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Die neuen Dinosaurier aus 2026

Posted on Dezember 31, 2025Februar 12, 2026 by Markus Kretschmer
Lesedauer 13 Minuten

Das Jahr 2026 hat bereits einige neue Dinosaurier. Bislang wurden 6 neue Gattungen und 4 neue Arten, aber trotzdem ingesamt 7 neue Dinosaurier beschrieben.

Die Zahlen scheinen etwas widersprüchlich zu sein, oder? Wie geht das also auf? Nun, es wurde zunächst einmal eine zwei bereits bekannte Arten (Zalmoxes shqiperorum und Saurornitholestes robustus) jeweils neuen Gattungen (Ferenceratops und Xenovenator) zugeordnet. Die Artnamen blieben dabei gemäß den Regeln des ICZN bestehen. Die anderen Neuzugänge sind aber ganz neue Dinosauriergattungen und -Arten.

Die neue Zuornung von Saurornitholestes robustus zu Xenovenator robustus ist allerdings nicht mit abschließender Sicherheit geklärt, da ihm das charakteristische, kuppelförmige Schädeldach der Typusart X. espinosai fehlt. Es könnte also sein, dass dieser Dinosaurier auch noch einen eigenen neuen Gattungsamen erhalten wird. Da aber X. robustus mit Blick auf den derzeitigen Stand durchaus ein neuer Dinosaurier ist, zählt er hier natürlich mit!

Die neuen Dinosaurier 2026 stammen aus China 🇨🇳 (2), Rumänien 🇷🇴 (1), Mexiko 🇲🇽 (1), den USA 🇺🇸 (1), Argentinien 🇦🇷 (1) undSpanien 🇪🇸 (1).


Die Dinosaurier aus 2026 in der Übersicht:

THEROPODA: (2)

Xenovenator espinosai (Troodontini), Fleisch- oder Allesfresser aus Mexiko 🇲🇽, Oberkreide.1Rivera-Sylva, H. E. et al. (2026). A thick-skulled troodontid theropod from the Late Cretaceous of Mexico. Diversity, 18, 38. doi: 10.3390/d18010038

Xenovenator robustus (Troodontini), Fleisch- oder Allesfresser aus den USA 🇺🇸, Oberkreide.2Rivera-Sylva, H. E. et al. (2026). A thick-skulled troodontid theropod from the Late Cretaceous of Mexico. Diversity, 18, 38. doi: 10.3390/d18010038

SAUROPODOMORPHA: (2)

Yeneen houssayi (Saltasauroidea), Pflanzenfresser aus Argentinien 🇦🇷, Oberkreide.3Filippi, L. S. et al. (2026). Yeneen houssayi gen. et sp. nov. and an overview of the sauropod titanosaurian diversity from Cerro Overo – La Invernada area (Bajo de la Carpa Formation, Santonian), North Patagonia, Argentina. Historical Biology, 1–37. doi: 10.1080/08912963.2025.2584707

Yantaloong lini (Turiasauria?), Pflanzenfresser aus China 🇨🇳, Mitteljura.4Zhang, X.-Q. et al. (2026). The first turiasaurian sauropod (Dinosauria: Eusauropoda) from East Asia. Zoological Journal of the Linnean Society, 206(2), zlaf201. doi:10.1093/zoolinnean/zlaf201

ORNITHISCHIA (3):

Ferenceratops shqiperorum (Ceratopsoidea), Pflanzenfresser aus Rumänien 🇷🇴, Oberkreide.5Maidment, S. C. R. et al. (2026). A hidden diversity of ceratopsian dinosaurs in Late Cretaceous Europe. Nature. doi: 10.1038/s41586-025-09897-w

Foskeia pelendonum (Rhabdodontomorpha), Pflanzenfresser aus Spanien 🇪🇸, Unterkreide.6Dieudonné, P.-E. et al. (2026). Foskeia pelendonum, a new rhabdodontomorph from the Lower Cretaceous of Salas de los Infantes (Burgos Province, Spain), and a new phylogeny of ornithischian dinosaurs. Papers in Palaeontology, 12(1). doi:10.1002/spp2.70057

Haolong dongi (Hadrosauroidea), Pflanzenfresser aus China 🇨🇳, Unterkreide.7Huang, J. et al. (2026). Cellular-level preservation of cutaneous spikes in an Early Cretaceous iguanodontian dinosaur. Nature Ecology & Evolution, 1–8. doi:10.1038/s41559-025-02960-9


Ferenceratops shqiperorum

Neuer Ceratopsier aus Rumänien (Maidment et al. 2026)

Im Jahr 2003 stellten Weishampel et al. die neue Gattung Zalmoxes auf Grundlage von Fossilien auf, die an zahlreichen Fundstellen aus dem Maastrichtium im Haţeg-Becken in Siebenbürgen, Rumänien, entdeckt worden waren. Auf Basis dieses Materials erkannten die Autoren die Rhabdodontidae als neue Familie innerhalb der iguanodonten Ornithopoden an, zu der auch die Gattung Rhabdodon gehört. Weishampel et al. legten Zalmoxes robustus als Typart fest, die zuvor den Gattungen Mochlodon und Rhabdodon zugeordnet worden war. Außerdem beschrieben sie mit Zalmoxes shqiperorum eine zweite Art. Deren Artname ehrt die Menschen aus Shqipëria, dem albanischen Namen für Albanien, geht aber auch auf das albanische Wort shqipe zurück, das „Adler“ bedeutet und somit auch auf die Kieferform des Dinosauriers anspielt. Das Holotyp-Exemplar dieser Art befindet sich im Naturkundemuseum in London.

Es handelt sich um ein teilweise erhaltenes Skelett, bestehend aus einem unvollständigen rechten Unterkieferknochen, einem Rückenwirbel, dem linken Schulterblatt und Rabenbein, Teilen des Beckengürtels und einem vollständig erhaltenen linken Oberschenkelknochen. Gefunden wurde dieses Fossil aber schon viel früher: bereits 1928 war es von Baron Franz Nopcsa als „Individuum I“ in einer Arbeit über Rhabdodon beschrieben worden. In den Jahren nach 2003 wurden auch weitere Knochen noch Zalmoxes shqiperorum zugeordnet, sowohl aus der Sânpetru Formation, aber auch aus der nahegelegenen Densuș Ciula Formation. Häufig geschah die Zuordnung aber ohne gesicherte Zugehörigkeit oder Überschneidung mit dem Holotyp. Mehrere Autoren schlugen auf Grundlage dieser neuen anatomischen Informationen veränderte oder erweiterte Diagnosen für die Art vor. Andere stellten sogar die ganze Gruppenzuordnung der Rhabdodontidae als Ornithopoden infrage.

Klarheit brauchte nun eine neue Studie: Maidment et al. beschreiben darin einen neuen Teilschädel aus der Csehbánya Formation in Ungarn, der Ajkaceratops kozmai zugeordnet wurde, einem mutmaßlichen Vertreter der Ceratopsier. Dieser konnte nun klar als wirklicher Vertreter eines basalen Zweiges der Horndinosaurier bestätigt werden. Dabei erkannten sie aber auch, dass der Holotyp von Zalmoxes shqiperorum zuverlässig zu ebendieser Linie europäischer Ceratopsier gehören muss. Für die andere Zamolxes-Art, Z. robustus, ist diese Zuweisung allerdings weniger sicher  – folglich braucht Z. shqiperorum einen neuen Gattungsnamen. Damit ist Ferenceratops der erste neubeschriebene Dinosaurier 2026, dessen Name „Ferencs Horngesich“t bedeutet (als Referenz auf den Geburtsnamen von Baron Franz Nopcsa). Den Artnamen wird er gemäß den Regeln des ICZN aber behalten.

Diese Beschreibung ist also eine der größten paläontologischen Sensationen der letzten Jahre! Nicht nur haben wir hier also einen ganz neuen Dinosaurier, sondern auch Gewissheit, dass Horndinosaurier auch den europäischen Kontinent bewohnten. Wenigstens auf der Insel Haţeg, einem isolierten Lebensraum, wo die meisten Dinosaurier nur Zwerge waren, kamen sie mit mehreren Arten vor. Zudem stellen sich nun große Fragen zur Gültigkeit der Gruppe der Rhabdodonten, sowie auch zu den Verwandtschaftsverhältnissen innerhalb der Vogelbeckendinosaurier. Insofern können wir sehr gespannt auf weitere Forschungen sein!

Name: Ferenceratops shqiperorum 


Systematik: Ceratopsoidea


Körperlänge: ca. 2m


Gewicht: ca. 50kg


Nahrung: Pflanzenfresser


Lebensraum: SânpetruFormation (Rumänien 🇷🇴)


Zeitraum: Oberkreide (Maastrichtium); vor 69 Ma

Foskeia pelendonum

Neuer Rhabdodontomorph aus Spanien (Dieudonné et al. 2026)

In der spanischen Provinz Burgos wurden in der Fundstelle Vegagete mehrere kleine Ornithopoden entdeckt, die aus der Castrillo de la Reina Formation stammen und in die frühe Kreidezeit datieren. Die Fossilien wurden erstmals im Jahr 2016 von Dieudonné und Kollegen vorgestellt. Obwohl damals bereits mindestens fünf Individuen aus verschiedenen Wachstumsstadien bekannt waren, verzichteten die Forscher zunächst auf eine formale Benennung. Spätere Grabungen brachten zusätzliche Knochen des Schädels ans Licht. Mithilfe moderner Untersuchungsmethoden wie Mikro-CT-Scans konnten diese Funde genauer ausgewertet werden. Auf dieser Grundlage wurde das Material schließlich im Jahr 2026 als neue Gattung und Art beschrieben. Der Dinosaurier erhielt den Namen Foskeia pelendonum. Der Gattungsname leitet sich aus dem Altgriechischen ab und bedeutet sinngemäß „Lichtweider“, was auf die geringe Körpergröße und die pflanzliche Ernährung anspielt. Der Artname verweist auf die Pelendonen, einen keltiberischen Stamm aus der Region des Fundes.

Das bekannte Fossilmaterial von Foskeia stammt von mehreren Individuen und umfasst Knochen des Schädels sowie verschiedene Gliedmaßenknochen. Untersuchungen dieser Knochen zeigten, dass Jungtiere zunächst vierbeinig unterwegs waren, jedoch schon früh im Wachstum zu einer zweibeinigen Fortbewegung übergingen. Das größte bekannte Exemplar gilt als fast ausgewachsenes Tier, was darauf hindeutet, dass Foskeia zu den kleinsten bekannten Ornithopoden zählt. Die Veränderungen der Knochen während des Wachstums deuten auf eine zunehmende Anpassung an eine dynamische und effiziente Fortbewegung hin. Bereits vor der formalen Beschreibung wurde der Vegagete Ornithopode als früher Vertreter der Rhabdodontomorphen eingeordnet. Nach der Benennung ordneten Dieudonné und Kollegen Foskeia einer neu definierten Untergruppe innerhalb dieser Linie zu, die nahe bei den klassischen Rhabdodontiden steht.

Name: Foskeia pelendonum


Systematik: Rhabdodontomorpha


Körperlänge: ca. 1m


Gewicht: ca. 2kg


Nahrung: Pflanzenfresser


Lebensraum: Castrillo de la Reina Formation (Spanien 🇪🇸)


Zeitraum: Unterkreide (Barremium bis Aptium); vor 121 Ma

Haolong dongi

Neuer Hadrosauroid aus China (Huang et al. 2026)

In der Yixian Formation der chinesischen Provinz Liaoning wurde das nahezu vollständige Skelett eines kleinen Ornithopoden entdeckt, das aus der frühen Kreidezeit stammt. Der Fund lebte während der Zeit des Barremiums, also in der Unterkreide. Es wurde als einzelnes, gut erhaltenes Exemplar geborgen und handelt sich um ein Jungtier, das bei seinem Tod eine Länge von etwa zweieinhalb Metern erreichte. Die Fossilien stammen aus einer Region, die für ihre außergewöhnlich gut erhaltenen Dinosaurierfunde bekannt ist. Das Material wurde wissenschaftlich untersucht und schließlich im Jahr 2026 von Huang und Kollegen als neue Gattung und Art beschrieben. Der Dinosaurier erhielt den Namen Haolong dongi. Der Gattungsname stammt aus dem Chinesischen und bedeutet so viel wie stacheliger Drache, ein Hinweis auf besondere Filamentstrukturen. Der Artname ehrt den chinesischen Paläontologen Dong Zhiming für seine Beiträge zur Dinosaurierforschung.

Das bekannte Fossilmaterial von Haolong besteht aus einem fast vollständigen, zusammenhängend erhaltenen Skelett mit großflächig bewahrten Hautresten. Diese zeigen Schuppen, zwischen denen hohle, hornige Filamente eingelagert sind, die sich deutlich von den Federstrukturen fleischfressender Dinosaurier unterscheiden. Die genaue Funktion dieser stachelartigen Borsten ist nicht abschließend geklärt. Sie könnten dem Schutz vor Fressfeinden gedient haben, an der Wärmeregulierung beteiligt gewesen sein oder eine Rolle bei der Wahrnehmung gespielt haben. Da es sich um ein Jungtier handelt, ist unklar, ob ausgewachsene Tiere ähnliche Strukturen trugen. In phylogenetischen Analysen wurde Haolong als früher Vertreter der Hadrosauroiden eingeordnet. Er steht aber außerhalb der späteren Entenschnabeldinosaurier, noch vor anderen bekannten Pflanzenfressern aus derselben Formation wie Bolong und Jinzhousaurus.

Name: Haolong dongi


Systematik: Hadrosauroidea


Körperlänge: ca. 2,5m (Jungtier!)


Gewicht: ca. 250kg (Jungtier!)


Nahrung: Pflanzenfresser


Lebensraum: Yixian Formation (Liaoning, China 🇨🇳)


Zeitraum: Unterkreide (Barremium); vor 126 Ma

Xenovenator espinosai

Neuer Troodontid aus Mexico (Rivera-Sylva et al.)

Bei Feldarbeiten in der Cerro del Pueblo Formation (Fundstelle La Parrita) entdeckte Martha C. Aguillón-Martínez im Sommer 2000 einen partiellen Schädel eines theropoden Dinosauriers. 23 Jahre später beschrieb sie zusammen mit Héctor E. Rivera-Sylva dieses Material erstmals, wobei die Forscher feststellten, dass es sich um das erste fossile Skelettmaterial eines Troodontiden aus Mexiko handelt. Auf eine formelle Benennung wurde dabei jedoch verzichtet. Diese wurden aber nun vorgenommen, nachdem zwei weitere fragmentarische Schädel aus derselben Formation, die Aguillón-Martínez in den Jahren 2002 und 2004 an der Fundstelle Ejido Trincheras sowie auch bei La Parrita entdeckt hatte. Die erhaltenen Knochen zeigen, dass der Schädel eine verdickte Kuppel mit einer rauen, unregelmäßigen Textur trug. Möglicherweise diente diese Kuppel dem Tier bei innerartlichen Rangkämpfen, wie es auch von den Pachycephalosauriern bekannt ist.

Nun trägt der neue Dinosaurier den Namen Xenovenator espinosai. Der Gattungsname setzt sich aus dem griechischen xenos („fremd, seltsam“) und dem lateinischen venator („Jäger“) zusammen. Der Artname espinosai ehrt den mexikanischen Paläontologen Luis Espinosa. Die zugewiesenen Exemplare von Xenovenator zeigen übrigens nicht alle diese auffällige Schädelkuppel. Möglicherweise ist dies ein Hinweis auf ontogenetische Variation: Demnach könnte sich die Kuppel erst im Verlauf des Wachstums gebildet haben. Ebenfalls denkbar: Sexualdimorphismus. Möglicherweise trugen nur die Männchen eine Kuppel. Bei Säugetieren und Vögeln ist so etwas sehr häufig. Xenovenator lebte während des späten Campaniums vor 73 Ma.

Name: Xenovenator espinosai


Systematik: Troodontini


Körperlänge: ca. 3m


Gewicht: ca. 50kg


Nahrung: Fleisch- oder Allesfresser


Lebensraum: Cerro del Pueblo Formation (Mexiko 🇷🇴)


Zeitraum: Oberkreide (Campanium); vor 73 Ma

Xenovenator robustus

Möglicher neuer Troodontid aus New Mexico (Rivera-Sylva et al.)

Im Jahr 2006 benannte und beschrieb Robert Sullivan eine weitere nominelle Art der sogenannten „Mülleimer-Gattung“ Saurornitholestes, auf Basis eines linken Stirnbeins aus der Kirtland Formation von New Mexiko. Bis zu Beginn des 21. Jahrhunders und teilweise noch bis heute ordnen manche Forscher neu aufgetauchtes Fossilmaterial einfach bereits bekannten Gattungen zu, obwohl das Material abweichende Merkmale von diesen zeigt – wenn auch eine gewisse Ähnlichkeit. Trotzdem könnten viele Funde zu eigenständigen Arten gehören, was aber aufgrund des oft schlechten Zustands der Fossilien oft nicht ohne umfassende Untersuchungen erkannt werden kann. Sullivan gab „seinem“ Saurornitholestes den Artnamen robustus, da das Stirnbein außergewöhnlich dick war und sich demnach deutlich von der Typusart, S. langstoni unterscheidet. Der Knochen stammt aus der Willow Wash-Fauna und hat damit ein Alter von etwa 73 Ma.

Spätere Studien kamen jedoch zu dem Schluss, dass das Stirnbein wohl nicht zu einem Dromaeosaurier gehören kann. 2014 schlugen Evans et al. vor, dass es wohl eher zu einem Troodontiden gehörte. Nun haben Rivera-Sylva et al. in der gleichen Studie, in der sie Xenovenator espinosai beschrieben, vorgeschlagen, dass Sullivans Stirnbein ebenfalls zu Xenovenator gehören könnte, und ordnen es mit einiger Vorsicht dieser neuen Gattung zu. Das Stirnbein hat große Ähnlichkeit mit dem mexikanischen Material dieser neuen Gattung. Allerdings besitzt X. robustus kein deutlich kuppelförmiges Schädeldach, sondern nur schwach gewölbte Stirnbeine. Dies könnte darauf hindeuten, dass es sich um ein junges oder weibliches Individuum handelt, oder aber um einen echten artspezifischen Unterschied. Sollte sich bestätigen, dass die Schädelkuppel tatsächlich eine Anpassung an innerartliche Kämpfe darstellt, wäre dies der erste bekannte Fall eines solchen Verhaltens bei einem Nichtvogel-Maniraptoren.

Name: Xenovenator robustus


Systematik: Troodontini


Körperlänge: ca. 3m


Gewicht: ca. 50kg


Nahrung: Fleisch- oder Allesfresser


Lebensraum: Kirtland Formation (New Mexiko; USA 🇺🇸)


Zeitraum: Oberkreide (Campanium); vor 73 Ma

Yantaloong lini

Neuer Eusauropode aus China (Zhang et al. 2026)

Aus der Zhanghe Formation im heutigen China stammt das bislang einzige bekannte Material eines mitteljurassischen Sauropoden, das nun als neuer Dinosaurier beschrieben wurde. SeineFossilien wurden in mitteljurassischen Schichten entdeckt und bestehen aus sechs Wirbeln aus dem vorderen Rumpfbereich. Der neue Dino trägt den Namen Yantaloong lini. Sein Gattungsname bezieht sich auf die Region des Fundortes, während der Artname eine Widmung an Lin trägt, dessen genauer Hintergrund im Originalartikel aber nicht genannt wird. Trotz des fragmentarischen Erhaltungszustands erlaubten die Wirbel eine grundlegende anatomische Einordnung. Yantaloong wird als Vertreter der Eusauropoden interpretiert, also jener Gruppe großer, langhalsiger Pflanzenfresser, die im Oberjura weltweit verbreitet war.

Für die systematische Einordnung von Yantaloong wurden mehrere phylogenetische Datensätze herangezogen und miteinander verglichen. Zhang und Kollegen testeten den Fund in überarbeiteten Analysen früherer Studien und kamen dabei zu unterschiedlichen Ergebnissen, abhängig von der verwendeten Methode. In einer bevorzugten Auswertung erwies sich Yantaloong als naher Verwandter von Jobaria und Lapparentosaurus und stand damit in enger Beziehung zu den sogenannten Turiasauriern. In diesem Fall würde er zu einer erweiterten Auffassung dieser Gruppe gehören. Andere Analysen ordneten ihn hingegen außerhalb dieser Linie ein, teilweise sogar als frühen Vertreter der Macronarier. Aufgrund der größeren Stabilität und besseren taxonomischen Abdeckung bewerteten die Autoren jedoch die turiasaurische Einordnung als am überzeugendsten. Sollte sich diese Position bestätigen, wäre Yantaloong der erste bekannte Turiasaurier aus Ostasien und würde das geografische Verbreitungsgebiet dieser Sauropodengruppe deutlich erweitern.

Name: Yantaloong lini


Systematik: Turiasauria (?)


Körperlänge: ca. 8m


Gewicht: ca. 3.000kg


Nahrung: Pflanzenfresser


Lebensraum: Zhanghe Formation (Yunnan, China 🇨🇳)


Zeitraum: Mitteljura (Bajocium); vor 170 Ma

Yeneen houssayi

Neuer Saltasaurier aus Argentinien (Filippi et al. 2026)

In Aufschlüssen der Fundstelle La Invernada, die zur Bajo de la Carpa Formation im argentinischen Neuquén gehört, kamen in den letzten Jahren insgesamt drei Exemplare von Sauropoden zum Vorschein. Diese befinden sich nun im Museo Municipal Argentino in Urquiza, wo sie weiter erforscht werden. In der gleichen Formation wurden bereits Bonitasaura, Inawentu, Overosaurus, Rinconsaurus und Traukutitan als eigenständige Sauropodengattungen klassifiziert. Nun konnte auf Basis dieser drei Skelette eine weitere Gattung aufgestellt werden: Yeneen houssayi. Der Gattungsname stammt aus der Kultur der Tehuelche (Aonikenk) und bezeichnet ein Wesen, das mit Kälte und Winterwetter verbunden ist. Der Artname wiederum nimmt Bezug auf die Typfundstelle La Invernada, ein spanischer Begriff für einen Überwinterungsplatz von Vieh.

Das Fossilmaterial des Holotypus besteht aus einem teilweise disartikulierten Skelett mit sechs Hals-, Rücken- und  Schwanzwirbenl, mehreren Knochen des Beckengürtels, sowie mehreren Rippen. Ein zweites, in direkter Verbindung mit dem ersten Exemplar gehört zu einem kleineren Individuum und besteht aus einem einzelnen rechten Darmbein. Ein drittes Exemplar befindet sich derzeit noch in Präparation. Eine sichere Zuordnung war aufgrund der anatomischen Übereinstimmungen mit dem Holotypus zwar nicht möglich. Das Material weist aber dennoch Merkmale auf, die es von anderen Titanosauriern unterscheiden. Deshalb wird das dritte Exemplar vorherst nur als cf. Yeneen geführt. Um die Verwandtschaftsverhältnisse von Yeneen zu untersuchen, entwickelten Filippi und Kollegen einen neuen phylogenetischen Datensatz weiter, der schon bei der Beschreibung von Inawentu Anwendung fand. Damit konnte Yeneen der Klade Saltasauroidea zugeordnet werden.

Name: Yeneen houssayi


Systematik: Saltasauroidea


Körperlänge: ca. 8m


Gewicht: ca. 2.500kg


Nahrung: Pflanzenfresser


Lebensraum: Bajo de la Carpa Formation (Neuquén; Argentinien 🇦🇷)


Zeitraum: Oberkreide (Santonium); vor 85 Ma

Dino-Bingo 2026

Solange noch kein neuer Dinosaurier im Jahr 2026 entdeckt oder beschrieben wurde, lief hier auf meiner Seite sowie auf Facebook und Instagram wieder ein Dino-Bingo! Hierbei durften alle meine Leser einen Tipp abgeben:

Wie viele neue Dinos werden im 2026 wohl insgesamt neu beschrieben?

Es gelten alle in einem neuen Forschungspaper veröffentlichten Nichtvogel-Dinosaurier, die 2026 neu dazu kommen kommen werden. Neue Namen, die schon letztes Jahr oder zuvor bereits angekündigt wurden, und bei denen das Paper dann aber auch 2026 erscheint, zählen hier allerdings nicht mit! Diese habe ich schon zu 2025 dazugerechnet. Ich bin gespannt, wie 2026 abschneiden wird!

Gewinner wird sein, wer die korrekte Zahl tippt bzw. mit seinem Tipp der tatsächlichen Anzahl neuentdecker Dinosaurier aus 2026 am nächsten ist. Auf den Gewinner wartet auch dieses Jahr wieder eine schöne Überraschung!

Auch das Jahr 2026 bekam bereits sehr zeitig einen neuen Dinosaurier. Somit endete das Dino-Bingo in diesem Jahr am 07. Januar.

Abgegebene Tipps:

Radenstorf (Instagram): 31

Hans-Jörg Vogel: 32

Gesa Rosella Keksonen: 33

Daniel Walkenfort: 34

Patrick Steikert: 35

Tobias Möser: 36

Marcel Andreas Kopp: 37

Algooneh_beauty_school (Instagram): 38

Dennis Spaniel: 39

Werner Appel: 40

Michael Kubi: 41

Sahar Kretschmer (außer Konkurrenz): 42

Martin Henke: 42

Pyrate_Seagull (Instagram): 43

Kim_und_Spike (Instagram): 44

Daniel Karnbach: 45

strassenschamanin (Instagram): 46

passiveincome.santiago (Instagram): 73


Noch mehr neue Dinosaurier:

Hier kommst du zu den neuen Dinosauriern aus den letzten Jahren:

2021


2022


2023


2024


2025


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