Das Naturhistorische Museum in Braunschweig gehörte zu den ersten Museen, die ich bereits als Kind besuchte. Schon damals hat mich dieser Ort ungeheuer fasziniert, und meine Begeisterung für die Natur und Erdgeschichte befeuert. Doch seither hat sich vieles verändert – zum positiven! Das Museum gehört nun, wie ich finde, zu den besten Erlebnismuseen Deutschlands.

Zur Geschichte
Das Staatliche Naturhistorische Museum Braunschweig (SNHM) ist eines der ältesten Museen Europas. Seine Ursprünge reichen bis 1666 zurück, als Herzog Ferdinand Albrecht I. eine Wunderkammer anlegte. Diese war das erste öffentlich zugängliche Museum Deutschlands und ist älter als der Louvre in Paris. 1754 eröffnete Herzog Carl I. das Herzogliche Kunst- und Naturalienkabinett in der Burg Dankwarderode für die Öffentlichkeit. 1857 wurden Kunst- und Naturaliensammlung institutionell getrennt. Unter dem Zoologen Johann Heinrich Blasius entwickelte sich der naturkundliche Bestand zu einem wissenschaftlich geordneten Museum. Später gelangten Teile der geologischen und paläontologischen Sammlungen an das Collegium Carolinum, die heutige Technische Universität Braunschweig. Nach mehreren Umzügen und einer zeitweiligen Schließung wurde das Museum 1921 im Braunschweiger Schloss wiedereröffnet.
1937 bezog es das heutige markante Backsteingebäude an der Pockelsstraße. Den Zweiten Weltkrieg überstand der Bau vergleichsweise glimpflich. Es nahm während der Kriegsjahre verschiedene Institute der stark beschädigten Hochschule auf. In der Nachkriegszeit wurde zunächst Arnold Kleinschmidt kommissarischer Leiter des Museums und 1951 zum Kustos ernannt. 1950 wurde Caesar Boettger zum Ordinarius für Zoologie und nebenamtlichen Museumsdirektor berufen. Sie gestalteten in den Folgejahren die ersten Dioramen und richteten die Schausäle ein. Friedrich Schaller trat 1958 die Nachfolge von Boettger an und ließ moderne, didaktische Gesichtspunkte in die Gestaltung des Museums einfließen. Sein Nachfolger wiederum, Carl Hauenschild, richtete im Untergeschoss am 1967 die Aquarien ein.
Aubau zum modernen Naturkundemuseum
Die nebenamtliche Leitung des Museums durch den hauptamtlichen Ordinarius für Zoologie wurde 1977 aufgehoben, als Otto von Frisch zum Museumsdirektor ernannt wurde. Durch bedeutende Sonderausstellungen baute dieser die Öffentlichkeitsarbeit aus und richtete die Museumspädagogik ein, was sein Nachfolger Gerhard Boenigk ab 1995 weiter ausbaute. 2003 trat Ulrich Joger seine Nachfolge an, der ein Jahr später das 250-jährige Jubiläum des Museums feiern ließ. In den letzten Jahren wurden das Erdgeschoß und die Außenanlagen des Naturhistorischen Museums umfassend umgebaut. Insgesamt 1,9 Millionen Euro investierten das Land Niedersachsen, der Europäische Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und großzügige Förderer aus der Stadt Braunschweig in die Zukunft des Museums. Es entstanden 240 m² neue Ausstellungsfläche. 2019 kam auch das Mineralienkabinett der TU Braunschweig ins Naturhistorische Museum. 2020 eröffnete der neugestaltete Vogelsaal. Seit 2022 ist Mike Reich Museumsdirektor. Er wandelte durch neue Dioramen, Aquarien und didaktische Ausstellungen das klassische Sammlungsmuseum in ein modernes Naturkundemuseum um. Seit 2025 gehört auch das Paläon in Schöningen mit den berühmten altsteinzeitlichen Holzwaffen institutionell zum Museum.
Die Ausstellung
Die Sammlungen des Museums umfassen über 300.000 Objekte, darunter Tiere, Fossilien und Insekten. Auf vier Etagen gibt das Museum Einblicke in die unterschiedlichen Bereiche unserer natürlichen Umwelt und der Erdgeschichte. Im Keller ist sogar eine beeindruckende Sammlung lebender Exponate untergebracht! In artgerecht eingerichteten Terrarien und Aquarien können Besucher hier zahlreiche Fische, Amphibien und Reptilien aus aller Welt bestaunen.

Die Braunschweiger Dioramen
Im Erdgeschoss und im ersten Stock gibt es noch mehr zu entdecken. Insbesondere die landesweit berühmten Braunschweiger Dioramen, in denen in lebensechter Naturumgebung viele heimische Tierarten ausgestellt werden, sind eines der vielen Highlights der Ausstellung. Diese Dioramen zeigen typische und ehemals heimische Tierarten Norddeutschlands wie Rothirsch, Elch oder Luchs. Viele stammen aus den 1950er bis 70er Jahren Jahren. Auch nicht heimische Arten wie Bisam, Waschbär und Marderhund werden gezeigt, die sich nach ihrer Einführung in Europa verbreiteten.

Dinosaurier
Neu dazugekommen ist aber auch eine ausgezeichnete Dinosaurier-Ausstellung, über die Expedition in den Niger von 2007. Dort wurde unter anderem der riesige Sauropode Spinophorosaurus entdeckt, der große Star des Museums. Aber auch mehrere andere Dinosaurier sind im Museum ausgestellt, teils als Abgüsse, teils als lebensechte Modelle. Wechselnde Dauerausstellungen haben ebenfalls häufig die Urzeit zum Thema.

Vogel- und Lichtsaal
Im Vogelsaal wird die beeindruckende Artenvielfalt der noch lebenden Dinosaurier auf unserem Planeten dargestellt. Und im Lichtsaal begegnen einem viele ebenso beeindruckende Arten, die bereits ausgestorben sind – oder leider kurz davor stehen. Auch die Evolution des Menschen hat hier ihren Platz!

Museumsinfos:
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Erdgeschichte, Urzeit, Dinosaurier, Natur, Frühmenschen, regionale Geologie, Afrika-Expedition und vieles mehr. |
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Groß.Auf etwa 2.000 Quadratmetern und mehreren Stockwerken gibt es eine Menge zu entdecken! |
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Angemessen.Eine genaue übersicht über die Preise findest du hier. |
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Umfangreich. 2 – 3 Stunden. |
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Okay. Das Museum verfügt über einen Kaffee- und Snackautomaten. Mitgebrachtes Essen kann im Pausensaal zu sich genommen werden. |
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Kindgerecht, aber kein Spielplatz! Trotzdem ist das Museum für Kinder sehr interessant. Es gibt mehrere Aktivstationen und auch sonst eine Menge zu entdecken. Schließlich ist das Museum als außerschulischer Lernort ausgewiesen. Für quirlige Kinde, die gerne rennen und herumtoben, ist das Museum aber definitiv nicht geeignet. (Das ist aber auch gut so!) |
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Sehr gut.Das Museum ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreichbar. Straßenbahn und Bus halten in unmittelbarer Nähe an der Pockelstraße. Einige kostenfreie Parkplätze und Ladestationen für Elektro-Autos sind ebenfalls verfügbar, ansonsten kann man kostenpflichtig auch in der Nähe parken. |
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Gut! Das Museum ist weitestgehend barrierefrei eingerichtet. Über einen Aufzug lassen sich alle Etagen auch für Menschen mit Einschränkungen gut erreichen. |
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Kein mehrsprachiges Angebot.Das Museum ist zwar sicher auch für Nichtmuttersprachler interessant, allerdings vielleicht ist nicht alles sofort verständlich. Alle Schautafeln sind ausschließlich auf Deutsch, einen mehrsprachigen Führer oder Audioguide gibt es leider nicht. |
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Gut! Mit großer Liebe zum Detail sind die Ausstellungen aufwändig, aber dennoch kindgerecht gestaltet. Die Informationen entsprechen weitestgehend dem aktuellen Stand der Forschung. Im Dinosaurier-Saal konnte ich nur einige Kleinigkeiten feststellen, die vielleicht nachgebessert werden sollten. |
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Gut! Für mich ist das Naturhistorische Museum in Braunschweig nach wie vor ein schönes, nicht zu großes, und dennoch sehr interessantes Museum. Seit meiner Kindheit ist noch so vieles hinzugekommen, und die Ausstellung wird auch stetig durch neue Exponate erweitert. Viele tolle Sonderausstellungen sorgen für Abwechslung und machen jeden neuen Besuch absolut erlebenswert. Ich kann dieses Museum in jedem Fall weiterempfehlen! Nur wenige Kleinigkeiten fehlen hier zur fünf-Sterne-Bewertung, mit welcher das Museum in die Liste der großartigsten Urzeit-Orte Europas aufgenommen werden würde. Einen Platz in meinem Herzen – und sogar als eines meiner Lieblingsmuseen – hat es aber sowieso! |
Achtung:Bei allen Angaben, einschließlich der Sterne-Bewertung, handelt es sich um meine persönliche Einschätzung zum Zeitpunkt meines letzten Besuchs in dem jeweiligen Museum. Diese soll lediglich als Entscheidungshilfe dienen, aber ist keineswegs als Werbung oder Anti-Werbung zu verstehen!
Seit meinem letzten Besuch am 27.07.2025 kann sich im Museum natürlich eine Menge geändert haben. Verlasse dich also bitte nicht allein auf meine Eindrücke, die auch schon einige Jahre her sein können, wenn du deinen eigenen Ausflug planst. Besuche deshalb bitte immer vorher auch die verlinkten Homepages der Betreiber, um aktuelle Informationen zu erhalten!
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Staatliches Naturhistorisches Museum in BraunschweigPockelsstr. 10 38106 Braunschweig (Niedersachsen) |
Wie kommst du dorthin?
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Das Naturhistorische Museum Braunschweig war schon häufiger Ziel meiner beliebten Dino-Treffen. Schon seit 2021 haben wir uns hier regelmäßig getroffen und sogar eine kleine Stamm-Gemeinschaft zusammenbekommen. Dabei sind viele gute Freundschaften entstanden. Ich freue mich schon auf unser nächstes Treffen – das bestimmt bald stattfinden wird! |
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