Durch die küstennahe Lage und die von den Flüssen eingeschwemmten Schlammschichten sowie aufgrund des schwachen Sauerstoffgehalts in diesen Gewässern herrschten in und um Holzmaden während des frühen Jura ausgezeichnete Fossilisationsbedingungen. Und einige der schönsten und spektakulärsten Fossilien aus dem süddeutschen Jurameer sind im Urwelt-Museum Hauff ausgestellt, das schon lange nicht mehr nur ein Geheimtipp unter Paläo-Fans weltweit ist, sondern tatsächlich zu den Urzeit-Museen in Deutschland zählt, die man wirklich einmal gesehen haben sollte.

Zur Geschichte
Die Geschichte des Museums begann im späten 19. Jahrhundert mit Bernhard Hauff senior (1866–1950). Im Schieferbruch seiner Familie entdeckte und präparierte er Fossilien aus dem rund 180 Millionen Jahre alten Posidonienschiefer. 1892 gelang ihm die sensationelle Freilegung eines Ichthyosauriers mit erhaltenem Körperumriss. Ab 1906 widmete er sich ganz der Fossilienpräparation; seine Stücke gelangten in Museen weltweit. Für seine Forschungen und seine neuartigen Präparationstechniken verlieh ihm die Universität Tübingen 1921 die Ehrendoktorwürde. Gemeinsam mit seinem Sohn Bernhard Hauff junior errichtete er 1936/37 das erste Museum. Als dieser das Museum übernahm, ließ er von 1967 bis 1971 den heutigen Hauptbau mit zunächst etwa 450 Quadratmetern Ausstellungsfläche errichten. In der dritten Generation erweiterte Rolf Bernhard Hauff den Komplex zwischen 1990 und 1993 auf rund 1.000 Quadratmeter. Seitdem ist es das größte private Naturkundemuseum Deutschlands. Heute wird es in der vierten Generation der Familie Hauff, Bernhard und Franziska Hauff, geleitet.
Die Ausstellung

Naturgetreue Modelle der Saurier, Filme und Computeranimationen des Lebensraumes Jurameer und seiner Unterwasserwelt unterstreichen die moderne Museumsdidaktik. Das Urwelt-Museum Hauff ist seit 2016 als Geopoint des UNESCO Geopark Schwäbische Alb ausgezeichnet.

Es beherbergt die besterhaltenen Präparate aus der Posidonienschiefer-Formation von Holzmaden und Ohmden. Zu den zahlreichen Exponaten gehören Ichthyosaurier, Plesiosaurier, Krokodile, Flugsaurier, Fische, Seelilien, Ammoniten und Belemniten. Das 18 × 6 Meter messende Präparat einer Seirocrinus-Kolonie ist eines der Herzstücke der Ausstellung, sowie ein fast vier Meter langer Ichthyosaurier. Es handelt sich um ein Muttertier mit einem bereits geborenen Jungen. Fünf weitere Embryonen sind im Leib erkennbar.

Der Dino-Park
In der Außenanlage des Museums sind an einem See zwischen urweltlichen Schachtelhalmen, Ginkgo- und Mammutbäumen acht lebensgroße Dinosaurier des Erdmittelalters zu sehen: Diplodocus, Stegosaurus, Iguanodon und Deinonychus, Plateosaurus und Allosaurus. Ein Saurier ist in einem Grabungsfeld verborgen, wo sich die jüngeren Museumsbesucher auch einmal als Paläontologen versuchen dürfen.

Wir jedenfalls waren vom Museum, seiner Ausstellung und auch von den netten Mitarbeitern dort begeistert. Und ich kann jedem Urzeitfan die Reise nach Holzmaden nur ans Herz legen, auch wenn sie mit der Bahn noch so beschwerlich ist. Tipp: kommt besser mit dem Auto. Das ist hier wirklich entspannter.

Museumsinfos:
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Jurameer, Fossilien, Ichthyosaurier, Pleisosaurier, Meereskrokodile und viele weitere Tiere aus dem Posidonienschiefer. |
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Groß. Mit einer Fläche von rund 1000 m² Ausstellungsfläche ist das Urwelt-Museum das derzeit größte privat geführte Naturkundemuseum Deutschlands. |
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Angemessen. Eine Liste mit allen Preisen findest du hier. |
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Umfangreich. 2 – 4 Stunden. |
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Gut. Im Museum gibt es ein Museumscafé, wo man sich mit Kuchen, Eis, Snacks und kalten sowie warmen Getränken verpflegen kann. |
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Ein Kinder-Paradies! In der großen Außenanlage können Kinder nach Herzenslust spielen und toben. Ein Dino-Skelett zum Selberausgraben läd die kleinen Paläontologen zu weiteren Entdeckungen und Abenteuern ein. |
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Mittelmäßig. Das Museum ist die öffentlichen Verkehrsmittel nicht sehr gut zu erreichen. Nach Holzmaden fahren zwar die Bahn und einige Buslinien, man muss jedoch zum Museum von der Haltestelle Holzmaden Seestraße noch etwa 800m laufen. Es empfiehlt sich daher die Anreise mit dem Auto. Ein kostenfreier Parkplatz ist verfügbar. |
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Mittelmäßig. Das Museum ist nicht in allen Bereichen barrierefrei eingerichtet. |
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Mittelmäßig. Zwar braucht man für das Verständnis der ausgestellten Fossilien und Modelle nicht zwangsläufig Deutschkenntnisse, aber die Erklärtafeln sind nur auf Deutsch verfügbar. |
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Gut. Die wunderbaren Fossilien aus dem Posidonienschiefer erzählen auf lehrreiche Weise von dem interessanten Lebensraum „Jurameer“. Das Museum ist sichtbar bestrebt, dabei aktuelle Forschungserkennntnisse zu vermitteln. Modelle und Grafiken sind dabei recht authentisch, auch wenn natürlich an einigen Stellen für ein kritisches Auge Verbesserungsbedarf besteht. |
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Gut. Das Urwelt-Museum Hauff in Holzmaden ist für Urzeit-Fans hochinteressant. Schon allein die Fossilien sind einfach wunderschön, viele sogar einzigartig. Die ständigen Erweiterungen der Ausstellungsfläche und Exponate machen auch einen Wiederbesuch empfehlenswert. |
Achtung: Bei allen Angaben, einschließlich der Sterne-Bewertung, handelt es sich um meine persönliche Einschätzung zum Zeitpunkt meines letzten Besuchs in dem jeweiligen Museum. Diese soll lediglich als Entscheidungshilfe dienen, aber ist keineswegs als Werbung oder Anti-Werbung zu verstehen!
Seit meinem letzten Besuch am 09.07.2022 kann sich im Museum natürlich eine Menge geändert haben. Verlasse dich also bitte nicht allein auf meine Eindrücke, die auch schon einige Jahre her sein können, wenn du deinen eigenen Ausflug planst. Besuche deshalb bitte immer vorher auch die verlinkten Homepages der Betreiber, um aktuelle Informationen zu erhalten!
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Urwelt-Musuem HauffAichelberger Str. 90 73271 Holzmaden (Baden-Württemberg) |
Wie kommst du dorthin?
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Das Urwelt-Museum Hauff in Holzmaden habe ich zusammen mit Sahar im Juli 2022 besucht, kurz vor unserer spektakulären Dinosaurier-Ausgrabung. Meinen umfassenden Bericht über dieses goßartige Abenteuer findest du gibt es einen hier! |
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