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Die Weißen Steine

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Paläontologische Sammlung der Universität Tübingen

Posted on Juli 20, 2022Juni 29, 2026 by Markus Kretschmer
Lesedauer 6 Minuten

Tübingen hat aus paläontologischer Sicht einiges zu bieten. Dort befindet sich eine der umfangreichsten Sammlungen Deutschlands und sogar der ganzen Welt. Die Paläontologische Sammlung der Universität Tübingen entstand im frühen 18. Jahrhundert als Forschungs- und Lehrsammlung. Bis heute ist das vorrangige Ziel, der internationalen Wissenschaft Zugang zu oft einmaligem Material zu gewähren.


Zur Geschichte

Die Sammlung entstand im frühen 18. Jahrhundert aus der Naturaliensammlung Johann Georg Gmelins des Älteren. Ihren eigentlichen Aufstieg verdankte sie jedoch Friedrich August Quenstedt, der 1837 den neu geschaffenen Tübinger Lehrstuhl für Mineralogie und Geognosie übernahm. Bei seiner Ankunft soll der Fossilbestand lediglich zwei Schränke gefüllt haben; durch systematische Aufsammlungen, Ankäufe und die Erforschung des Schwäbischen Jura formte Quenstedt daraus eine international bedeutende Lehr- und Forschungssammlung. Seine Arbeiten verknüpften Fossilien eng mit der Gliederung und Datierung der Gesteinsschichten. Später erweiterten besonders Ernst Koken und Friedrich von Huene die Bestände. Ebenfalls eng mit der Sammlung verbunden waren der Invertebratenpaläontologen Otto Heinrich Schindewolf (Jura- und Kreideammoniten, Stammesgeschichte) und nicht zuletzt auch der Begründer der modernen Paläoichnologie, Dolf Seilacher, der nicht nur eine herausragende Spurensammlung aufgebaut hat, sondern auch die Wanderausstellung „Fossil-Art“, die um die Welt reist.

Besonders von Huene machte Tübingen im 20. Jahrhundert zu einem Zentrum der Wirbeltierpaläontologie. Seine Grabungen bei Trossingen in den 1920er-Jahren brachten zahlreiche Skelette des frühen Dinosauriers Plateosaurus hervor; der „Schwäbische Lindwurm“ zählt bis heute zu den Wahrzeichen der Ausstellung. In den 1970er-Jahren modernisierte der Kustos Frank Westphal das Institutsmuseum und inventarisierte große Teile des historischen Materials neu. Heute umfasst die Sammlung ungefähr eine Million Fossilien und gehört damit zu den größten und ältesten paläontologischen Universitätssammlungen der Welt. Sie dient weiterhin gleichzeitig der Forschung, der akademischen Lehre und der öffentlichen Vermittlung.


Die Ausstellung

Die paläontologische Sammlung fühlt sich der Lehre verpflichtet, um den Studierenden den Umgang mit Fossilfunden näher zu bringen. Sie bietet nicht zuletzt auch den Fundus für zahlreiche wissenschaftliche Studienarbeiten. Um die erdgeschichtliche Vergangenheit einer breiten Öffentlichkeit näher zu bringen, sind herausragende, teils einmalige Funde im Museum frei zugänglich präsentiert.

Die öffentliche Sammlung ist in ihrem Aufbau und in Teilen der Präsentationstechnik stark historisierend. Sie soll den großen wissenschaftshistorischen Wert unterstreichen und Einblick in ein Naturalienkabinett vor einhundert Jahren gewähren.

Nebst zahlreichen Meeressauriern bietet die Sammlung eine in ihrer Form einzigartige Präsentation von säugerähnlichen Synapsiden, zwei Skelette des schwäbischen Dinosauriers Plateosaurus, eine Gruppe von Höhlenbären und einen Überblick über die Entwicklung der Lebewelt. Darüber hinaus präsentiert sie zahlreiche, herausragende Funde aus Baden-Württemberg.


Museumsinfos:

Fossilien, Dinosaurier, Synapsiden, Ichthyosaurier, Pleisosaurier, Meereskrokodile und viele weitere Tiere aus dem Posidonienschiefer, dem weißen Jura und der Trias von Schleswig-Holstein; darüber hinaus viele weitere Fossilien auch aus dem Känozoikum. Es werden Exponate aus allen Zeitaltern der Erdgeschichte präsentiert, darunter viele einzigartige Exemplare.

Groß. Die paläontologische Sammlung umfasst derzeit mehr als 600.000 Objekte, die auf mehreren Etagen in hunderten Vitrinen bestaunt werden können.

Der Eintritt in das Museum ist frei!

Anspruchsvoll! 3-5 Stunden.

Keine Angebote! In der Paläontologischen Sammlung gibt es keine Verpflegungsmöglichkeiten. Wenn man freundlich fragt, bekommt man aber vielleicht einen Kaffee angeboten. In der Nähe gibt es aber einen Veggie-Shop, eine Dönerbude und noch weitere Imbisse.

Im Museum gibt es keinen Spielplatz. Für Kinder mit einem erhöhten Bewegungsdrang und ohne der nötigen Ruhe und Geduld, sich für Fossilien zu begeistern, dies sicher nicht der beste Ort und dann auch kein geeignetes Ziel für einen Familienausflug. Wenn sich ihr Kind aber für Fossilien begeistert, wird es hier aber auch ohne Möglichkeit zum Austoben einen schönen Tag verbringen.

Gut. Die Paläontologische Sammlung ist über die öffentlichen Verkehrsmittel mit den Buslinien 3, 4 und 17 vom Hauptbahnhof aus gut zu erreichen. An der Bushaltestelle Brunsstraße aussteigen, der Eingang zur Sammlung befindet sich gleich auf der anderen Straßenseite. Das Museum hat allerdings am Wochenende geschlossen. Parkplätze gibt es zwar nur wenige, doch mit etwas Glück findet man einen in der Nähe.

Mittelmäßig. Das Museum ist nicht in allen Bereichen barrierefrei eingerichtet.

Gut. Zwar braucht man für das Verständnis der ausgestellten Fossilien und Modelle nicht zwangsläufig Deutschkenntnisse, aber die Erklärtafeln sind nur auf Deutsch verfügbar. Die für den Besucherdienst zuständigen Paläontologen sind allerdings gerne bereit, auch auf Englisch oder anderen Sprachen den Besuchen alles Nötige zu erklären.

Ausgezeichnet! Da es sich hier um ein Forschungsinstitut handelt, hat man es bei einer Führung direkt mit Fachleuten zu tun, die einem alles auf dem aktuellen Forschungsstand erklären. Die Ausstellung selbst ist dementsprechend wirklich etwas nur für Urzeit-Enthusiasten, die Interessa an Originalfundstücken und den wissenschaftlichen Hintergründen mitbringen.

Gut! Für mich ein Geheimtipp unter den Urzeit-Museen! So viele großartigen Fossilien bekommt man sonst kaum irgendwo geboten. Wer in Tübingen ist, sollte sich diese Ausstellung nicht entgehen lassen!

Achtung: Bei allen Angaben, einschließlich der Sterne-Bewertung, handelt es sich um meine persönliche Einschätzung zum Zeitpunkt meines letzten Besuchs in dem jeweiligen Museum. Diese soll lediglich als Entscheidungshilfe dienen, aber ist keineswegs als Werbung oder Anti-Werbung zu verstehen!

Seit meinem letzten Besuch am 10.07.2022 kann sich im Museum natürlich eine Menge geändert haben. Verlasse dich also bitte nicht allein auf meine Eindrücke, die auch schon einige Jahre her sein können, wenn du deinen eigenen Ausflug planst. Besuche deshalb bitte immer vorher auch die verlinkten Homepages der Betreiber, um aktuelle Informationen zu erhalten!

Paläontologische Sammlung der Universtität Tübingen

Sigwartstraße 10

72076 Tübingen

(Baden-Württemberg)

Wie kommst du dorthin?

Die Paläontologische Sammlung in Tübingen habe ich zusammen mit Sahar im Juli 2022 besucht, kurz vor unserer spektakulären Dinosaurier-Ausgrabung. Meinen umfassenden Bericht über dieses goßartige Abenteuer findest du hier!
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Einen Grund, anderen eine Freude zu bereiten, findet man schließlich immer!

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