Das Jahr 2026 hat bereits einige neue Dinosaurier. Bislang wurden 10 neue Gattungen und 8 neue Arten, aber trotzdem ingesamt 12 neue Dinosaurier beschrieben.
Die Zahlen scheinen etwas widersprüchlich zu sein, oder? Wie geht das also auf? Nun, es wurde zunächst einmal einige bereits bekannte Arten (Zalmoxes shqiperorum, Saurornitholestes robustus und Chasmosaurus russeli) jeweils neuen Gattungen (Ferenceratops, Xenovenator und Cryptarcus) zugeordnet. Die Artnamen blieben dabei gemäß den Regeln des ICZN bestehen. Außerdem bekamen zwei bekannte Gattungen jeweils neue Arten (Spinosaurus mirablilis und Xenovenator robustus). Die anderen Neuzugänge sind aber ganz neue Dinosauriergattungen und -Arten.
Die neue Zuornung von Saurornitholestes robustus zu Xenovenator robustus ist allerdings nicht mit abschließender Sicherheit geklärt, da ihm das charakteristische, kuppelförmige Schädeldach der Typusart X. espinosai fehlt. Es könnte also sein, dass dieser Dinosaurier auch noch einen eigenen neuen Gattungsamen erhalten wird. Da aber X. robustus mit Blick auf den derzeitigen Stand durchaus ein neuer Dinosaurier ist, zählt er hier natürlich mit!
Die neuen Dinosaurier 2026 stammen aus China 🇨🇳 (2), Rumänien 🇷🇴 (2), Mexiko 🇲🇽 (1), den USA 🇺🇸 (1), Argentinien 🇦🇷 (1) Spanien 🇪🇸 (1), Brasilien 🇧🇷 (1), dem Niger 🇳🇪 (1), Südkorea 🇰🇷 (1) und Kanada 🇨🇦 (1),

Die Dinosaurier aus 2026 in der Übersicht:
THEROPODA: (3)
Spinosaurus mirabilis (Spinosaurinae), Fisch- und Fleischfresser aus dem Niger 🇳🇪, Oberkreide.1Sereno, P. C. et al. Scimitar-crested Spinosaurus species from the Sahara caps stepwise spinosaurid radiation. Science, 391(6787), 1–10. doi:10.1126/science.adx5486
Xenovenator espinosai (Troodontini), Fleisch- oder Allesfresser aus Mexiko 🇲🇽, Oberkreide.2Rivera-Sylva, H. E. et al. (2026). A thick-skulled troodontid theropod from the Late Cretaceous of Mexico. Diversity, 18, 38. doi: 10.3390/d18010038
Xenovenator robustus (Troodontini), Fleisch- oder Allesfresser aus den USA 🇺🇸, Oberkreide.3Rivera-Sylva, H. E. et al. (2026). A thick-skulled troodontid theropod from the Late Cretaceous of Mexico. Diversity, 18, 38. doi: 10.3390/d18010038
SAUROPODOMORPHA: (3)
Dasosaurus tocantinensis (Somphospondyli), Pflanzenfresser aus Brasilien 🇧🇷, Unterkreide.4Mayer, E. L. et al. (2026). A new titanosauriform with European affinities in the Early Cretaceous of Brazil – insights on Somphospondyli phylogeny, histology and biogeography. Journal of Systematic Palaeontology, 24, 2601579. doi:10.1080/14772019.2025.2601579
Yeneen houssayi (Saltasauroidea), Pflanzenfresser aus Argentinien 🇦🇷, Oberkreide.5Filippi, L. S. et al. (2026). Yeneen houssayi gen. et sp. nov. and an overview of the sauropod titanosaurian diversity from Cerro Overo – La Invernada area (Bajo de la Carpa Formation, Santonian), North Patagonia, Argentina. Historical Biology, 1–37. doi: 10.1080/08912963.2025.2584707
Yantaloong lini (Turiasauria?), Pflanzenfresser aus China 🇨🇳, Mitteljura.6Zhang, X.-Q. et al. (2026). The first turiasaurian sauropod (Dinosauria: Eusauropoda) from East Asia. Zoological Journal of the Linnean Society, 206(2), zlaf201. doi:10.1093/zoolinnean/zlaf201
ORNITHISCHIA (6):
Cryptarcus russelli (Chasmosaurini), Pflanzenfresser aus Kanada 🇨🇦, Oberkreide.7Holmes, R. B. et al. (2026). New information on the holotype of Chasmosaurus russelli necessitates the establishment of a new genus to receive the species. Canadian Journal of Earth Sciences. doi:10.1139/cjes-2025-0031
Doolysaurus huhmini (Thescelosaurini), Pflanzen- oder Allesfresser aus Südkorea 🇰🇷, späte Unter- bis frühe Oberkreide.8Jung, J. et al. (2026). A new dinosaur species from Korea and its implications for early-diverging neornithischian diversity. Fossil Record, 29(1), 87–113. doi:10.3897/fr.29.178152
Ferenceratops shqiperorum (Ceratopsoidea), Pflanzenfresser aus Rumänien 🇷🇴, Oberkreide.9Maidment, S. C. R. et al. (2026). A hidden diversity of ceratopsian dinosaurs in Late Cretaceous Europe. Nature. doi: 10.1038/s41586-025-09897-w
Foskeia pelendonum (Rhabdodontomorpha), Pflanzenfresser aus Spanien 🇪🇸, Unterkreide.10Dieudonné, P.-E. et al. (2026). Foskeia pelendonum, a new rhabdodontomorph from the Lower Cretaceous of Salas de los Infantes (Burgos Province, Spain), and a new phylogeny of ornithischian dinosaurs. Papers in Palaeontology, 12(1). doi:10.1002/spp2.70057
Haolong dongi (Hadrosauroidea), Pflanzenfresser aus China 🇨🇳, Unterkreide.11Huang, J. et al. (2026). Cellular-level preservation of cutaneous spikes in an Early Cretaceous iguanodontian dinosaur. Nature Ecology & Evolution, 1–8. doi:10.1038/s41559-025-02960-9
Kryptohadros kallaiae (Telmatosauridae), Pflanzenfresser aus Rumänien 🇷🇴, Oberkreide.12Magyar, J. et al. (2026). New early Maastrichtian ‚duck-billed‘ dinosaur from Hațeg Basin (Densuș-Ciula Formation, Romania) documents an endemic clade of non-hadrosaurid hadrosauroids in the south-eastern Late Cretaceous European Archipelago. Journal of Systematic Palaeontology, 24, 2607800. doi:10.1080/14772019.2025.2607800
Videos:
Die neuen Dinos 2026 stelle ich diesmal auch erstmalig auf meinem YouTube-Channel vor!
Neue Dinos 2026 – Teil I
Cryptarcus russelli
Neuer Ceratopsier aus Kanada (Holmes et al. 2026)
In der Dinosaur Park Formation in der kanadischen Provinz Alberta wurde bereits im Jahr 1940 ein nahezu vollständiger Schädel eines gehörnten Dinosauriers entdeckt. Das Material stammt aus dem mittleren Campanium der späten Kreidezeit. Der Fund wurde von Charles M. Sternberg zunächst als Chasmosaurus russelli beschrieben und über viele Jahrzehnte dieser Gattung zugeordnet. Im Laufe der Zeit wurden zahlreiche weitere Fossilien ebenfalls dieser Art zugeschrieben. Genauere Untersuchungen zeigten jedoch Unterschiede zwischen dem ursprünglichen Schädel und anderen Funden. Diese führten schließlich zu einer Neubewertung des Materials. Im Jahr 2026 wurde das ursprüngliche Exemplar als eigenständige Gattung erkannt und erhielt den Namen Cryptarcus, was soviel wie „verborgener Bogen“ bedeutet. Der Artname russelli, der den kanadischen Paläontologen Loris S. Russell ehrt, blieb gemäß den Regeln des ICZN erhalten.

Neben dem Holotyp, einem fast vollständigen Schädel, gehört nur noch ein weiteres Fragment des Schädeldachs sicher zu dieser Art. Die Merkmale des Schädels unterscheiden Cryptarcus deutlich von der Typusart von Chasmosaurus, C. belli. Besonders auffällig ist eine tiefe Einbuchtung am hinteren Rand des Nackenschildes, deren Rand eine kuppelartige Verzierung aufweist. Diese Besonderheiten führten zur Abtrennung von den zuvor zugeordneten Funden. Die genaue Stellung von Cryptarcus innerhalb der Ceratopsiden ist noch nicht abschließend geklärt. In phylogenetischen Vergleichen zeigt er jedoch Ähnlichkeiten mit Formen wie Utahceratops und Pentaceratops, was auf eine engere Verwandtschaft mit diesen Gattungen hindeuten könnte. Wie an diesem Beispiel deutlich wird, können selbst gut bekannte Fossilien nach Jahrzehnten noch neue Erkenntnisse liefern. Und die bereits beachtliche Vielfalt der Horndinosaurier, die vor 75 Millionen Jahren in Nordamerika lebten, ist nun um eine weitere Gattung reicher.
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Name: Cryptarcus russeli
Systematik: Chasmosaurini Körperlänge: ca. 5m Gewicht: ca. 2.500kg Nahrung: Pflanzenfresser Lebensraum: Dinosaur Park Formation (Alberta; Kanada 🇨🇦) Zeitraum: Oberkreide (Campanium); |
Dasosaurus tocantinensis
Neuer Sauropode aus Brasilien (Mayer et al. 2026)
In der Itapecuru Formation im Norden Brasiliens enteckten Forscher die Fossilien eines großen Sauropoden, die in das Aptium der frühen Kreidezeit datieren. Das geborgene Material besteht aus einem Teilskelett, erhalten sind mehrere Knochen der Vorder- und Hinterbeine, Beckenknochen, zahlreiche Schwanzwirbel sowie weitere Knochenreste. Charakteristisch sind besondere Leisten an den Schwanzwirbeln und eine auffällige seitliche Ausbuchtung am Oberschenkelknochen. Die Knochenstruktur zeigt eine Mischung aus ursprünglichen und weiterentwickelten Eigenschaften, wie sie sowohl bei frühen als auch bei späteren Sauropoden vorkommen. Auf Grundlage dieser Funde beschrieben Elver L. Mayer und Kollegen im Jahr 2026 eine neue Gattung und Art: Dasosaurus tocantinensis.

Der Gattungsname setzt sich aus dem griechischen Wort für Wald und dem Wort für Echse zusammen und nimmt Bezug auf die waldreiche Region des Fundortes im Amazonasgebiet. Der Artname verweist auf den brasilianischen Bundesstaat Tocantins, in dem die Typfundstelle liegt. Die anatomischen Merkmale von Dasosaurus zeigen deutliche Ähnlichkeiten zu anderen frühen Titanosauriern. Besonders ähnlich ist er Garumbatitan aus der frühen Kreidezeit Spaniens. Stammesgeschichtliche Analysen deuten darauf hin, dass die gemeinsame Linie ihren Ursprung in Europa hatte und sich später über Nordafrika nach Südamerika ausbreitete. Aufgrund bestimmter Merkmale der erhaltenen Knochen wird Dasosaurus innerhalb der Somphospondyli eingeordnet, einer Linie langhalsiger Sauropoden, die zur größeren Gruppe der Titanosauriformen gehört. Obwohl bislang nur ein einzelnes Individuum bekannt ist, liefern die erhaltenen Knochen wichtige Hinweise auf die Vielfalt dieser Sauropoden in Südamerika während der frühen Kreidezeit.
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Name: Dasosaurus tocantinensis
Systematik: Somphospondyli Körperlänge: ca. 17m Gewicht: ca. 15.000 kg Nahrung: Pflanzenfresser Lebensraum: Itapecuru Formation (Maranhão, Brasilien 🇧🇷) Zeitraum: Unterkreide (Aptium); |
Doolysaurus huhmini
Neuer Thescelosaurier aus Südkorea (Jung et al. 2026)
Auf der Insel Aphae im südkoreanischen Landkreis Shinan wurde im Jahr 2023 ein kleiner Ornithischier entdeckt. Die Fossilien stammen aus der Ilseongsan Formation, die sich vom Albium bis zum Cenomanium bildete, also am Übergang zur Unter- in die Oberkreide. Das Exemplar wird nun im Korea Dinosaur Research Center der Chonnam National University untersucht. Es handelt sich um ein unvollständiges, aber dreidimensional erhaltenes Skelett mit Schädelresten, Wirbeln sowie Knochen der Vorder und Hinterbeine. Nun wurde es als eine neue Gattung und Art der Ornithopoden beschrieben, wobei es den süß klingenden Namen Doolysaurus huhmini erhielt. Der Gattungsname bezieht sich auf die bekannte koreanische Zeichentrickfigur Dooly und wird mit dem griechischen Wort für Echse kombiniert. Der Artname ehrt den Paläontologen Min Huh für seine Verdienste um die Dinosaurierforschung in Südkorea.

Doolysaurus ist ein kleiner Vertreter der Thescelosaurier und bislang nur durch ein junges Individuum bekannt, das sich noch im Wachstum befand. Das Tier wog vermutlich nur wenige Kilogramm. Auffällig ist das Vorkommen zahlreicher Magensteine, die zusammen mit dem Skelett gefunden wurden und auf eine gemischte oder zumindest nicht rein pflanzliche Ernährung hindeuten. In phylogenetischen Analysen wurde Doolysaurus innerhalb der Thescelosauridae eingeordnet, doch seine genaue Stellung innerhalb dieser Gruppe variiert je nach Auswertung. Dennoch stellt er einen wichtigen Fund für das Verständnis früher Vertreter dieser Dinosaurierlinie in Ostasien dar. Die Ablagerungen der Ilseongsan Formation deuten auf eine Landschaft mit Flüssen und Seen hin, in der neben Dinosauriern auch Schildkröten, Krokodile und Fische lebten.
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Name: Doolysaurus huhmini
Systematik: Thescelosaurini Körperlänge: ca. 1,5 meter (Jungtier!) Gewicht: ca. 8kg (Jungtier!) Nahrung: Pflanzenfresser Lebensraum: Ilseongsan Formation (Südkorea 🇰🇷) Zeitraum: späte Unter- bis frühe Oberkreide (Albium bis Cenomanium); |
Ferenceratops shqiperorum
Neuer Ceratopsier aus Rumänien (Maidment et al. 2026)
Im Jahr 2003 stellten Weishampel et al. die neue Gattung Zalmoxes auf Grundlage von Fossilien auf, die an zahlreichen Fundstellen aus dem Maastrichtium im Haţeg-Becken in Siebenbürgen, Rumänien, entdeckt worden waren. Auf Basis dieses Materials erkannten die Autoren die Rhabdodontidae als neue Familie innerhalb der iguanodonten Ornithopoden an, zu der auch die Gattung Rhabdodon gehört. Weishampel et al. legten Zalmoxes robustus als Typart fest, die zuvor den Gattungen Mochlodon und Rhabdodon zugeordnet worden war. Außerdem beschrieben sie mit Zalmoxes shqiperorum eine zweite Art. Deren Artname ehrt die Menschen aus Shqipëria, dem albanischen Namen für Albanien, geht aber auch auf das albanische Wort shqipe zurück, das „Adler“ bedeutet und somit auch auf die Kieferform des Dinosauriers anspielt. Das Holotyp-Exemplar dieser Art befindet sich im Naturkundemuseum in London.
Es handelt sich um ein teilweise erhaltenes Skelett, bestehend aus einem unvollständigen rechten Unterkieferknochen, einem Rückenwirbel, dem linken Schulterblatt und Rabenbein, Teilen des Beckengürtels und einem vollständig erhaltenen linken Oberschenkelknochen. Gefunden wurde dieses Fossil aber schon viel früher: bereits 1928 war es von Baron Franz Nopcsa als „Individuum I“ in einer Arbeit über Rhabdodon beschrieben worden. In den Jahren nach 2003 wurden auch weitere Knochen noch Zalmoxes shqiperorum zugeordnet, sowohl aus der Sânpetru Formation, aber auch aus der nahegelegenen Densuș Ciula Formation. Häufig geschah die Zuordnung aber ohne gesicherte Zugehörigkeit oder Überschneidung mit dem Holotyp. Mehrere Autoren schlugen auf Grundlage dieser neuen anatomischen Informationen veränderte oder erweiterte Diagnosen für die Art vor. Andere stellten sogar die ganze Gruppenzuordnung der Rhabdodontidae als Ornithopoden infrage.
Klarheit brauchte nun eine neue Studie: Maidment et al. beschreiben darin einen neuen Teilschädel aus der Csehbánya Formation in Ungarn, der Ajkaceratops kozmai zugeordnet wurde, einem mutmaßlichen Vertreter der Ceratopsier. Dieser konnte nun klar als wirklicher Vertreter eines basalen Zweiges der Horndinosaurier bestätigt werden. Dabei erkannten sie aber auch, dass der Holotyp von Zalmoxes shqiperorum zuverlässig zu ebendieser Linie europäischer Ceratopsier gehören muss. Für die andere Zamolxes-Art, Z. robustus, ist diese Zuweisung allerdings weniger sicher – folglich braucht Z. shqiperorum einen neuen Gattungsnamen. Damit ist Ferenceratops der erste neubeschriebene Dinosaurier 2026, dessen Name „Ferencs Horngesich“t bedeutet (als Referenz auf den Geburtsnamen von Baron Franz Nopcsa). Den Artnamen wird er gemäß den Regeln des ICZN aber behalten.
Diese Beschreibung ist also eine der größten paläontologischen Sensationen der letzten Jahre! Nicht nur haben wir hier also einen ganz neuen Dinosaurier, sondern auch Gewissheit, dass Horndinosaurier auch den europäischen Kontinent bewohnten. Wenigstens auf der Insel Haţeg, einem isolierten Lebensraum, wo die meisten Dinosaurier nur Zwerge waren, kamen sie mit mehreren Arten vor. Zudem stellen sich nun große Fragen zur Gültigkeit der Gruppe der Rhabdodonten, sowie auch zu den Verwandtschaftsverhältnissen innerhalb der Vogelbeckendinosaurier. Insofern können wir sehr gespannt auf weitere Forschungen sein!
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Name: Ferenceratops shqiperorum
Systematik: Ceratopsoidea Körperlänge: ca. 2m Gewicht: ca. 50kg Nahrung: Pflanzenfresser Lebensraum: Sânpetru Formation (Rumänien 🇷🇴) Zeitraum: Oberkreide (Maastrichtium); |
Foskeia pelendonum
Neuer Rhabdodontomorph aus Spanien (Dieudonné et al. 2026)
In der spanischen Provinz Burgos wurden in der Fundstelle Vegagete mehrere kleine Ornithopoden entdeckt, die aus der Castrillo de la Reina Formation stammen und in die frühe Kreidezeit datieren. Die Fossilien wurden erstmals im Jahr 2016 von Dieudonné und Kollegen vorgestellt. Obwohl damals bereits mindestens fünf Individuen aus verschiedenen Wachstumsstadien bekannt waren, verzichteten die Forscher zunächst auf eine formale Benennung. Spätere Grabungen brachten zusätzliche Knochen des Schädels ans Licht. Mithilfe moderner Untersuchungsmethoden wie Mikro-CT-Scans konnten diese Funde genauer ausgewertet werden. Auf dieser Grundlage wurde das Material schließlich im Jahr 2026 als neue Gattung und Art beschrieben. Der Dinosaurier erhielt den Namen Foskeia pelendonum. Der Gattungsname leitet sich aus dem Altgriechischen ab und bedeutet sinngemäß „Lichtweider“, was auf die geringe Körpergröße und die pflanzliche Ernährung anspielt. Der Artname verweist auf die Pelendonen, einen keltiberischen Stamm aus der Region des Fundes.

Das bekannte Fossilmaterial von Foskeia stammt von mehreren Individuen und umfasst Knochen des Schädels sowie verschiedene Gliedmaßenknochen. Untersuchungen dieser Knochen zeigten, dass Jungtiere zunächst vierbeinig unterwegs waren, jedoch schon früh im Wachstum zu einer zweibeinigen Fortbewegung übergingen. Das größte bekannte Exemplar gilt als fast ausgewachsenes Tier, was darauf hindeutet, dass Foskeia zu den kleinsten bekannten Ornithopoden zählt. Die Veränderungen der Knochen während des Wachstums deuten auf eine zunehmende Anpassung an eine dynamische und effiziente Fortbewegung hin. Bereits vor der formalen Beschreibung wurde der Vegagete Ornithopode als früher Vertreter der Rhabdodontomorphen eingeordnet. Nach der Benennung ordneten Dieudonné und Kollegen Foskeia einer neu definierten Untergruppe innerhalb dieser Linie zu, die nahe bei den klassischen Rhabdodontiden steht.
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Name: Foskeia pelendonum
Systematik: Rhabdodontomorpha Körperlänge: ca. 1m Gewicht: ca. 2kg Nahrung: Pflanzenfresser Lebensraum: Castrillo de la Reina Formation (Spanien 🇪🇸) Zeitraum: Unterkreide (Barremium bis Aptium); |
Haolong dongi
Neuer Hadrosauroid aus China (Huang et al. 2026)
In der Yixian Formation der chinesischen Provinz Liaoning wurde das nahezu vollständige Skelett eines kleinen Ornithopoden entdeckt, das aus der frühen Kreidezeit stammt. Der Fund lebte während der Zeit des Barremiums, also in der Unterkreide. Es wurde als einzelnes, gut erhaltenes Exemplar geborgen und handelt sich um ein Jungtier, das bei seinem Tod eine Länge von etwa zweieinhalb Metern erreichte. Die Fossilien stammen aus einer Region, die für ihre außergewöhnlich gut erhaltenen Dinosaurierfunde bekannt ist. Das Material wurde wissenschaftlich untersucht und schließlich im Jahr 2026 von Huang und Kollegen als neue Gattung und Art beschrieben. Der Dinosaurier erhielt den Namen Haolong dongi. Der Gattungsname stammt aus dem Chinesischen und bedeutet so viel wie stacheliger Drache, ein Hinweis auf besondere Filamentstrukturen. Der Artname ehrt den chinesischen Paläontologen Dong Zhiming für seine Beiträge zur Dinosaurierforschung.

Das bekannte Fossilmaterial von Haolong besteht aus einem fast vollständigen, zusammenhängend erhaltenen Skelett mit großflächig bewahrten Hautresten. Diese zeigen Schuppen, zwischen denen hohle, hornige Filamente eingelagert sind, die sich deutlich von den Federstrukturen fleischfressender Dinosaurier unterscheiden. Die genaue Funktion dieser stachelartigen Borsten ist nicht abschließend geklärt. Sie könnten dem Schutz vor Fressfeinden gedient haben, an der Wärmeregulierung beteiligt gewesen sein oder eine Rolle bei der Wahrnehmung gespielt haben. Da es sich um ein Jungtier handelt, ist unklar, ob ausgewachsene Tiere ähnliche Strukturen trugen. In phylogenetischen Analysen wurde Haolong als früher Vertreter der Hadrosauroiden eingeordnet. Er steht aber außerhalb der späteren Entenschnabeldinosaurier, noch vor anderen bekannten Pflanzenfressern aus derselben Formation wie Bolong und Jinzhousaurus.
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Name: Haolong dongi
Systematik: Hadrosauroidea Körperlänge: ca. 2,5m (Jungtier!) Gewicht: ca. 250kg (Jungtier!) Nahrung: Pflanzenfresser Lebensraum: Yixian Formation (Liaoning, China 🇨🇳) Zeitraum: Unterkreide (Barremium); |
Kryptohadros kallaiae
Neuer Hadrosauroid aus Rumänien (Magyar et al. 2026)
Im Westen Rumäniens entdeckten Forscher zwischen 2022 und 2024 in der Fundstelle Fântânele 3 die Fossilien eines pflanzenfressenden Dinosauriers. Diese Fundstelle liegt im berühmten Hațeg Becken und gehört zur Densuș Ciula Formation, deren oberste Schichten in das Maastrichtium der späten Kreidezeit datieren. Das geborgene Material umfasst einen Teil des Schädels, Fragmente von Rippen, mehrere Schwanzwirbel, einen Teil eines Dornfortsatzes, Knochen aus dem Schwanzbereich sowie Teile eines Hinterbeins. Verschmolzene Wirbel zeigen, dass das Tier ein noch nicht ganz ausgewachsenes Jungtier war. Die Funde wurden nun wissenschaftlich untersucht und als neue Gattung und Art der Hadrosauroidea beschrieben, unter dem Namen Kryptohadros kallaiae. Der Gattungsname bedeutet „verborgener Hadrosaurier“ und geht darauf zurück, dass diese zweite Hadrosauroiden Art im Hațeg Becken lange unentdeckt blieb, obwohl sie nahe einer bereits bekannten Fossilfundstelle vorkam. Der Artname ehrt Csilla Kállai, die Mutter des Erstautors der Studie.

Kryptohadros gehört zu den Hadrosauroiden, einer Gruppe pflanzenfressender Ornithopoden, die eng mit den späteren Entenschnabeldinosauriern verwandt sind. Phylogenetische Analysen zeigten, dass Kryptohadros besonders nahe mit dem italienischen Tethyshadros und dem ebenfalls im Hațeg Becken vorkommenden Telmatosaurus verwandt ist, der bereits im Jahr 1903 von Franz Nopcsa beschrieben wurde. Diese drei Dinosaurier fassten die Autoren nun als eigene Familie zusammen. Die Telmatosauridae bilden damit eine eigene Linie südosteuropäischer Hadrosauroiden. Im spätkreidezeitlichen Inselarchipel Europas lebten somit mehrere eng verwandte Pflanzenfresser nebeneinander, die besonders vor den riesigen Flugsauriern auf der Hut sein mussten, die dort als Spittzenräuber jagten. Auch Kryptohadros dürfte ausgewachsen nämlich wohl nur knapp vier Meter lang geworden sein.
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Name: Kryptohadros kallaiae
Systematik: Telmatosauridae Körperlänge: ca. 3,5m (Jungtier!) Gewicht: ca. 350kg Nahrung: Pflanzenfresser Lebensraum: Densuș Ciula Formation (Rumänien 🇷🇴) Zeitraum: Oberkreide (Maastrichtium); |
Spinosaurus mirabilis
Neue Spinosaurier Art aus Niger (Sereno et al. 2026)
Aus der kreidezeitlichen Farak Formation im Norden Nigers stammen zahlreiche Fossilien eines großen Raubsauriers. Die ersten Knochen wurden bereits bei einer Grabung unter der Leitung des Paläontologen Paul Sereno im Jahr 2000 entdeckt. Weitere traten 2019 und 2022 zutage. Das Material stammt aus zwei Fundstellen, Iguidi und Jenguebi. Der Holotyp umfasst Teile des Schädels mit Oberkieferknochen, einem Stück des Unterkiefers, mehreren Zähnen und einem auffälligen Knochenkamm. Weitere Funde beinhalten zusätzliche Schädelknochen, Wirbel, Beckenreste sowie Knochen der Hinterbeine. Ein Teil des Materials wird derzeit in Chicago untersucht, während der Holotyp in Niger aufbewahrt wird. Nun haben Sereno und Kollegen die Funde als neue Art der Gattung Spinosaurus beschrieben, was ihn wegen der großen Popularität des Dinosauriers zu einer der größten Entdeckungen des Jahres macht.

Der neue Spinosaurus heißt nun S. mirabilis, was „erstaunliche Dornenechse“ bedeutet. Der Artname bezieht sich auf den besonders großen und säbelförmig gebogenen Schädelkamm, was ihn klar von anderen Spinosaurus-Funden aus Nordafrika der Art S. aegyptiacus unterscheidet. Anders als dieser bereits früher an der Küste des Tethys-Meeres lebende Verwandte ist S. mirabilis nur durch noch nicht ausgewachsene Individuen bekannt. Der Holotyp war etwa acht Meter lang. Charakteristisch sind außerdem eine längere, niedrigere Schnauze mit einer Zahnlücke im Oberkiefer. Die erhaltenen Rückenwirbel deuten zudem auf ein großes Segel über dem Rumpf hin. Einige Knochen sprechen dafür, dass die Hinterbeine im Verhältnis etwas länger gewesen sein könnten als bei der nordafrikanischen Art. In phylogenetischen Analysen wurde S. mirabilis dennoch als engster Verwandter von S. aegyptiacus ermittelt und entsprechend der gleichen Art zugeordnet.
Gibt es noch weitere Spinosaurus-Arten?
Dass es sehr wahrscheinlich mehr als nur eine Spinosaurus-Art gab, und dass eigentlich das gesamte Taxon sehr wahrscheinlich chimärenhaft ist, haben ich und auch viele Experten bereits seit langem angemerkt. Die Funde aus Nordafrika stammen alle von sowohl geographisch als auch zeitlich sehr weit auseiander liegenden Orten. Die vollständigsten Funde stammen aus Ägypten und wurden dort 1912 vom deutschen Paläontologen Ernst Stromer von Reichenbach entdeckt. Allerdings wurden sie im zweiten Weltkrieg leider bei einem Bombenangriff auf München zerstört. In den 1990er und 2000er Jahren wurden weitere Skelette in Marokko, Algerien und Tunesien entdeckt. Die Funde aus dem Niger wurden zunächst als Spinosauridae indet. geführt. Dass sie nun als erstes einer neuen Art von Spinosaurus zugeschrieben wurden, könnte somit erst der Anfang einer ganzen Reihe von Neubenennungen sein, denn auch die nordafrikanischen Funde gehören sehr wahrscheinlich zu verschiedenen Spinosaurus-Arten. Da es aber aufgrund des unvollständigen Zustands schwer ist, klare Abgrenzungsmerkmale auszumachen, bleibt es dort vorerst noch bei einem einzigen Taxon.
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Name: Spinosaurus mirabilis
Systematik: Spinosaurinae Körperlänge: ca. 8m (Jungtier!) Gewicht: ca. 1.800kg (Jungtier!) Nahrung: Fleisch- und Fischfresser Lebensraum: Farak Formation (Niger 🇳🇪) Zeitraum: Oberkreide (Cenomanium); |
Xenovenator espinosai
Neuer Troodontid aus Mexico (Rivera-Sylva et al.)
Bei Feldarbeiten in der Cerro del Pueblo Formation (Fundstelle La Parrita) entdeckte Martha C. Aguillón-Martínez im Sommer 2000 einen partiellen Schädel eines theropoden Dinosauriers. 23 Jahre später beschrieb sie zusammen mit Héctor E. Rivera-Sylva dieses Material erstmals, wobei die Forscher feststellten, dass es sich um das erste fossile Skelettmaterial eines Troodontiden aus Mexiko handelt. Auf eine formelle Benennung wurde dabei jedoch verzichtet. Diese wurden aber nun vorgenommen, nachdem zwei weitere fragmentarische Schädel aus derselben Formation, die Aguillón-Martínez in den Jahren 2002 und 2004 an der Fundstelle Ejido Trincheras sowie auch bei La Parrita entdeckt hatte. Die erhaltenen Knochen zeigen, dass der Schädel eine verdickte Kuppel mit einer rauen, unregelmäßigen Textur trug. Möglicherweise diente diese Kuppel dem Tier bei innerartlichen Rangkämpfen, wie es auch von den Pachycephalosauriern bekannt ist.

Nun trägt der neue Dinosaurier den Namen Xenovenator espinosai. Der Gattungsname setzt sich aus dem griechischen xenos („fremd, seltsam“) und dem lateinischen venator („Jäger“) zusammen. Der Artname espinosai ehrt den mexikanischen Paläontologen Luis Espinosa. Die zugewiesenen Exemplare von Xenovenator zeigen übrigens nicht alle diese auffällige Schädelkuppel. Möglicherweise ist dies ein Hinweis auf ontogenetische Variation: Demnach könnte sich die Kuppel erst im Verlauf des Wachstums gebildet haben. Ebenfalls denkbar: Sexualdimorphismus. Möglicherweise trugen nur die Männchen eine Kuppel. Bei Säugetieren und Vögeln ist so etwas sehr häufig. Xenovenator lebte während des späten Campaniums vor 73 Ma.
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Name: Xenovenator espinosai
Systematik: Troodontini Körperlänge: ca. 3m Gewicht: ca. 50kg Nahrung: Fleisch- oder Allesfresser Lebensraum: Cerro del Pueblo Formation (Mexiko 🇷🇴) Zeitraum: Oberkreide (Campanium); |
Xenovenator robustus
Möglicher neuer Troodontid aus New Mexico (Rivera-Sylva et al.)
Im Jahr 2006 benannte und beschrieb Robert Sullivan eine weitere nominelle Art der sogenannten „Mülleimer-Gattung“ Saurornitholestes, auf Basis eines linken Stirnbeins aus der Kirtland Formation von New Mexiko. Bis zu Beginn des 21. Jahrhunders und teilweise noch bis heute ordnen manche Forscher neu aufgetauchtes Fossilmaterial einfach bereits bekannten Gattungen zu, obwohl das Material abweichende Merkmale von diesen zeigt – wenn auch eine gewisse Ähnlichkeit. Trotzdem könnten viele Funde zu eigenständigen Arten gehören, was aber aufgrund des oft schlechten Zustands der Fossilien oft nicht ohne umfassende Untersuchungen erkannt werden kann. Sullivan gab „seinem“ Saurornitholestes den Artnamen robustus, da das Stirnbein außergewöhnlich dick war und sich demnach deutlich von der Typusart, S. langstoni unterscheidet. Der Knochen stammt aus der Willow Wash-Fauna und hat damit ein Alter von etwa 73 Ma.

Spätere Studien kamen jedoch zu dem Schluss, dass das Stirnbein wohl nicht zu einem Dromaeosaurier gehören kann. 2014 schlugen Evans et al. vor, dass es wohl eher zu einem Troodontiden gehörte. Nun haben Rivera-Sylva et al. in der gleichen Studie, in der sie Xenovenator espinosai beschrieben, vorgeschlagen, dass Sullivans Stirnbein ebenfalls zu Xenovenator gehören könnte, und ordnen es mit einiger Vorsicht dieser neuen Gattung zu. Das Stirnbein hat große Ähnlichkeit mit dem mexikanischen Material dieser neuen Gattung. Allerdings besitzt X. robustus kein deutlich kuppelförmiges Schädeldach, sondern nur schwach gewölbte Stirnbeine. Dies könnte darauf hindeuten, dass es sich um ein junges oder weibliches Individuum handelt, oder aber um einen echten artspezifischen Unterschied. Sollte sich bestätigen, dass die Schädelkuppel tatsächlich eine Anpassung an innerartliche Kämpfe darstellt, wäre dies der erste bekannte Fall eines solchen Verhaltens bei einem Nichtvogel-Maniraptoren.
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Name: Xenovenator robustus
Systematik: Troodontini Körperlänge: ca. 3m Gewicht: ca. 50kg Nahrung: Fleisch- oder Allesfresser Lebensraum: Kirtland Formation (New Mexiko; USA 🇺🇸) Zeitraum: Oberkreide (Campanium); |
Yantaloong lini
Neuer Eusauropode aus China (Zhang et al. 2026)
Aus der Zhanghe Formation im heutigen China stammt das bislang einzige bekannte Material eines mitteljurassischen Sauropoden, das nun als neuer Dinosaurier beschrieben wurde. SeineFossilien wurden in mitteljurassischen Schichten entdeckt und bestehen aus sechs Wirbeln aus dem vorderen Rumpfbereich. Der neue Dino trägt den Namen Yantaloong lini. Sein Gattungsname bezieht sich auf die Region des Fundortes, während der Artname eine Widmung an Lin trägt, dessen genauer Hintergrund im Originalartikel aber nicht genannt wird. Trotz des fragmentarischen Erhaltungszustands erlaubten die Wirbel eine grundlegende anatomische Einordnung. Yantaloong wird als Vertreter der Eusauropoden interpretiert, also jener Gruppe großer, langhalsiger Pflanzenfresser, die im Oberjura weltweit verbreitet war.

Für die systematische Einordnung von Yantaloong wurden mehrere phylogenetische Datensätze herangezogen und miteinander verglichen. Zhang und Kollegen testeten den Fund in überarbeiteten Analysen früherer Studien und kamen dabei zu unterschiedlichen Ergebnissen, abhängig von der verwendeten Methode. In einer bevorzugten Auswertung erwies sich Yantaloong als naher Verwandter von Jobaria und Lapparentosaurus und stand damit in enger Beziehung zu den sogenannten Turiasauriern. In diesem Fall würde er zu einer erweiterten Auffassung dieser Gruppe gehören. Andere Analysen ordneten ihn hingegen außerhalb dieser Linie ein, teilweise sogar als frühen Vertreter der Macronarier. Aufgrund der größeren Stabilität und besseren taxonomischen Abdeckung bewerteten die Autoren jedoch die turiasaurische Einordnung als am überzeugendsten. Sollte sich diese Position bestätigen, wäre Yantaloong der erste bekannte Turiasaurier aus Ostasien und würde das geografische Verbreitungsgebiet dieser Sauropodengruppe deutlich erweitern.
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Name: Yantaloong lini
Systematik: Turiasauria (?) Körperlänge: ca. 8m Gewicht: ca. 3.000kg Nahrung: Pflanzenfresser Lebensraum: Zhanghe Formation (Yunnan, China 🇨🇳) Zeitraum: Mitteljura (Bajocium); |
Yeneen houssayi
Neuer Saltasaurier aus Argentinien (Filippi et al. 2026)
In Aufschlüssen der Fundstelle La Invernada, die zur Bajo de la Carpa Formation im argentinischen Neuquén gehört, kamen in den letzten Jahren insgesamt drei Exemplare von Sauropoden zum Vorschein. Diese befinden sich nun im Museo Municipal Argentino in Urquiza, wo sie weiter erforscht werden. In der gleichen Formation wurden bereits Bonitasaura, Inawentu, Overosaurus, Rinconsaurus und Traukutitan als eigenständige Sauropodengattungen klassifiziert. Nun konnte auf Basis dieser drei Skelette eine weitere Gattung aufgestellt werden: Yeneen houssayi. Der Gattungsname stammt aus der Kultur der Tehuelche (Aonikenk) und bezeichnet ein Wesen, das mit Kälte und Winterwetter verbunden ist. Der Artname wiederum nimmt Bezug auf die Typfundstelle La Invernada, ein spanischer Begriff für einen Überwinterungsplatz von Vieh.

Das Fossilmaterial des Holotypus besteht aus einem teilweise disartikulierten Skelett mit sechs Hals-, Rücken- und Schwanzwirbenl, mehreren Knochen des Beckengürtels, sowie mehreren Rippen. Ein zweites, in direkter Verbindung mit dem ersten Exemplar gehört zu einem kleineren Individuum und besteht aus einem einzelnen rechten Darmbein. Ein drittes Exemplar befindet sich derzeit noch in Präparation. Eine sichere Zuordnung war aufgrund der anatomischen Übereinstimmungen mit dem Holotypus zwar nicht möglich. Das Material weist aber dennoch Merkmale auf, die es von anderen Titanosauriern unterscheiden. Deshalb wird das dritte Exemplar vorherst nur als cf. Yeneen geführt. Um die Verwandtschaftsverhältnisse von Yeneen zu untersuchen, entwickelten Filippi und Kollegen einen neuen phylogenetischen Datensatz weiter, der schon bei der Beschreibung von Inawentu Anwendung fand. Damit konnte Yeneen der Klade Saltasauroidea zugeordnet werden.
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Name: Yeneen houssayi
Systematik: Saltasauroidea Körperlänge: ca. 8m Gewicht: ca. 2.500kg Nahrung: Pflanzenfresser Lebensraum: Bajo de la Carpa Formation (Neuquén; Argentinien 🇦🇷) Zeitraum: Oberkreide (Santonium); |
Dino-Bingo 2026

Solange noch kein neuer Dinosaurier im Jahr 2026 entdeckt oder beschrieben wurde, lief hier auf meiner Seite sowie auf Facebook und Instagram wieder ein Dino-Bingo! Hierbei durften alle meine Leser einen Tipp abgeben:
Wie viele neue Dinos werden im 2026 wohl insgesamt neu beschrieben?
Es gelten alle in einem neuen Forschungspaper veröffentlichten Nichtvogel-Dinosaurier, die 2026 neu dazu kommen kommen werden. Neue Namen, die schon letztes Jahr oder zuvor bereits angekündigt wurden, und bei denen das Paper dann aber auch 2026 erscheint, zählen hier allerdings nicht mit! Diese habe ich schon zu 2025 dazugerechnet. Ich bin gespannt, wie 2026 abschneiden wird!
Gewinner wird sein, wer die korrekte Zahl tippt bzw. mit seinem Tipp der tatsächlichen Anzahl neuentdecker Dinosaurier aus 2026 am nächsten ist. Auf den Gewinner wartet auch dieses Jahr wieder eine schöne Überraschung!
Auch das Jahr 2026 bekam bereits sehr zeitig einen neuen Dinosaurier. Somit endete das Dino-Bingo in diesem Jahr am 07. Januar.
Abgegebene Tipps:
Radenstorf (Instagram): 31
Hans-Jörg Vogel: 32
Gesa Rosella Keksonen: 33
Daniel Walkenfort: 34
Patrick Steikert: 35
Tobias Möser: 36
Marcel Andreas Kopp: 37
Algooneh_beauty_school (Instagram): 38
Dennis Spaniel: 39
Werner Appel: 40
Michael Kubi: 41
Sahar Kretschmer (außer Konkurrenz): 42
Martin Henke: 42
Pyrate_Seagull (Instagram): 43
Kim_und_Spike (Instagram): 44
Daniel Karnbach: 45
strassenschamanin (Instagram): 46
passiveincome.santiago (Instagram): 73
Noch mehr neue Dinosaurier:
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Hier kommst du zu den neuen Dinosauriern aus den letzten Jahren:
2026 |
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Hauptkategorie: Urzeitforschung
Paläo-News – Archiv
Alle weiteren Paläo-News aus den letzten Wochen, Monaten und Jahren findest du im Archiv. Hier kannst du alles noch einmal nachlesen, was du bis jetzt verpasst haben solltest!
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