West. Abstracts with Programs, 37(7), 406.
1892 fand Edward D. Cope, einer der beiden Kontrahenten in den berüchtigten Bone Wars, zwei Wirbelfragmente eines großen Dinosauriers. Cope nahm an, dass diese Fragmente zu einem „agathaumiden“ Dinosaurier gehörten, also zu einem Vertreter der Ceratopsier. Er gab ihm den Namen Manospondylus gigas, was „riesiger poröser Wirbel“ bedeutet. Der Name bezog sich auf die zahlreichen Öffnungen für Blutgefäße, die er im Knochen erkannte.7Breithaupt, B. H. et al. (2005). In celebration of 100 years of Tyrannosaurus rex – Manospondylus gigas, Ornithomimus grandis, and Dynamosaurus imperiosus, the earliest discoveries of Tyrannosaurus rex in the West. Abstracts with Programs, 37(7), 406. Die Überreste von M. gigas wurden jedoch 1907 von Hatcher neu untersucht und als Knochen eines Theropoden und nicht eines Ceratopsiers identifiziert.8Hatcher, J. B. (1907). The Ceratopsia. Monographs of the United States Geological Survey, 49, 113–114.
Manospondylus gigas – Der Name Tyrannosaurus rex in Gefahr?
Henry F. Osborn hatte bereits 1917 die Ähnlichkeit zwischen Manospondylus gigas und Tyrannosaurus rex erkannt und darüber geschrieben. Zu diesem Zeitpunkt war allerdings bereits der zweite „poröse Wirbel“ verloren gegangen. Aufgrund des fragmentarischen Zustands der übrigen Wirbel setzte Osborn die beiden Gattungen nicht offiziell gleich, sondern betrachtete die ältere Gattung als unbestimmt.9Osborn, H. F. (1917). Skeletal adaptations of Ornitholestes, Struthiomimus, Tyrannosaurus. Bulletin of the American Museum of Natural History, 35(43), 733–771.
Im Juni 2000 entdeckte das Black Hills Institute unter der Leitung von Peter Larson etwa zehn Prozent eines Tyrannosaurus-Skeletts an einer Fundstelle, die sehr wahrscheinlich der ursprünglichen Fundstelle von M. gigas entspricht. Nach diesem Fund hätte der Name Tyrannosaurus rex eigentlich gemäß der Prioritätsregel des International Code of Zoological Nomenclature (ICZN) aufgegeben werden müssen, was Larson auch vorschlug, nachdem er dieses Exemplar für dasselbe Tier wie den Holotyp von M. gigas auswies.10Larson, N. L. (2008). One hundred years of Tyrannosaurus rex – the skeletons. In Larson, P. & Carpenter, K. (Eds.), Tyrannosaurus rex, the Tyrant King. Indiana University Press, 1–55. Andere Forscher, darunter Christopher Brochu, waren diesbezüglich aber skeptisch. Er argumentierte, dass beide Taxa zwar wahrscheinlich dieselbe Art darstellen, es jedoch unmöglich sei zu beweisen, dass das vom Black Hills Institute entdeckte Exemplar tatsächlich genau dasselbe Tier ist wie M. gigas, da der Holotyp von M. gigas sehr schlecht erhalten ist. Zudem besagt eine Änderung des Internationalen Codes der Zoologischen Nomenklatur aus dem Jahr 2000, dass ein in der Öffentlichkeit weit verbreiteter Name wie T. rex Vorrang vor einem Namen mit rein technischer Priorität hat, wenn dieser seit dem Jahr 1899 über mehr als fünfzig Jahre hinweg nicht mehr als gültiger Name in der wissenschaftlichen Literatur verwendet wurde, wie es bei M. gigas der Fall ist. Tyrannosaurus rex darf seinen ikonischen Namen also behalten.11Brochu, C. R. (2003). Osteology of Tyrannosaurus rex – insights from a nearly complete skeleton and high-resolution computed tomographic analysis of the skull. Society of Vertebrate Paleontology Memoirs, 7, 1–138. doi:10.2307/3889334
Neuere Forschungen
Von den 1910er-Jahren bis zum Ende der 1950er-Jahre blieben die Funde von Barnum Brown die einzigen bekannten Exemplare von Tyrannosaurus. Die Weltwirtschaftskrise und mehrere Kriege hielten viele Paläontologen davon ab, weitere Feldforschungen durchzuführen.12Larson, N. L. (2008). One hundred years of Tyrannosaurus rex – the skeletons. In Larson, P. & Carpenter, K. (Eds.), Tyrannosaurus rex, the Tyrant King. Indiana University Press, 1–55. Erst seit den 1960er-Jahren nahm das wissenschaftliche Interesse an Tyrannosaurus rex wieder stark zu. In dieser Zeit wurden in West-Nordamerika insgesamt 42 Skelette entdeckt, deren Erhaltungszustand zwischen etwa fünf und achtzig Prozent lag. Besonders viele neue Funde wurden in den 1990er-Jahren gemacht, fast doppelt so viele wie in allen vorherigen Jahrzehnten zusammen.13Larson, N. L. (2008). „One hundred years of Tyrannosaurus rex: the skeletons“. In Larson, P.; Carpenter, K. (eds.). Tyrannosaurus rex, The Tyrant King. Bloomington, IN: Indiana University Press. pp. 1–55. ISBN 978-0-253-35087-9. Dazu gehörten auch einige der vollständigsten und berühmtesten Tyrannosaurus-Skelette überhaupt. An diesen habe ich mich bei der Rekonstruktion „meiner“ Tyrannosaurier im Roman orientiert:
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„Sue“, das Weibchen: Am 12. August 1990 entdeckte die Amateurpaläontologin Sue Hendrickson in der Hell Creek Formation ein etwa zu 85 Prozent erhaltenes Tyrannosaurus-Skelett, das bis dahin vollständigste und größte. Es wurde nach seiner Entdeckerin benannt. Nach einem Rechtsstreit wurde das Fossil 1997 für 7,6 Millionen Dollar vom Field Museum of Natural History in Chicago erworben und ist dort seit 2000 ausgestellt. |
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„Stan“, das Männchen: Ein weiteres berühmtes Exemplar wurde nach dem Amateurpaläontologen Stan Sacrison benannt. Es wurde 1992 ebenfalls in der Hell Creek Formation gefunden und ist das zweitvollständigste bekannte Tyrannosaurus-Skelett, mit 199 erhaltenen Knochen geborgen, etwa siebzig Prozent des gesamten Skeletts. „Stan“ diente als Vorlage für jede Menge Abgüsse, die nun in Museen auf der ganzen Welt ausgestellt sind. Das Original ist seit 2025 im neuen Naturkundemuseum von Abu Dhabi zu sehen, nachdem er für 31,8 Milliomem Dollar ersteigert wurde. „Stan“ zeigt zahlreiche Knochenverletzungen, darunter gebrochene und wieder verheilte Rippen, einen gebrochenen Halswirbel sowie ein großes Loch im Hinterkopf, ungefähr so groß wie ein Tyrannosaurus-Zahn. |
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„Bucky“, der Antagonist „Narbenauge“: 1998 entdeckte der zwanzigjährige Bucky Derflinger einen aus dem Boden ragenden Zeh eines Tyrannosaurus und wurde damit zum jüngsten Menschen, der je ein Exemplar dieser Art entdeckt hat. Das Fossil erhielt ebenfalls den Namen des Entdeckers. Es gehörte zu einem jungen erwachsenen Tier, das etwa drei Meter hoch und elf Meter lang war. Bucky ist das erste Tyrannosaurus-Skelett, bei dem eine Furcula, also ein Gabelbein oder Wunschbein, erhalten ist. Das Skelett wird heute dauerhaft im The Children’s Museum of Indianapolis ausgestellt. |
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„Jane“, die „Halbstarken“: Im Sommer 2001 entdeckten Expeditionen des Burpee Museum of Natural History ein etwa fünfzig Prozent vollständiges Skelett eines jungen Tyrannosaurus in der Hell Creek Formation. Dieses Fossil erhielt den Spitznamen „Jane“. Sie war und ist bis heute Gegenstand einer wissenschaftlichen Kontroverse: die Mehrheit der Forscher hielt sie bis vor kurzem noch für einen jugendlichen T. rex, doch viele andere Experten interpretierten sie als Vertreterin einer eigenen, viel kleineren Tyrannosaurier-Art namens Nanotyrannus. 2025 wurde sie als Holotyp für die neue Art Nanotyrannus lethaeus beschrieben. Dies sehen einige Forscher aber weiterhin mit Skepsis. Vorbei ist der „Streit“ also noch nicht! |
Anhand dieser, aber auch vieler weiterer gefundener Exemplare haben Forscher auf der ganzen Welt inzwischen einige sehr erstaunliche Erkenntnisse gewonnen. Jedes Jahr erscheinen neue Studien zu seiner Anatomie, seiner Lebensweise und seines möglichen Verhaltens. Damit ist Tyrannosaurus einer der am besten erforschten Dinosaurier überhaupt und derjenige Bewohner von Hell Creek, bei dem ich mir die wenigstens literarischen Freiheiten erlaubt habe.
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Bis heute wurde allerdings noch kein nur wenige Tage bzw. Wochen altes Tyrannosaurus-Baby gefunden. Wir wissen also bislang noch nicht, wie die frischgeschlüpften Jungtiere ausgesehen haben. |
Wachstum und „Lebensgeschichte“
Der Weg vom Schlüpfling zum ausgewachsenen Tier galt bei T. rex bis vor kurzem als sehr gut rekonstruiert. Histologische Analysen an Knochen verschiedener Exemplare hatten gezeigt, dass das Jugendwachstum einer S-förmigen Kurve folgte: Junge Tiere sollen bis etwa zum 14. Lebensjahr unter 1.800 kg geblieben sein, danach habe eine etwa vier Jahre dauernde Phase extrem schnellen Wachstums eingesetzt, in der sie durchschnittlich rund 600 kg pro Jahr zunahmen. Mit etwa 16 bis 18 Jahren soll sich das Wachstum deutlich verlangsamt haben, sodass sich selbst bei deutlich älteren Tieren nur noch geringe Gewichtsunterschiede feststellen lassen.16Horner, J. R. & Padian, K. (2004). Age and growth dynamics of Tyrannosaurus rex. Proceedings: Biological Sciences, 271(1551), 1875–1880. doi:10.1098/rspb.2004.2829 So betrug der Gewichtsunterschied zwischen der 28 Jahre alten Sue und einem 22 Jahre alten kanadischen Exemplar (RTMP 81.12.1) nur etwa 600 kg.17Erickson, G. M. et al. (2006). Tyrannosaur life tables – an example of nonavian dinosaur population biology. Science, 313(5784), 213–217. doi:10.1126/science.1125721 In der Phase des extremen Wachstumsschubs hingegen hätte ein T. rex dagegen bis zu etwa 1.790 kg pro Jahr zugenommen.18Hutchinson, J. R. et al. (2011). A computational analysis of limb and body dimensions in Tyrannosaurus rex with implications for locomotion, ontogeny, and growth. PLoS ONE, 6(10), e26037. doi:10.1371/journal.pone.0026037 Der abrupte Rückgang der Wachstumsrate nach der schnellen Wachstumsphase wiederum könnte ein Hinweis auf das Erreichen der Geschlechtsreife sein. Dies wird auch durch den Fund von medullärem Knochengewebe im Oberschenkelknochen von „B-Rex“, einem 16 bis 20 Jahre alten T. rex aus Montana gestützt. Solches Knochengewebe kommt bei heutigen Vögeln nur bei Weibchen während der Eiablage vor und zeigt daher an, dass dieses Tier geschlechtsreif gewesen sein muss.19Schweitzer, M. H. et al. (2005). Gender-specific reproductive tissue in ratites and Tyrannosaurus rex. Science, 308(5727), 1456–1460. doi:10.1126/science.111215820Lee, A. H. & Werning, S. (2008). Sexual maturity in growing dinosaurs does not fit reptilian growth models. Proceedings of the National Academy of Sciences, 105(2), 582–587. doi:10.1073/pnas.070890310521Schweitzer, M. H. et al. (2016). Chemistry supports the identification of gender-specific reproductive tissue in Tyrannosaurus rex. Scientific Reports, 6, 23099. doi:10.1038/srep23099
Basierend auf diesen Studien habe ich „meinem“ T. rex in Die Weißen Steine einen entsprechenden Lebenszyklus gegeben. Auch das Familienleben habe ich entsprechend so dargestellt, dass die unterschiedlich großen Individuen unterschiedliche Rollen im Verhalten und auch im Ökosystem einnehmen.

Doch diese Darstellung könnte neueren Studien zufolge nicht mehr wahrscheinlich sein. Im Jahr 2026 führten Woodward, Myhrvold und Horner eine umfassende histologische Analyse von 17 Tyrannosaurier-Exemplaren durch und konnten dabei an den ältesten Exemplaren deutlich mehr „Wachstumsringe“ feststellen als bisher sichtbar. Sie argumentierten daher, dass das Wachstum von Tyrannosaurus wahrscheinlich deutlich langsamer und gleichmäßiger verlief als in früheren Studien angenommen. Demnach könnte es eine längere Phase subadulter Entwicklung gegeben haben, wobei die maximale Körpergröße erst im Alter von etwa 35 bis 40 Jahren erreicht wurde. Gleichzeitig stellten die Autoren fest, dass die Wachstumsmuster zweier unersuchter Exemplare, darunter „Jane“, nicht zu den anderen Tyrannosaurus-Fossilien im Modell passten.22Woodward, H. N. et al. (2026). Prolonged growth and extended subadult development in the Tyrannosaurus rex species complex revealed by expanded histological sampling and statistical modeling. PeerJ, 14, e20469. doi:10.7717/peerj.20469 Somit könnte „Jane“ tatsächlich eine andere Spezies, also einen Nanotyrannus darstellen, wie auch kurz zuvor in einer Studie von Zanno und Napoli (2025) vorgeschlagen wurde.23Zanno, L. E. & Napoli, J. G. (2025). Nanotyrannus and Tyrannosaurus coexisted at the close of the Cretaceous. Nature. doi:10.1038/s41586-025-09801-6 Wenn aber „Jane“, die für viele der oben genannten Studien eines der wichtigsten Referenzexemplare war, aber nun gar kein T. rex ist, dann müssen sämtliche bisherige Datensätze zu den Wachstumsmodellen noch einmal überprüft werden. Und die These, dass Tyrannosaurus schnell wuchs und jung starb,24Paul, G. S. (2008). Chapter 18 – The extreme life style and habits of the gigantic tyrannosaurid superpredators of the Cretaceous North America and Asia. In Larson, P. L. & Carpenter, K. (Eds.), Tyrannosaurus, the Tyrant King. Indiana University Press, 307–345.25Holtz, T. R. Jr. (2013). The life and times of Tyrannosaurus rex, with Dr. Thomas Holtz. Burke Museum of Natural History and Culture. könnte dann nicht mehr so stehen bleiben. Hier gilt es nun, weitere Studien und Revisionen abzuwarten.
Haut oder Federn?
Seit der Entdeckung von Federstrukturen bei fleischfressenden Dinosauriern wird auch bei Tyrannosaurus immer wieder darüber spekuliert, ob er gefiedert gewesen sein könnte. Bei mehreren früheren Tyrannosauroiden aus China konnten Federn sogar bereits direkt nachgewiesen, z.B. bei Dilong paradoxus26Xing, X. et al. (2004). Basal tyrannosauroids from China and evidence for protofeathers in tyrannosauroids. Nature, 431(7009), 680–684. doi:10.1038/nature02855 oder auch beim noch weit größeren Yutyrannus huali.27Xing, X. et al. (2012). A gigantic feathered dinosaur from the Lower Cretaceous of China. Nature, 484(7392), 92–95. doi:10.1038/nature10906 Die bekannten Hautabdrücke von Tyrannosaurus zeigen aber allesamt ein mosaikartiges Muster aus kleinen Schuppen, aber keine Ansatzstellen für Federkiele.28Bell, P. R. et al. (2017). Tyrannosauroid integument reveals conflicting patterns of gigantism and feather evolution. Biology Letters, 13(6), 20170092. doi:10.1098/rsbl.2017.0092 Falls Tyrannosaurus also Federn besaß, dann wohl nur in sehr begrenztem Ausmaß. So trug er wahrscheinlich kein vollständiges Federkleid: dies hätte einem so großen Tier in einem subtropischen Lebensraum einen Nachteil bei der Thermoregulierung verschafft.
Aus diesem Grund habe ich nur die Jungtiere von T. rex in Die Weißen Steine als gefiedert dargestellt. Mit zunehmenden Alter wird das Federkleid dann immer dünner. Die Erwachsenen haben es fast völlig verloren. Ledigich das Männchen nutzt noch eine „Mähne“ und Armfedern zur innerartlichen Kommunikation und bei der Balz.

Lippen?
Auch die Frage, ob die Zähne bei T. rex sichtbar blieben, wenn er sein rieisges Maul schloss, oder ob sie durch Lippen verborgen blieben, wird in der Forschung noch diskutiert. Ein Konferenzbeitrag aus dem Jahr 2016 schlug vor, dass Theropoden wie Tyrannosaurus ihre oberen Zähne von Lippen bedeckt hatten, statt frei liegender Zähne wie bei heutigen Krokodilen. Grundlage dieser Hypothese war das Vorhandensein von Zahnschmelz, der laut Studie feucht gehalten werden muss. Dieses Problem ist bei wasserlebenden Tieren wie Krokodilen weniger relevant, weshalb ihre Zähne auch bei geschlossenem Maul sichtbar sein können.29Reisz, R. R. & Larson, D. (2016). Dental anatomy and skull length to tooth size ratios support the hypothesis that theropod dinosaurs had lips. 4th Annual Meeting, 2016, Canadian Society of Vertebrate Palaeontology. An diesem Vorschlag gibt es jedoch auch Kritik, und auch alternative hypothetische Ansätze. Eine Studie von 2017 schlug stattdessen vor, dass Tyrannosauriden große, flache Schuppen auf der Schnauze besaßen und keine Lippen, ähnlich wie moderne Krokodile.30Carr, T. D. et al. (2017). A new tyrannosaur with evidence for anagenesis and crocodile-like facial sensory system. Scientific Reports, 7, 44942. doi:10.1038/srep44942 Allerdings besitzen Krokodile tatsächlich stark rissige, verhornte Haut und keine glatten Schuppen. Durch den Vergleich der rauen Knochenoberflächen von Tyrannosauriden mit der Hautstruktur heutiger Echsen kamen Forscher zu dem Schluss, dass Tyrannosauriden eher schuppenartige Haut ähnlich moderner Echsen hatten als eine krokodilartige Hautstruktur.31Milinkovitch, M. et al. (2013). Crocodile head scales are not developmental units but emerge from physical cracking. Science, 339(6115), 78–81. doi:10.1126/science.1226265
Die jüngsten Studien werfen aber immer mehr in die Waagschale für Lippen im Gesicht des T. rex, weshalb ich mich auch dazu entschlossen habe, ihn in Die Weißen Steine ebenfalls mit Lippen auszustatten. Im Jahr 2023 untersuchten Cullen und Kollegen anatomische Merkmale wie die Verteilung der kleinen Öffnungen (Foramina) in Gesicht und Kiefer, die stärker den Mustern moderner Schuppenkriechtiere wie etwa Waranen oder Meerechsen entsprachen. Diese Tiere haben Lippen. Ein Vergleich der Zähne von Daspletosaurus mit denen des Amerikanischen Alligators zeigte außerdem deutliche Unterschiede. Der Zahnschmelz der Tyrannosauriden zeigte kaum Abnutzung, während die Zähne moderner Krokodile auf der Außenseite stark abgerieben sind. Dies deutet darauf hin, dass die Zähne der Theropoden wahrscheinlich durch Lippen feucht gehalten wurden.32Cullen, T. M. et al. (2023). Theropod dinosaur facial reconstruction and the importance of soft tissues in paleobiology. Science, 379(6639), 1348–1352. doi:10.1126/science.abo7877
Geschwindigkeit
Wohl jedem Kino- als auch Dino-Fan ist sicherlich die Szene aus Jurassic Park im Gedächtnis geblieben, in welcher der ausgebrochene T. rex einen Jeep verfolgt und beinahe einholt. Doch war dies wirklich möglich?
Wissenschaftler haben im Laufe der letzten Jahre sehr unterschiedliche Schätzungen zur möglichen Höchstgeschwindigkeit von Tyrannosaurus ermittelt. Forscher müssen sich bei solchen Berechnungen auf Modelle stützen, weil zwar zahlreiche Spuren großer Theropoden bekannt sind, aber keine eindeutig zeigt, dass diese Tiere tatsächlich rannten, als sie diese hinterließen. Wie die meisten heuitgen Tiere rannten Dinosaurier nur in ganz bestimmten Lebenssituationen in ihrer höchstmöglichen Geschwindigkeit, etwa wenn sie jagten oder flohen. Den größten Teil ihres Lebens bewegten sie sich aber in deutlich langsameren Gangarten.33Hutchinson, J. R. (2004). Biomechanical modeling and sensitivity analysis of bipedal running ability. II. Extinct taxa. Journal of Morphology, 262(1), 441–461. doi:10.1002/jmor.10240 Als extrem massiver und schwer gebauter Fleischfresser konnte er vermutlich nicht so schnell laufen wie andere große Theropoden wie Carnotaurus oder Giganotosaurus, die mit 45km/h tatsächlich sehr schnelle Läufer gewesen sein könnten.34Hutchinson, J. R. & Garcia, M. (2002). Tyrannosaurus was not a fast runner. Nature, 415(6875), 1018–1021. doi:10.1038/4151018a
Tyrannosaurus besaß allerdings mehrere anatomische Merkmale, die auch ihm eine effiziente Fortbewegung begünstigten. Dazu gehören relativ lange Unterschenkel und Füße im Vergleich zum Oberschenkelknochen sowie ein besonders stabil gebauter Mittelfuß. Dabei war der dritte Mittelfußknochen zwischen den beiden anderen eingeklemmt, wodurch eine Struktur entstand, die als Arctometatarsus bezeichnet wird. Diese Konstruktion hat wahrscheinlich dazu beigetragen, die Kräfte beim Laufen effizient vom Fuß auf das Bein zu übertragen.35Holtz, T. R. (1996). Phylogenetic taxonomy of the Coelurosauria (Dinosauria; Theropoda). Journal of Paleontology, 70(3), 536–538. doi:10.1017/S002233600003850636Benton, M. (2014). Vertebrate palaeontology. John Wiley & Sons, 193. Dies machte Tyrannosaurus zu einem effizienten Langstreckenläufer: 2020 haben Forscher die Beinproportionen, die Körpermasse und die Bewegungsweise von mehr als siebzig Theropodenarten verglichen. Dabei zeigte sich, dass lange Beine bei kleineren Theropoden vor allem einer hohen Geschwindigkeit dienten, während sie bei sehr großen Arten eher dazu beitrugen, beim eher gemächichen Gehen Energie zu sparen, was das Durchstreifen sehr großer Reviere ermöglichte.37Dececchi, T. A. et al. (2020). The fast and the frugal – divergent locomotory strategies drive limb lengthening in theropod dinosaurs. PLoS ONE, 15(5), e0223698. doi:10.1371/journal.pone.0223698 Eine Studie aus dem Jahr 2021 am Exemplar „Trix“ berechnete die bevorzugte Gehgeschwindigkeit von Tyrannosaurus auf etwa 1,28 Meter pro Sekunde, also rund 4,6 km/h. Bei dieser Geschwindigkeit verbrauchen Tiere besonders wenig Energie, weil ihre Bewegungen im Rhythmus der natürlichen Schwingungen des Körpers erfolgen. Für Dinosaurier spielte dabei offenbar auch der Schwanz eine wichtige Rolle. Während des Gehens bewegte er sich leicht auf und ab, wobei Bänder Energie speicherten und wieder freisetzten.38van Bijlert, P. A. et al. (2021). Natural frequency method – estimating the preferred walking speed of Tyrannosaurus rex based on tail natural frequency. Royal Society Open Science, 8(4), 201441. doi:10.1098/rsos.201441
Dabei blieb Tyrannosaurus trotzdem sehr beweglich: er konnte sich deutlich schneller um die eigene Achse drehen als andere Theropoden und auch seinen Lauf sehr plötzlich beschleunigen. Möglicherweise war er sogar in der Lage, sich während der Jagd auf einem Fuß zu drehen, während das andere Bein nach vorn schwang, ähnlich einer Pirouette.39Cotton, J. R. et al. (2019). Lower rotational inertia and larger leg muscles indicate more rapid turns in tyrannosaurids than in other large theropods. PeerJ, 7, e6432. doi:10.7717/peerj.6432 Die maximale Laufgeschwindigkeit eines ausgewachsenen T. rex wird heute auf zwischen mindestens 15 bis maximal 30km/h beziffert,40Hirt, M. R. et al. (2017). A general scaling law reveals why the largest animals are not the fastest. Nature Ecology & Evolution, 1(8), 1116–1122. doi:10.1038/s41559-017-0241-4 wobei die höheren Werte aber aufgrund der enormen Belastung für Muskulatur, Gelenke und Knochen und auch einem extremen Verletzugsrisiko bei Stürzen als eher unwahrscheinlich angesehen werden.41Sellers, W. I. et al. (2017). Investigating the running abilities of Tyrannosaurus rex using stress-constrained multibody dynamic analysis. PeerJ, 5, e3420. doi:10.7717/peerj.3420 Jedoch gilt dies nur, wenn man eine relativ weite Schrittlänge veranschlagt. Neue Berechnungen zeigen aber, dass sich der Fuß von Tyrannosaurus beim Laufen eher wie der eines Vogels verhielt. Seine Schritte waren vergleichsweise kurz, dafür setzte er sie schneller hintereinander. Die so berechneten Höchstgeschwindigkeiten liegen für ausgewachsene Exemplare im Bereich von etwa 18 bis 25 Kilometern pro Stunde und stützen damit vorherige Daten. Somit steht relativ klar fest, dass erwachsene Exemplare wohl keine schnellen Sprinter, sondern eher ausdauernde, kraftvolle Läufer waren – ganz im Gegensatz zu den Jungtieren, die wohl mindestens 40km/h erreichen konnten! Ein ausgewachsener Tyrannosaurus war allerdings immer noch so schnell wie ein durchschnittlicher Fahrradfahrer. Dieser Sachverhalt wird auch im Roman Die Weißen Steine so dargestellt. 42Boeye, A. T. et al. (2026). Evidence of bird-like foot function in Tyrannosaurus. Royal Society Open Science, 13(2), 252139. doi:10.1002/10.1098/rsos.252139
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- 7Breithaupt, B. H. et al. (2005). In celebration of 100 years of Tyrannosaurus rex – Manospondylus gigas, Ornithomimus grandis, and Dynamosaurus imperiosus, the earliest discoveries of Tyrannosaurus rex in the West. Abstracts with Programs, 37(7), 406.
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- 12Larson, N. L. (2008). One hundred years of Tyrannosaurus rex – the skeletons. In Larson, P. & Carpenter, K. (Eds.), Tyrannosaurus rex, the Tyrant King. Indiana University Press, 1–55.
- 13Larson, N. L. (2008). „One hundred years of Tyrannosaurus rex: the skeletons“. In Larson, P.; Carpenter, K. (eds.). Tyrannosaurus rex, The Tyrant King. Bloomington, IN: Indiana University Press. pp. 1–55. ISBN 978-0-253-35087-9.
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- 17Erickson, G. M. et al. (2006). Tyrannosaur life tables – an example of nonavian dinosaur population biology. Science, 313(5784), 213–217. doi:10.1126/science.1125721
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