Hier erfährst du alles über die aktuellen Erkenntnisse aus der Dinosaurierforschung. Die Paläo-News 2024 erfolgen dabei als kurze Paraphrase mit dem wichtigsten Ergebnis der Studie. Einen Link zum Paper findest du natürlich auch, falls du noch weiterlesen möchtest!
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Achtung: Die hier angegebenen Links führen alle direkt zu wissenschaftlichen Fachpublikationen. Diese können mitunter für Laien schwer verständlich sein, und sie sind auch alle auf Englisch verfasst. Natürlich kannst du sie mit Google oder einer KI übersetzen lassen, was aber nur bedingt empfehlenswert ist. Fachbegriffe und auch ganze Inhalte können hierbei falsch übersetzt und somit noch ungenauer werden. Lies dich also gern rein – aber es braucht etwas Übung und Geduld, bis man wirklich alles versteht. Bei Fragen stehe ich dir natürlich gern zur Verfügung! Eine Übersicht über viele gängige paläontologische Fachbegriffe und Abkürzungen findest du auch hier. |
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Dezember
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Neues Dino-Fährtenfeld in BrasilienNavarro et al. berichten über die Entdeckung eines Dinosaurier-Fährtenfeldes in der cenomanisch–turonischen Santo Anastácio Formation der Bauru-Gruppe in Brasilien. Die Spuren umfassen Theropoden, kleine und große Ornithopoden, weitere Ornithischier und einen schmalspurig laufenden Sauropoden. Diese Funde weisen auf Dinosauriergruppen hin, die zuvor nicht durch Körperfossilien in der Bauru-Gruppe nachgewiesen wurden. Ihr Fehlen in jüngeren Schichten könnte auf Umweltveränderungen zurückgehen, die regionale Aussterbeereignisse oder Migrationen verursachten. Diese ökologischen Verschiebungen könnten es spezialisierten Krokodilartigen ermöglicht haben, Nischen kleiner Pflanzenfresser zu besetzen, während Titanosaurier weiterhin die großen Pflanzenfresser dominierten.1Navarro, B. A. et al. (2024). First dinosaur ichnofauna from the Bauru Group indicates Cenomanian–Turonian events led to an ‘Ornithischian Hiatus’ in the Upper Cretaceous of Southeast Brazil. Cretaceous Research, 168, 106075. doi:10.1016/j.cretres.2024.106075 |
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Nothronychus war ein watschelnder PflanzenfresserSmith beschreibt die Fortbewegungsbiomechanik von Nothronychus graffami, einem großen Therizinosaurier aus dem Turonium von Utah (USA), der durch einen breiten Bauch, einen kurzen Schwanz und ein stark pneumatisiertes Achsenskelett charakterisiert ist. Seine Anatomie deutet auf einen vergleichsweise breitbeinigen, watschelnden Gang hin. Im Gegensatz zu seinem ursprünglicheren Verwandten Falcarius, der eine schmalere Hüfte und wahrscheinlich noch eine omnivore Ernährungsweise besaß, war Nothronychus hochgradig an Pflanzenkost angepasst. Die Analyse der Muskelmechanik zeigt außerdem mehrere funktionelle Parallelen zu großen heutigen Vögeln und dokumentiert Veränderungen der Hüft- und Beinmuskulatur, die mit der Rückwärtsverlagerung des Schambeins zusammenhingen.2Smith, D. K. (2024). Hindlimb locomotor biomechanics of the derived therizinosaur Nothronychus: Functional changes in the line to birds and convergence with large-bodied neornitheans. The Anatomical Record, 308(9), 2347–2370. doi:10.1002/ar.25626 |
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Zahnfunde von Abelisauriern erweitern Nachweis der Klade in SpanienMalafaia et al. untersuchen isolierte Theropodenzähne aus der obercampanisch–untermaastrichtischen Fundstelle Poyos in Spanien. Die Zähne stammen von einem mittelgroßen Abelisauriden und ähneln jenen von Arcovenator escotae aus Frankreich. Damit erweitert sich der Nachweis dieser Linie auf die Iberische Halbinsel. Abelisauriden gehörten in der Oberkreide Europas zu den häufigsten mittelgroßen bis großen Fleischfressern. Ihre zunehmende Verbreitung und das Verschwinden anderer großer Theropoden könnten mit dem Übergang zu stärker semiariden Umweltbedingungen und einem damit verbundenen Faunenwandel zusammenhängen.3Malafaia, E. et al. (2024). Theropod teeth from the Upper Cretaceous of central Spain: Assessing the paleobiogeographic history of European abelisaurids. Cretaceous Research, 168, 106072. doi:10.1016/j.cretres.2024.106072 |
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Neue Erkenntnisse über die Beißmechanik von AcheroraptorYun analysiert den Unterkiefer von Acheroraptor temertyorum, einem Dromaeosaurier aus der späten Kreidezeit Montanas, um dessen Beißmechanik zu verstehen. Die Ergebnisse zeigen, dass der Kiefer für schnelle, schneidende Bisse ausgelegt war, ähnlich wie bei anderen Dromaeosauriern. Überraschenderweise waren seine biomechanischen Eigenschaften schwächer ausgeprägt als bei Saurornitholestes langstoni und eher mit asiatischen Velociraptorinen vergleichbar. Dies könnte darauf hindeuten, dass Acheroraptor kleinere Beutetiere jagte und dass die Ernährungs- und Jagdstrategien der Dromaeosaurier vielfältiger waren als bislang angenommen.4Yun, C.-G. (2024). Mandibular biomechanics of Acheroraptor temertyorum (Theropoda: Dromaeosauridae) with implications for the feeding ecology and behaviour. Mesozoic, 1(4), 459–468. doi:10.11646/mesozoic.1.4.3 |
Allosaurus anax |
Eine Chimäre: Saurophaganax maximus offenbar teils Sauropode, teils AllosaurusDanison et al. zeigen, dass Teile des Saurophaganax maximus zugeschriebenen Fossilmaterials, einschließlich des Holotyps, wahrscheinlich nicht von einem Theropoden stammen, sondern zu einem Diplodociden gehören. Die einst als einer der größten Allosauroiden geltende Gattung wird damit grundlegend neu bewertet: Der Name Saurophaganax maximus soll nach Ansicht der Autoren für den diplodociden Sauropoden gelten, während diagnostische Theropoden-Fossilien einer neuen Art von Allosaurus zugeschrieben werden, die den Namen Allosaurus anax erhält. Die Studie zeigt damit, dass das historische Saurophaganax-Material eine Chimäre aus Fossilien verschiedener Dinosaurier war.5Danison, A. D. et al. (2024). Chimerism in specimens referred to Saurophaganax maximus reveals a new species of Allosaurus (Dinosauria, Theropoda). Vertebrate Anatomy Morphology Palaeontology, 12, 81–114. doi:10.18435/vamp29404 |
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Neue Erkenntnisse zum Zahnwechsel der SauropodenD’Emic et al. untersuchen Zahnwechselraten und Zahnformen bei Sauropoden, um deren evolutionäre Entwicklung besser zu verstehen. Mithilfe histologischer und tomographischer Analysen erweitern sie die Zahl der untersuchten Gattungen erheblich. Frühe Macronarier und Brachiosauriden besaßen langsamere Zahnwechselraten von mehreren Monaten pro Zahn und vergleichsweise breite Zahnkronen, während sich bei Diplodocoiden und Titanosauriern unabhängig voneinander schmalere Zähne und deutlich höhere Zahnwechselraten entwickelten. Zahnform und Wechselrate stehen somit teilweise miteinander in Zusammenhang. Die Unterschiede spiegeln wahrscheinlich Anpassungen an unterschiedliche Ernährungsweisen und ökologische Bedingungen wider.6D’Emic, M. D. et al. (2024). Increased sampling reveals the complex evolution of sauropod dinosaur tooth replacement rates. Journal of Anatomy, 247, 728–735. doi:10.1111/joa.14169 |
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Über das Heranwachsen früher HorndinosaurierHan et al. analysieren die Knochenhistologie von Yinlong downsi, einem der frühesten bekannten Ceratopsier, anhand von zehn Exemplaren unterschiedlicher Größe. Vier Wachstumsstadien wurden identifiziert: frühes und spätes Jungtier, subadultes und adultes Tier. Die Ergebnisse zeigen, dass Yinlong etwa mit sechs Jahren die körperliche Reife erreichte. Sein Wachstum verlief moderater als bei den späteren, riesigen Ceratopsiern. Die Studie zeigt damit, wie sich Wachstumsstrategien innerhalb der Ceratopsier im Verlauf ihrer Evolution veränderten und welche Bedeutung insbesondere die Körpergröße für die Wachstumsgeschwindigkeit hatte.7Han, F. et al. (2024). Bone histology and growth curve of the earliest ceratopsian Yinlong downsi from the Upper Jurassic of Junggar Basin, Northwest China. PeerJ, 12, e18761. doi:10.7717/peerj.18761 |
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Neue Einblicke in die Lebensweise von NoasaurusHendrickx et al. beschreiben den Holotyp von Noasaurus leali, einem kleinen theropoden Fleischfresser aus der späten Kreidezeit Argentiniens, umfassend neu. Charakteristische Merkmale sind eine stark gebogene Handkralle sowie besondere Schädel- und Wirbelelemente. Phylogenetische Analysen zeigen, dass Noasaurus eng mit anderen kleinen Noasauriden wie Velocisaurus und Masiakasaurus verwandt ist. Seine ungewöhnliche Bezahnung und die stark gekrümmte Handkralle sprechen für einen opportunistischen Mesoprädator, dessen Nahrung möglicherweise auch Fische umfasste. Die Autoren halten es sogar für möglich, dass die Kralle zum Greifen oder Aufspießen glitschiger Beute eingesetzt wurde.8Hendrickx, C. et al. (2024). Osteology, relationship, and feeding ecology of the theropod dinosaur Noasaurus leali Bonaparte and Powell, 1980, from the Late Cretaceous of North-Western Argentina. Zoological Journal of the Linnean Society, 202(4), zlae150. doi:10.1093/zoolinnean/zlae150 |
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Neue Einblicke in das Denkvermögen der DinosaurierBalanoff untersucht den Forschungsstand zur Evolution der Dinosauriergehirne und verbindet dabei die Paläoneurologie mit Erkenntnissen der modernen Neurowissenschaft. Fortschritte bei der Rekonstruktion von Schädelinnenräumen und der Interpretation fossiler Daten haben insbesondere bei Theropoden neue Erkenntnisse ermöglicht. Sie beleuchten die Entwicklung des Gehirns auf dem Weg zu den Vögeln und bieten die Möglichkeit, die Dinosaurier-Vogel-Linie als Modell für die Evolution von Gehirngröße, Sinnesleistungen und Verhalten zu nutzen. Gleichzeitig zeigt die Studie aber auch deutlich die methodischen Grenzen und Unsicherheiten auf, die bei Aussagen über die geistigen Fähigkeiten ausgestorbener Tiere bestehen.9Balanoff, A. M. (2024). Dinosaur palaeoneurology: An evolving science. Biology Letters, 20(12), 20240472. doi:10.1098/rsbl.2024.0472 |
Archaeocursor asiaticus |
Neuer basaler Ornithischier aus Chongqing (China)Yao et al. beschreiben einen neuen basalen Ornithischier aus der chinesischen Großstadt Chongqing. Die neue Art basiert auf einem nahezu vollständig erhaltenen Oberschenkelknochen, der 2022 bei einer Rettungsgrabung nahe einem Stadtpark entdeckt wurde. Das Exemplar stammt aus der Ziliujing Formation und trägt den Namen Archaeocursor asiaticus. Die phylogenetische Analyse ordnet ihn als einen der frühesten bekannten Ornithischier Asiens ein und deutet auf eine frühe Ausbreitung dieser Dinosaurier von Gondwana nach Laurasia hin.10Yao, X. et al. (2024). New evidence for the earliest ornithischian dinosaurs from Asia. iScience, 28(1), 111641. doi:10.1016/j.isci.2024.111641 |
Lishulong wangi |
Neuer früher Sauropodomorph aus Yunnan (China)Zhang et al. beschreiben einen frühen Vertreter der Sauropodiformes aus der chinesischen Provinz Yunnan. Die neue Art basiert auf einem Teilskelett mit nahezu vollständigem Schädel und neun zusammenhängenden Halswirbeln, das bereits 2007 entdeckt wurde. Der Schädel ist der größte bislang aus der Lufeng Formation bekannte Schädel eines frühen Sauropodomorphen. Das Exemplar trägt den Namen Lishulong wangi und wird als naher Verwandter von Yunnanosaurus eingeordnet.11Zhang, Q.-N. et al. (2024). The largest sauropodomorph skull from the Lower Jurassic Lufeng Formation of China. PeerJ, 12, e18629. doi:10.7717/peerj.18629 |
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Neue Einblicke in die Entwicklung der frühesten SauropodomorphenDamke et al. beschreiben drei teilweise erhaltene Individuen des frühen Sauropodomorphen Saturnalia tupiniquim aus der späten Trias Brasiliens. Zu dem neu beschriebenen Material gehört erstmals auch die Schnauzenregion dieser Art. Sie zeigt, dass S. tupiniquim im Vergleich zu gleichzeitig lebenden Sauropodomorphen einen relativ kurzen Schädel besaß. Die neu erkannten Unterschiede zwischen einzelnen Exemplaren verdeutlichen außerdem, wie wichtig es ist, innerartliche Variation bei den frühesten Dinosauriern zu berücksichtigen, um ihre tatsächliche Artenvielfalt nicht zu überschätzen.12Damke, L. V. S. et al. (2024). New specimens of Saturnalia tupiniquim (Dinosauria: Sauropodomorpha): Insights into intraspecific variation, rostral anatomy, and skull size. Zoological Journal of the Linnean Society, 202(4), zlae156. doi:10.1093/zoolinnean/zlae156 |
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Winzige Sauropodenspuren aus TibetChen et al. berichten über die Entdeckung zweier Dinosaurier-Spurenfelder in der mitteljurassischen Chaya-Gruppe in Osttibet. Die Spuren stammen aus einem flachen Sumpfgebiet und umfassen große Theropodenabdrücke sowie außergewöhnlich kleine Sauropodenspuren, die vorläufig cf. Parabrontopodus isp. zugeordnet werden. Mit Längen von nur 8,8 bis 15,5 cm gehören sie zu den kleinsten weltweit bekannten Sauropoden-Fußspuren. Die Spurenerzeuger waren möglicherweise nur zwei bis drei Meter lang und könnten Jungtiere gewesen sein. Die Funde erweitern das Wissen über die Verbreitung der Saurischier rund um die östliche Tethys im Mittleren Jura.13Chen, X. et al. (2024). Newly discovered tracksites from Middle Jurassic Chaya Group of Eastern Tibet, China, with the implications of saurischian distribution in around the eastern Tethys. Historical Biology: An International Journal of Paleobiology, 37(10), 2318–2327. doi:10.1080/08912963.2024.2439936 |
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Wie Fossillücken unser Verständnis der Dinosaurier-Vielfalt verzerrenMannion untersucht, wie die räumlich und zeitlich sehr ungleichmäßige Fossilüberlieferung unser Bild von der Dinosaurier-Vielfalt und von Ereignissen wie Aussterben und Artentstehung beeinflusst. Besonders Lücken im Fossilbericht erschweren es, globale Entwicklungen eindeutig zu erkennen. Durch eine stärkere Einbeziehung gut datierter Fundstellen und auch der mesozoischen Vögel könnten zukünftige Analysen zuverlässigere Aussagen über die Entwicklung der Artenvielfalt ermöglichen. Eine umfassendere Betrachtung ist insbesondere nötig, um zu klären, ob die Dinosaurier-Vielfalt nach ihrer frühen Ausbreitung bis zum Massenaussterben an der Kreide/Paläogen-Grenze tatsächlich weitgehend stabil blieb oder stärkeren Schwankungen unterlag.14Mannion, P. D. (2024). The spatiotemporal distribution of Mesozoic dinosaur diversity. Biology Letters, 20(12), 20240443. doi:10.1098/rsbl.2024.0443 |
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Neue Erkenntnisse über Englands RaubdinosaurierBarker et al. analysieren Theropodenzähne aus der Wadhurst Clay Formation der Hastings-Gruppe in Südengland. Mithilfe phylogenetischer Analysen, statistischer Klassifikationsverfahren und maschinellen Lernens ordnen sie die verschiedenen Zahnformen bekannten Raubsauriergruppen zu. Dabei zeigt sich, dass im Südosten Englands bereits während des Valanginiums eine überraschend vielfältige Theropodenfauna lebte, darunter Spinosauriden, Tyrannosauroiden und kleine Dromaeosauriden. Einige Zahnformen lassen sich keiner bekannten Gruppe eindeutig zuordnen und könnten darauf hinweisen, dass dort noch weitere, bislang nicht beschriebene Theropoden lebten.15Barker, C. T. et al. (2024). Theropod dinosaur diversity of the lower English Wealden: Analysis of a tooth-based fauna from the Wadhurst Clay Formation (Lower Cretaceous: Valanginian) via phylogenetic, discriminant and machine learning methods. Papers in Palaeontology, 10(6), e1604. doi:10.1002/spp2.1604 |
November
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Begünstigte eine spezielle Ernährung den Aufstieg der Dinosaurier in der Trias?Qvarnström et al. rekonstruieren anhand von mehr als 500 Bromaliten – fossilen Verdauungsprodukten wie Kot, Magen- und Darminhalten – die Nahrungsnetze von fünf Wirbeltiergemeinschaften aus der späten Trias und dem frühesten Jura Polens. Veränderungen in Größe, Vielfalt und Inhalt dieser Fossilien dokumentieren einen schrittweisen Umbau der Ökosysteme. Zunächst ersetzten Dinosaurier und ihre nahen Verwandten andere Allesfresser und kleinere Räuber. Später breiteten sich große pflanzenfressende Sauropodomorphen und Ornithischier aus, deren Nahrung vielfältiger war als die der zuvor dominierenden Dicynodonten und Aetosaurier. Die zunehmende Zahl großer Pflanzenfresser wiederum begünstigte die Evolution immer größerer Theropoden. Die Studie zeichnet damit einen über rund 30 Millionen Jahre verlaufenden, schrittweisen Aufstieg der Dinosaurier zur ökologischen Dominanz nach.16Qvarnström, M. et al. (2024). Digestive contents and food webs record the advent of dinosaur supremacy. Nature, 636, 397–403. doi:10.1038/s41586-024-08265-4 |
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Zahneigenschaften helfen bei der Klärung von Hadrosaurier-VerwandtschaftenDudgeon, Gallimore & Evans untersuchen die Variation der Zähne von Hadrosauriern, um zu klären, welche Merkmale tatsächlich für die Bestimmung und Rekonstruktion ihrer Verwandtschaft geeignet sind. Analysiert werden unter anderem die Anzahl der Zahnreihen, das Verhältnis von Zahnlänge zu Zahnbreite, sekundäre Zahnrippen und Strukturen an den Zahnkanten. Dabei zeigt sich, dass einige Merkmale stark vom Alter und von der Körpergröße eines Tieres beeinflusst werden, während andere innerhalb derselben Art erheblich variieren können. Dennoch lassen sich bestimmte Kombinationen von Zahnmerkmalen sinnvoll zur Bestimmung isolierter Zähne und fragmentarischer Fossilien einsetzen. Die Studie zeigt zugleich, dass entsprechende Merkmale in zukünftigen phylogenetischen Analysen präziser definiert werden müssen.17Dudgeon, T. W., Gallimore, G. & Evans, D. C. (2024). Individual, ontogenetic, and phylogenetic variation in the dentition of hadrosaurids (Iguanodontia: Ornithischia). Journal of Systematic Palaeontology, 22(1), 2419422. doi:10.1080/14772019.2024.2419422 |
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Imperobator war offenbar ein UnenlagiideMotta et al. stützen die Einordnung des antarktischen Theropoden Imperobator antarcticus in die Unenlagiidae, eine Gruppe von Paraves, deren bekannteste Vertreter aus Südamerika stammen. Eine erweiterte phylogenetische Analyse ordnet Imperobator innerhalb dieser Gruppe ein. Besonders die Konstruktion des Mittelfußes weist Ähnlichkeiten mit südamerikanischen Unenlagiiden auf. Damit liefert das Fossil einen weiteren Hinweis auf enge biogeografische Verbindungen zwischen den Dinosaurierfaunen Patagoniens und der Antarktis während der späten Kreidezeit.18Motta, M. J. et al. (2025). Unenlagiid affinities for Imperobator antarcticus (Paraves: Theropoda): Palaeobiogeographical implications. Ameghiniana, 62(1), 69–79. doi:10.5710/AMGH.13.11.2024.3604 Zum Zeitpunkt dieser Meldung im November 2024 lag die Studie bereits als akzeptiertes Postprint-Manuskript vor. Die endgültige Version erschien 2025 in Ameghiniana. |
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Reduktion des Wadenbeins bereitete besondere Kniebeweglichkeit der Vögel vorManafzadeh et al. untersuchen, wie sich das Kniegelenk während der Evolution von frühen Theropoden zu heutigen Vögeln veränderte. Frühe Theropoden besaßen demnach ein vergleichsweise stark auf Scharnierbewegungen beschränktes Knie. Im weiteren Verlauf der Evolution wurde das Wadenbein zunehmend reduziert und löste sich schließlich vom Sprunggelenk. Dadurch konnte es gegenüber dem Schienbein beweglicher werden und eine stärkere Drehung entlang der Längsachse des Knies ermöglichen. Diese Beweglichkeit spielt bei heutigen Vögeln eine wichtige Rolle bei komplexen Bewegungsabläufen der Hinterbeine. Die scheinbar einfache Reduktion eines Knochens hatte somit weitreichende Folgen für die Evolution der Fortbewegung innerhalb der Theropoden.19Manafzadeh, A. R. et al. (2025). Fibular reduction and the evolution of theropod locomotion. Nature, 637, 113–117. doi:10.1038/s41586-024-08251-w |
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Neuer früher Vogel aus ChinaWang et al. beschreiben mit Shuilingornis angelai einen neuen frühen Vogel aus der unterkreidezeitlichen Jiufotang Formation der Jehol-Biota im Westen Liaonings. Das nahezu vollständige Skelett gehört zu den Euornithes und wird innerhalb der Gansuidae eingeordnet. Shuilingornis war kleiner als andere Vertreter dieser Gruppe und bewahrte gleichzeitig einige ursprünglichere anatomische Merkmale. Knochenhistologische Untersuchungen zeigen, dass das Tier zum Zeitpunkt seines Todes bereits ein junger Erwachsener war. Die Verbreitung der Gansuidae in mehreren gleich alten Becken deutet darauf hin, dass semiaquatische Lebensweisen bei frühen Euornithes bereits lange vor der späteren Radiation moderner Vogelgruppen verbreitet waren.20Wang, X. et al. (2025). A new gansuid bird (Avialae, Euornithes) from the Lower Cretaceous (Aptian) Jiufotang Formation of Jianchang, western Liaoning, China. Cretaceous Research, 166, 106014. doi:10.1016/j.cretres.2024.106014 |
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Neue Erkenntnisse über die Faunengemeinschaft der Dinosaur Park FormationDemers-Potvin & Larsson untersuchen eine ceratopsierdominierte Fossilienfundstelle in der Dinosaur Park Formation in Saskatchewan, Kanada, nahe dem damaligen Western Interior Seaway. Unter den Funden befinden sich eindeutig bestimmbare Überreste von Centrosaurus apertus sowie des kleinen Oviraptorosauriers Citipes elegans. Beide Taxa werden damit erstmals sicher aus Saskatchewan nachgewiesen. Das Vorkommen von Centrosaurus erweitert dessen bekanntes Verbreitungsgebiet bis in einen wesentlich stärker küstennahen Lebensraum und deutet außerdem darauf hin, dass die dortigen Schichten eher mit den unteren Bereichen der Dinosaur Park Formation in Alberta korrelieren. Die Zusammensetzung der Fauna stützt zudem die Vorstellung einer großräumig miteinander verbundenen Metagemeinschaft entlang der Küstenebene.21Demers-Potvin, A. V. & Larsson, H. C. E. (2024). Occurrence of Centrosaurus apertus (Ceratopsidae: Centrosaurinae) in Saskatchewan, Canada, and expanded dinosaur diversity in the easternmost exposure of the Late Cretaceous (Campanian) Dinosaur Park Formation. Canadian Journal of Earth Sciences, 61(11), 1127–1155. doi:10.1139/cjes-2023-0125 |
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Apatosaurus-Skelett „Vulcain“ versteigertDas rund 20,5 Meter lange Apatosaurus-Skelett „Vulcain“ wurde in Frankreich für 4,7 Millionen Euro versteigert. Das rund 150 Millionen Jahre alte Skelett besteht zu mehr als 80 Prozent aus Originalknochen und wurde in den USA ausgegraben. Ein französischer Privatsammler erhielt den Zuschlag. Nach Angaben der beteiligten Auktionshäuser soll das Fossil künftig einem Museum oder einer wissenschaftlichen Einrichtung als Leihgabe zur Verfügung gestellt werden.22ZDFheute. (2024). Dinosaurier-Skelett für 4,7 Millionen Euro versteigert. ZDF, 17. November 2024. |
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Wie Dinosaurier über Millionen Jahre ökologische Veränderungen meistertenChiarenza fasst zusammen, wie Klima, Geografie und Tektonik die Ökologie und Verbreitung der Dinosaurier während ihrer mehr als 160 Millionen Jahre langen Evolutionsgeschichte beeinflussten. Moderne quantitative Methoden wie phylogenetische Vergleichsverfahren, maschinelles Lernen und Bayes’sche Analysen ermöglichen inzwischen Untersuchungen zu großräumigen Mustern von Artenreichtum, Körpergröße und ökologischen Nischen. Einige Ergebnisse entsprechen bekannten ökologischen Regeln, während andere davon deutlich abweichen. Besonders wichtig bleiben eine bessere taxonomische Aufarbeitung der Fossilien, detaillierte Umweltrekonstruktionen und weitere Feldarbeiten in bislang wenig untersuchten Regionen und Breitengraden. Offene Datenbanken und interdisziplinäre Ansätze sollen künftig helfen, die langfristige Makroökologie der Dinosaurier noch genauer zu verstehen.23Chiarenza, A. A. (2024). The macroecology of Mesozoic dinosaurs. Biology Letters, 20(11), 20240392. doi:10.1098/rsbl.2024.0392 |
Huaxiazhoulong shouwen |
Neuer Ankylosaurier aus Jiangxi (China)Zhu et al. beschreiben einen neuen Ankylosauriden aus der chinesischen Provinz Jiangxi. Das Fossil wurde bereits 1986 entdeckt und umfasst ein außergewöhnlich gut erhaltenes Teilskelett mit Wirbeln, Becken, Vorder- und Hintergliedmaßen sowie Teilen der Körperpanzerung und der Schwanzkeule. Das Exemplar stammt aus der Tangbian Formation und trägt den Namen Huaxiazhoulong shouwen. Phylogenetische Analysen ordnen die neue Gattung als relativ frühen Vertreter der Ankylosauridae ein.24Zhu, Z. et al. (2024). A new ankylosaurid dinosaur from the Upper Cretaceous of Jiangxi Province, southern China. Historical Biology: An International Journal of Paleobiology, 1–17. doi:10.1080/08912963.2024.2417208 |
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Neue Hinweise auf großen Carcharodontosaurier aus UsbekistanAverianov & Sues beschreiben einen unvollständigen hinteren Rückenwirbel aus der turonischen Bissekty Formation in Usbekistan. Der Wirbel ist stark pneumatisiert und ähnelt in mehreren Merkmalen dem Carcharodontosauriden Acrocanthosaurus aus der Unterkreide Nordamerikas. Die Autoren ordnen den Fund deshalb einem unbestimmten Carcharodontosauriden zu. Aus derselben Formation stammt bereits der unvollständige Oberkiefer, auf dessen Grundlage Ulughbegsaurus uzbekistanensis beschrieben wurde. Ob der neue Wirbel ebenfalls zu dieser Art gehört, lässt sich jedoch nicht sicher feststellen.25Averianov, A. O. & Sues, H.-D. (2024). New evidence for the presence of carcharodontosaurid theropod dinosaurs in the Late Cretaceous of Uzbekistan. Historical Biology: An International Journal of Paleobiology, 1–7. doi:10.1080/08912963.2024.2423675 |
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Wie bildete sich der Panzer der Ankylosaurier?Sanchez et al. untersuchen mithilfe verschiedener Mikroskopietechniken und dreidimensionaler Röntgen-Mikrotomografie den Feinbau kleiner Hautknochen, sogenannter Ossikel, von Antarctopelta oliveroi. Die Untersuchungen zeigen einen komplexen inneren Aufbau aus unterschiedlichen Gewebeschichten und kollagenreichen Faserstrukturen. Die Autoren rekonstruieren daraus einen mehrstufigen Entwicklungsprozess, bei dem bereits vorhandenes Bindegewebe teilweise direkt verknöcherte, zugleich aber auch neues Knochengewebe gebildet wurde. Die Panzerung der Ankylosaurier entstand demnach nicht durch einen einzigen einfachen Mechanismus, sondern durch das Zusammenspiel verschiedener Prozesse der Knochenbildung.26Sanchez, S. et al. (2025). Microstructure and development of the dermal ossicles of Antarctopelta oliveroi (Dinosauria, Ankylosauria): A complex morphogenetic system deciphered through three-dimensional X-ray microtomography. Journal of Anatomy, 247, 665–681. doi:10.1111/joa.14159 |
Oktober
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Frühe Ceratopsier konnten besser riechen und hören als ihre späteren VerwandtenHu et al. rekonstruieren die Endocasts (Gehirnabdrücke) von Yinlong, Liaoceratops und Psittacosaurus. Die Gehirnstrukturen deuten darauf hin, dass frühe Ceratopsier über einen besseren Geruchssinn verfügten und höhere Frequenzen hören konnten als ihre späteren Verwandten, etwa die großen Ceratopsiden. Im Laufe ihrer Evolution veränderten sich unter anderem die Flocculi, das Innenohr und die Riechkolben. Auch die wahrscheinliche Kopfhaltung verschob sich von einer stärker nach vorn gerichteten zu einer zunehmend nach unten geneigten Position.27Hu, J. et al. (2024). Endocranial morphology of three early-diverging ceratopsians and implications for the behavior and the evolution of the endocast in ceratopsians. Paleobiology, 50(3), 490–502. doi:10.1017/pab.2024.25 |
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Dinos passten sich schon früh an trockene Biome anUpchurch & Chiarenza geben einen Überblick über den aktuellen Forschungsstand zur Biogeografie der Nicht-Vogel-Dinosaurier. Lange wurde angenommen, dass die ersten Dinosaurier während der Obertrias zunächst weitgehend auf kühlere und feuchtere Regionen beschränkt waren und sich erst mit klimatischen Veränderungen zu Beginn des Juras weltweit ausbreiteten. Neue Fossilfunde stellen dieses einfache Modell jedoch infrage und liefern Hinweise darauf, dass einige frühe Dinosaurier bereits an trockene Umweltbedingungen angepasst waren. Die Autoren betonen zugleich, wie stark Lücken im Fossilbericht unser Bild ihrer frühen Verbreitung beeinflussen.28Upchurch, P. & Chiarenza, A. A. (2024). A brief review of non-avian dinosaur biogeography: State-of-the-art and prospectus. Biology Letters, 20(10), 20240429. doi:10.1098/rsbl.2024.0429 |
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Schädel von jungen Coelophysis-Exemplaren beschriebenBugos & McDavid beschreiben die Schädel zweier kleiner Individuen von Coelophysis bauri aus Ghost Ranch in New Mexico. Beide Schädel sind größtenteils vollständig und bewahren sogar Teile des Zungenbeinapparats. Im Vergleich zu größeren Coelophysis-Exemplaren besitzen sie unter anderem auffallend große Augenhöhlen, kürzere und flachere Zähne sowie dünnere Schädelknochen. Diese Unterschiede werden als ontogenetische Merkmale interpretiert und bestätigen, dass es sich um noch nicht ausgewachsene Jungtiere handelt.29Bugos, J. E. & McDavid, S. N. (2024). Immature skulls of the theropod dinosaur Coelophysis bauri from Ghost Ranch, New Mexico. Acta Palaeontologica Polonica, 69(4), 549–564. doi:10.4202/app.01085.2023 |
Gondwanax paraisensis |
Neuer früher Dinosauromorph aus BrasilienMüller beschreibt mit Gondwanax paraisensis einen neuen frühen Vertreter der sogenannten „Silesaurier“ aus der Santa Maria Formation im Süden Brasiliens. Das Tier lebte nahe der Grenze vom Ladinium zum Karnium und gehört damit zu den ältesten bekannten Dinosauromorphen Südamerikas. Besonders bemerkenswert ist sein aus drei Wirbeln bestehendes Kreuzbein, eine für einen derart frühen Vertreter ungewöhnlich fortschrittliche Eigenschaft. Je nach zugrunde gelegter phylogenetischer Hypothese gelten Silesaurier entweder als nahe Verwandte der Dinosaurier oder als frühe Vertreter der Ornithischia.30Müller, R. T. (2024). A new “silesaurid” from the oldest dinosauromorph-bearing beds of South America provides insights into the early evolution of bird-line archosaurs. Gondwana Research, 137, 13–28. doi:10.1016/j.gr.2024.09.007 |
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Zahnfossilien deuten auf noch mehr Spinosauriden in Iberien hinCabrera-Argudo, García-Cobeña & Cobos untersuchen isolierte Spinosauridenzähne aus der unterbarremischen Camarillas Formation bei Galve in Spanien. Einer der Zähne lässt sich nur allgemein den Spinosauridae zuweisen, während jeweils ein weiterer Zahn Merkmale der Baryonychinae beziehungsweise Spinosaurinae zeigt. Besonders der spinosaurine Zahn repräsentiert einen bislang unbekannten Morphotyp. Die Funde sprechen damit dafür, dass während des frühen Barremiums mindestens ein Baryonychine und ein Spinosaurine auf der östlichen Iberischen Halbinsel lebten.31Cabrera-Argudo, P., García-Cobeña, J. & Cobos, A. (2024). Variability of spinosaurid teeth in the Barremian of the province of Teruel (eastern Spain). Journal of Iberian Geology. doi:10.1007/s41513-024-00269-3 |
Yuanyanglong bainian |
Neuer früher Oviraptorosaurier aus ChinaHao et al. beschreiben einen neuen Oviraptorosaurier aus der Inneren Mongolei in China. Yuanyanglong bainian ist durch zwei unvollständige Exemplare aus der unterkreidezeitlichen Miaogou Formation bekannt, die gemeinsam in einem Gesteinsblock gefunden wurden. Die neue Art besitzt eine ungewöhnliche Kombination ursprünglicher und weiter entwickelter Merkmale. Auffällig sind außerdem die langen unteren Beinabschnitte, deren Proportionen an heutige Watvögel erinnern. Im Körperbereich erhaltene Gastrolithen deuten zudem auf eine Magenmühle zur mechanischen Zerkleinerung der Nahrung hin.32Hao, M. et al. (2024). A new oviraptorosaur from the Lower Cretaceous Miaogou Formation of western Inner Mongolia, China. Cretaceous Research, 167, 106023. doi:10.1016/j.cretres.2024.106023 |
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Neue Avisaurier aus der Hell Creek FormationClark et al. beschreiben drei neue Enantiornithen-Exemplare aus der Hell Creek Formation, darunter die beiden neuen Avisauriden Avisaurus darwini und Magnusavis ekalakaenis. Die Funde erhöhen die bekannte Vielfalt dieser Vogelgruppe unmittelbar vor dem Massenaussterben an der Kreide/Paläogen-Grenze erheblich. Die kräftigen Mittelfußknochen und besonders ausgeprägten Muskelansatzstellen ähneln funktionell denen heutiger Greifvögel. Die Autoren schließen daraus, dass Avisauriden ihre Füße kräftig zum Greifen einsetzen und möglicherweise vergleichsweise schwere Beutetiere überwältigen konnten.33Clark, A. D. et al. (2024). New enantiornithine diversity in the Hell Creek Formation and the functional morphology of the avisaurid tarsometatarsus. PLOS ONE, 19(10), e0310686. doi:10.1371/journal.pone.0310686 |
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Waren Microraptorinen sehr schnelle Läufer?Dececchi et al. untersuchen eine zweizehige Theropoden-Fährte aus der kreidezeitlichen Jinju Formation in Südkorea, die wahrscheinlich von einem kleinen Microraptorinen stammt. Würde man die ungewöhnlich großen Schrittlängen ausschließlich als Laufbewegung interpretieren, ergäbe sich für das kaum krähengroße Tier eine Geschwindigkeit von rund 38 km/h. Die Autoren halten dies jedoch biomechanisch für unwahrscheinlich. Stattdessen interpretieren sie die Fährte als indirekten Hinweis darauf, dass das Tier beim Laufen aerodynamische Kräfte mit seinen Flügeln erzeugte und sich zeitweise vom Boden abhob. Die Spur könnte damit einen seltenen direkten Einblick in flugunterstützte Fortbewegung bei nicht-vogelartigen Paraviern liefern.34Dececchi, T. A. et al. (2024). Theropod trackways as indirect evidence of pre-avian aerial behavior. Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America, 121(44), e2413810121. doi:10.1073/pnas.2413810121 |
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Fährte eines Titanosauriformen-Babys beschriebenYoon et al. beschreiben eine Fährte, die bereits im Jahr 2000 in der kreidezeitlichen Jindong Formation in Südkorea entdeckt wurde. Sie besteht aus 34 außergewöhnlich kleinen Sauropoden-Fußabdrücken mit durchschnittlich etwa 10 cm breiten Hand- und 12,8 cm langen Fußabdrücken. Der Spurenerzeuger war wahrscheinlich ein sehr junger Titanosauriformer mit einer geschätzten Körperlänge von nur rund 2,3 Metern. Vergleiche mit größeren Sauropodenfährten derselben Formation zeigen, dass die Spurweite mit zunehmender Körpergröße enger wurde. Dies könnte auf altersbedingte Veränderungen der Fortbewegung oder der Körperproportionen hinweisen.35Yoon, H. S. et al. (2024). A small sauropod trackway from the Upper Cretaceous Jindong Formation (Cenomanian), Goseong County, South Korea. Cretaceous Research, 106022. doi:10.1016/j.cretres.2024.106022 |
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Neuer Alvarezsaurier-Knochen aus Argentinien schließt zeitliche LückeGianechini et al. beschreiben einen isolierten Oberschenkelknochen aus der Plottier Formation in Nordpatagonien. Anatomische Merkmale weisen das Fossil einem maniraptoren Theropoden zu und zeigen besondere Ähnlichkeiten mit Alvarezsauriern, möglicherweise sogar mit Parvicursorinen. Wegen der fragmentarischen Erhaltung lässt sich das Fossil jedoch keiner bekannten oder neuen Art sicher zuordnen und wird deshalb als Alvarezsauria indet. geführt. Der Fund ist dennoch bedeutsam, weil er eine zeitliche Lücke im Fossilbericht der patagonischen Alvarezsaurier zwischen Coniacium und Santonium schließen könnte.36Gianechini, F. A. et al. (2024). A new maniraptoran femur with alvarezsaurian affinities from the Plottier Formation (Coniacian-Santonian), northern Patagonia. Historical Biology: An International Journal of Paleobiology. doi:10.1080/08912963.2024.2414206 |
Emiliasaura alessandrii |
Neuer Rhabdodontomorph aus ArgentinienCoria et al. beschreiben mit Emiliasaura alessandrii einen neuen Ornithopoden aus der argentinischen Provinz Neuquén. Die Art ist durch ein unvollständiges Skelett mit Teilen der Vorder- und Hintergliedmaßen, des Beckens und der Schwanzwirbelsäule bekannt. Das Fossil stammt aus der unterkreidezeitlichen Mulichinco Formation und wird als Rhabdodontomorph interpretiert. Damit ist Emiliasaura der erste bekannte Vertreter dieser Gruppe aus Südamerika und zugleich einer der ältesten bekannten kreidezeitlichen Ornithischier Patagoniens.37Coria, R. A. et al. (2024). First Valanginian (Early Cretaceous) ornithopod (Dinosauria, Ornithischia) from Patagonia. Cretaceous Research, 106027. doi:10.1016/j.cretres.2024.106027 |
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Schädelanalyse gibt Einblicke in die Evolution der frühen SauropodenGomez, Carballido & Pol beschreiben den Schädel des basalen Eusauropoden Bagualia alba aus der Cañadón Asfalto Formation in Argentinien. Er ist der vollständigste bekannte Schädel eines Eusauropoden aus dem späten Unterjura. Die Anatomie zeigt, dass mehrere typische Merkmale späterer Sauropodenschädel bereits gegen Ende des Unterjuras ausgebildet waren, darunter ein robuster, hoher Schädel, U-förmige Kiefer und eine reduzierte Zahnzahl. Diese Veränderungen könnten mit einer Ernährungsumstellung auf härtere Pflanzenkost zusammenhängen.38Gomez, K. L., Carballido, J. L. & Pol, D. (2024). Cranial anatomy of Bagualia alba (Dinosauria, Eusauropoda) from the Early Jurassic of Patagonia and the implications for sauropod cranial evolution. Journal of Systematic Palaeontology, 22(1), 2400471. doi:10.1080/14772019.2024.2400471 |
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Kleinste vollständige fossile Dino-Eier beschriebenWu et al. beschreiben ein teilweise erhaltenes Gelege mit sechs vollständigen, außergewöhnlich kleinen Eiern aus der oberkreidezeitlichen Tangbian Formation im chinesischen Ganzhou-Becken. Anhand ihrer Schalenstruktur werden die Eier den Ovaloolithidae zugeordnet. Sie repräsentieren die bislang kleinsten vollständig bekannten Eier eines Nicht-Vogel-Dinosauriers. Für sie wird das neue Ootaxon Minioolithus ganzhouensis aufgestellt. Der Fund erweitert die bereits außergewöhnlich große Vielfalt fossiler Dinosauriereier aus dieser Region.39Wu, R. et al. (2024). The smallest known complete dinosaur fossil eggs from the Upper Cretaceous of South China. Historical Biology: An International Journal of Paleobiology. doi:10.1080/08912963.2024.2409873 |
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Neues Exemplar von TaurovenatorAranciaga Rolando et al. beschreiben ein neues Teilskelett des riesigen Carcharodontosauriden Taurovenator violantei aus der frühen Oberkreide Nordpatagoniens. Zuvor war die Art lediglich durch einen einzelnen Schädelknochen bekannt. Die Halswirbel besitzen ungewöhnlich hohe Neuralstacheln, deren Form wahrscheinlich mit einer kräftigen Halsmuskulatur und einer eingeschränkteren Beweglichkeit des Halses zusammenhing. Wie andere Giganotosaurinen besaß Taurovenator stark verkürzte Vordergliedmaßen. Die erhaltenen Handknochen besitzen jedoch ausgeprägte Gelenkflächen und Muskelansatzstellen, was darauf hindeutet, dass die Finger trotz der verkürzten Arme vergleichsweise beweglich blieben.40Aranciaga Rolando, A. M. et al. (2024). A new carcharodontosaurid specimen sheds light on the anatomy of South American giant predatory dinosaurs. The Science of Nature, 111(6), 56. doi:10.1007/s00114-024-01942-4 |
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Neues Material von (umstrittenen!) Sigilmassasaurus und anderen Theropoden aus Kem KemLacerda et al. beschreiben elf neue Theropoden-Fossilien aus der Kem Kem-Gruppe Marokkos. Dazu gehören ein Halswirbel, den sie Sigilmassasaurus zuordnen, sowie mehrere Schädel-, Wirbel- und Gliedmaßenknochen, die sicher zu Spinosaurinen gehören. Außerdem beschreiben sie ein unvollständiges Sitzbein eines Carcharodontosauriden und untersuchen eine der vollständigsten bekannten Spinosaurinen-Schnauzen erneut. Die Autoren betonen jedoch, dass die genaue Artenvielfalt der Spinosauriden aus Kem Kem weiterhin schwierig zu beurteilen ist. So bleibt auch die taxonomische Eigenständigkeit von Sigilmassasaurus umstritten.41Lacerda, M. B. S. et al. (2024). New theropod dinosaur remains from the Upper Cretaceous of the Kem Kem Group (Eastern Morocco) clarify spinosaurid morphology. Zoological Journal of the Linnean Society, 202(2), zlae109. doi:10.1093/zoolinnean/zlae109 |
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Nutzen von Messindizes zur Klassifizierung von Sauropoden-ZähnenFrauenfelder et al. überprüfen zwei häufig zur Klassifizierung von Sauropodenzähnen verwendete Messwerte: den Schlankheitsindex, der das Verhältnis von Zahnhöhe zu Breite beschreibt, und den Kompressionsindex, der die Querschnittsform des Zahns erfasst. Die Analysen zeigen zwar deutliche Unterschiede zwischen verschiedenen Sauropodengruppen, zugleich hängen die Werte aber auch davon ab, an welcher Position im Kiefer sich ein Zahn befand und wie groß das jeweilige Tier war. Die Indizes können deshalb bei der taxonomischen Bestimmung hilfreich sein, sollten aber nicht isoliert verwendet werden.42Frauenfelder, T. G. et al. (2024). Revealing the use of dental indices to infer taxonomic variation in sauropod dinosaurs. Palaeontology, 67(5), e12725. doi:10.1111/pala.12725 |
Ardetosaurus viator |
Neuer Diplodocide aus Wyomingvan der Linden et al. beschreiben mit Ardetosaurus viator einen neuen Diplodocinen aus der Morrison Formation von Wyoming. Das Fossil umfasst unter anderem Hals-, Rücken-, Kreuzbein- und Schwanzwirbel, Rippen, Teile des Schulter- und Beckengürtels sowie große Teile des linken Hinterbeins. Es handelt sich um das erste sicher ausgewachsene Sauropoden-Exemplar, das aus dem Howe-Stephens Quarry wissenschaftlich beschrieben wurde. Der Artname viator („Reisender“) erinnert an die ungewöhnliche Geschichte des Fossils, das nach seiner Bergung durch mehrere Länder gelangte, während der Gattungsname auf Brandschäden Bezug nimmt, die Teile des Skeletts bei einem Museumsbrand erlitten.43van der Linden, T. T. P. et al. (2024). A new diplodocine sauropod from the Morrison Formation, Wyoming, USA. Palaeontologia Electronica, 27(3), a49. doi:10.26879/1380 |
September
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Riesenwuchs bei jugendlichem Sauropoden aus der MongoleiWitasik, Słowiak & Szczygielski beschreiben einen fast vollständigen Oberschenkelknochen eines Titanosauriformen aus der oberkreidezeitlichen Bayan Shireh Formation der Mongolei. Knochenhistologische Untersuchungen zeigen, dass das Tier trotz einer geschätzten Körperlänge von bereits etwa 20 Metern noch nicht vollständig ausgewachsen war. Das Exemplar war erheblich größer als andere bekannte Titanosauriformen im gleichen Wachstumsstadium. Dies zeigt, dass das für Titanosauriformen charakteristische modifizierte lamellare Knochengewebe und die damit verbundene reduzierte Wachstumsrate diese Sauropoden nicht daran hinderten, extreme Körpergrößen zu erreichen.44Witasik, M., Słowiak, J. & Szczygielski, T. (2024). Modified laminar bone did not stop sauropods from achieving large body sizes. Journal of Vertebrate Paleontology, 44(1), e2396816. doi:10.1080/02724634.2024.2396816 |
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Neuer Beleg für Schwanzkeulen bei SauropodenKareem, Chakraborty & Wilson Mantilla identifizieren vier Fossilien aus der unter- bis mitteljurassischen Kota Formation Indiens als Schwanzkeulen des frühen Sauropoden Kotasaurus yamanpalliensis. Sie weisen deutliche Ähnlichkeiten mit den Schwanzkeulen von Omeisaurus tianfuensis und Shunosaurus lii aus China auf. Ein detaillierter Vergleich deutet darauf hin, dass solche Keulen aus bis zu drei einzelnen Elementen bestanden, die während des Wachstums miteinander verschmolzen. Damit stellt sich die Frage, ob Schwanzkeulen bei frühen Sauropoden mehrfach unabhängig entstanden oder bereits bei gemeinsamen Vorfahren vorhanden waren und später in mehreren Entwicklungslinien wieder verloren gingen.45Kareem, T. A., Chakraborty, S. & Wilson Mantilla, J. A. (2024). Sauropod tail clubs from the Kota Formation (Lower to Middle Jurassic) of India and their implications for early sauropod evolution. Journal of Vertebrate Paleontology, 44(1), e2396814. doi:10.1080/02724634.2024.2396814 |
Labocania aguillonae |
Neuer Tyrannosaurier aus MexikoRivera-Sylva & Longrich beschreiben neues Tyrannosauriden-Material aus der obercampanischen Cerro del Pueblo Formation in Mexiko. Die Fossilien zeigen enge Ähnlichkeiten mit dem bereits 1974 beschriebenen Labocania anomala, dessen Verwandtschaftsverhältnisse lange umstritten waren. Die Autoren ordnen Labocania nun innerhalb der Tyrannosauridae ein und beschreiben mit Labocania aguillonae eine zweite Art der Gattung. Ihre phylogenetische Analyse deutet außerdem auf eine eigenständige Entwicklungslinie großer Tyrannosauriden im südlichen Laramidia hin.46Rivera-Sylva, H. E. & Longrich, N. R. (2024). A new tyrant dinosaur from the Late Campanian of Mexico reveals a tribe of southern tyrannosaurs. Fossil Studies, 2(4), 245–272. doi:10.3390/fossils2040012 |
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Neue Erkenntnisse zur Pathologie und zum Jagdverhalten von AllosaurusLiang et al. untersuchen anhand digitaler 3D-Modelle den Bewegungsumfang der Vordergliedmaßen von Allosaurus fragilis. Bei einem subadulten Exemplar weisen Veränderungen an der rechten Schultergelenkpfanne auf eine bereits früh im Leben entstandene und länger anhaltende Pathologie hin, welche die Entwicklung des rechten Arms beeinflusste. Die Hände besaßen dennoch einen vergleichsweise großen Bewegungsumfang und waren gut zum Greifen geeignet. Die Schulter selbst erlaubte dagegen keine weit nach vorne gerichtete Bewegung. Die Autoren schließen daraus, dass Allosaurus Beute wahrscheinlich zunächst mit dem Maul packte und seine Hände anschließend zum Festhalten am Brustkorb oder unterhalb des Halses einsetzen konnte.47Liang, Q. et al. (2024). Forearm range of motion in Allosaurus fragilis (Dinosauria: Theropoda). Historical Biology, 1–12. doi:10.1080/08912963.2024.2403599 |
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Junger „Flachkopf“-Pachycephalosaurier aus Texas beschriebenWick & Lehman beschreiben den Schädel eines jungen Pachycephalosauriers aus der obercampanischen Aguja Formation in Texas. Das noch flache Schädeldach unterscheidet sich deutlich von der ausgeprägten Schädelkuppel ausgewachsener Tiere. Morphometrische Vergleiche ordnen das Exemplar einer südlichen Form von Stegoceras zu und liefern neue Informationen darüber, wie sich die charakteristische Schädelkuppel während des Wachstums entwickelte. Die Ergebnisse sind außerdem für die Diskussion um Texacephale langstoni von Bedeutung, dessen taxonomische Eigenständigkeit gegenüber Stegoceras umstritten ist.48Wick, S. L. & Lehman, T. M. (2024). A rare ‘flat-headed’ pachycephalosaur (Dinosauria: Pachycephalosauridae) from West Texas, USA, with morphometric and heterochronic considerations. Geobios, 86, 89–106. doi:10.1016/j.geobios.2024.08.006 |
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Neues Fährtenfeld aus TibetLi et al. berichten über den ersten bekannten Dinosaurier-Fährtenfund aus der unterkreidezeitlichen Duoni Formation im tibetischen Kreis Basu. Insgesamt wurden 28 Flächen mit Dinosaurierspuren entdeckt. Drei besonders fossilreiche Horizonte enthalten Fährten von Sauropoden, Ornithopoden und Theropoden. Pollenanalysen datieren die Fundstelle in das Aptium bis Albium und weisen auf ein relativ warmes und trockenes Klima mit zeitweiligen Seen und Nadelwäldern hin. Die Zusammensetzung der Fährten deutet zudem auf einen möglichen Faunenaustausch zwischen dieser Region und anderen Gebieten Ostasiens hin.49Li, Y. et al. (2025). First discovery of dinosaur tracks from the Lower Cretaceous Duoni Formation in eastern Tibet, China. Cretaceous Research, 166, 106009. doi:10.1016/j.cretres.2024.106009 |
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Gab es neben Spinosaurus noch einen weiteren Spinosaurier in Marokko?Samathi untersucht ein Darmbein aus den Kem Kem-Schichten Marokkos neu, das ursprünglich einem Abelisauriden zugeschrieben worden war. Anatomische Vergleiche und eine phylogenetische Analyse sprechen stattdessen für die Zugehörigkeit zu einem Spinosaurinen. Das Fossil unterscheidet sich jedoch in mehreren Merkmalen vom Darmbein des Neotypus von Spinosaurus aegyptiacus. Gemeinsam mit anderen Funden deutet dies auf mindestens zwei unterschiedliche Spinosaurinen-Morphotypen in den Kem Kem-Schichten hin. Ob diese tatsächlich verschiedene Arten repräsentieren oder durch Wachstum beziehungsweise individuelle Variation erklärt werden können, bleibt jedoch offen.50Samathi, A. (2025). Reassessment of a theropod ilium from the Kem Kem beds of Morocco and the evolution of ilia in Spinosauridae. Cretaceous Research, 166, 106007. doi:10.1016/j.cretres.2024.106007 |
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Schädel von Daspletosaurus und Gorgosaurus lassen sich zuverlässig unterscheidenCoppock et al. untersuchen Schädelmaterial junger Daspletosaurus-Exemplare aus der Dinosaur Park Formation in Alberta. Viele charakteristische Schädelmerkmale, anhand derer erwachsene Daspletosaurus von Gorgosaurus unterschieden werden, waren offenbar bereits bei Jungtieren vorhanden. Damit lässt sich isoliertes und unvollständiges Schädelmaterial der beiden gleichzeitig vorkommenden Tyrannosauriden zuverlässiger bestimmen, ohne dass das Entwicklungsstadium der Tiere zwangsläufig zu einer Fehlidentifikation führt.51Coppock, C. C. et al. (2024). Immature Daspletosaurus sp. specimens from the Dinosaur Park Formation provide insight into ontogenetically invariant tyrannosaurid cranial morphology. Canadian Journal of Earth Sciences, 61, 1227–1239. doi:10.1139/cjes-2024-0083 |
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Konnten sich Sauropoden auf ihre Schwänze abstützen?Vidal et al. untersuchen die Biomechanik der Schwänze der Titanosaurier Adamantisaurus mezzalirai und Baurutitan britoi und vergleichen sie mit weiteren Vertretern der Gruppe. Die rekonstruierten Schwänze besaßen eine charakteristische geschwungene Form und wurden wahrscheinlich dicht über dem Boden gehalten, ohne diesen dauerhaft zu berühren. Die Autoren schlagen vor, dass diese Position den Hebelarm des großen Schwanzmuskels M. caudofemoralis longus vergrößert haben könnte. Der Schwanz könnte dadurch bei der Fortbewegung als zusätzliches stabilisierendes Element gewirkt haben. Die Studie zeigt zugleich, dass die Schwanzhaltung innerhalb der Titanosaurier deutlich vielfältiger war als bislang angenommen.52Vidal, L. S. et al. (2025). Biomechanics and morphological comparisons of the caudal region of titanosaurs from the Cretaceous of Brazil: Paleobiology and paleoecology inferences. Journal of Anatomy, 246(1), 20–44. doi:10.1111/joa.14134 |
Qunkasaura pintiquiniestra |
Neuer Titanosaurier aus SpanienMocho et al. beschreiben einen neuen Titanosaurier aus der obercampanisch–untermaastrichtischen Fundstelle Lo Hueco bei Cuenca in Spanien. Die neue Art basiert auf einem gut erhaltenen Teilskelett mit zahlreichen Wirbeln, Beckenknochen und Gliedmaßen und trägt den Namen Qunkasaura pintiquiniestra. Die phylogenetischen Ergebnisse zeigen eine überraschend komplexe Zusammensetzung der europäischen Titanosaurierfauna: Neben dort entstandenen Entwicklungslinien lebten in der späten Kreidezeit offenbar auch Formen in Europa, deren nächste Verwandte aus anderen Teilen der Welt bekannt sind.53Mocho, P. et al. (2024). A Spanish saltasauroid titanosaur reveals Europe as a melting pot of endemic and immigrant sauropods in the Late Cretaceous. Communications Biology, 7, 1016. doi:10.1038/s42003-024-06653-0 |
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Lufengosaurus kümmerte sich wahrscheinlich um seine Jungen!Reisz et al. untersuchen, ob frühe Sauropodomorphen wie Lufengosaurus nach dem Schlüpfen auf elterliche Fürsorge angewiesen waren. Dazu vergleichen sie mithilfe morphologischer, chemischer und biomechanischer Untersuchungen die Oberschenkelknochen von Embryonen und Schlüpflingen mit denen heutiger Vögel. Die Knochenentwicklung von Lufengosaurus ähnelt stärker der eines hilflosen Taubenkükens als der eines bereits mobilen Hühnerkükens. Die Gliedmaßen der Schlüpflinge waren wahrscheinlich noch nicht ausreichend entwickelt, um selbstständig Nahrung zu suchen. Die Autoren interpretieren dies als starken Hinweis darauf, dass Lufengosaurus-Jungtiere nach dem Schlüpfen von ihren Eltern gefüttert wurden.54Reisz, R. R. et al. (2024). Parental feeding in the dinosaur Lufengosaurus revealed through multidisciplinary comparisons with altricial and precocious birds. Scientific Reports, 14, 20309. doi:10.1038/s41598-024-70981-8 |
Sasayamagnomus saegusai |
Neuer Ceratopsier aus JapanTanaka et al. beschreiben einen neuen frühen Ceratopsier aus der unterkreidezeitlichen Ohyamashimo Formation in der japanischen Präfektur Hyogo. Das Fossilmaterial umfasst zahlreiche Schädelknochen sowie Teile des übrigen Skeletts. Die neue Art trägt den Namen Sasayamagnomus saegusai und gehört zu den frühen Neoceratopsia. Ihre Verwandtschaftsverhältnisse liefern zusätzliche Hinweise darauf, dass frühe Ceratopsier während der Unterkreide mehrfach zwischen Asien und Nordamerika wanderten.55Tanaka, T. et al. (2024). A new neoceratopsian (Ornithischia, Ceratopsia) from the Lower Cretaceous Ohyamashimo Formation (Albian), southwestern Japan. Papers in Palaeontology, 10(5), e1587. doi:10.1002/spp2.1587 |
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Studie warnt vor Fehlern bei Größenrekonstruktionen ausgestorbener TiereGayford et al. untersuchen, wie Wissenschaftler Größe und Körperform ausgestorbener Tiere aus unvollständigen Fossilien rekonstruieren. Besonders wichtig ist dabei die Wahl geeigneter heute lebender oder besser bekannter Vergleichstiere, sogenannter Proxys. An mehreren Fallbeispielen zeigen die Autoren, dass ungeeignete Vergleichsmodelle erhebliche Fehler verursachen können und die Unsicherheit solcher Rekonstruktionen häufig unterschätzt wird. Betroffen sind unter anderem bekannte ausgestorbene Tiere wie Dunkleosteus terrelli, Helicoprion, Otodus megalodon und Perucetus colossus. Die Studie plädiert deshalb dafür, Proxy-Auswahl und statistische Unsicherheiten bei zukünftigen Größenrekonstruktionen deutlich sorgfältiger zu berücksichtigen.56Gayford, J. H. et al. (2024). Cautionary tales on the use of proxies to estimate body size and form of extinct animals. Ecology and Evolution, 14, e70218. doi:10.1002/ece3.70218 |
Coahuilasaurus lipani |
Neuer Entenschnabelsaurier aus MexikoLongrich et al. beschreiben einen neuen Hadrosauriden aus der obercampanischen Cerro del Pueblo Formation des mexikanischen Bundesstaates Coahuila. Das Fossil besteht aus Teilen des Schädels und war zuvor unter anderem Kritosaurus zugeschrieben worden. Anatomische Unterschiede rechtfertigen nach Ansicht der Autoren jedoch die Aufstellung einer neuen Gattung und Art, Coahuilasaurus lipani. Der Dinosaurier gehört zu den Kritosaurini und liefert weitere Hinweise darauf, dass die Dinosaurierfaunen des südlichen Laramidia deutlich eigenständiger und vielfältiger waren als lange angenommen.57Longrich, N. R. et al. (2024). Coahuilasaurus lipani, a new kritosaurin hadrosaurid from the Upper Campanian Cerro del Pueblo Formation, northern Mexico. Diversity, 16(9), 531. doi:10.3390/d16090531 |
August
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Gehirne von Dinosauriern entwickelten sich anders als die von Krokodilen und VögelnKing et al. untersuchen eine ontogenetische Reihe von Hirnabgüssen von Psittacosaurus lujiatunensis sowie Daten weiterer junger und ausgewachsener Dinosaurier. Die Ergebnisse zeigen, dass sich die Gehirnform nicht-vogelartiger Dinosaurier entlang einer eigenen Entwicklungsbahn veränderte, die sich sowohl von heutigen Vögeln als auch von Krokodilen unterscheidet.58King, L. et al. (2024). Endocranial development in non-avian dinosaurs reveals an ontogenetic brain trajectory distinct from extant archosaurs. Nature Communications, 15, 7415. doi:10.1038/s41467-024-51627-9 |
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Spinosauriden fraßen nicht nur Fische!D’Amore et al. untersuchen die Form von Schädel und Zähnen von Spinosauriden auf Muster bei der Nahrungsverwertung. Die Zähne der untersuchten Spinosauriden überschneiden sich in ihrer Größe mit denen generalistischer oder makro-generalistischer Krokodile ähnlicher Größe, die ein breites Spektrum verschiedener Beutetiere erjagen. Die Kiefer der Spinosauriden waren gut geeignet, um schnell zuzuschlagen und tiefe Einstiche zu verursachen, aber nicht zum Schneiden von Fleisch oder für den Verzehr hartschaliger Beute. Baryonychinen haben ihre Beute wahrscheinlich kaum oder gar nicht vor dem Schlucken zerkleinert, während Spinosaurinen relativ große Wirbeltiere vor dem Fressen zerteilt haben könnten. Insgesamt gibt es keine Hinweise darauf, dass Spinosauriden ausschließlich auf Fische oder kleine Wassertiere beschränkt waren.59D’Amore, D. C. et al. (2024). Prey size and ecological separation in spinosaurid theropods based on heterodonty and rostrum shape. The Anatomical Record, 308(5), 1331–1348. doi:10.1002/ar.25563 |
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Anatomische Voraussetzungen für den Einsatz des Schwanzes als Waffe bei DinosauriernAtterholt et al. untersuchen knöcherne Leisten in den Nervenkanälen der Schwanzwirbel verschiedener Dinosaurier. Ähnliche Vorsprünge wurden bei heute lebenden Knochenfischen, Lungenfischen und Schwanzlurchen identifiziert, bei denen sie als knöcherne Stützen des Rückenmarks fungieren. Die Funktion dieser Strukturen bei Dinosauriern bleibt unklar, bei Sauropoden könnten sie das Rückenmark jedoch während seitlicher Schwanzbewegungen und möglicherweise auch beim Einsatz des Schwanzes als Waffe stabilisiert haben.60Atterholt, J. et al. (2024). Neural canal ridges: A novel osteological correlate of postcranial neuroanatomy in dinosaurs. The Anatomical Record, 308(5), 1349–1368. doi:10.1002/ar.25558 |
Qianjiangsaurus changshengi |
Neuer Hadrosauroid aus ChinaDai et al. beschreiben mit Qianjiangsaurus changshengi einen neuen, nicht zu den Hadrosauriden gehörenden Hadrosauroiden aus der chinesischen Region Chongqing. Grundlage ist ein unvollständiges, teilweise zusammenhängendes Skelett aus der Zhengyang Formation. Seine Anatomie zeigt eine Mischung aus ursprünglichen Merkmalen nicht-hadrosaurider Hadrosauroiden und fortgeschrittenen Merkmalen, die sonst vor allem bei Hadrosauriden vorkommen.61Dai, H. et al. (2024). A new late-diverging non-hadrosaurid hadrosauroid (Dinosauria: Ornithopoda) from southwest China: Support for interchange of dinosaur faunas across East Asia during the Late Cretaceous. Cretaceous Research, 166, 105995. doi:10.1016/j.cretres.2024.105995 |
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Über die Funktion der Zähne bei Ornithopoden im Laufe ihrer EvolutionŐsi et al. präsentieren Belege für einen stetigen Anstieg des gesamten Zahnvolumens und der Abnutzungsraten bei Ornithopoden im Laufe ihrer Evolution. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass frühe Ornithopoden wahrscheinlich vorwiegend Blätter oder Früchte fraßen, während weiter entwickelte Iguanodontier große Mengen zäherer und weniger nährstoffreicher Pflanzen verarbeiteten.62Ősi, A. et al. (2024). Trophic evolution in ornithopod dinosaurs revealed by dental wear. Nature Communications, 15, 7330. doi:10.1038/s41467-024-51697-9 |
Alpkarakush kyrgyzicus |
Neuer Metriacanthosauride aus KirgistanRauhut et al. beschreiben einen neuen Theropoden aus der Balabansai Formation in Kirgistan auf Basis zweier Teilskelette, die erstmals bei Feldarbeiten in den Jahren 2005 und 2006 entdeckt wurden. Die neue Art gehört zu den Metriacanthosauriden, einer Gruppe von Tetanurae-Theropoden, und trägt den Namen Alpkarakush kyrgyzicus.63Rauhut, O. W. M. et al. (2024). A new theropod dinosaur from the Callovian Balabansai Formation of Kyrgyzstan. Zoological Journal of the Linnean Society, 201(4), zlae090. doi:10.1093/zoolinnean/zlae090 |
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Neues Digitalmodell für SinosaurusLiang, Falkingham & Xing präsentieren auf Grundlage eines neuen, gut erhaltenen Exemplars ein digitales Skelettmodell von Sinosaurus. Mithilfe verschiedener volumetrischer Methoden schätzen sie die Körpermasse des Tieres neu und kommen für ihr bevorzugtes Modell auf rund 850 Kilogramm. Körperbau und Proportionen deuten außerdem darauf hin, dass Sinosaurus ein guter Läufer war und beim Beutefang sowohl seinen Kopf als auch seine relativ großen Vordergliedmaßen einsetzte.64Liang, Q., Falkingham, P. L. & Xing, L. (2024). Virtual skeleton and body mass for revealing the life strategies of Sinosaurus. Historical Biology, 37(7), 1729–1743. doi:10.1080/08912963.2024.2385615 |
Caletodraco cottardi |
Neuer Abelisaurier aus FrankreichBuffetaut et al. beschreiben einen neuen Theropoden aus untercenomanischen Kreideschichten des Pays de Caux in der Normandie. Grundlage sind Teile des Kreuzbeins und Beckens, ein Schwanzwirbel sowie ein in unmittelbarer Nähe gefundener Zahn. Caletodraco cottardi wird den Furileusauria zugeordnet und stellt damit den ersten bekannten Vertreter dieser abgeleiteten Abelisauriergruppe außerhalb Südamerikas dar.65Buffetaut, E. et al. (2024). Caletodraco cottardi: A New Furileusaurian Abelisaurid (Dinosauria: Theropoda) from the Cenomanian Chalk of Normandy (North-Western France). Fossil Studies, 2(3), 177–195. doi:10.3390/fossils2030009 |
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Erste Dinosaurier-Körperfossilien aus der typischen Fazies der Kayenta Formation in UtahMarsh, De Blieux & Kirkland beschreiben fragmentarische Knochen aus dem Unterjura des Arches National Park in Utah. Die Funde gehören zu einem einzelnen saurischischen Dinosaurier, wahrscheinlich einem Theropoden. Es handelt sich um die ersten Dinosaurier-Körperfossilien aus der typischen Fazies der Kayenta Formation in Utah. Der Fund deutet darauf hin, dass diese Gesteine möglicherweise bislang zu wenig untersucht wurden und weitere Wirbeltierfossilien enthalten könnten.66Marsh, A. D., De Blieux, D. D. & Kirkland, J. I. (2024). The first dinosaur postcranial body fossils from the Lower Jurassic Kayenta Formation of Utah. Geology of the Intermountain West, 11, 45–57. doi:10.31711/giw.v11.pp45-57 |
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Gab es Iguanodontier in der Unterkreide auch in Chile?Alarcón-Muñoz et al. beschreiben das Zentrum eines Schwanzwirbels eines nicht-hadrosauroiden Iguanodontiers aus der unterkreidezeitlichen Quebrada Monardes Formation im Norden Chiles. Der Fund stellt einen der überzeugendsten osteologischen Nachweise solcher Dinosaurier aus der Unterkreide Südamerikas und den ersten aus dem südwestlichen Gondwana dar. Er stützt damit die Annahme, dass Iguanodontier bereits seit mindestens der frühen Kreidezeit in dieser Region vorkamen.67Alarcón-Muñoz, J. et al. (2024). Lower Cretaceous iguanodontian dinosaurs from the southwestern margin of Gondwana. Cretaceous Research, 165, 105983. doi:10.1016/j.cretres.2024.105983 |
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Stammte der Dinokiller-Asteroid aus dem äußeren Sonnensystem?Fischer-Gödde et al. analysieren Ruthenium-Isotope in Ablagerungen der Kreide-Paläogen-Grenze und vergleichen sie mit den Signaturen verschiedener Einschlagskörper. Die Daten zeigen, dass der Chicxulub-Impaktor ein kohlenstoffreicher Asteroid war, dessen Ausgangsmaterial jenseits der Jupiterbahn entstand. Fünf weitere untersuchte Einschläge weisen dagegen auf silikatreiche Asteroiden hin, deren Material näher an der Sonne entstand.68Fischer-Gödde, M. et al. (2024). Ruthenium isotopes show the Chicxulub impactor was a carbonaceous-type asteroid. Science, 385(6710), 752–756. doi:10.1126/science.adk4868 |
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Besaß der Zwergsauropode Europasaurus ein kräftiges Zahnfleisch?Régent et al. untersuchen die Bezahnung von Europasaurus holgeri und berichten von mehreren anatomischen Hinweisen darauf, dass kräftiges Bindegewebe die Zähne teilweise bedeckte. Dieses Gewebe dürfte die Zähne stabilisiert und geschützt haben. Vergleichbare Merkmale kommen auch bei anderen Sauropoden vor, weshalb die Autoren vermuten, dass eine solche Struktur bei den Eusauropoda weit verbreitet gewesen sein könnte.69Régent, V. et al. (2024). The dentition of the Late Jurassic dwarf sauropod Europasaurus holgeri from northern Germany: ontogeny, function, and implications for a rhamphotheca-like structure in Sauropoda. PeerJ, 12, e17764. doi:10.7717/peerj.17764 |
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Baby-Microraptor gibt neue Einblicke in die Verwandtschaft der DromaeosaurierWang & Pei beschreiben das fast vollständige Skelett eines weniger als ein Jahr alten Jungtiers von Microraptor. Mit einem Oberschenkelknochen von weniger als fünf Zentimetern Länge ist es das kleinste bislang bekannte Dromaeosaurier-Individuum aus der Jehol-Biota. Das hervorragend erhaltene Fossil liefert neue anatomische Details und zeigt zugleich, dass Knochenverschmelzungen bei Microraptor nicht zuverlässig zur Altersbestimmung verwendet werden können. Außerdem führen die Autoren den Namen Serraraptoria für eine Klade ein, die unter anderem Microraptorinen und Eudromaeosaurier umfasst.70Wang, R. & Pei, R. (2024). The smallest known specimen of Microraptor (Dinosauria: Dromaeosauridae) from the Jiufotang Formation in northeastern China. Historical Biology, 37(8), 1757–1767. doi:10.1080/08912963.2024.2385604 |
Campananeyen fragilissimus |
Neuer Rebbachisaurier aus ArgentinienLerzo et al. beschreiben mit Campananeyen fragilissimus einen neuen Rebbachisaurier aus der argentinischen Provinz Neuquén. Die Fossilien stammen aus der Candeleros Formation und umfassen unter anderem Teile des Schädels, Wirbel, Becken- und Fußknochen. Besonders auffällig ist die extreme Pneumatisierung des Kreuzbeinbereichs. Die phylogenetische Analyse ordnet Campananeyen als basalen Rebbachisauriden ein.71Lerzo, L. N. et al. (2024). They all floated in the Cretaceous: new rebbachisaurid (Sauropoda, Diplodocoidea) with a highly pneumatized skeleton from the Upper Cretaceous (lower Cenomanian) of Patagonia, Argentina. Historical Biology, 37(8), 1795–1808. doi:10.1080/08912963.2024.2383708 |
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Über die Sauropoden Westeuropas der späten KreidezeitPáramo, Mocho & Ortega untersuchen die morphologische Variabilität der Oberschenkelknochen von Titanosauriern aus dem Campanium und Maastrichtium der ibero-armorikanischen Faunenprovinz. Die Ergebnisse bestätigen mehrere unterschiedliche Morphotypen sowie das Vorkommen von Lirainosaurinen. Einige Titanosaurier aus der Villalba de la Sierra Formation ähneln zudem den großwüchsigen Formen des späten Maastrichtiums. Dies liefert neue Hinweise auf den Faunenwechsel unter den europäischen Sauropoden gegen Ende der Kreidezeit.72Páramo, A., Mocho, P. & Ortega, F. (2024). Femoral diversity in titanosaur sauropods from the Villalba de la Sierra Fm. (Central Spain): Implications for the characterization of faunal turnover in the Ibero-Armorican Late Cretaceous. Cretaceous Research, 166, 105969. doi:10.1016/j.cretres.2024.105969 |
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Neue Dinofährte eines großen Titanosauriformen aus der Unterkreide BrasiliensGomes et al. beschreiben eine gut erhaltene Sauropodenfährte aus der unterkreidezeitlichen Sousa Formation in Brasilien. Der wahrscheinliche Erzeuger gehörte zu den Titanosauriformes und vereinte sowohl ursprüngliche als auch weiter entwickelte Fußmerkmale. Aufgrund der besonderen Form der Spuren errichten die Autoren das neue Ichnotaxon Sousatitanosauripus robsoni.73Gomes, Z. T. et al. (2024). A new ichnosite and ichnogenus from the Lower Cretaceous Rio do Peixe Basin, Brazil, with novel insights into the evolution of Titanosauriformes. Historical Biology, 37(8), 1780–1794. doi:10.1080/08912963.2024.2385613 |
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Bekamen Dinosaurier der Oberkreide Chinas Probleme mit dem zunehmenden Regen?Han et al. rekonstruieren mithilfe umweltmagnetischer Daten und Sedimentanalysen die Klimaentwicklung im Shanyang-Becken in China. Demnach nahmen Niederschläge und Temperaturen gegen Ende der Kreidezeit zu, während die Zahl der Dinosaurierfunde zurückging. Die Autoren vermuten, dass stärkere Regenfälle geeignete Nistplätze in den Überschwemmungsebenen verringerten und die Tiere dadurch zur Abwanderung zwangen oder lokal zu ihrem Verschwinden beitrugen.74Han, F. et al. (2024). Climate change contributed to the disappearance of the latest Cretaceous dinosaurs in the Shanyang Basin, Central China. Palaeogeography, Palaeoclimatology, Palaeoecology, 653, 112421. doi:10.1016/j.palaeo.2024.112421 |
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Können Dino-Jungtiere phylogenetische Analysen verfälschen?Müller, Damke & Terras testen, wie sich noch nicht ausgewachsene Individuen früher Dinosaurier auf phylogenetische Analysen auswirken. Werden Jungtiere als eigenständige Analyseeinheiten aufgenommen, können sie sich aufgrund ontogenetisch bedingter Merkmale künstlich miteinander gruppieren. Dadurch können Verwandtschaftsverhältnisse verfälscht werden. Die Autoren zeigen damit, dass das Entwicklungsstadium fossiler Individuen bei solchen Analysen sorgfältig berücksichtigt werden muss.75Müller, R. T., Damke, L. V. S. & Terras, R. (2024). Skeletally immature individuals nest together in the phylogenetic tree of early dinosaurs. Anais da Academia Brasileira de Ciências, 96(Suppl. 1), e20231248. doi:10.1590/0001-3765202420231248 |
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Abelisaurier-Zähne aus Brasilien erweitern das Verbreitungsgebiet der Klade nach NordenCandeiro et al. beschreiben zwei isolierte, gut erhaltene Theropodenzähne aus der maastrichtzeitlichen Marília Formation im Süden des brasilianischen Bundesstaats Goiás. Quantitative morphometrische Analysen und Vergleiche mit bekannten Theropodenzähnen sprechen für eine Zuordnung zu den Abelisauridae. Die Fossilien stellen damit die bislang nördlichsten bekannten Abelisauriden-Nachweise aus dem Bauru-Becken dar.76Candeiro, C. R. A. et al. (2024). Isolated theropod teeth from the Upper Cretaceous of Goias State (Brazil): Northernmost occurrence of Abelisauridae from the Bauru Basin. Journal of South American Earth Sciences, 146, 105075. doi:10.1016/j.jsames.2024.105075 |
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Hadrosaurier verbrachten ihre ersten Lebensjahre nur mit gleichalten ArtgenossenJoubarne, Therrien & Zelenitsky untersuchen drei Knochenlager aus der oberkreidezeitlichen Oldman Formation in Alberta und der Two Medicine Formation in Montana, die Überreste verschiedener Altersstadien von Hypacrosaurus stebingeri enthalten. Die Zusammensetzung und Erhaltung der Ansammlungen deuten darauf hin, dass Jungtiere bis in ihr viertes Lebensjahr in nach Alter getrennten Gruppen lebten. Erst nach Erreichen der Geschlechtsreife schlossen sie sich vermutlich wieder Herden aus mehreren Altersklassen an.77Joubarne, T., Therrien, F. & Zelenitsky, D. K. (2024). Evidence of age segregation behavior in Hypacrosaurus stebingeri (Hadrosauridae: Lambeosaurinae) based on the taphonomic comparison of bonebeds from the Upper Cretaceous (upper Campanian) Oldman Formation of southernmost Alberta (Canada) and Two Medicine Formation of Montana (USA). Palaeogeography, Palaeoclimatology, Palaeoecology, 653, 112416. doi:10.1016/j.palaeo.2024.112416 |
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Große Tyrannosauroiden entwickelten robustere Schädel für hohe Belastungen beim FressenRowe & Rayfield untersuchen mit dreidimensionalen Finite-Elemente-Modellen die biomechanischen Eigenschaften der Schädel verschiedener Tyrannosauroiden. Große Vertreter wie Tyrannosaurus waren während der Nahrungsaufnahme zwar höheren absoluten Belastungen ausgesetzt, ihre breiten und robusten Schädel waren diesen Kräften jedoch besser gewachsen. Bei gleicher Modellgröße erwiesen sich die Schädel großer Tyrannosauriden als widerstandsfähiger als die ihrer kleineren Verwandten. Die zunehmende Körpergröße ging somit mit anatomischen Verstärkungen des Schädels einher.78Rowe, A. J. & Rayfield, E. J. (2024). Morphological evolution and functional consequences of giantism in tyrannosauroid dinosaurs. iScience, 27(9), 110679. doi:10.1016/j.isci.2024.110679 |
Juli
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Kampfspuren bei Plateosaurus?Schaeffer et al. beschreiben erstmals Pathologien an den Chevronknochen des Schwanzes von Plateosaurus trossingensis. Zwei Exemplare aus Trossingen zeigen jeweils drei aufeinanderfolgende verletzte Chevronknochen. Bei einem Tier entstanden die Schäden durch ein äußeres Trauma, beim anderen möglicherweise durch eine Verletzung von Sehnen. Weitere vergleichbare Funde zeigen, dass diese Knochen eine besonders verletzliche Region des Schwanzes darstellten. Die genaue Ursache lässt sich allerdings nicht bestimmen: Denkbar sind unter anderem Unfälle, Angriffe von Fressfeinden oder Verletzungen durch heftige Schwanzbewegungen. Die deutliche Heilung zeigt jedenfalls, dass die Tiere die Verletzungen längere Zeit überlebten.79Schaeffer, J. et al. (2024). Paleobiological implications of chevron pathology in the sauropodomorph Plateosaurus trossingensis from the Upper Triassic of SW Germany. PLOS ONE, 19(7), e0306819. doi:10.1371/journal.pone.0306819 |
Hypnovenator matsubaraetoheorum |
Neuer Troodontide aus JapanKubota, Kobayashi & Ikeda beschreiben mit Hypnovenator matsubaraetoheorum einen neuen kleinen Troodontiden aus der unterkreidezeitlichen Ohyamashimo Formation in Japan. Grundlage ist ein teilweise zusammenhängendes Skelett, das unter anderem Teile der Vorder- und Hintergliedmaßen umfasst. Die phylogenetische Analyse ordnet Hypnovenator als frühen Vertreter der Troodontinae ein und liefert damit neue Hinweise auf die frühe Entwicklung dieser Gruppe.80Kubota, K., Kobayashi, Y. & Ikeda, T. (2024). Early Cretaceous troodontine troodontid (Dinosauria: Theropoda) from the Ohyamashimo Formation of Japan reveals the early evolution of Troodontinae. Scientific Reports, 14, 16392. doi:10.1038/s41598-024-66815-2 |
Asiatyrannus xui |
Neuer Tyrannosaurier aus ChinaZheng et al. beschreiben mit Asiatyrannus xui einen neuen Tyrannosauriden aus der oberkreidezeitlichen Nanxiong Formation der chinesischen Provinz Jiangxi. Das Exemplar umfasst einen gut erhaltenen Schädel sowie Teile der Gliedmaßen und Schwanzwirbelsäule. Anders als der gleichzeitig in der Region vorkommende, langschnäuzige Qianzhousaurus besaß Asiatyrannus einen kurzen und tiefen Schädel. Die unterschiedlichen Schädelformen sprechen dafür, dass beide Tyrannosaurier verschiedene ökologische Nischen besetzten.81Zheng, W. et al. (2024). The first deep-snouted tyrannosaur from Upper Cretaceous Ganzhou City of southeastern China. Scientific Reports, 14, 16276. doi:10.1038/s41598-024-66278-5 |
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Unterschiede im Zahnschmelz von Theropoden und KomodowaranenLeBlanc et al. zeigen, dass Komodowarane ihre gezackten Schneidkanten durch eisenreiche Beschichtungen an Zahnspitzen und Sägezähnchen verstärken. Eisenanreicherungen könnten im Zahnschmelz von Reptilien generell weiter verbreitet sein. Ob vergleichbare Strukturen auch bei fossilen Theropoden vorkamen, lässt sich aufgrund der Veränderungen während der Fossilisation bislang nicht zuverlässig feststellen. Einige Theropoden, darunter Tyrannosauriden, besaßen stattdessen einen spezialisierten, gefalteten Zahnschmelz entlang der Sägekanten, der ihre Zähne ebenfalls widerstandsfähiger gemacht haben dürfte.82LeBlanc, A. R. H. et al. (2024). Iron-coated Komodo dragon teeth and the complex dental enamel of carnivorous reptiles. Nature Ecology & Evolution, 8, 1711–1722. doi:10.1038/s41559-024-02477-7 |
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Erste wahrscheinliche Hadrosauroiden-Eierschalen aus FrankreichVan der Linden et al. beschreiben fossile Eierschalen aus der obersten Kreidezeit der Argiles et Grès à Reptiles Formation im südfranzösischen Aix-en-Provence-Becken. Die Schalen werden einem neuen Ootaxon namens Paraspheroolithus porcarboris zugeordnet. Aufgrund ihrer Struktur und der bekannten Dinosaurierfauna halten die Autoren einen Hadrosauroiden für den wahrscheinlichsten Erzeuger. Damit handelt es sich um den ersten wahrscheinlichen Nachweis von Hadrosauroiden-Eierschalen aus Frankreich.83Van der Linden, T. T. P. et al. (2024). The first hadrosauroid eggshell from the Aix-en-Provence Basin (late Maastrichtian) of France. Historical Biology, 37(6), 1435–1442. doi:10.1080/08912963.2024.2380808 |
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Wie groß konnte T. rex werden?Mallon & Hone untersuchen mithilfe statistischer Populationsmodelle, wie wahrscheinlich es ist, die größten Individuen einer fossilen Tierart überhaupt zu entdecken. Nach ihren Berechnungen haben wir bei Tyrannosaurus rex wahrscheinlich bereits Tiere aus dem obersten ein Prozent der Größenverteilung gefunden. Extrem seltene Ausnahmeindividuen könnten jedoch noch deutlich größer gewesen sein. Unter Vernachlässigung möglicher biomechanischer und ökologischer Grenzen schätzen die Autoren, dass die größten T. rex theoretisch etwa 70 Prozent schwerer als die größten bislang bekannten Exemplare gewesen sein könnten und damit ungefähr 15 Tonnen erreicht hätten.84Mallon, J. C. & Hone, D. W. E. (2024). Estimation of maximum body size in fossil species. A case study using Tyrannosaurus rex. Ecology and Evolution, 14(7), e11658. doi:10.1002/ece3.11658 |
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Erster oberkreidezeitlicher Dinosaurierfund von ShikokuHayashi et al. beschreiben einen isolierten Rückenwirbel aus der oberkreidezeitlichen Hiketa Formation der Izumi-Gruppe in der japanischen Präfektur Kagawa. Anatomische Merkmale sprechen dafür, dass der Knochen zu einem Hadrosauroiden gehörte. Der Fund ist besonders bedeutsam, weil er den ersten oberkreidezeitlichen Dinosauriernachweis von Shikoku darstellt und zeigt, dass sich Hadrosauroiden im Campanium bereits über weitere Teile des heutigen Japan ausgebreitet hatten.85Hayashi, S. et al. (2024). A hadrosauroid vertebra from the Upper Cretaceous Izumi Group, Kagawa Prefecture, Japan. Paleontological Research, 28(4), 448–457. doi:10.2517/PR230027 |
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Miragaia longicollum war wehrhaft, setzte aber wohl auch auf AbschreckungLategano, Conti & Lozar rekonstruieren die Beweglichkeit und Belastbarkeit des mit langen Stacheln bewehrten Schwanzes von Miragaia longicollum. Ihre Simulationen zeigen, dass das Tier seinen kräftigen Schwanz tatsächlich als wirksame Waffe einsetzen und damit erhebliche Verletzungen verursachen konnte. Die Schwanzstacheln waren allerdings weniger robust als bei Stegosaurus stenops. Die Autoren vermuten deshalb, dass die auffällige Bewaffnung zusätzlich der Abschreckung von Fressfeinden und möglicherweise auch der innerartlichen Kommunikation diente. Eine Strategie, die Einschüchterung gegenüber direktem Kampf bevorzugte, könnte dadurch Verletzungsrisiken reduziert haben.86Lategano, F., Conti, S. & Lozar, F. (2024). Miragaia tail biomechanics and defences. Evaluation of the tail mobility and resistance to loadings and collisions. Rivista Italiana di Paleontologia e Stratigrafia, 130(2), 475–486. doi:10.54103/2039-4942/21688 |
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Luftsacksysteme entstanden bei Avemetatarsaliern mehrfach unabhängigAureliano et al. untersuchen mithilfe von CT-Scans die innere Struktur der Wirbel von Majungasaurus und Rahonavis. Bei frühen Paravianern zeigt sich eine größere pneumatische Komplexität als bei Ceratosauriern. Zusammen mit früheren Untersuchungen stützen die Ergebnisse die Annahme, dass invasive Luftsacksysteme innerhalb der Avemetatarsalia mindestens dreimal unabhängig entstanden: bei Flugsauriern, Sauropodomorphen und Theropoden. Innerhalb der Theropoden nahm die Größe der luftgefüllten Kammern auf dem Weg zu den Paravianern offenbar deutlich zu.87Aureliano, T. et al. (2024). The evolution of the air sac system in theropod dinosaurs. Evidence from the Upper Cretaceous of Madagascar. Journal of Anatomy, 248(2), 184–196. doi:10.1111/joa.14113 |
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Stegosaurus-Skelett für Rekordsumme versteigert!In New York wurde das außergewöhnlich vollständige Stegosaurus-Skelett „Apex“ für 44,6 Millionen US-Dollar versteigert und stellte damit einen neuen Preisrekord für ein Fossil auf. Das rund 150 Millionen Jahre alte Exemplar war zuvor lediglich auf vier bis sechs Millionen Dollar geschätzt worden. Nach einem etwa fünfzehnminütigen Bieterwettstreit erhielt ein zunächst anonymer Käufer den Zuschlag.88Feldmann, N. (18.07.2024). Rekordsumme: Dino-Skelett bringt fast 45 Millionen. ZDFheute. Onlinequelle |
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Wie weit reichten die Luftsäcke bei abgeleiteten Titanosauriern?Zurriaguz untersucht das Ausmaß der postcranialen Pneumatisierung bei Saltasaurinen und anderen abgeleiteten Titanosauriern. Besonders die Wirbelsäule dieser Sauropoden war stark von luftgefüllten Hohlräumen durchzogen, wobei sich die Verteilung der pneumatischen Öffnungen zwischen einzelnen Taxa erheblich unterschied. Auch Beckenknochen und bei manchen Arten Teile des Schultergürtels wurden pneumatisiert. Die Ergebnisse zeigen, dass sich das Luftsacksystem innerhalb der Titanosaurier wesentlich komplexer und variabler entwickelte als bislang angenommen.89Zurriaguz, V. L. (2024). Variation in the postcranial pneumaticity in derived titanosaurs (Dinosauria: Sauropoda). Historical Biology, 37(6), 1465–1479. doi:10.1080/08912963.2024.2377708 |
Urbacodon norelli |
Neue Urbacodon-Art aus ChinaWang et al. beschreiben mit Urbacodon norelli eine neue Troodontidenart aus der oberkreidezeitlichen Iren Dabasu Formation der Inneren Mongolei in China. Das Fossil besteht aus einem unvollständigen rechten Unterkiefer mit zwölf zugehörigen Ersatzzähnen. Die neue Art erweitert das bekannte Verbreitungsgebiet der zuvor nur aus Usbekistan bekannten Gattung Urbacodon erheblich. Röntgenaufnahmen zeigen zudem ein regelmäßiges, alternierendes Zahnersatzmuster und liefern damit seltene Einblicke in die Zahnentwicklung der Troodontiden.90Wang, S. et al. (2024). A new Urbacodon (Theropoda, Troodontidae) from the Upper Cretaceous Iren Dabasu Formation, China. Implications for troodontid phylogeny and tooth biology. Cladistics, 41(1), 104–134. doi:10.1111/cla.12592 |
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Trigonosaurus war auf das Fressen in großer Höhe spezialisiertVidal et al. untersuchen die Biomechanik der Wirbelsäule von Trigonosaurus pricei und rekonstruieren die natürliche Haltung von Hals und Rumpf. Die besondere Anatomie der Hals- und vorderen Rückenwirbel ermöglichte es dem Titanosaurier offenbar, seinen Hals in einem relativ steilen Winkel zu tragen und dadurch hoch gelegene Nahrung zu erreichen. Die Studie unterstreicht damit die Bedeutung des Übergangs zwischen Hals- und Rückenwirbelsäule für die unterschiedlichen Ernährungsstrategien der Sauropoden.91Vidal, L. S. et al. (2024). The axial biomechanics of Trigonosaurus pricei (Neosauropoda: Titanosauria) and the importance of the cervical–dorsal region to sauropod high-browser feeding strategy. Zoological Journal of the Linnean Society, 201(3), zlae087. doi:10.1093/zoolinnean/zlae087 |
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Studie zum Zahnersatz früher TyrannosauroidenKe, Pei & Xu untersuchen mit hochauflösenden CT-Scans die Zahnentwicklung zweier Exemplare des spätjurassischen Tyrannosauroiden Guanlong wucaii. Bei einem Jungtier konnten sogar Ersatzzähne der zweiten Generation nachgewiesen werden, ein bislang vor allem von großen räuberischen Theropoden bekanntes Merkmal. Beide Exemplare zeigen ein regelmäßiges, von vorne nach hinten verlaufendes Zahnersatzmuster. Die Ergebnisse machen deutlich, dass mehrere für spätere Tyrannosauriden typische Besonderheiten des Zahnwechsels bereits bei ihren wesentlich kleineren und älteren Verwandten vorhanden waren.92Ke, Y.-H., Pei, R. & Xu, X. (2024). High-resolution CT-scan data reveals the tooth replacement pattern of the Late Jurassic tyrannosauroid Guanlong wucaii (Dinosauria, Theropoda). Vertebrata PalAsiatica, 62(3), 225–244. doi:10.19615/j.cnki.2096-9899.240715 |
Harenadraco prima |
Neuer Troodontide aus der MongoleiLee et al. beschreiben mit Harenadraco prima den ersten sicher nachgewiesenen Troodontiden aus der Baruungoyot Formation der Mongolei. Grundlage ist ein unvollständiges Skelett, von dem vor allem Teile der Hinterbeine erhalten sind. Besonders auffällig ist der extrem schlanke Mittelfuß, der auf eine hohe Laufgeschwindigkeit schließen lässt. Der Fund bestätigt, dass Troodontiden in allen drei besonders fossilreichen Oberkreideformationen des Nemegt-Beckens vorkamen.93Lee, S. et al. (2024). The first troodontid (Dinosauria: Theropoda) from the Upper Cretaceous Baruungoyot Formation of Mongolia. Journal of Vertebrate Paleontology, 43(6), e2364746. doi:10.1080/02724634.2024.2364746 |
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Krokodilähnliche Beinmuskulatur bei AbelisauriernCerroni, Otero & Novas rekonstruieren die Becken- und Hinterbeinmuskulatur des Abelisauriden Skorpiovenator bustingorryi und erstellen damit die bislang umfassendste Muskelrekonstruktion eines Ceratosauriers. Mehrere anatomische Merkmale vergrößerten die Hebelarme von Muskeln, die für Hüftbeugung und Streckung der Hinterbeine wichtig waren. Auch besaß Skorpiovenator wahrscheinlich zahlreiche eigenständig arbeitende Fußmuskeln. Diese waren nicht wie bei heutigen Vögeln zu langen Sehnenbündeln reduziert, sondern ähnelten stärker der vielschichtigen Muskulatur heutiger Krokodile.94Cerroni, M. A., Otero, A. & Novas, F. E. (2024). Appendicular myology of Skorpiovenator bustingorryi. A first attempt to reconstruct pelvic and hindlimb musculature in an abelisaurid theropod. The Anatomical Record, 308(1), 114–162. doi:10.1002/ar.25532 |
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Dinofährten aus Nordchina schließen eine wichtige FossillückeYuan et al. beschreiben neue Sauropoden- und Theropodenfährten aus der Houcheng Formation in der chinesischen Provinz Hebei. Die Gesteine stammen aus dem Übergang zwischen Oberjura und Unterkreide und liegen damit zeitlich zwischen der Yanliao-Biota und der berühmten Jehol-Biota. Die Fährten sprechen für einen allmählichen Wandel der Tiergemeinschaften und nicht für einen vollständigen Austausch oder ein plötzliches Aussterben. Gleichzeitig zeigen sie, dass die Dinosaurierfauna Nordchinas während dieser Zeit bereits unter dem Einfluss intensiver vulkanischer Aktivität stand.95Yuan, T. et al. (2024). Late Jurassic–Early Cretaceous dinosaur track assemblages from northwestern Hebei Province, China. Implications for paleoenvironment and paleoecology. Cretaceous Research, 163, 105960. doi:10.1016/j.cretres.2024.105960 |
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Oviraptorosaurier hatten vogelähnlich bewegliche HandgelenkeQiu et al. untersuchen die außergewöhnlich gut erhaltenen Handgelenke zweier Exemplare von Heyuannia huangi. Die Anatomie erlaubte eine starke Beugung der Hand gegenüber dem Unterarm, wobei der kleinste mögliche Winkel weniger als 90 Grad betrug. Eine vergleichbare Beweglichkeit dient heutigen Vögeln dazu, ihre Flügel zusammenzufalten. Die Ergebnisse sprechen deshalb für eine funktionelle Konvergenz zwischen den Handgelenken der Oviraptoriden und denen moderner Vögel.96Qiu, R. et al. (2024). The osteology of the wrist of Heyuannia huangi (Oviraptorosauria) and its implications for the wrist folding mechanism. PeerJ, 12, e17669. doi:10.7717/peerj.17669 |
Fona herzogae |
Neuer Thescelosaurier aus Utah lebte wohl teilweise unterirdischAvrahami et al. beschreiben mit Fona herzogae einen neuen kleinen Thescelosaurinen aus dem Mussentuchit Member der Cedar Mountain Formation in Utah. Die Art ist durch mehrere Individuen unterschiedlichen Alters außergewöhnlich gut dokumentiert. Zahlreiche anatomische Gemeinsamkeiten mit dem ebenfalls grabenden Oryctodromeus, darunter Merkmale des Schulter- und Beckengürtels, sprechen dafür, dass auch Fona zumindest teilweise unterirdisch lebte und eigene Baue anlegen konnte. Der Fund zeigt zudem, dass die Thescelosaurinae bereits im Cenomanium in Nordamerika etabliert waren.97Avrahami, H. M. et al. (2024). A new semi-fossorial thescelosaurine dinosaur from the Cenomanian-age Mussentuchit Member of the Cedar Mountain Formation, Utah. The Anatomical Record, 307(12), 3717–3781. doi:10.1002/ar.25505 |
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Neue Sauropodenfunde zeigen größere Vielfalt in der Portezuelo FormationGomez et al. untersuchen neues und bereits bekanntes Sauropodenmaterial aus der Portezuelo Formation Patagoniens. Bislang waren dort lediglich Malarguesaurus florenciae und Futalognkosaurus dukei formell benannt worden. Mehrere neu untersuchte Schwanzwirbel gehören jedoch zu mindestens zwei Titanosauriformen und lassen sich nicht den bereits beschriebenen Arten zuordnen. Die Funde zeigen damit, dass die Sauropodenfauna dieser Formation deutlich vielfältiger war, als es die bislang benannten Arten vermuten ließen.98Gomez, K. L. et al. (2024). Unraveling sauropod diversity in the Portezuelo Formation of Patagonia through a comprehensive analysis of new and existing material. BMC Ecology and Evolution, 24, 96. doi:10.1186/s12862-024-02280-9 |
Comptonatus chasei |
Neuer Iguanodontier von der Isle of WightLockwood, Martill & Maidment beschreiben mit Comptonatus chasei einen neuen Iguanodontier aus der unterkreidezeitlichen Wessex Formation auf der Isle of Wight. Das Skelett umfasst zahlreiche Schädel- und Körperknochen und gehört zu den vollständigsten Dinosaurierfunden Großbritanniens der vergangenen hundert Jahre. Anatomische Unterschiede zu gleichzeitig lebenden Iguanodontiern zeigen, dass die Vielfalt dieser Pflanzenfresser in der frühen Kreidezeit Südenglands größer war als lange angenommen.99Lockwood, J. A. F., Martill, D. M. & Maidment, S. C. R. (2024). Comptonatus chasei, a new iguanodontian dinosaur from the Lower Cretaceous Wessex Formation of the Isle of Wight, southern England. Journal of Systematic Palaeontology, 22(1), 2346573. doi:10.1080/14772019.2024.2346573 |
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Coahuilaceratops ist rund zwei Millionen Jahre jünger als gedachtBarrera Guevara et al. überprüfen die stratigraphische Herkunft der beiden bekannten Schädel von Coahuilaceratops magnacuerna. Die Fossilien wurden ursprünglich der etwa 73 bis 72,5 Millionen Jahre alten Cerro del Pueblo Formation zugeschrieben. Eine neu vermessene Gesteinsabfolge und der Vergleich des Muttergesteins zeigen jedoch, dass sie wahrscheinlich aus der darüberliegenden Cerro Huerta Formation stammen. Damit ist Coahuilaceratops etwa zwei Millionen Jahre jünger als bislang angenommen und ungefähr 71,5 bis 70,5 Millionen Jahre alt. Diese Einordnung passt zugleich besser zu seiner stammesgeschichtlichen Position.100Barrera Guevara, D. et al. (2024). Stratigraphic reassessment of the Mexican chasmosaurine Coahuilaceratops magnacuerna as the first diagnostic dinosaur remains from the Cerro Huerta Formation (Lower Maastrichtian) supporting the southern origin of the Triceratopsini. Diversity, 16(7), 390. doi:10.3390/d16070390 |
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Stegosaurier-Fährten liefern Hinweise auf GruppenverhaltenCastanera, Mampel & Cobos untersuchen verschiedene Fährten des Ichnotaxons Deltapodus aus oberjurassischen Gesteinen Spaniens, die Stegosauriern zugeschrieben werden. Die Analyse zeigt, wie schwierig schlecht erhaltene Stegosaurierspuren von Sauropodenfährten zu unterscheiden sein können. Mehrere eng beieinanderliegende Spuren unterschiedlicher Größe liefern zugleich neue Hinweise darauf, dass Stegosaurier zumindest zeitweise in Gruppen unterwegs waren.101Castanera, D., Mampel, L. & Cobos, A. (2024). The complexity of tracking stegosaurs and their gregarious behavior. Scientific Reports, 14, 14833. doi:10.1038/s41598-024-64298-9 |
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Große Sauropoden-Fährten aus SüdenglandButler et al. beschreiben mehr als 130 große Sauropodenspuren aus dem Spyway Quarry in Dorset. Die Fährten stammen aus der untersten Kreidezeit und entstanden in einer küstennahen Lagunenlandschaft. Obwohl die einzelnen Abdrücke häufig nur schlecht erhalten sind und keine vollständigen Fährtenzüge bilden, stammen sie wahrscheinlich von mehreren Tieren. Spyway ist damit die größte derzeit zugängliche Dinosaurier-Fährtenfundstelle innerhalb der Purbeck-Gruppe.102Butler, R. J. et al. (2024). Sauropod dinosaur tracks from the Purbeck Group (Early Cretaceous) of Spyway Quarry, Dorset, UK. Royal Society Open Science, 11, 240583. doi:10.1098/rsos.240583 |
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Manche Tyrannosaurier waren keine „Knochenbrecher“Yun untersucht die mechanischen Eigenschaften der Unterkiefer der langschnäuzigen Tyrannosauriden Alioramus altai und Qianzhousaurus sinensis. Beide besaßen im Verhältnis zu ihrer Körpergröße deutlich schwächere Kiefer als robust gebaute Tyrannosauriden. Ihre Schnauzen waren deshalb wahrscheinlich weniger gut geeignet, große Beute festzuhalten, starke Belastungen auszuhalten oder Knochen zu zerbrechen. Alioramini dürften vielmehr auf kleinere Beutetiere spezialisiert gewesen sein und damit eine andere ökologische Nische besetzt haben als große Tyrannosaurinen.103Yun, C.-G. (2024). Mandibular force profiles of Alioramini (Theropoda: Tyrannosauridae) with implications for palaeoecology of this unique lineage of tyrannosaurid dinosaurs. Lethaia, 57(2), 1–12. doi:10.18261/let.57.2.6 |
Baiyinosaurus baojiensis |
Neuer früher Stegosaurier aus ChinaNing et al. beschreiben mit Baiyinosaurus baojiensis einen neuen Stegosaurier aus der mitteljurazeitlichen Wangjiashan Formation der chinesischen Provinz Gansu. Das Teilskelett umfasst mehrere Schädelknochen sowie Hals-, Rücken- und Schwanzwirbel. Besonders die Anatomie des Schädels und der Wirbelsäule vereint typische Stegosauriermerkmale mit ursprünglicheren Eigenschaften früher Thyreophoren. Baiyinosaurus gehört damit zu den frühesten bekannten Stegosauriern und liefert wichtige Hinweise auf die Entstehung des charakteristischen Körperbaus dieser Gruppe.104Ning, L. et al. (2024). A new stegosaur (Dinosauria: Ornithischia) from the Middle Jurassic of Gansu Province, China. Scientific Reports, 14, 15241. doi:10.1038/s41598-024-66280-x |
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Dinofährten aus Bolivien zeigen Pausen und RichtungswechselMcLarty & Esperante beschreiben ungewöhnlich gut erhaltene Theropodenfährten aus maastrichtzeitlichen Schichten der Carreras-Pampa-Fundstelle im heutigen Torotoro-Nationalpark in Bolivien. Mehrere Spurfolgen dokumentieren selten erhaltene Verhaltensweisen: Die Tiere hielten offenbar während der Fortbewegung an, änderten ihre Richtung und wichen Hindernissen aus. Einzelne Abdrücke könnten zudem durch eine abgesenkte oder geduckte Körperhaltung entstanden sein. Die Fährten geben damit ungewöhnlich direkte Einblicke in das Verhalten lebender Theropoden.105McLarty, J. A. & Esperante, R. (2024). Stops and turns. Uncommonly preserved theropod locomotive behavior patterns in an Upper Cretaceous tracksite from Torotoro National Park, Bolivia. Journal of South American Earth Sciences, 143, 105011. doi:10.1016/j.jsames.2024.105011 |
Juni
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War Daspletosaurus der direkte Vorfahre späterer Tyrannosaurier?Warshaw, Barrera Guevara & Fowler untersuchen erneut die Verwandtschaftsverhältnisse innerhalb der Tyrannosaurinen und widersprechen dabei einer Studie, die eine anagenetische Entwicklung innerhalb von Daspletosaurus zuvor zurückgewiesen hatte. Ihre erweiterte Analyse unterstützt stattdessen eine Abfolge mehrerer Daspletosaurus-Formen, die keine abgeschlossene Seitenlinie bilden. Die Autoren interpretieren die Gattung als paraphyletische Ahnenreihe, aus der schließlich die Tyrannosaurini mit Formen wie Tarbosaurus und Tyrannosaurus hervorgingen.106Warshaw, E. A., Barrera Guevara, D. & Fowler, D. W. (2024). Anagenesis and the tyrant pedigree: A response to “Re-analysis of a dataset refutes claims of anagenesis within Tyrannosaurus-line tyrannosaurines (Theropoda, Tyrannosauridae)”. Cretaceous Research, 163, 105957. doi:10.1016/j.cretres.2024.105957 |
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Zehenknochen eines frühen Vogelbeckendinosauriers aus SüdkoreaLee, Lee & Jung beschreiben einen einzelnen Zehenknochen, der 2021 in den unterkreidezeitlichen Tando-Schichten bei Ansan in Südkorea entdeckt wurde. Vergleiche mit anderen asiatischen Dinosauriern zeigen, dass er zu einem basalen Neornithischier gehörte und besonders große Ähnlichkeiten mit den Jeholosauridae aufweist. Der Fund zeigt, dass im Tando-Becken neben dem Neoceratopsier Koreaceratops und Ornithopoden auch ursprüngliche Neornithischier vorkamen.107Lee, S.-Y., Lee, Y.-N. & Jung, S.-H. (2024). A neornithischian phalanx from the Lower Cretaceous Tando beds of Ansan-si, Gyeonggi-do, South Korea. Journal of the Geological Society of Korea, 60(2), 135–142. doi:10.14770/jgsk.2024.010 |
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Ist Miragaia longicollum ein Synonym von Dacentrurus armatus?Sánchez-Fenollosa, Escaso & Cobos beschreiben ein neues, relativ vollständiges Exemplar von Dacentrurus armatus aus der oberjurassischen Villar del Arzobispo Formation in Spanien. Ein umfassender Vergleich europäischer Dacentrurinen zeigt nach Ansicht der Autoren keine ausreichenden anatomischen Unterschiede, um Miragaia longicollum als eigenständige Art aufrechtzuerhalten. Sie schlagen deshalb vor, Miragaia longicollum als jüngeres subjektives Synonym von Dacentrurus armatus zu behandeln. Damit wären aus dem europäischen Oberjura nur noch zwei Stegosaurierarten sicher anerkannt: Stegosaurus stenops und Dacentrurus armatus.108Sánchez-Fenollosa, S., Escaso, F. & Cobos, A. (2024). A new specimen of Dacentrurus armatus Owen, 1875 (Ornithischia: Thyreophora) from the Upper Jurassic of Spain and its taxonomic relevance in the European stegosaurian diversity. Zoological Journal of the Linnean Society, 203(3), zlae074. doi:10.1093/zoolinnean/zlae074 |
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Neue Phylogenie für die VogelbeckendinosaurierFonseca et al. überarbeiten und kombinieren mehrere große Datensätze zur Verwandtschaft der Vogelbeckendinosaurier. Ihre Analyse ordnet die Silesauriden innerhalb der Ornithischia ein und unterstützt damit eine Zweiteilung der Dinosaurier in Ornithischia und Saurischia. Eine enge Verwandtschaft zwischen Heterodontosauriden und Marginocephaliern wird dagegen nicht bestätigt. Die ehemals als „Hypsilophodontier“ zusammengefassten kleinen Pflanzenfresser verteilen sich auf mehrere Zweige. Die Ornithopoda selbst bestehen der Analyse zufolge aus fünf Hauptgruppen: Hypsilophodontidae, Rhabdodontomorpha, Elasmaria, Dryosauridae und Ankylopollexia.109Fonseca, A. O. et al. (2024). A comprehensive phylogenetic analysis on early ornithischian evolution. Journal of Systematic Palaeontology, 22(1), 2346577. doi:10.1080/14772019.2024.2346577 |
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Keine überzeugende Verbindung zwischen Protoceratops und dem Greifen-MythosWitton & Hing überprüfen die verbreitete Hypothese, Fossilien von Protoceratops hätten den antiken Mythos vom Greifen beeinflusst. Sie finden dafür jedoch keine überzeugenden historischen, geografischen oder paläontologischen Belege. Greifendarstellungen existierten bereits lange vor den angeblichen Kontakten zwischen Griechen und zentralasiatischen Fossilfundstellen. Zudem liegen bekannte Protoceratops-Fundorte Hunderte Kilometer von bedeutenden Goldvorkommen entfernt, obwohl das Bewachen von Gold ein zentraler Bestandteil der späteren Greifenlegende ist. Auch die häufig genannten anatomischen Ähnlichkeiten zwischen Greifen und Protoceratops bewerten die Autoren als selektiv und wenig überzeugend.110Witton, M. P. & Hing, R. A. (2024). Did the horned dinosaur Protoceratops inspire the griffin? Interdisciplinary Science Reviews, 49(3–4), 363–388. doi:10.1177/03080188241255543 |
Lokiceratops rangiformis |
Neuer Ceratopsier aus MontanaLoewen et al. beschreiben mit Lokiceratops rangiformis einen großen Centrosaurinen aus der Judith River Formation von Montana. Besonders auffällig sind seine gewaltigen, asymmetrisch angeordneten Schmuckhörner am hinteren Rand des Nackenschilds. In derselben Region lebten innerhalb eines relativ kurzen geologischen Zeitraums mehrere unterschiedliche Centrosaurinen. Die Autoren interpretieren dies als Hinweis auf eine schnelle regionale Aufspaltung und starke geografische Abgrenzung verschiedener Ceratopsierlinien im westlichen Nordamerika.111Loewen, M. A. et al. (2024). Lokiceratops rangiformis gen. et sp. nov. (Ceratopsidae: Centrosaurinae) from the Campanian Judith River Formation of Montana reveals rapid regional radiations and extreme endemism within centrosaurine dinosaurs. PeerJ, 12, e17224. doi:10.7717/peerj.17224 |
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Jüngster bekannter Haplocanthosaurus vom Colorado-PlateauBoisvert et al. beschreiben ein neues Exemplar von Haplocanthosaurus aus dem Dry Mesa Dinosaur Quarry in Colorado. Es besteht aus sieben Rückenwirbeln und einem Schienbein und bestätigt erstmals sicher das Vorkommen der Gattung im Brushy Basin Member der Morrison Formation. Damit handelt es sich um den geologisch jüngsten bislang bekannten Haplocanthosaurus vom Colorado-Plateau. Zugleich erhöht der Fund die Zahl der am Dry Mesa Dinosaur Quarry nachgewiesenen Sauropodengattungen auf mindestens sechs.112Boisvert, C. et al. (2024). Description of a new specimen of Haplocanthosaurus from the Dry Mesa Dinosaur Quarry. The Anatomical Record, 307(12), 3782–3800. doi:10.1002/ar.25520 |
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Theropoden-Vielfalt am Ende der Kreidezeit in SpanienIsasmendi et al. untersuchen neue und bereits bekannte Theropodenzähne aus den obersten Kreideschichten des Südpyrenäenbeckens in Spanien. Insgesamt lassen sich acht unterschiedliche Zahnmorphotypen unterscheiden. Zusammen mit früheren Funden weisen sie auf mindestens sieben Theropodentaxa hin, darunter einen mittelgroßen bis großen Abelisauriden sowie mehrere kleine Coelurosaurier und Vögel. Gleichzeitig gibt es Hinweise auf Veränderungen der Theropodenfauna während des Maastrichtiums: Troodontiden sind beispielsweise erst nach einem regionalen Faunenwechsel nachgewiesen.113Isasmendi, E. et al. (2024). Theropod teeth palaeodiversity from the uppermost Cretaceous of the South Pyrenean Basin (NE Iberia) and the intra-Maastrichtian faunal turnover. Cretaceous Research, 162, 105952. doi:10.1016/j.cretres.2024.105952 |
Diuqin lechiguanae |
Neuer Unenlagiine aus ArgentinienPorfiri et al. beschreiben mit Diuqin lechiguanae einen neuen Unenlagiin aus der oberkreidezeitlichen Bajo de la Carpa Formation in Argentinien. Das bislang nur fragmentarisch erhaltene Skelett umfasst unter anderem einen Oberarmknochen und mehrere Wirbelfragmente. Trotz der wenigen Knochen besitzt das Tier eine einzigartige Merkmalskombination, die seine Benennung als neue Art erlaubt. Der Fund schließt zugleich eine erhebliche zeitliche Lücke im Fossilbericht der südamerikanischen Unenlagiinen.114Porfiri, J. D. et al. (2024). Diuqin lechiguanae gen. et sp. nov., a new unenlagiine (Theropoda: Paraves) from the Bajo de la Carpa Formation (Neuquén Group, Upper Cretaceous) of Neuquén Province, Patagonia, Argentina. BMC Ecology and Evolution, 24, 77. doi:10.1186/s12862-024-02247-w |
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Schädelform von Spinosaurus stützt Jagd am flachen WasserSmart & Sakamoto vergleichen die Schädelproportionen von Spinosaurus mit denen zahlreicher heutiger und ausgestorbener Reptilien sowie wasserjagender Vögel. Spinosauriden liegen dabei außerhalb des für andere Theropoden typischen Formbereichs und zeigen deutliche Ähnlichkeiten mit Tieren, die Wasserbeute fangen. Besonders die verlängerte Schnauze und die weit hinten liegenden Nasenöffnungen hätten das schnelle Zuschnappen nach aquatischer Beute erleichtert. Die Autoren sehen darin vor allem Unterstützung für eine „Stand-and-Wait“-Strategie, bei der Spinosaurus ähnlich wie große watende Vögel im flachen Wasser nach Beute schnappte. Ein Beleg gegen oder für aktive Unterwasser-Verfolgungsjagd lässt sich aus der Schädelanalyse allein jedoch nicht ableiten.115Smart, S. & Sakamoto, M. (2024). Using linear measurements to diagnose the ecological habitat of Spinosaurus. PeerJ, 12, e17544. doi:10.7717/peerj.17544 |
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Tyrannosauroiden-Zähne aus dem Jura Thailands?Chowchuvech et al. untersuchen isolierte Theropodenzähne aus der oberjurassischen Phu Kradung Formation im Nordosten Thailands. Drei Exemplare unterscheiden sich deutlich von den dort ebenfalls bekannten Metriacanthosauriden und weisen Merkmale früher Tyrannosauroiden auf. Besonders ähneln sie Zähnen von Formen wie Guanlong und Proceratosaurus. Sollte die Zuordnung stimmen, handelt es sich um den ersten Nachweis eines basalen Tyrannosauroiden aus Südostasien.116Chowchuvech, W. et al. (2024). The First Occurrence of a Basal Tyrannosauroid in Southeast Asia: Dental Evidence from the Upper Jurassic of Northeastern Thailand. Tropical Natural History, 24, 84–95. doi:10.58837/tnh.24.1.261261 |
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Mindestens vier oder fünf Sauropodenarten auf der Hațeg-InselMocho, Pérez-García & Codrea untersuchen eine große Zahl von Gliedmaßenknochen oberkreidezeitlicher Sauropoden aus Rumänien. Die deutlichen anatomischen Unterschiede zwischen Oberschenkel-, Oberarm-, Unterarm-, Becken- und Fußknochen sprechen dafür, dass während des Maastrichtiums mindestens vier oder fünf verschiedene Sauropodentaxa auf der damaligen Hațeg-Insel lebten. Besonders ungewöhnlich ist eine Hand mit extrem langen und schlanken Mittelhandknochen. Ähnliche Fossilien aus Spanien deuten darauf hin, dass eine bislang schlecht bekannte Titanosaurierlinie mit stark verlängerten Händen in mehreren Teilen des europäischen Inselarchipels vorkam.117Mocho, P., Pérez-García, A. & Codrea, V. A. (2024). New sauropod appendicular remains from the Upper Cretaceous of Romania: Accessing the morphological variability. Cretaceous Research, 163, 105936. doi:10.1016/j.cretres.2024.105936 |
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Frühe Theropodenfährten aus ZentraltunesienDridi et al. beschreiben zehn dreizehige Dinosaurierspuren aus der unterkreidezeitlichen Bouhedma Formation am Jebel Kebar in Zentraltunesien. Die besser erhaltenen Abdrücke stammen von mittelgroßen bis großen nicht-vogelartigen Theropoden. Sie sind die ältesten sicher nachgewiesenen Wirbeltierfährten aus Zentraltunesien und zugleich einer der nördlichsten bekannten Nachweise nicht-vogelartiger Theropoden im damaligen Gondwana. Die Funde liefern damit neue Hinweise auf die geografische Verbreitung afrikanischer Theropoden während der frühen Kreidezeit.118Dridi, J. et al. (2024). Evidence of theropod dinosaurs in the upper Hauterivian–lower Barremian of Jebel Kebar (central Tunisia): Paleobiogeographic implications. Journal of African Earth Sciences, 216, 105306. doi:10.1016/j.jafrearsci.2024.105306 |
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Immer noch große Unklarheiten bei den Verwandtschaftsbeziehungen der DinosaurierLovegrove, Upchurch & Barrett geben einen Überblick über die seit 2017 erneut intensiv geführte Debatte um die grundlegenden Verwandtschaftsbeziehungen der Dinosaurier. Die zahlreichen seither veröffentlichten Analysen haben bislang keinen neuen Konsens hervorgebracht: Je nach Datensatz werden weiterhin unterschiedliche Modelle für die Aufspaltung der frühen Dinosaurier unterstützt. Die Autoren sehen deshalb vor allem in sorgfältiger konstruierten Merkmalsdatensätzen, einer besseren Begründung einzelner anatomischer Merkmale und der Einbeziehung neuer sowie neu untersuchter Taxa den Schlüssel, um die frühen Verwandtschaftsverhältnisse der Dinosaurier künftig zuverlässiger aufzulösen.119Lovegrove, J., Upchurch, P. & Barrett, P. M. (2024). Untangling the tree or unravelling the consensus? Recent developments in the quest to resolve the broad-scale relationships within Dinosauria. Journal of Systematic Palaeontology, 22(1), 2345333. doi:10.1080/14772019.2024.2345333 |
Mai
Musankwa sanyatiensis |
Neuer früher Sauropodomorph aus SimbabweBarrett et al. beschreiben mit Musankwa sanyatiensis einen neuen Sauropodomorphen aus der obertriassischen Pebbly Arkose Formation in Simbabwe. Der Holotyp besteht aus einem teilweise zusammenhängenden rechten Hinterbein mit Oberschenkel-, Schienbein- und Sprungbein. Die phylogenetische Analyse ordnet Musankwa als einen der ursprünglichsten Vertreter der Massopoda ein. Die Art ist erst der vierte bislang benannte Dinosaurier aus den Karoo-Becken Simbabwes und unterstreicht das große paläontologische Potenzial der Region.120Barrett, P. M. et al. (2024). A new Late Triassic sauropodomorph dinosaur from the Mid-Zambezi Basin, Zimbabwe. Acta Palaeontologica Polonica, 69(2), 227–241. doi:10.4202/app.01100.2023 |
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Neue Einblicke in die Haut von PsittacosaurusYang et al. untersuchen außergewöhnlich gut erhaltene Haut eines Psittacosaurus aus der unterkreidezeitlichen Jehol-Biota Chinas. In den beschuppten Körperregionen sind mikroskopische Strukturen wie Epidermisschichten, Korneozyten und Melanosomen erhalten. Diese Haut ähnelt in ihrem Aufbau stärker der beschuppten Haut heutiger Reptilien als der Haut moderner Vögel. Da Psittacosaurus gleichzeitig filamentartige Strukturen am Schwanz besaß, deutet der Fund darauf hin, dass sich vogelähnliche Veränderungen der Haut zunächst auf die befiederten Körperregionen beschränkten, während andere Bereiche ihre ursprüngliche reptilienartige Haut behielten.121Yang, Z. et al. (2024). Cellular structure of dinosaur scales reveals retention of reptile-type skin during the evolutionary transition to feathers. Nature Communications, 15, 4063. doi:10.1038/s41467-024-48400-3 |
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Neubeschreibung des „schwäbischen Lindwurms“Schaeffer legt eine vollständige osteologische Neubeschreibung des nahezu vollständigen Holotyps von Plateosaurus trossingensis aus Trossingen vor. Dabei werden zahlreiche anatomische Merkmale korrigiert oder erstmals ausführlich dokumentiert. In der phylogenetischen Analyse bildet Plateosaurus gemeinsam mit Unaysaurus und weiteren nah verwandten Formen die Plateosauridae. Die detaillierte Neubeschreibung schafft damit eine verbesserte anatomische Grundlage für künftige Arbeiten zur Evolution früher Sauropodomorphen.122Schaeffer, J. (2024). Osteological redescription of the holotype of Plateosaurus trossingensis (Dinosauria: Sauropodomorpha) from the Upper Triassic of SW Germany and its phylogenetic implications. Journal of Systematic Palaeontology, 22(1), 2335387. doi:10.1080/14772019.2024.2335387 |
Koleken inakayali |
Neuer Abelisaurier aus ArgentinienPol et al. beschreiben mit Koleken inakayali einen neuen Abelisauriden aus der maastrichtzeitlichen La Colonia Formation Patagoniens. Das teilweise erhaltene Skelett umfasst mehrere Schädelknochen, einen großen Teil der Wirbelsäule, das Becken und nahezu vollständige Hinterbeine. Koleken lebte in derselben Formation wie Carnotaurus, unterscheidet sich anatomisch jedoch deutlich von diesem. Die phylogenetische Analyse ordnet die neue Art innerhalb der Brachyrostra ein und zeigt, dass Abelisaurier gegen Ende der Kreidezeit in Südamerika weiterhin eine hohe Vielfalt aufwiesen.123Pol, D. et al. (2024). A new abelisaurid dinosaur from the end Cretaceous of Patagonia and evolutionary rates among the Ceratosauria. Cladistics, 40(3), 307–356. doi:10.1111/cla.12583 |
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Keine eindeutigen Belege für einen Niedergang der Dinosaurier vor ChicxulubAllen et al. überprüfen mithilfe verschiedener Modelle die These, dass die Vielfalt der nicht-vogelartigen Dinosaurier bereits lange vor dem Massenaussterben am Ende der Kreidezeit zurückging. Die Autoren zeigen, dass die verfügbaren Fossil- und Stammbäume keine eindeutige Unterscheidung zwischen einem tatsächlichen langfristigen Niedergang und einer bis zum Ende relativ stabilen Diversität erlauben. Die bisherigen Daten reichen daher nicht aus, um sicher zu behaupten, die Dinosaurier seien bereits vor dem Chicxulub-Einschlag auf dem Weg zum Aussterben gewesen.124Allen, B. J. et al. (2024). Mechanistic phylodynamic models do not provide conclusive evidence that non-avian dinosaurs were in decline before their final extinction. Cambridge Prisms: Extinction, 2, e6, 1–10. doi:10.1017/ext.2024.5 |
Kiyacursor longipes |
Jüngster bekannter Ceratosaurier AsiensAverianov et al. beschreiben mit Kiyacursor longipes einen kleinen Noasauriden aus der unterkreidezeitlichen Ilek Formation Westsibiriens. Das fragmentarische Skelett umfasst unter anderem Halswirbel, Teile des Schultergürtels, einen Oberarmknochen und Hinterbeine. Die auffällig verlängerten Unterschenkel und Mittelfußknochen weisen auf eine ausgeprägte Anpassung an schnelles Laufen hin. Kiyacursor ist der geologisch jüngste bekannte Ceratosaurier Asiens und zeigt, dass diese Gruppe dort noch in der Unterkreide existierte.125Averianov, A. O. et al. (2024). The last ceratosaur of Asia: a new noasaurid from the Early Cretaceous Great Siberian Refugium. Proceedings of the Royal Society B: Biological Sciences, 291(2023), 20240537. doi:10.1098/rspb.2024.0537 |
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Endothermie entwickelte sich bei Theropoden wohl spätestens im UnterjuraChiarenza et al. untersuchen, welche Klimazonen verschiedene Dinosauriergruppen im Laufe ihrer Evolution besiedelten. Sauropodomorphen zeigen eine deutliche Bindung an warme Lebensräume, während Theropoden und Ornithischier wesentlich größere klimatische Bereiche nutzten. Die Ausbreitung der Theropoden in kältere Regionen seit dem Unterjura interpretieren die Autoren als Hinweis darauf, dass sich ihre Endothermie spätestens zu dieser Zeit entwickelt hatte. Auch für Ornithischier könnte eine ähnliche Thermophysiologie bereits früh entstanden sein, allerdings ist dieser Schluss weniger eindeutig. Sauropodomorphen könnten dagegen eine stärker von der Umgebungstemperatur abhängige Physiologie beibehalten haben.126Chiarenza, A. A. et al. (2024). Early Jurassic origin of avian endothermy and thermophysiological diversity in dinosaurs. Current Biology, 34(11), 2517–2527.e4. doi:10.1016/j.cub.2024.04.051 |
Tiamat valdecii |
Basaler Titanosaurier aus der Unterkreide BrasiliensPereira et al. beschreiben mit Tiamat valdecii einen neuen basalen Titanosaurier aus der unterkreidezeitlichen Açu Formation im Nordosten Brasiliens. Das Fossilmaterial besteht vor allem aus einer Reihe von Schwanzwirbeln. Deren ungewöhnliche Gelenkflächen ermöglichten wahrscheinlich eine relativ große seitliche Beweglichkeit bei gleichzeitig hoher Stabilität der Schwanzwirbelsäule. Tiamat ist die erste benannte Dinosaurierart aus der Açu Formation und liefert neue Informationen über die frühe Radiation der Titanosaurier.127Pereira, P. V. L. G. C. et al. (2024). A new sauropod species from north-western Brazil: biomechanics and the radiation of Titanosauria (Sauropoda: Somphospondyli). Zoological Journal of the Linnean Society, 202(4), zlae054. doi:10.1093/zoolinnean/zlae054 |
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Neues Material eines frühen Sauropodomorphen aus dem Unterjura ChinasZhao et al. beschreiben ein neues Skelett eines frühen Sauropodomorphen aus der unterjurassischen Lufeng Formation in Yunnan. Das noch nicht vollständig ausgewachsene Tier besitzt unter anderem relativ vollständig erhaltene Hals- und Rückenwirbel sowie Teile des Schultergürtels, Beckens und Fußes. Anatomisch ähnelt es besonders Lufengosaurus, lässt sich jedoch nicht sicher einer bekannten Art zuordnen. Die phylogenetische Analyse stellt das Exemplar innerhalb der Massospondylidae und erweitert damit die bekannte Vielfalt dieser Gruppe in Asien.128Zhao, R.-C. et al. (2024). A new specimen of the early-branching sauropodomorph dinosaur from the Chuanjie Basin, Lufeng, Yunnan Province. Acta Palaeontologica Sinica, 63(1), 102–111. doi:10.19800/j.cnki.aps.2023030 |
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Zahnfunde enthüllen größere Theropoden-Vielfalt in PatagonienMeso et al. untersuchen 32 ausgefallene Theropodenzähne aus der Portezuelo Formation im nördlichen Patagonien. Die Zähne lassen sich sechs unterschiedlichen Morphotypen zuordnen, die unter anderem Megaraptoriden, Abelisauriden, Abelisauroiden und Alvarezsauriden repräsentieren. Mehrere Morphotypen waren aus der Formation bislang unbekannt. Die tatsächliche Vielfalt der dortigen Raubdinosaurier war somit wahrscheinlich erheblich größer, als es der bisherige Bestand an Skelettfossilien erkennen ließ.129Meso, J. G. et al. (2024). Shed teeth from Portezuelo formation at Sierra del Portezuelo reveal a higher diversity of predator theropods during Turonian-Coniacian times in northern Patagonia. BMC Ecology and Evolution, 24, 59. doi:10.1186/s12862-024-02249-8 |
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Wo gehört Kinnareemimus in den Stammbaum der Ornithomimosaurier?Samathi untersucht erneut die phylogenetische Position des kleinen Ornithomimosauriers Kinnareemimus khonkaenensis aus der unterkreidezeitlichen Sao Khua Formation Thailands. Je nach verwendeter Analyse erscheint das Tier entweder als sehr ursprünglicher Ornithomimosaurier oder innerhalb der Deinocheiridae. Einige Merkmale der Unterschenkel und Füße ähneln Deinocheiriden, andere Ergebnisse könnten jedoch durch das geringe Alter und die unvollständige Erhaltung des Exemplars beeinflusst sein. Seine genaue Position bleibt deshalb weiterhin unsicher.130Samathi, A. (2024). Phylogenetic position of Kinnareemimus khonkaenensis (Dinosauria: Theropoda: Ornithomimosauria) from the Lower Cretaceous of Thailand. Zootaxa, 5448(1), 67–84. doi:10.11646/zootaxa.5448.1.4 |
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Erster Sauropodomorph aus der Fundstelle Vila Botucaraída Silva et al. beschreiben vier Rückenwirbel eines frühen Sauropodomorphen aus der obertriassischen Fundstelle Vila Botucaraí im brasilianischen Bundesstaat Rio Grande do Sul. Die Merkmalskombination ähnelt besonders frühen Vertretern der Bagualosauria, weshalb das Fossil vorläufig als cf. Bagualosauria eingeordnet wird. Es handelt sich um den ersten bekannten Dinosaurierfund dieser Fundstelle und zugleich um einen weiteren Beleg für die große Vielfalt früher Sauropodomorphen im Obertrias Südbrasiliens.131da Silva, F. O. et al. (2024). First Sauropodomorpha (Dinosauria) for the Vila Botucaraí site (Hyperodapedon Assemblage Zone, Candelária Sequence), Rio Grande do Sul, Brazil. Journal of South American Earth Sciences, 140, 104927. doi:10.1016/j.jsames.2024.104927 |
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Chicago zeigt eigenes Archaeopteryx-OriginalDas Field Museum in Chicago stellt erstmals sein eigenes Originalexemplar von Archaeopteryx öffentlich aus. Das Fossil wurde vor 1990 in einem Steinbruch im Altmühltal entdeckt und befand sich anschließend jahrzehntelang in Privatbesitz, bevor es 2022 vom Field Museum erworben wurde. Nach mehr als einem Jahr aufwendiger Präparation erwies es sich als eines der vollständigsten und am besten erhaltenen bekannten Exemplare. Seit Mai 2024 kann das Original im Museum besichtigt werden. Die wissenschaftliche Erstbeschreibung des „Chicago Archaeopteryx“ erschien allerdings erst im folgenden Jahr und enthüllte zahlreiche zuvor unbekannte Details zu Skelett, Weichteilen und Gefieder.132O’Connor, J. et al. (2025). Chicago Archaeopteryx informs on the early evolution of the avian bauplan. Nature, 641, 1201–1207. doi:10.1038/s41586-025-08912-4 |
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Melanorosaurus gehörte noch nicht zu den SauropodenBarrett & Choiniere beschreiben die Anatomie von Melanorosaurus readi aus der obertriassischen unteren Elliot Formation Südafrikas neu und bestimmen für die Art einen Lectotypus. Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass das historische Fossilmaterial wahrscheinlich von einem einzigen Individuum stammt. Ihre phylogenetischen Analysen unterstützen außerdem nicht die frühere Annahme, Melanorosaurus habe bereits innerhalb oder unmittelbar an der Basis der echten Sauropoden gestanden. Stattdessen gehört die Art zu den ursprünglicheren Sauropodiformes außerhalb der Sauropoda.133Barrett, P. M. & Choiniere, J. N. (2024). Melanorosaurus readi Haughton, 1924 (Dinosauria, Sauropodomorpha) from the Late Triassic of South Africa: osteology and designation of a lectotype. Journal of Vertebrate Paleontology, 44(1), e2337802. doi:10.1080/02724634.2024.2337802 |
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Riesige Theropoden entwickelten unabhängig voneinander ähnliche BeinePintore et al. untersuchen die Form der Oberschenkelknochen von 41 Theropodenarten anhand hochauflösender dreidimensionaler Modelle. Obwohl gigantische Körpergrößen in verschiedenen Theropodenlinien unabhängig voneinander entstanden, entwickelten deren Oberschenkelknochen wiederholt ähnliche Veränderungen. Bei besonders schweren Arten wurden unter anderem die Gelenkenden breiter und wichtige Muskelansatzstellen verlagerten sich. Die Ergebnisse zeigen damit eine konvergente Anpassung der Hinterbeine an hohe Körpermassen, unabhängig von der stammesgeschichtlichen Verwandtschaft der jeweiligen Riesentheropoden.134Pintore, R. et al. (2024). The evolution of femoral morphology in giant non-avian theropod dinosaurs. Paleobiology, 50(2), 308–329. doi:10.1017/pab.2024.6 |
April
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Ist Ajkaceratops doch kein europäischer Horndinosaurier?Czepiński & Madzia legen eine detaillierte anatomische und phylogenetische Neubewertung von Ajkaceratops kozmai aus der Oberkreide Ungarns vor. Das Tier galt bislang als einer der wichtigsten Nachweise von Ceratopsiern außerhalb Asiens und Nordamerikas. Bei genauerer Untersuchung erweisen sich jedoch mehrere vermeintlich typische Ceratopsier-Merkmale als oberflächlich oder mehrdeutig. Verschiedene Stammbauanalysen platzieren Ajkaceratops zwar häufig innerhalb oder nahe der Ceratopsia, doch seine genaue Position bleibt unsicher. Sicher lässt sich derzeit nur sagen, dass es sich um einen ungewöhnlichen Vogelbeckendinosaurier handelte.135Czepiński, Ł. & Madzia, D. (2024). Osteology, phylogenetic affinities, and palaeobiogeographic significance of the bizarre ornithischian dinosaur Ajkaceratops kozmai from the Late Cretaceous European archipelago. Zoological Journal of the Linnean Society, 202(4), zlae048. doi:10.1093/zoolinnean/zlae048 |
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Die frühen Dinosaurier IndiensKhosla & Lucas überprüfen die Dinosaurierfunde aus der späten Trias und dem Jura Indiens und bewerten ihr geologisches Alter und ihre paläobiogeografische Bedeutung neu. Der älteste bekannte indische Dinosaurier ist demnach der basale Saurischier Alwalkeria maleriensis aus der untertriassischen? nein, obertriassischen unteren Maleri Formation. Auch frühe Sauropodomorphen sind aus Indien bereits in der Obertrias nachgewiesen. Im Jura nahm die Bedeutung des Subkontinents für die Evolution der Sauropoden weiter zu: Formen wie Kotasaurus, Barapasaurus und Tharosaurus zeigen, dass Indien eine wichtige Rolle bei der frühen Evolution und Ausbreitung der Neosauropoden spielte.136Khosla, A. & Lucas, S. G. (2024). Triassic-Jurassic dinosaurs from India, their ages and palaeobiogeographic significance. Historical Biology, 37(4), 838–863. doi:10.1080/08912963.2024.2336992 |
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Tyrannosaurus war wohl doch nicht so intelligent wie ein PavianCaspar et al. überprüfen die viel beachtete Behauptung, große Theropoden wie Tyrannosaurus rex hätten ähnlich viele Nervenzellen im Großhirn besessen wie heutige Paviane und könnten daher vergleichbar intelligent gewesen sein. Die Autoren identifizieren mehrere problematische Annahmen bei der Rekonstruktion von Gehirngröße und Nervenzellzahlen fossiler Dinosaurier. Ihre korrigierten Berechnungen ergeben deutlich niedrigere Werte. Vor allem warnen sie davor, aus der reinen Zahl von Nervenzellen direkt komplexe Verhaltensweisen abzuleiten. Für Aussagen über die Intelligenz ausgestorbener Dinosaurier müssen vielmehr Gehirnanatomie, Körperbau, Sinnesleistungen und Vergleiche mit heute lebenden Tieren gemeinsam berücksichtigt werden.137Caspar, K. R. et al. (2024). How smart was T. rex? Testing claims of exceptional cognition in dinosaurs and the application of neuron count estimates in palaeontological research. The Anatomical Record, 307(12), 3685–3716. doi:10.1002/ar.25459 |
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Nicht alle langgestreckten Dino-Eier Chinas gehörten offenbar zu OviraptorosauriernZhu, Wang & Wang untersuchen mit Elektronenrückstreubeugung die Mikrostruktur verschiedener langgestreckter Dinosauriereier aus China, die traditionell den Elongatoolithidae zugerechnet und häufig mit Oviraptorosauriern verbunden werden. Die Kristallstruktur der Eierschalen zeigt jedoch eine größere Vielfalt als bislang angenommen. Die Ergebnisse sprechen dafür, dass die bisherige Einteilung dieser fossilen Eier teilweise überarbeitet werden muss und nicht jede elongatoolithide Eierschale automatisch einem Oviraptorosaurier zugeschrieben werden kann.138Zhu, X., Wang, Q. & Wang, X. (2024). Electron backscatter diffraction (EBSD) study of elongatoolithid eggs from China with microstructural and parataxonomic implications. Paleobiology, 50(2), 330–345. doi:10.1017/pab.2024.9 |
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Neue Erkenntnisse zum Grabverhalten von OryctodromeusKrumenacker et al. legen eine umfassende Neubeschreibung des kleinen, grabenden Vogelbeckendinosauriers Oryctodromeus cubicularis vor. Neue Fossilien aus Idaho und Montana liefern zahlreiche zusätzliche anatomische Merkmale. Besonders auffällig ist der sehr lange Schwanz, der etwa zwei Drittel der gesamten Körperlänge ausmachte und von verknöcherten Sehnen umgeben war. Dennoch dürfte er beweglicher gewesen sein als bislang angenommen. Alternativ könnten die bekannten Baue mehrere Ein- und Ausgänge besessen haben, sodass sich die Tiere darin nicht vollständig umdrehen mussten. Auch die Anatomie des Oberschenkels unterstützt eine Anpassung an das Graben.139Krumenacker, L. J. et al. (2024). Osteology and phylogenetic relationships of the mid-Cretaceous neornithischian dinosaur Oryctodromeus cubicularis Varricchio, 2007. Journal of Vertebrate Paleontology, 43(5), e2330581. doi:10.1080/02724634.2024.2330581 |
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Fußspuren eines riesigen Troodontiden?Xing et al. beschreiben zweizehige Deinonychosaurier-Spuren aus der oberkreidezeitlichen Shaxian Formation in der chinesischen Provinz Fujian. Die größten Abdrücke erreichen etwa 36 Zentimeter Länge und werden als neues Ichnotaxon Fujianipus yingliangi benannt. Der Spurenmacher besaß vermutlich eine Hüfthöhe von rund 1,8 Metern und gehörte damit zu den größten bekannten Vertretern der Deinonychosauria. Aufgrund der Proportionen der Zehen halten die Autoren einen außergewöhnlich großen Troodontiden für den wahrscheinlichsten Erzeuger.140Xing, L. et al. (2024). Deinonychosaur trackways in southeastern China record a possible giant troodontid. iScience, 27(5), 109598. doi:10.1016/j.isci.2024.109598 |
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Junge Entenschnabelsaurier fraßen möglicherweise anders als ihre ElternWarnock-Juteau et al. untersuchen mit CT-Scans den sehr kleinen Schädel eines frisch geschlüpften Hadrosauriden aus der Dinosaur Park Formation Kanadas. Die Zahnbatterien des Jungtiers unterscheiden sich in mehreren Merkmalen von denen größerer Hadrosaurier. Unter anderem waren noch weniger Zähne gleichzeitig am Kauvorgang beteiligt. Diese Veränderungen während des Wachstums könnten darauf hindeuten, dass Jungtiere andere Nahrung verarbeiteten oder andere Pflanzenbestandteile fraßen als ausgewachsene Entenschnabeldinosaurier.141Warnock-Juteau, T. et al. (2024). Computed tomographic investigation of a hatchling skull reveals ontogenetic changes in the dentition and occlusal surface morphology of Hadrosauridae (Dinosauria: Ornithischia). Vertebrate Anatomy Morphology Palaeontology, 11, 133–150. doi:10.18435/vamp29395 |
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Große Tyrannosauroiden-Zähne aus SüdchinaXing et al. beschreiben vier isolierte große Theropodenzähne aus maastrichtzeitlichen Schichten des Sanshui-Beckens in Guangdong. Trotz ihrer fragmentarischen Erhaltung lassen sie sich sicher den Tyrannosauroidea zuordnen. Sie stellen den ersten Nachweis großer Theropoden aus dem südlichen Guangdong und zugleich den bislang südlichsten bekannten Nachweis von Tyrannosauroiden in China dar.142Xing, L. et al. (2024). Large theropod teeth from the Upper Cretaceous of Guangdong Province, Southern China. Cretaceous Research, 161, 105914. doi:10.1016/j.cretres.2024.105914 |
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Thailands erster gemeldeter Dinosaurierfund wurde jahrzehntelang verkanntBuffetaut & Tong untersuchen die historische Beschreibung eines Zahns, der bereits 1962 in der Sao Khua Formation Thailands gefunden und ein Jahr später als vermeintlicher Ichthyosaurierzahn publiziert wurde. Form und Oberflächenstruktur zeigen jedoch, dass es sich sehr wahrscheinlich um einen Zahn des Spinosauriden Siamosaurus handelte. Damit war dieses Fossil nicht nur der erste gemeldete Dinosaurierfund Thailands, sondern zugleich der erste Spinosauridenfund, der überhaupt aus Asien beschrieben wurde – auch wenn seine wahre Identität damals unerkannt blieb.143Buffetaut, E. & Tong, H. (2024). The first discovery of spinosaurid remains in Asia: Thailand, 1962. Annales de Paléontologie, 110(1), 102664. doi:10.1016/j.annpal.2024.102664 |
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Eine einzelne Dino-Rippe erzählt ihre FossilisationsgeschichtePaio et al. untersuchen ein stark verwittertes Rippenfragment eines Dinosauriers aus der oberkreidezeitlichen Marília Formation in Brasilien. Aufgrund der schlechten Erhaltung lässt es sich taxonomisch nicht genauer als einem Saurischier zuordnen. Die Kombination aus Taphonomie und Knochenhistologie zeigt jedoch, dass der Knochen vor seiner endgültigen Einbettung zeitweise an der Oberfläche lag, verwitterte und transportiert wurde. Solche Prozesse könnten erklären, weshalb viele Dinosaurierfossilien des Bauru-Beckens nur fragmentarisch erhalten sind.144Paio, V. J. M. et al. (2024). Taphonomy and paleohistology of a dinosaur rib from Marília Formation, Bauru Group, in the state of Minas Gerais, Brazil. Cretaceous Research, 160, 105899. doi:10.1016/j.cretres.2024.105899 |
Dornraptor normani |
Neuer früher Theropode aus England – bekannt seit dem 19. JahrhundertBaron untersucht zwei bereits im 19. Jahrhundert entdeckte unvollständige Hinterbeine aus dem Unterjura von Dorset neu. Die Fossilien waren zeitweise sogar dem gepanzerten Pflanzenfresser Scelidosaurus zugeschrieben worden und galten später lediglich als unbestimmte Theropoden. Ihre Anatomie zeigt jedoch eine einzigartige Merkmalskombination, die die Benennung einer neuen Gattung und Art rechtfertigt: Dornraptor normani. Das Tier gehört zu den Averostra und liefert einen seltenen Einblick in die frühe Evolution dieser wichtigen Theropodengruppe.145Baron, M. G. (2024). A new name for old bones: A reassessment of Early Jurassic theropod remains from Dorset, England. Palaeontologia Electronica, 27(1), a25. doi:10.26879/1346 |
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Mögliche Dromaeosaurier legten ihre Eier paarweiseWu et al. beschreiben mit Gannanoolithus yingliangi einen neuen Typ fossiler Dinosauriereier aus der oberkreidezeitlichen Lianhe Formation in Südchina. Struktur und Form der Eierschalen ähneln Eiern, die mit Dromaeosauriern in Verbindung gebracht werden. Besonders interessant sind mehrere paarweise angeordnete Eier. Sollte die Zuordnung zu Dromaeosauriern stimmen, könnte dies darauf hindeuten, dass diese Tiere – ähnlich wie Troodontiden und Oviraptorosaurier – zwei gleichzeitig funktionsfähige Eileiter besaßen. Porenstruktur und Sedimentbefunde sprechen zudem dafür, dass die Eier in bedeckten Nestern ausgebrütet wurden.146Wu, R. et al. (2024). A new ootype of putative dromaeosaurid eggs from the Upper Cretaceous of southern China. Cretaceous Research, 161, 105909. doi:10.1016/j.cretres.2024.105909 |
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Waren „Compsognathiden“ eigentlich Jungtiere größerer Theropoden?Cau stellt die traditionelle Einordnung der Compsognathidae als natürliche Gruppe kleiner Coelurosaurier infrage. Auffällig ist, dass alle bekannten Exemplare noch nicht ausgewachsen sind. Mit einem neuen Verfahren, das altersbedingte anatomische Veränderungen ausdrücklich in phylogenetische Analysen einbezieht, verschwinden die „Compsognathiden“ als eigenständige Klade. Stattdessen werden verschiedene Vertreter als Jungtiere unterschiedlicher größerer Tetanurenlinien rekonstruiert. Die Studie schlägt damit eine weitreichende Neubewertung vor: Zumindest einige klassische „Compsognathiden“ könnten keine kleinen spezialisierten Arten, sondern juvenile Entwicklungsstadien wesentlich größerer Raubdinosaurier repräsentieren.147Cau, A. (2024). A Unified Framework for Predatory Dinosaur Macroevolution. Bollettino della Società Paleontologica Italiana, 63(1), 1–19. doi:10.4435/BSPI.2024.08 |
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Was nach dem Tod des Riesensauropoden Kaijutitan geschahFilippi, Previtera & Garrido rekonstruieren die Geschichte des Fossils von Kaijutitan maui aus der oberkreidezeitlichen Sierra Barrosa Formation Argentiniens von seinem Tod bis zur endgültigen Fossilisation. Knochenhistologische Untersuchungen bestätigen, dass es sich um ein ausgewachsenes, sehr großes Tier handelte. Nach dem Tod zerfiel der Kadaver teilweise an der Erdoberfläche und einige Knochen verwitterten, bevor sie endgültig eingebettet wurden. Biologische Aktivität am Kadaver trug wahrscheinlich zur Verlagerung einzelner Skelettelemente bei. Andere Teile wurden dagegen relativ schnell begraben.148Filippi, L. S., Previtera, E. & Garrido, A. C. (2024). Kaijutitan maui, a sauropod titanosaur from the Upper Cretaceous (Sierra Barrosa Formation, Neuquén Basin) of northern Patagonia Argentina: histological and taphonomic considerations. Publicación Electrónica de la Asociación Paleontológica Argentina, 24(1), 129–148. doi:10.5710/PEAPA/26.02.2024.481 |
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Neue Zweifel an der Gültigkeit des arktischen Hadrosauriers UgrunaalukSharpe et al. beschreiben den Schädel eines noch nicht ausgewachsenen Edmontosaurus regalis aus der Horseshoe Canyon Formation in Kanada. Das Jungtier liefert wichtige Informationen darüber, wie sich die Schädelmerkmale dieser Art während des Wachstums veränderten. Besonders auffällig sind zahlreiche Übereinstimmungen mit dem aus Alaska beschriebenen „Ugrunaaluk kuukpikensis“. Die Autoren sehen darin weitere Unterstützung dafür, das alaskische Material vorläufig Edmontosaurus cf. regalis zuzuordnen, statt Ugrunaaluk als eigenständige Gattung anzuerkennen.149Sharpe, H. S. et al. (2024). Craniomandibular anatomy of a juvenile specimen of Edmontosaurus regalis Lambe, 1917 clarifies issues in ontogeny and biogeography. Journal of Vertebrate Paleontology, 43(5), e2326644. doi:10.1080/02724634.2024.2326644 |
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Dromaeosaurier besetzten sehr unterschiedliche ErnährungsnischenTse, Miller & Pittman vergleichen Schädelform und mechanische Belastbarkeit verschiedener Dromaeosauriden. Die Ergebnisse zeigen eine überraschend große funktionelle Vielfalt innerhalb der Gruppe. Deinonychus antirrhopus besaß einen robusten Schädel, der gut zum Überwältigen relativ großer Beute passte. Der ungewöhnliche Halszkaraptor escuilliei zeigt dagegen keine deutliche Spezialisierung auf das Fangen von Fischen; seine Schädelmechanik erinnert eher an heutige Wasservögel mit einer vielseitigeren Ernährungsweise. Dromaeosauriden waren somit keine ökologisch einheitliche Gruppe von Raubtieren.150Tse, Y. T., Miller, C. V. & Pittman, M. (2024). Morphological disparity and structural performance of the dromaeosaurid skull informs ecology and evolutionary history. BMC Ecology and Evolution, 24, 39. doi:10.1186/s12862-024-02222-5 |
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Junge Jeholosaurus ersetzten ihre Zähne schnellerHu et al. untersuchen mithilfe von CT-Scans sechs Exemplare von Jeholosaurus shangyuanensis in unterschiedlichen Altersstufen. Fast jede Zahnposition enthält einen oder sogar zwei nachwachsende Ersatzzähne. Besonders die vorderen Zähne wurden bei jungen Tieren sehr schnell erneuert: Ihr Austausch verlangsamte sich im Laufe des Wachstums von ungefähr 25 auf 33 Tage. Insgesamt zeigt Jeholosaurus bereits ein komplexes Zahnersatzsystem und liefert damit wichtige Hinweise darauf, wie sich die hochspezialisierten Gebisse späterer Pflanzenfresser unter den Vogelbeckendinosauriern entwickelten.151Hu, J. et al. (2024). Tooth replacement in the early-diverging neornithischian Jeholosaurus shangyuanensis and implications for dental evolution and herbivorous adaptation in Ornithischia. BMC Ecology and Evolution, 24, 46. doi:10.1186/s12862-024-02233-2 |
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Ältester sicherer Abelisauriden-Nachweis SüdamerikasRibeiro et al. untersuchen einen isolierten Theropodenzahn aus der Missão Velha Formation im brasilianischen Araripe-Becken neu. Mehrere quantitative Analysen liefern unterschiedliche Ergebnisse, doch anatomische Merkmale wie die Form der Schneidekanten und des Zahnschmelzes sprechen am stärksten für eine Zuordnung zu den Abelisauridae. Da die Formation ungefähr vom Oberjura bis in die früheste Kreide reicht, wäre der Zahn der älteste bislang sicher identifizierte Abelisauriden-Nachweis Südamerikas und würde eine bedeutende Lücke im frühen Fossilbericht dieser Raubsaurier schließen.152Ribeiro, T. B. et al. (2024). A theropod tooth from the Missão Velha Formation (Late Jurassic-Early Cretaceous) of the Araripe Basin: oldest Brazilian Abelisaurid record. Historical Biology, 37(4), 827–837. doi:10.1080/08912963.2024.2336982 |
Tietasaura derbyiana |
Historischer Fossilfund wird zum neuen brasilianischen DinosaurierBandeira et al. untersuchen Dinosaurierfossilien neu, die bereits zwischen 1859 und 1906 im brasilianischen Bundesstaat Bahia gesammelt und später teilweise für verschollen gehalten wurden. Ein unvollständiger Oberschenkelknochen aus der unterkreidezeitlichen Marfim Formation lässt sich einem kleinen Vertreter der Elasmaria zuordnen und unterscheidet sich von allen bekannten Arten. Er erhält deshalb den Namen Tietasaura derbyiana. Der Fund gehört zu den historisch frühesten in Südamerika gesammelten Vogelbeckendinosauriern.153Bandeira, K. L. N. et al. (2024). A reassessment of the historical fossil findings from Bahia State (Northeast Brazil) reveals a diversified dinosaur fauna in the Lower Cretaceous of South America. Historical Biology, 37(3), 548–589. doi:10.1080/08912963.2024.2318406 |
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Historische Fossilien zeigen vielfältige Dinosaurierfauna der Unterkreide BrasiliensBandeira et al. untersuchen eine Sammlung von Dinosaurierfossilien neu, die im 19. und frühen 20. Jahrhundert in den unterkreidezeitlichen Massacará- und Ilhas-Gruppen im Nordosten Brasiliens entdeckt wurde. Die meist fragmentarischen Wirbel und Gliedmaßenknochen belegen eine deutlich vielfältigere Dinosauriergemeinschaft als bislang bekannt. Neben dem neu benannten Vogelbeckendinosaurier Tietasaura derbyiana lassen sich mindestens Theropoden, Sauropoden und weitere Ornithopoden nachweisen. Die historischen Sammlungen liefern damit wichtige neue Informationen über eine bislang nur schlecht bekannte Dinosaurierfauna Südamerikas.154Bandeira, K. L. N. et al. (2024). A reassessment of the historical fossil findings from Bahia State (Northeast Brazil) reveals a diversified dinosaur fauna in the Lower Cretaceous of South America. Historical Biology, 37(3), 548–589. doi:10.1080/08912963.2024.2318406 |
Titanomachya gimenezi |
Neuer kleiner Titanosaurier aus ArgentinienPérez-Moreno et al. beschreiben mit Titanomachya gimenezi einen neuen Titanosaurier aus der oberkreidezeitlichen La Colonia Formation Patagoniens. Das Skelett umfasst einen Schwanzwirbel sowie mehrere Knochen der Gliedmaßen. Trotz seiner relativ geringen Größe war das Tier bereits ausgewachsen und wog nach Schätzungen etwa 5,8 bis 9,8 Tonnen. Besonders ungewöhnlich ist das Sprungbein, dessen Form Merkmale verschiedener Titanosauriergruppen kombiniert. Titanomachya wird innerhalb der Lithostrotia eingeordnet und zeigt Ähnlichkeiten mit Saltasauriden.155Pérez-Moreno, A. et al. (2024). A new titanosaur from the La Colonia Formation (Campanian-Maastrichtian), Chubut Province, Argentina. Historical Biology, 37(4), 792–811. doi:10.1080/08912963.2024.2332997 |
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Oviraptorosaurier entwickelten schon früh besonders belastbare SchädelMeade et al. vergleichen dreidimensionale Schädelmodelle des frühen Oviraptorosauriers Incisivosaurus gauthieri mit mehreren späteren Oviraptoriden. Finite-Elemente-Analysen zeigen, dass bereits Incisivosaurus einen überraschend belastbaren Schädel besaß. Die für diese Gruppe typische hohe mechanische Widerstandsfähigkeit entstand damit offenbar früher als die stark verkürzten und hoch spezialisierten Schädel späterer Oviraptoriden. Funktionelle Veränderungen gingen der auffälligen äußeren Umgestaltung des Schädels also voraus.156Meade, L. E. et al. (2024). Cranial functional specialisation for strength precedes morphological evolution in Oviraptorosauria. Communications Biology, 7, 436. doi:10.1038/s42003-024-06137-1 |
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Ist Australotitan cooperensis wirklich eine eigene Art?Beeston et al. untersuchen umfangreiches neues Sauropodenmaterial aus der Winton Formation Australiens und vergleichen es mithilfe dreidimensionaler Modelle mit den bereits benannten Arten der Region. Mehrere vermeintlich einzigartige Merkmale von Australotitan cooperensis treten auch bei Diamantinasaurus matildae oder anderen Exemplaren auf. Die Autoren halten es deshalb für wahrscheinlich, dass Australotitan ein jüngeres Synonym von Diamantinasaurus ist. Da die verfügbaren Fossilien jedoch keinen eindeutigen Beweis erlauben, behandeln sie das Material vorsichtshalber lediglich als unbestimmten Diamantinasaurier.157Beeston, S. L. et al. (2024). Reappraisal of sauropod dinosaur diversity in the Upper Cretaceous Winton Formation of Queensland, Australia, through 3D digitisation and description of new specimens. PeerJ, 12, e17180. doi:10.7717/peerj.17180 |
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Möglicher früher Ceratosauride aus PatagonienPradelli, Pol & Ezcurra beschreiben einen Unterkiefer mit erhaltenen Zähnen aus der jurassischen Cañadón Asfalto Formation in Argentinien. Das Fossil unterscheidet sich von allen bereits aus der Formation bekannten Theropoden und ähnelt besonders dem nordamerikanischen Ceratosaurus. In einer auf Ceratosaurier spezialisierten Stammbauanalyse erscheint es sogar als dessen Schwestertaxon. Aufgrund des fragmentarischen Materials bleibt die genaue Zuordnung jedoch unsicher. Der Fund spricht dennoch dafür, dass Ceratosaurier im Jura Südamerikas vielfältiger und weiter verbreitet waren als bislang belegt.158Pradelli, L. A., Pol, D. & Ezcurra, M. D. (2024). New dinosaur remains increase theropod diversity in the Cañadón Asfalto Formation (Lower Jurassic), Chubut Province, Argentina. Journal of Systematic Palaeontology, 22(1), 2318262. doi:10.1080/14772019.2024.2318262 |
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Vermeintliche Riesendinosaurier-Knochen gehörten wohl zu gigantischen IchthyosauriernPerillo & Sander untersuchen rätselhafte, sehr große Knochenfragmente aus der obersten Trias Europas, die in der Vergangenheit unter anderem Dinosauriern oder anderen riesigen Landwirbeltieren zugeschrieben wurden. Ihre mikroskopische Knochenstruktur stimmt jedoch auffällig mit Kieferknochen des riesigen Ichthyosauriers Shastasaurus sikanniensis überein. Die Ergebnisse unterstützen daher deutlich die Hypothese, dass die europäischen Fossilien ebenfalls aus den Unterkiefern gigantischer Fischsaurier stammen. Ihre besondere Knochenstruktur könnte zugleich eine Anpassung an extrem schnelles Wachstum und enorme Körpergrößen gewesen sein.159Perillo, M. & Sander, P. M. (2024). The dinosaurs that weren’t: osteohistology supports giant ichthyosaur affinity of enigmatic large bone segments from the European Rhaetian. PeerJ, 12, e17060. doi:10.7717/peerj.17060 |
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Virtuelle Sauropoden revolutionieren die Erforschung der LanghalssaurierVidal zeigt am Beispiel von Spinophorosaurus, wie dreidimensionale digitale Skelettmodelle die Untersuchung von Sauropoden verändert haben. Virtuelle Rekonstruktionen ermöglichen es, einzelne Knochen präzise zusammenzufügen und verschiedene Körperhaltungen oder Bewegungsmöglichkeiten zu testen, ohne die empfindlichen Originalfossilien zu belasten. Dadurch lassen sich Fragen zur natürlichen Hals- und Körperhaltung, zur Beweglichkeit und sogar zu möglichen Paarungspositionen wesentlich genauer untersuchen als mit traditionellen Museumsaufstellungen.160Vidal, D. (2024). Virtual sauropods: A revolution in the study of long-necked dinosaurs. Mètode Science Studies Journal, 14, 77–83. doi:10.7203/metode.14.24689 |
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Die Vogelbeckendinosaurier der Unterkreide Ostspaniens waren überraschend vielfältigSantos-Cubedo gibt einen Überblick über die Hadrosauriformes aus dem unterkreidezeitlichen Maestrat-Becken im Osten Spaniens. Besonders die Teilbecken von Morella, Galve und Aliaga haben zahlreiche Fossilien hervorgebracht. Neue Funde zeigen, dass diese pflanzenfressenden Ornithopoden während des Barremiums bis Albiums wesentlich vielfältiger waren als früher angenommen. Das Maestrat-Becken ist damit eine Schlüsselregion für das Verständnis der frühen Evolution der Hadrosauriformes in Europa.161Santos-Cubedo, A. (2024). The dinosaurs of the Maestrat Basin: Evolution of hadrosauriforms in the eastern Iberian Peninsula. Mètode Science Studies Journal, 14, 57–63. doi:10.7203/metode.14.24534 |
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Schon die frühesten Dinosaurier wuchsen schnellCurry Rogers et al. untersuchen die Knochenmikrostruktur früher Dinosaurier und anderer Wirbeltiere aus der obertriassischen Ischigualasto Formation Argentiniens. Dinosaurier wie Eoraptor, Herrerasaurus und Eodromaeus wuchsen bereits sehr schnell und mindestens ebenso rasch wie viele spätere mesozoische Dinosaurier. Hohe Wachstumsraten waren somit offenbar schon bei den frühesten Vertretern der Gruppe vorhanden. Allerdings waren sie damit keineswegs einzigartig: Auch mehrere gleichzeitig lebende Archosaurier und andere Reptilien wuchsen ähnlich schnell.162Curry Rogers, K. et al. (2024). Osteohistological insight into the growth dynamics of early dinosaurs and their contemporaries. PLOS ONE, 19(4), e0298242. doi:10.1371/journal.pone.0298242 |
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Schädelfossilien eines frühen Hadrosauriformen aus SpanienEscanero-Aguilar et al. beschreiben Teile des Unterkiefers und mehrere Zähne eines Ornithopoden aus der unterkreidezeitlichen Castrillo de la Reina Formation bei Salas de los Infantes in Spanien. Die Kombination anatomischer Merkmale unterscheidet das Tier von anderen bekannten Styracosternen, reicht aufgrund der fragmentarischen Erhaltung jedoch nicht für die Benennung einer neuen Art aus. Die Stammbauanalyse ordnet den Fund als frühen Hadrosauriformen ein, der weiter entwickelt war als Iguanodon, aber ursprünglicher als Proa.163Escanero-Aguilar, D. et al. (2024). Skull material of an Early Cretaceous hadrosauriform dinosaur (Ornithopoda) from Salas de los Infantes (Burgos, Spain). Journal of Iberian Geology, 50, 67–82. doi:10.1007/s41513-023-00227-5 |
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Luftgefüllte Rippen entwickelten sich bei Sauropoden mehrfach unabhängigKing et al. beschreiben eine ungewöhnlich pneumatisierte Rückenrippe von Apatosaurus. Mehrere Vertiefungen auf ihrer Oberfläche zeigen, dass Ausläufer des Luftsacksystems bis in den Knochen eindrangen. Die Form und Position dieser Strukturen unterscheiden sich deutlich von bereits bekannten pneumatischen Rippen anderer Diplodociden. Solche Merkmale waren innerhalb der Gruppe offenbar individuell variabel und nicht bei allen Tieren gleichermaßen vorhanden. Die Ergebnisse unterstützen zudem die Annahme, dass pneumatisierte Rippen bei Diplodociden und Titanosauriformen unabhängig voneinander entstanden.164King, J. L. et al. (2024). A previously unreported form of dorsal rib pneumaticity in Apatosaurus (Dinosauria: Sauropoda) and implications for pneumatic variation among diplodocid dorsal ribs. Journal of Vertebrate Paleontology, 43(5), e2316665. doi:10.1080/02724634.2024.2316665 |
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Die Dinosaurier-Vielfalt der Morrison Formation nahm bis zum Ende des Jura zuMaidment untersucht, wie sich die Wirbeltier- und insbesondere Dinosaurierfauna der nordamerikanischen Morrison Formation über rund neun Millionen Jahre zeitlich und räumlich veränderte. Die höchste Vielfalt findet sich im zentralen Teil des Ablagerungsbeckens, möglicherweise weil dort mehr Wasser verfügbar war. Insgesamt nahm die Artenvielfalt im Laufe der Zeit zu; Hinweise auf einen allmählichen Niedergang vor dem Verschwinden dieser Fauna am Ende des Jura gibt es nicht. Gleichzeitig lassen sich gewisse geografische Unterschiede zwischen einer nordwestlichen und einer südöstlichen Fauna erkennen, obwohl zahlreiche Arten in beiden Regionen vorkamen.165Maidment, S. C. R. (2024). Diversity through time and space in the Upper Jurassic Morrison Formation, western U.S.A. Journal of Vertebrate Paleontology, 43(5), e2326027. doi:10.1080/02724634.2024.2326027 |
März
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Neue Studie bestätigt Antarctopelta als ungewöhnlichen ParankylosaurierSoto Acuña, Vargas & Kaluza beschreiben den Holotyp von Antarctopelta oliveroi, dem ersten in der Antarktis entdeckten Dinosaurier, umfassend neu. In der Vergangenheit wurde der fragmentarische Panzersaurier unter anderem als Ankylosauride, Nodosauride oder sogar als Mischung mehrerer Tiere interpretiert. Die Neubewertung stützt jedoch seine Zugehörigkeit zu den Parankylosauria, einer ungewöhnlichen Linie südlicher Ankylosaurier, deren Ursprung möglicherweise bis in den Oberjura zurückreicht.166Soto Acuña, S., Vargas, A. O. & Kaluza, J. (2024). A new look at the first dinosaur discovered in Antarctica: reappraisal of Antarctopelta oliveroi (Ankylosauria: Parankylosauria). Advances in Polar Science, 35(1), 78–107. doi:10.12429/j.advps.2023.0036 |
Thyreosaurus atlasicus |
Neuer Stegosaurier mit ungewöhnlicher Panzerung aus MarokkoZafaty et al. beschreiben mit Thyreosaurus atlasicus einen neuen mitteljurassischen Stegosaurier aus der El Mers III Formation im Mittleren Atlas von Marokko. Das teilweise erhaltene Skelett umfasst unter anderem Rückenwirbel, Rippen und mehrere auffällig flache und asymmetrische Hautknochen. Die phylogenetische Analyse ordnet Thyreosaurus innerhalb der Dacentrurinae nahe bei Dacentrurus ein und erweitert damit die bekannte Vielfalt früher Stegosaurier Nordafrikas.167Zafaty, O. et al. (2024). A new stegosaurian dinosaur (Ornithischia: Thyreophora) with a remarkable dermal armour from the Middle Jurassic of North Africa. Gondwana Research, 131, 344–362. doi:10.1016/j.gr.2024.03.009 |
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Anatomische Analyse des nordamerikanischen Therizinosauriers NothronychusSmith & Gillette untersuchen ausführlich die Skelettanatomie von Nothronychus graffami und ergänzend von Nothronychus mckinleyi. Beide Therizinosaurier zeigen eine ungewöhnliche Kombination anatomischer Merkmale, die unabhängig auch bei heutigen Vögeln, Vogelbeckendinosauriern und Titanosauriern entstanden. Besonders Becken und Kreuzbein von Nothronychus waren zu einer vogelähnlichen Einheit umgestaltet. Die Anatomie unterstützt zugleich eine überwiegend pflanzenfressende Lebensweise dieser hoch spezialisierten Theropoden.168Smith, D. K. & Gillette, D. D. (2025). Osteology of the derived Therizinosaur Nothronychus with evidence for convergence in dinosaurian evolution. Zoological Journal of the Linnean Society, 203(1), zlad148. doi:10.1093/zoolinnean/zlad148 |
Udelartitan celeste |
Erste gültig benannte Dinosaurierart aus UruguaySoto et al. beschreiben mit Udelartitan celeste einen neuen Titanosaurier aus der oberkreidezeitlichen Guichón Formation Uruguays. Das umfangreiche Material umfasst zahlreiche Schwanzwirbel sowie Teile des Schultergürtels und der Hinterbeine und stammt von mindestens zwei Individuen. Udelartitan erreichte schätzungsweise etwa 15 bis 16 Meter Länge. Die phylogenetischen Analysen ordnen die Art innerhalb der Saltasauroidea ein und zeigen, dass während der Oberkreide mindestens zwei unterschiedliche Titanosaurierlinien in Uruguay vorkamen.169Soto, M. et al. (2024). Phylogenetic relationships of a new titanosaur (Dinosauria, Sauropoda) from the Upper Cretaceous of Uruguay. Cretaceous Research, 160, 105894. doi:10.1016/j.cretres.2024.105894 |
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Der vermeintliche nordirische Scelidosaurus war wohl doch keinerSatchell untersucht einen fragmentarischen Oberschenkelknochen aus unterjurassischen Schichten Nordirlands neu, der 2021 vorläufig Scelidosaurus zugeschrieben worden war. Die Merkmale, auf denen diese Zuordnung beruhte, sind jedoch nicht ausschließlich bei diesem frühen Panzersaurier zu finden. Auch eine sichere Einordnung innerhalb der Ornithischia lässt sich nicht begründen. Das Fossil sollte daher vorerst lediglich als Dinosauria indet., also als nicht näher bestimmbarer Dinosaurier, geführt werden.170Satchell, K. G. (2024). A re-evaluation of Scelidosaurus remains from Ireland and the importance of apomorphy-based identifications. Proceedings of the Geologists‘ Association, 135(3), 349–351. doi:10.1016/j.pgeola.2024.03.002 |
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Versteckte Vielfalt mitteljurassischer Vogelbeckendinosaurier in GroßbritannienWills, Underwood & Barrett untersuchen isolierte Zähne von Vogelbeckendinosauriern aus mitteljurassischen Fundstellen Großbritanniens. Trotz des sehr fragmentarischen Fossilberichts können sie mindestens sechs unterschiedliche Zahntypen unterscheiden, darunter einen Heterodontosauriden, mehrere Thyreophoren sowie frühe Stegosaurier und Ankylosaurier. Die Funde zeigen, dass die Ornithischia während des Mitteljura bereits deutlich vielfältiger waren, als ihr bislang spärlicher Skelettfossilbericht vermuten ließ.171Wills, S., Underwood, C. J. & Barrett, P. M. (2024). A hidden diversity of ornithischian dinosaurs: U.K. Middle Jurassic microvertebrate faunas shed light on a poorly represented period. Journal of Vertebrate Paleontology, 43(5), e2323646. doi:10.1080/02724634.2024.2323646 |
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„Gyposaurus“ aus China war wohl ein junger LufengosaurusWang, Zhao & You untersuchen die noch erhaltenen Syntypen von „Gyposaurus“ sinensis aus der unterjurassischen Lufeng Formation neu. Nicht verwachsene Knochen und die Knochenhistologie zeigen, dass beide Exemplare noch nicht ausgewachsen waren. Ihre Anatomie ähnelt besonders Lufengosaurus huenei, und auch die phylogenetische Analyse unterstützt eine sehr enge Verwandtschaft. Die Autoren betrachten „Gyposaurus“ sinensis deshalb wahrscheinlich als jüngeres Synonym von Lufengosaurus huenei.172Wang, Y.-M., Zhao, Q. & You, H.-L. (2025). Reassessment of ‘Gyposaurus’ sinensis Young, 1941 (Dinosauria: Sauropodomorpha) from the Early Jurassic Lufeng Basin, Yunnan Province, China. Zoological Journal of the Linnean Society, 203(1), zlae032. doi:10.1093/zoolinnean/zlae032 |
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Prähistorische Menschen verewigten sich neben Dinosaurier-FußspurenTroiano et al. untersuchen die außergewöhnliche Fundstelle Serrote do Letreiro im Nordosten Brasiliens, an der unterkreidezeitliche Spuren von Theropoden, Sauropoden und Iguanodontiern unmittelbar neben prähistorischen Felsgravuren liegen. Die Petroglyphen wurden gezielt um die bereits sichtbaren Dinosaurierspuren herum angebracht und überschneiden diese nur selten. Die Menschen, die die Gravuren schufen, hatten die fossilen Abdrücke somit eindeutig wahrgenommen und offenbar bewusst in ihre Felskunst einbezogen – auch wenn wir nicht wissen, was sie in den Spuren erkannten oder welche Bedeutung sie ihnen zuschrieben.173Troiano, L. P. et al. (2024). A remarkable assemblage of petroglyphs and dinosaur footprints in Northeast Brazil. Scientific Reports, 14, 6528. doi:10.1038/s41598-024-56479-3 |
Hesperonyx martinhotomasorum |
Neuer Iguanodontier aus PortugalRotatori et al. beschreiben mit Hesperonyx martinhotomasorum einen neuen frühen Iguanodontier aus der oberjurassischen Lourinhã Formation Portugals. Das bislang einzige bekannte Exemplar besteht hauptsächlich aus Teilen der Hinterbeine und Vordergliedmaßen. Je nach verwendeter Körperproportion dürfte das Tier ungefähr drei bis vier Meter lang gewesen sein. Seine ungewöhnliche Mischung ursprünglicher und weiter entwickelter Merkmale macht seine genaue Position innerhalb der Iguanodontia schwierig; die Autoren betrachten es deshalb als frühen Dryomorphen mit derzeit unsicheren näheren Verwandtschaftsverhältnissen.174Rotatori, F. M. et al. (2024). An unexpected early-diverging iguanodontian dinosaur (Ornithischia, Ornithopoda) from the Upper Jurassic of Portugal. Journal of Vertebrate Paleontology, 43(4), e2310066. doi:10.1080/02724634.2024.2310066 |
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Welche Raubdinosaurier lebten neben Spinosaurus in der Kem Kem Group?Hendrickx et al. untersuchen isolierte Theropodenzähne aus der etwa 100 Millionen Jahre alten Kem Kem Group Marokkos mithilfe anatomischer Vergleiche, kladistischer Analysen und maschinellen Lernens. Sicher unterscheiden lassen sich Zähne von Spinosaurinen, Abelisauriden und Carcharodontosauriden. Ein weiterer ungewöhnlicher Zahn könnte von einem nicht-abelisauroiden Ceratosaurier oder einem Megaraptorier stammen und möglicherweise sogar mit dem rätselhaften Deltadromeus zusammenhängen. Die Studie zeigt zugleich, dass die Kombination mehrerer Analysemethoden isolierte Zähne wesentlich zuverlässiger bestimmen kann.175Hendrickx, C. et al. (2024). A combined approach to identify isolated theropod teeth from the Cenomanian Kem Kem Group of Morocco: cladistic, discriminant, and machine learning analyses. Journal of Vertebrate Paleontology, 43(4), e2311791. doi:10.1080/02724634.2024.2311791 |
Chakisaurus nekul |
Neuer kleiner Ornithopode aus ArgentinienAlvarez Nogueira et al. beschreiben mit Chakisaurus nekul den ersten benannten Vogelbeckendinosaurier aus der oberkreidezeitlichen Huincul Formation Argentiniens. Mehrere teilweise erhaltene Skelette zeigen, dass es sich um einen kleinen bis mittelgroßen Vertreter der Elasmaria handelte. Besonders die Anatomie der Schwanzwirbel und Hinterbeine deutet auf eine gute Lauffähigkeit hin. Einige dieser Anpassungen entwickelten sich offenbar unabhängig auch bei schnell laufenden Theropoden.176Alvarez Nogueira, R. et al. (2024). A new ornithopod from the Upper Cretaceous (Huincul Formation) of northwestern Patagonia, Argentina: Implications on elasmarian postcranial anatomy. Cretaceous Research, 159, 105874. doi:10.1016/j.cretres.2024.105874 |
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Spinosaurus war wohl kein Unterwasser-VerfolgungsjägerMyhrvold et al. überprüfen eine frühere Studie, die aus der hohen Knochendichte von Spinosaurus und Baryonyx geschlossen hatte, dass beide regelmäßig vollständig untergetaucht nach Beute suchten. Die Autoren zeigen jedoch zahlreiche methodische Probleme bei dieser Zuordnung: Hohe Knochendichte kommt bei Tieren mit sehr unterschiedlichen Lebensweisen vor und kann beispielsweise auch mit großer Körpermasse zusammenhängen. Sie halten die Knochendichte deshalb für ungeeignet, um Spinosaurus eindeutig als tauchenden Unterwasserjäger zu identifizieren. Zusammen mit biomechanischen Untersuchungen sprechen die verfügbaren Daten ihrer Ansicht nach vielmehr für einen semiaquatischen Fischfresser, der zwar eng an Gewässer gebunden war, seine Beute aber nicht schwimmend und tauchend verfolgte.177Myhrvold, N. P. et al. (2024). Diving dinosaurs? Caveats on the use of bone compactness and pFDA for inferring lifestyle. PLOS ONE, 19(3), e0298957. doi:10.1371/journal.pone.0298957 |
Februar
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Vogel-Vorfahren waren schon vor der Entstehung des Fluges anatomisch darauf vorbereitetWu et al. untersuchen die Evolution des Schultergürtels bei Pennaraptoren, zu denen unter anderem Oviraptorosaurier, Dromaeosaurier und Vögel gehören. Bereits vor der Entstehung des aktiven Fluges veränderten sich bei frühen Paraviern Orientierung und Gelenkverbindungen von Schulterblatt, Rabenbein und Gabelbein so, dass die Vordergliedmaßen beweglicher wurden. Bei frühen Vögeln kamen anschließend weitere Anpassungen hinzu, die immer kräftigere und effizientere Flügelschläge ermöglichten. Viele anatomische Voraussetzungen für den Vogelflug entstanden somit bereits, bevor tatsächlich geflogen wurde.178Wu, Q. et al. (2024). Transformation of the pectoral girdle in pennaraptorans: critical steps in the formation of the modern avian shoulder joint. PeerJ, 12, e16960. doi:10.7717/peerj.16960 |
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Neuer zahnloser Urvogel aus ChinaWang et al. beschreiben mit Imparavis attenboroughi einen neuen Enantiornithinen aus der rund 120 Millionen Jahre alten Jiufotang Formation in China. Der nahezu vollständige Holotyp weist schwache Federabdrücke auf und besaß im Gegensatz zu den meisten anderen unterkreidezeitlichen Enantiornithinen überhaupt keine Zähne. Damit verschiebt Imparavis den frühesten bekannten vollständigen Zahnverlust innerhalb dieser Vogelgruppe um etwa 48 Millionen Jahre zurück.179Wang, X. et al. (2024). First Edentulous Enantiornithine (Aves: Ornithothoraces) from the Lower Cretaceous Jehol Avifauna. Cretaceous Research, 159, 105867. doi:10.1016/j.cretres.2024.105867 |
Jingiella dongxingensis |
Neuer Mamenchisaurier aus Südchina musste gleich wieder umbenannt werdenRen et al. beschreiben einen neuen Mamenchisauriden aus der oberjurassischen Dongxing Formation in Guangxi im äußersten Süden Chinas. Der Sauropode wurde zunächst Jingia dongxingensis genannt. Dieser Gattungsname war jedoch bereits seit 1983 für einen Schmetterling vergeben und deshalb nicht verfügbar. Noch 2024 veröffentlichten die Autoren eine Korrektur und ersetzten Jingia durch Jingiella. Die gültige Kombination lautet damit Jingiella dongxingensis.180Ren, X.-X. et al. (2024). The first mamenchisaurid from the Upper Jurassic Dongxing Formation of Guangxi, southernmost China. Historical Biology, 37(3), 465–478. doi:10.1080/08912963.2024.2309287; Ren, X.-X. et al. (2024). Addendum. Historical Biology. doi:10.1080/08912963.2024.2325806 |
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Erster Ankylosaurier-Knochen aus der Dunvegan Formation KanadasCross & Arbour untersuchen einen bereits 1993 am Murray River im Nordosten von British Columbia gefundenen Oberschenkelknochen neu und identifizieren ihn als Ankylosaurier. Das Fossil ist zu unvollständig, um zu entscheiden, ob es von einem Nodosauriden oder Ankylosauriden stammt. Es stellt jedoch den ersten Ankylosaurier-Körperfossilnachweis aus der mittelkreidezeitlichen Dunvegan Formation in dieser Region dar.181Cross, E. G. & Arbour, V. M. (2024). An ankylosaur femur from the mid-Cretaceous of the Peace Region of northeastern British Columbia. Canadian Journal of Earth Sciences, 61(6), 678–685. doi:10.1139/cjes-2023-0118 |
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Wer war der größte Sauropode Argentiniens?Calvo vergleicht neun der größten aus Argentinien bekannten Titanosaurier, darunter Argentinosaurus, Patagotitan, Puertasaurus, Notocolossus und Dreadnoughtus. Eine eindeutige Rangliste ist kaum möglich, weil gerade die größten Arten nur durch sehr unvollständige Skelette bekannt sind und unterschiedliche Körperproportionen besaßen. Nach den Dimensionen einzelner erhaltener Knochen könnten Notocolossus und Puertasaurus zu den größten bekannten Formen gehört haben. Die Studie zeigt jedoch vor allem, wie unsicher Größenvergleiche bei fragmentarisch bekannten Riesensauropoden bleiben.182Calvo, J. O. (2024). What is the most giant sauropod from Argentina? Diversity of large titanosaurs from Patagonia. Mètode Science Studies Journal, 14, 65–75. doi:10.7203/metode.14.24556 |
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Australiens älteste damals bekannte Dinosaurier-Fährte neu untersuchtRomilio et al. untersuchen historische Fotografien einer Dinosaurier-Fährte aus den unterjurassischen Razorback Beds in Queensland neu. Auf einer hochauflösenden Aufnahme konnten zwei zuvor übersehene Abdrücke erkannt werden, sodass der bekannte Fährtenzug nun sechs statt vier Fußspuren umfasst. Die bereits in den 1950er-Jahren dokumentierte Fährte galt zum Zeitpunkt der Studie als der älteste wissenschaftlich beschriebene Dinosaurier-Fährtenzug Australiens.183Romilio, A. et al. (2024). Uncovering hidden footprints: revision of the Lower Jurassic (Sinemurian) Razorback Beds – home to Australia’s earliest reported dinosaur trackway. Historical Biology, 37(3), 596–603. doi:10.1080/08912963.2024.2320184 |
Riojavenatrix lacustris |
Neuer Spinosauride aus SpanienIsasmendi et al. beschreiben mit Riojavenatrix lacustris einen neuen Spinosauriden aus der unterkreidezeitlichen Enciso-Gruppe in La Rioja. Das teilweise erhaltene Skelett umfasst unter anderem Wirbel, Beckenknochen und große Teile der Hinterbeine. Die phylogenetische Stellung ist nicht völlig stabil, doch die Autoren ordnen Riojavenatrix vorläufig den Baryonychinen zu. Gleichzeitig überprüfen sie den iberischen Fossilbericht der Spinosauriden und kommen zu dem Schluss, dass Baryonyx selbst bislang nicht sicher von der Iberischen Halbinsel nachgewiesen ist.184Isasmendi, E. et al. (2024). Increasing the theropod record of Europe: a new basal spinosaurid from the Enciso Group of the Cameros Basin (La Rioja, Spain). Evolutionary implications and palaeobiodiversity. Zoological Journal of the Linnean Society, 202(3), zlad193. doi:10.1093/zoolinnean/zlad193 |
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Neue Methode rekonstruiert den Lauf von DeinonychusManafzadeh, Gatesy & Bhullar entwickeln eine neue Methode, um realistische Gelenkstellungen ausgestorbener Tiere anhand der Kontaktflächen ihrer Knochen zu bestimmen. Nachdem das Verfahren an lebenden Vögeln getestet wurde, rekonstruieren die Forscher damit einen vollständigen Schrittzyklus des Fußes von Deinonychus antirrhopus. Die Analyse schränkt mögliche Bewegungsstellungen der Zehengelenke erheblich ein und erlaubt dadurch zuverlässigere biomechanische Rekonstruktionen. Die Studie untersucht dagegen nicht direkt, ob die berühmte Sichelkralle zum Zustechen oder Festhalten von Beute eingesetzt wurde.185Manafzadeh, A. R., Gatesy, S. M. & Bhullar, B.-A. S. (2024). Articular surface interactions distinguish dinosaurian locomotor joint poses. Nature Communications, 15, 854. doi:10.1038/s41467-024-44832-z |
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Skelettanatomie des zweifingrigen Oviraptorosauriers OksokoFunston beschreibt die Anatomie des ungewöhnlichen zweifingrigen Oviraptoriden Oksoko avarsan umfassend neu. Da mehrere hervorragend erhaltene Skelette unterschiedlicher Altersstufen bekannt sind, lassen sich auch Veränderungen während des Wachstums nachvollziehen. Viele Knochen wurden mit zunehmendem Alter robuster und die Körperproportionen veränderten sich. Der Schädelkamm war dagegen offenbar schon bei jungen Tieren vorhanden. Seine Verbindung mit den luftgefüllten Räumen des Schädels könnte darauf hindeuten, dass er neben der Schauwirkung möglicherweise auch bei der Lauterzeugung eine Rolle spielte.186Funston, G. F. (2024). Osteology of the two-fingered oviraptorid Oksoko avarsan (Theropoda: Oviraptorosauria). Zoological Journal of the Linnean Society, 202(3), zlae011. doi:10.1093/zoolinnean/zlae011 |
Datai yingliangis |
Neuer Ankylosaurier mit doppelten Wangenhörnern aus ChinaXing et al. beschreiben mit Datai yingliangis einen neuen Ankylosauriden aus der Zhoutian Formation im Südosten Chinas. Bekannt sind zwei noch nicht ausgewachsene, außergewöhnlich gut erhaltene Skelette mit Schädeln und Körperpanzerung. Besonders auffällig sind zwei übereinander angeordnete Hörner im Wangenbereich sowie zahlreiche kleine Panzerplatten an der Kehle. Datai steht anatomisch zwischen älteren asiatischen Ankylosauriden und den stärker spezialisierten späteren Ankylosaurinen und liefert dadurch wichtige Hinweise auf die frühe Evolution der Schwanzkeulen-Ankylosaurier.187Xing, L. et al. (2024). A new armored dinosaur with double cheek horns from the early Late Cretaceous of southeastern China. Vertebrate Anatomy Morphology Palaeontology, 11, 113–132. doi:10.18435/vamp29396 |
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Der rätselhafte Bagaraatan bestand aus zwei verschiedenen DinosauriernSłowiak, Brusatte & Szczygielski untersuchen das ursprünglich Bagaraatan ostromi zugeschriebene Fossilmaterial aus der Nemegt Formation der Mongolei neu. Dabei zeigt sich, dass die Knochen tatsächlich von mindestens zwei verschiedenen Theropoden stammen. Unterkiefer, Halswirbel, Becken und Schwanz gehören zu einem sehr kleinen juvenilen Tyrannosauriden, während unter anderem Teile des Hinterbeins von einem Caenagnathiden stammen. Der eigentliche Holotyp von Bagaraatan lässt sich daher lediglich als nicht näher bestimmbarer Tyrannosauride einordnen.188Słowiak, J., Brusatte, S. L. & Szczygielski, T. (2024). Reassessment of the enigmatic Late Cretaceous theropod dinosaur, Bagaraatan ostromi. Zoological Journal of the Linnean Society, 202(3), zlad169. doi:10.1093/zoolinnean/zlad169 |
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Caudipteryx und manche Anchiornithinen könnten von flugfähigen Vorfahren abstammenKiat & O’Connor vergleichen Anzahl und Form der Handschwingen heutiger Vögel mit den Federn fossiler Pennaraptoren. Bei modernen flugfähigen Vögeln ist die Zahl der Handschwingen überraschend konstant, während flugunfähige Arten wesentlich stärker variieren. Werden diese Zusammenhänge auf Fossilien übertragen, zeigen einige nicht flugfähige Dinosaurier wie Caudipteryx und bestimmte Anchiornithinen ein Federmuster, das mit flugfähigen Vorfahren vereinbar ist. Dies könnte bedeuten, dass Flugfähigkeit innerhalb der Pennaraptora nicht nur entstand, sondern in einzelnen Linien später wieder verloren ging.189Kiat, Y. & O’Connor, J. K. (2024). Functional constraints on the number and shape of flight feathers. Proceedings of the National Academy of Sciences, 121(8), e2306639121. doi:10.1073/pnas.2306639121 |
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CT-Scan enthüllt Luftkammern im Schwanz eines RebbachisauridenWindholz et al. beschreiben einen außergewöhnlich gut erhaltenen vorderen Schwanzwirbel eines Rebbachisauriden aus der cenomanischen Candeleros Formation Argentiniens. CT-Aufnahmen zeigen zahlreiche miteinander verbundene Hohlräume im Inneren des Wirbels und liefern damit den bislang deutlichsten Nachweis einer pneumatischen Schwanzwirbelsäule bei dieser Sauropodengruppe. Obwohl der Wirbel eine einzigartige zusätzliche Knochenlamelle besitzt, verzichten die Autoren wegen des einzelnen isolierten Fossils auf die Benennung einer neuen Art.190Windholz, G. J. et al. (2024). A well-preserved vertebra provides new insights into rebbachisaurid sauropod caudal anatomical and pneumatic features. Acta Palaeontologica Polonica, 69(1), 39–47. doi:10.4202/app.01104.2023 |
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Sinovenator besaß bereits ein erstaunlich vogelähnliches GehirnYu et al. rekonstruieren mithilfe von Mikro-CT-Aufnahmen den Schädelinnenraum des frühen Troodontiden Sinovenator changii. Seine Gehirnform ähnelt in der quantitativen Analyse überraschend stark der von Archaeopteryx. Die Ergebnisse zeigen, dass mehrere charakteristische Merkmale eines vogelähnlichen Gehirns bereits bei nicht-vogelartigen Maniraptoren vorhanden waren. Dies bedeutet jedoch nicht, dass Troodontiden näher mit Vögeln verwandt waren als Dromaeosaurier, sondern dass sich eine avialane Gehirnarchitektur innerhalb der Maniraptora schon früh entwickelt hatte.191Yu, C. et al. (2024). Avialan-like brain morphology in Sinovenator (Troodontidae, Theropoda). Communications Biology, 7, 168. doi:10.1038/s42003-024-05832-3 |
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Spinosauriden und Phytosaurier entwickelten erstaunlich ähnliche SchädelYun vergleicht die Schädel- und Zahnanatomie von Spinosauriden mit großen, robust gebauten Phytosauriern aus der Trias. Obwohl beide Gruppen weder eng verwandt waren noch gleichzeitig lebten, entwickelten sie unabhängig voneinander lange, schmale Schnauzen, konische Zähne und weitere ähnliche Merkmale. Diese Konvergenzen deuten darauf hin, dass beide Raubtiergruppen vergleichbaren funktionellen Anforderungen ausgesetzt waren und wahrscheinlich häufig aquatische oder semiaquatische Beute ergriffen.192Yun, C.-G. (2024). Spinosaurs as phytosaur mimics: a case of convergent evolution between two extinct archosauriform clades. Acta Palaeontologica Romaniae, 20(1), 17–29. doi:10.35463/j.apr.2024.01.02 |
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Wie sich unterschiedliche Dinosaurier an pflanzliche Nahrung anpasstenKunz & Sakamoto untersuchen die Evolution der Kiefermechanik in mehreren unabhängig voneinander pflanzenfressend gewordenen Dinosaurierlinien. Besonders hohe Evolutionsraten finden sich bei Gruppen mit stark spezialisierten Schnäbeln, verkürzten Zahnreihen oder besonders effizienter Kraftübertragung des Kiefers, etwa bei Ceratopsiern, Oviraptorosauriern und einigen Sauropoden. Die unterschiedlichen Dinosauriergruppen gelangten somit auf verschiedenen anatomischen Wegen zu einer effizienteren Verarbeitung pflanzlicher Nahrung.193Kunz, C. & Sakamoto, M. (2024). Elevated evolutionary rates of biting biomechanics reveal patterns of extraordinary craniodental adaptations in some herbivorous dinosaurs. Palaeontology, 67(1), e12689. doi:10.1111/pala.12689 |
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Neue Fossilien geben Einblick in Indiens kleine NoasauridenMohabey et al. untersuchen die seit rund einem Jahrhundert bekannten kleinen Theropoden Laevisuchus indicus, Jubbulpuria tenuis und Compsosuchus solus aus der Oberkreide Indiens neu. Mehrere Unterschiede, auf denen diese Arten ursprünglich beruhten, lassen sich durch unterschiedliche Positionen der Wirbel im Skelett erklären. Zusätzlich beschreiben die Autoren einen neuen Unterkiefer eines Noasauriden mit deutlich nach vorne gerichteten Zähnen, ähnlich wie bei Masiakasaurus. Das Material ist jedoch nicht vollständig genug, um eine neue Art zu benennen.194Mohabey, D. M. et al. (2024). A review of small-bodied theropod dinosaurs from the Upper Cretaceous of India, with description of new cranial remains of a noasaurid (Theropoda: Abelisauria). Journal of Vertebrate Paleontology, 43(3), e2288088. doi:10.1080/02724634.2023.2288088 |
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CT-Analyse enthüllt den Schädel von Psittacosaurus sibiricusPodlesnov et al. untersuchen Schädel von jungen und ausgewachsenen Exemplaren des Ceratopsiers Psittacosaurus sibiricus mithilfe von Mikro-CT und dreidimensionalen Modellen. Dadurch können zahlreiche bislang verdeckte anatomische Details sichtbar gemacht und Merkmale identifiziert werden, die diese Art zuverlässiger von anderen Psittacosaurus-Arten unterscheiden. Gleichzeitig dokumentiert die Studie, wie sich einige Schädelmerkmale während des Wachstums veränderten.195Podlesnov, A. V. et al. (2023). New data on skull morphology of Psittacosaurus sibiricus (Dinosauria: Ceratopsia) using micro-computed tomography. Paleontological Journal, 57(10), 1128–1187. doi:10.1134/S0031030123100040 |
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Erster sicherer Caenagnathide aus diesem Teil der Kirtland FormationFunston, Williamson & Brusatte beschreiben ein Schienbein eines Caenagnathiden aus dem obercampanischen De-na-zin Member der Kirtland Formation in New Mexico. Der Knochen zeigt eindeutige Merkmale dieser ungewöhnlichen Oviraptorosaurier, ist jedoch nicht diagnostisch genug für die Benennung einer neuen Art. Der Fund erweitert den bislang nur lückenhaft bekannten Fossilbericht der Caenagnathiden im südlichen Laramidia und zeigt, dass diese Theropoden dort bereits vor den bekannteren maastrichtzeitlichen Formen vorkamen.196Funston, G. F., Williamson, T. E. & Brusatte, S. L. (2024). A caenagnathid tibia (Theropoda: Oviraptorosauria) from the upper Campanian Kirtland Formation of New Mexico. Cretaceous Research, 158, 105856. doi:10.1016/j.cretres.2024.105856 |
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Erste Hadrosaurier-Fährte aus der Horseshoe Canyon Formation beschriebenPowers et al. beschreiben mehrere außergewöhnlich gut erhaltene Fußabdrücke aus der Horseshoe Canyon Formation in Alberta. Drei Abdrücke bilden einen zusammenhängenden Fährtenzug, weitere 22 Spuren liegen in unmittelbarer Umgebung. Erhalten sind sogar Details wie Zehenpolster, mögliche Schwimmhäute und Hautabdrücke. Form und kleine Abdrücke der Vorderfüße erlauben eine Zuordnung zum Ichnotaxon Hadrosauropodus langstoni. Es handelt sich um den ersten eindeutig dokumentierten Dinosaurier-Fährtenzug aus dieser Formation.197Powers, M. J. et al. (2024). The first hadrosaurid trackway from the Horseshoe Canyon Formation (Campanian/Maastrichtian) of Alberta, Canada. Ichnos, 30(3), 179–206. doi:10.1080/10420940.2024.2307069 |
Januar
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Pathologien und Krankheitsbilder bei AbelisauriernBaiano et al. untersuchen krankhafte Veränderungen an drei südamerikanischen Abelisauriden. Bei Aucasaurus garridoi interpretieren sie die Verschmelzung zweier Schwanzwirbel als angeborene Fehlbildung. Die teilweise Verschmelzung mehrerer Schwanzwirbel von Elemgasem nubilus wird dagegen als krankhafte Veränderung der Wirbelsäule diagnostiziert. Ein Exemplar von Quilmesaurus curriei weist außerdem eine ungewöhnliche Deformation des Schienbeins auf, deren genaue Ursache nicht sicher bestimmt werden kann. Die Befunde erweitern den bislang sehr spärlichen Fossilbericht von Erkrankungen bei Abelisauriden.198Baiano, M. A. et al. (2024). New information on paleopathologies in non-avian theropod dinosaurs: a case study on South American abelisaurids. BMC Ecology and Evolution, 24, 6. doi:10.1186/s12862-023-02187-x |
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Begünstigten weite Wanderungen den Riesenwuchs der Sauropoden?Agustí, Alcalá & Santos-Cubedo schlagen vor, dass starke saisonale Klimaschwankungen zur Entwicklung gigantischer Körpergrößen bei Sauropoden beigetragen haben könnten. In ausgeprägten Trockenzeiten mussten große Pflanzenfresser möglicherweise weite Strecken zurücklegen, um neue Nahrungsquellen zu erreichen. Große Körper könnten dabei von Vorteil gewesen sein, weil größere Tiere weitere Distanzen energetisch effizienter bewältigen und größere Nahrungsgebiete nutzen können. Als Beispiele diskutieren die Autoren unter anderem Turiasaurus und Camarasaurus.199Agustí, J., Alcalá, L. & Santos-Cubedo, A. (2024). Did large foraging migrations favor the enormous body size of giant sauropods? The case of Turiasaurus. Spanish Journal of Palaeontology, 39(1), 103–110. doi:10.7203/sjp.28176 |
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Neue Theropodenfossilien aus der Unterkreide SpaniensMontealegre, Castillo-Visa & Sellés beschreiben bislang unveröffentlichtes Theropodenmaterial aus der unterkreidezeitlichen Arcillas de Morella Formation im Osten Spaniens. Ein Zahn lässt sich einem Baryonychinen zuordnen und ähnelt Protathlitis cinctorrensis. Zwei Wirbel gehören dagegen zu einem Carcharodontosauriden, unterscheiden sich jedoch vom ebenfalls aus Spanien bekannten Concavenator. Die Funde zeigen, dass in dieser Region mehrere unterschiedliche Linien großer Raubdinosaurier gleichzeitig vorkamen.200Montealegre, A., Castillo-Visa, O. & Sellés, A. (2025). New theropod remains from the late Barremian (Early Cretaceous) of Eastern Iberian Peninsula. Historical Biology, 37(2), 437–447. doi:10.1080/08912963.2024.2308220 |
Yanbeilong ultimus |
Einer der jüngsten bekannten Stegosaurier aus ChinaJia et al. beschreiben mit Yanbeilong ultimus einen neuen Stegosaurier aus der unterkreidezeitlichen Zuoyun Formation der chinesischen Provinz Shanxi. Das teilweise erhaltene Skelett umfasst mehrere Wirbel sowie große Teile des Beckens. Die phylogenetische Analyse stellt Yanbeilong als Schwestertaxon einer Klade aus Stegosaurus stenops und Wuerhosaurus homheni dar. Da die Zuoyun Formation aus dem Albium stammt, gehört Yanbeilong zu den geologisch jüngsten sicher bekannten Stegosauriern.201Jia, L. et al. (2025). A new stegosaur from the late Early Cretaceous of Zuoyun, Shanxi Province, China. Historical Biology, 37(2), 420–429. doi:10.1080/08912963.2024.2308214 |
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Nutzten frühe gefiederte Dinosaurier ihre Proto-Flügel zum Aufscheuchen von Beute?Park et al. testen die Hypothese, dass frühe Pennaraptoren ihre befiederten Vordergliedmaßen und Schwänze einsetzten, um versteckte Beutetiere aufzuschrecken. Mit einem nach Caudipteryx gestalteten Roboter zeigen sie, dass Heuschrecken häufiger flüchteten, wenn sich deutlich sichtbare Proto-Flügel oder Schwanzfedern bewegten. Die Autoren vermuten daher, dass ein solches „Flush-Pursue“-Jagdverhalten zur Entwicklung größerer, steiferer und auffälligerer Federn beigetragen haben könnte – lange bevor Federn schließlich für den aktiven Flug genutzt wurden.202Park, J. et al. (2024). Escape behaviors in prey and the evolution of pennaceous plumage in dinosaurs. Scientific Reports, 14, 549. doi:10.1038/s41598-023-50225-x |
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Erster sicherer Stegosaurier-Körperfossilfund aus der Provinz GansuLi et al. beschreiben ein fragmentarisches Stegosaurierskelett aus der unterkreidezeitlichen Hekou Group der chinesischen Provinz Gansu. Erhalten sind unter anderem Hals- und Rückenwirbel, Teile der Vordergliedmaßen, Rippen und eine Knochenplatte. Aufgrund seiner unvollständigen Erhaltung ordnen die Autoren das Tier lediglich als Stegosaurus sp. ein. Die phylogenetische Analyse stellt es nahe zu Stegosaurus stenops. Es handelt sich um den ersten sicheren Körperfossilnachweis eines Stegosauriers aus Gansu.203Li, N. et al. (2024). The first stegosaurian dinosaur from Gansu Province, China. Cretaceous Research, 158, 105852. doi:10.1016/j.cretres.2024.105852 |
Eoneophron infernalis |
Neuer kleinerer Caenagnathide aus der Hell Creek FormationAtkins-Weltman et al. beschreiben mit Eoneophron infernalis einen neuen Caenagnathiden aus der obersten Kreidezeit der Hell Creek Formation in South Dakota. Das Fossil besteht aus Teilen eines Hinterbeins. Knochenhistologische Untersuchungen zeigen, dass das Tier trotz seiner deutlich geringeren Körpergröße bereits fast ausgewachsen oder ausgewachsen war und somit kein Jungtier des größeren Anzu wyliei darstellt. Zusammen mit weiterem Material könnte dies darauf hindeuten, dass mindestens drei unterschiedlich große Caenagnathiden in den Ökosystemen der Hell Creek Formation lebten.204Atkins-Weltman, K. L. et al. (2024). A new oviraptorosaur (Dinosauria: Theropoda) from the end-Maastrichtian Hell Creek Formation of North America. PLOS ONE, 19(1), e0294901. doi:10.1371/journal.pone.0294901 |
Gandititan cavocaudatus |
Neuer Titanosaurier aus SüdchinaHan et al. beschreiben mit Gandititan cavocaudatus einen neuen Titanosaurier aus der unteren Oberkreide der Zhoutian Formation bei Ganzhou in Südchina. Das teilweise zusammenhängende Skelett umfasst sechs Halswirbel, Teile der Rückenwirbelsäule, das vollständige Kreuzbein, die ersten 17 Schwanzwirbel und Teile des Beckens. Die phylogenetische Analyse stellt Gandititan nahe zu mehreren anderen asiatischen Titanosauriern und dem südamerikanischen Andesaurus. Dies könnte auf bislang unterschätzte Verbindungen zwischen den Titanosaurierfaunen Asiens und Südamerikas während der mittleren Kreidezeit hinweisen.205Han, F. et al. (2024). A new titanosaurian sauropod, Gandititan cavocaudatus gen. et sp. nov., from the Late Cretaceous of southern China. Journal of Systematic Palaeontology, 22(1), 2293038. doi:10.1080/14772019.2023.2293038 |
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Trockenes Klima verlangsamte das Wachstum von Abelisauriern offenbar nichtAureliano et al. untersuchen die Knochenhistologie eines mittelgroßen Abelisauriden aus der oberkreidezeitlichen Serra da Galga Formation Brasiliens. Obwohl das Tier in einem heißen, semiariden tropischen Lebensraum lebte, ähnelt sein Wachstumsmuster stärker dem patagonischer Abelisauriden aus feuchteren Lebensräumen als dem kleinerer Noasauriden. Die Ergebnisse sprechen damit gegen die Vorstellung, dass trockene Umweltbedingungen bei Abelisauriden zwangsläufig langsamere Wachstumsraten begünstigten.206Aureliano, T. et al. (2024). The evolution and diversification of growth strategies in abelisauroid theropods. Journal of Vertebrate Paleontology, 43(3), e2298395. doi:10.1080/02724634.2023.2298395 |
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Wie sich Schnäbel und Zähne bei Dinosauriern gemeinsam verändertenAguilar-Pedrayes, Gardner & Organ untersuchen den Zusammenhang zwischen der Entwicklung von Hornschnäbeln und dem Verlust von Zähnen bei Dinosauriern. Eine Hornbedeckung des vorderen Kiefers erklärt demnach teilweise die Verkürzung von Zahnreihen, jedoch nicht den vollständigen Zahnverlust. Bei Theropoden begann die Reduktion der Zahnreihe sogar bereits vor der Ausbreitung einer Hornbedeckung. Weitere Veränderungen der Kieferentwicklung, eine kräftigere chemische Verdauung, Muskelmägen sowie Ernährungswechsel zu Alles- oder Pflanzenfressern dürften deshalb ebenfalls zum vollständigen Zahnverlust einiger Dinosaurierlinien beigetragen haben.207Aguilar-Pedrayes, I., Gardner, J. D. & Organ, C. L. (2024). The coevolution of rostral keratin and tooth distribution in dinosaurs. Proceedings of the Royal Society B: Biological Sciences, 291(2015), 20231713. doi:10.1098/rspb.2023.1713 |
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Wie bewegte Buitreraptor seine Beine und seine Sichelkralle?Gianechini, Colli & Makovicky rekonstruieren die Becken- und Hinterbeinmuskulatur des Unenlagiinen Buitreraptor gonzalezorum. Insgesamt lassen sich 29 Muskelgruppen rekonstruieren. Mehrere Merkmale erinnern an gut laufende heutige Tiere, während sich die Hebelverhältnisse der Beinmuskeln von stärker abgeleiteten Dromaeosauriden unterscheiden. Besonders der spezialisierte zweite Zeh mit seiner vergrößerten Kralle konnte wahrscheinlich vergleichsweise schnell bewegt werden. Dies spricht dafür, dass Unenlagiinen ihre Hinterbeine und Sichelkrallen zumindest teilweise anders einsetzten als spätere Dromaeosauriden.208Gianechini, F. A., Colli, L. & Makovicky, P. J. (2025). Pelvic and hindlimb muscular reconstruction of the paravian theropod Buitreraptor gonzalezorum and its palaeobiological implications. Historical Biology, 37(2), 351–377. doi:10.1080/08912963.2023.2301674 |
Tyrannosaurus mcraeensis |
Neuer großer Tyrannosaurus-Verwandter aus New MexicoDalman et al. beschreiben ein großes Tyrannosaurinen-Fossil aus der McRae Formation der McRae Group in New Mexico als neue Art, Tyrannosaurus mcraeensis. Das Material war zuvor T. rex zugeschrieben worden, unterscheidet sich nach Ansicht der Autoren jedoch durch mehrere Merkmale des Schädels und Unterkiefers. Ihre phylogenetische Analyse stellt T. mcraeensis als engsten bekannten Verwandten von T. rex dar. Auf Grundlage der in der Studie verwendeten Datierung interpretieren die Autoren die Art außerdem als mehrere Millionen Jahre älter und sehen darin einen Hinweis auf einen möglichen Ursprung der Tyrannosaurini im südlichen Laramidia.209Dalman, S. G. et al. (2024). A giant tyrannosaur from the Campanian–Maastrichtian of southern North America and the evolution of tyrannosaurid gigantism. Scientific Reports, 14, 22124. doi:10.1038/s41598-023-47011-0 |
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Geschlechtsdimorphismus bei ConfuciusornisZhou et al. untersuchen eine außergewöhnlich große Stichprobe von Confuciusornis sanctus und finden statistische Hinweise auf deutliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Die charakteristischen langen paarigen Schwanzfedern waren demnach ein männliches Merkmal. Männchen und Weibchen unterschieden sich außerdem in ihrer durchschnittlichen Körpergröße, den relativen Proportionen ihrer Gliedmaßen und teilweise in ihren Wachstumsmustern. Die Studie liefert damit einen der bislang deutlichsten Nachweise sexueller Selektion bei einem frühen Vogel.210Zhou, Y. et al. (2024). Fossil evidence sheds light on sexual selection during the early evolution of birds. Proceedings of the National Academy of Sciences, 121(3), e2309825120. doi:10.1073/pnas.2309825120 |
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Klima beeinflusste möglicherweise die Verbreitung südamerikanischer AbelisaurierDelcourt et al. untersuchen 179 isolierte Theropodenzähne aus dem brasilianischen Bauru-Becken. Obwohl einige statistische Verfahren zunächst auf mehrere unterschiedliche Theropodengruppen hindeuten, sprechen Anatomie, geologisches Alter und bekannte Verbreitung nach Ansicht der Autoren dafür, dass wahrscheinlich alle untersuchten Zahntypen von Abelisauriden stammen. Die räumliche Verteilung dieser Raubdinosaurier könnte durch klimatische Veränderungen beeinflusst worden sein: Abelisauriden scheinen besonders gut mit den zunehmend semiariden Bedingungen der südamerikanischen Oberkreide zurechtgekommen zu sein.211Delcourt, R. et al. (2024). Biogeography of theropod dinosaurs during the Late Cretaceous: evidence from central South America. Zoological Journal of the Linnean Society, 202(2), zlad184. doi:10.1093/zoolinnean/zlad184 |
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Neue Studie entfacht die Nanotyrannus-Diskussion erneutLongrich & Saitta überprüfen den umstrittenen taxonomischen Status von Nanotyrannus lancensis. Während zahlreiche Forscher die betreffenden Fossilien als junge Tyrannosaurus rex interpretieren, argumentieren die Autoren anhand von Schädelanatomie, Wachstum, Histologie und Körperproportionen dafür, dass Nanotyrannus ein eigenständiger kleinwüchsiger Tyrannosauroide war. Die Arbeit liefert damit neue Argumente in einer seit Jahrzehnten kontrovers geführten Debatte, entscheidet diese aber nicht endgültig.212Longrich, N. R. & Saitta, E. T. (2024). Taxonomic Status of Nanotyrannus lancensis (Dinosauria: Tyrannosauroidea)—A Distinct Taxon of Small-Bodied Tyrannosaur. Fossil Studies, 2(1), 1–65. doi:10.3390/fossils2010001 |
Sidersaura marae |
Großer und überraschend ursprünglicher Rebbachisauride aus ArgentinienLerzo et al. beschreiben mit Sidersaura marae einen neuen Rebbachisauriden aus der oberkreidezeitlichen Huincul Formation Argentiniens. Die Fossilien stammen von mindestens vier Individuen und umfassen unter anderem Schädelteile, Wirbel sowie Knochen der Gliedmaßen. Obwohl Sidersaura zu den geologisch jüngeren Vertretern seiner Familie gehört und kurz vor deren Verschwinden lebte, nimmt die Art im Stammbaum eine überraschend ursprüngliche Position ein. Der Fund zeigt damit, dass sehr basale Rebbachisauriden noch lange neben weiter entwickelten Formen überlebten.213Lerzo, L. N. et al. (2025). The last of the oldies: a basal rebbachisaurid (Sauropoda, Diplodocoidea) from the early Late Cretaceous (Cenomanian–Turonian) of Patagonia, Argentina. Historical Biology, 37(2), 208–233. doi:10.1080/08912963.2023.2297914 |
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Kleiner Hadrosauroid aus Bulgarien war ein Jungtier und kein InselzwergNikolov, Dochev & Brusatte untersuchen die Knochenhistologie kleiner Hadrosauroiden-Fossilien aus der maastrichtzeitlichen Kaylaka Formation Bulgariens. Obwohl die Knochen ungewöhnlich klein sind, gehörten sie nicht zu einem ausgewachsenen zwergwüchsigen Tier, sondern zu einem Jungtier oder jungen Subadulten, das bei vollständigem Wachstum vermutlich eine deutlich größere Körpergröße erreicht hätte. Der Fund zeigt damit, dass auf den europäischen Inseln der späten Kreidezeit neben echten Inselzwergen auch Jungtiere größerer Dinosaurier vorkamen und unterstützt die Vorstellung, dass größere Pflanzenfresser die Inseln wiederholt durch Ausbreitungsereignisse erreichen konnten.214Nikolov, V., Dochev, D. & Brusatte, S. L. (2024). The ontogenetic status of a small hadrosauroid dinosaur from the uppermost Cretaceous of Bulgaria, and implications for the paleobiogeography and assembly of European island faunas. Cretaceous Research, 157, 105819. doi:10.1016/j.cretres.2023.105819 |
Quellenangaben:
- 1Navarro, B. A. et al. (2024). First dinosaur ichnofauna from the Bauru Group indicates Cenomanian–Turonian events led to an ‘Ornithischian Hiatus’ in the Upper Cretaceous of Southeast Brazil. Cretaceous Research, 168, 106075. doi:10.1016/j.cretres.2024.106075 ↩︎
- 2Smith, D. K. (2024). Hindlimb locomotor biomechanics of the derived therizinosaur Nothronychus: Functional changes in the line to birds and convergence with large-bodied neornitheans. The Anatomical Record, 308(9), 2347–2370. doi:10.1002/ar.25626 ↩︎
- 3Malafaia, E. et al. (2024). Theropod teeth from the Upper Cretaceous of central Spain: Assessing the paleobiogeographic history of European abelisaurids. Cretaceous Research, 168, 106072. doi:10.1016/j.cretres.2024.106072 ↩︎
- 4Yun, C.-G. (2024). Mandibular biomechanics of Acheroraptor temertyorum (Theropoda: Dromaeosauridae) with implications for the feeding ecology and behaviour. Mesozoic, 1(4), 459–468. doi:10.11646/mesozoic.1.4.3 ↩︎
- 5Danison, A. D. et al. (2024). Chimerism in specimens referred to Saurophaganax maximus reveals a new species of Allosaurus (Dinosauria, Theropoda). Vertebrate Anatomy Morphology Palaeontology, 12, 81–114. doi:10.18435/vamp29404 ↩︎
- 6D’Emic, M. D. et al. (2024). Increased sampling reveals the complex evolution of sauropod dinosaur tooth replacement rates. Journal of Anatomy, 247, 728–735. doi:10.1111/joa.14169 ↩︎
- 7Han, F. et al. (2024). Bone histology and growth curve of the earliest ceratopsian Yinlong downsi from the Upper Jurassic of Junggar Basin, Northwest China. PeerJ, 12, e18761. doi:10.7717/peerj.18761 ↩︎
- 8Hendrickx, C. et al. (2024). Osteology, relationship, and feeding ecology of the theropod dinosaur Noasaurus leali Bonaparte and Powell, 1980, from the Late Cretaceous of North-Western Argentina. Zoological Journal of the Linnean Society, 202(4), zlae150. doi:10.1093/zoolinnean/zlae150 ↩︎
- 9Balanoff, A. M. (2024). Dinosaur palaeoneurology: An evolving science. Biology Letters, 20(12), 20240472. doi:10.1098/rsbl.2024.0472 ↩︎
- 10Yao, X. et al. (2024). New evidence for the earliest ornithischian dinosaurs from Asia. iScience, 28(1), 111641. doi:10.1016/j.isci.2024.111641 ↩︎
- 11Zhang, Q.-N. et al. (2024). The largest sauropodomorph skull from the Lower Jurassic Lufeng Formation of China. PeerJ, 12, e18629. doi:10.7717/peerj.18629 ↩︎
- 12Damke, L. V. S. et al. (2024). New specimens of Saturnalia tupiniquim (Dinosauria: Sauropodomorpha): Insights into intraspecific variation, rostral anatomy, and skull size. Zoological Journal of the Linnean Society, 202(4), zlae156. doi:10.1093/zoolinnean/zlae156 ↩︎
- 13Chen, X. et al. (2024). Newly discovered tracksites from Middle Jurassic Chaya Group of Eastern Tibet, China, with the implications of saurischian distribution in around the eastern Tethys. Historical Biology: An International Journal of Paleobiology, 37(10), 2318–2327. doi:10.1080/08912963.2024.2439936 ↩︎
- 14Mannion, P. D. (2024). The spatiotemporal distribution of Mesozoic dinosaur diversity. Biology Letters, 20(12), 20240443. doi:10.1098/rsbl.2024.0443 ↩︎
- 15Barker, C. T. et al. (2024). Theropod dinosaur diversity of the lower English Wealden: Analysis of a tooth-based fauna from the Wadhurst Clay Formation (Lower Cretaceous: Valanginian) via phylogenetic, discriminant and machine learning methods. Papers in Palaeontology, 10(6), e1604. doi:10.1002/spp2.1604 ↩︎
- 16Qvarnström, M. et al. (2024). Digestive contents and food webs record the advent of dinosaur supremacy. Nature, 636, 397–403. doi:10.1038/s41586-024-08265-4 ↩︎
- 17Dudgeon, T. W., Gallimore, G. & Evans, D. C. (2024). Individual, ontogenetic, and phylogenetic variation in the dentition of hadrosaurids (Iguanodontia: Ornithischia). Journal of Systematic Palaeontology, 22(1), 2419422. doi:10.1080/14772019.2024.2419422 ↩︎
- 18Motta, M. J. et al. (2025). Unenlagiid affinities for Imperobator antarcticus (Paraves: Theropoda): Palaeobiogeographical implications. Ameghiniana, 62(1), 69–79. doi:10.5710/AMGH.13.11.2024.3604 ↩︎
- 19Manafzadeh, A. R. et al. (2025). Fibular reduction and the evolution of theropod locomotion. Nature, 637, 113–117. doi:10.1038/s41586-024-08251-w ↩︎
- 20Wang, X. et al. (2025). A new gansuid bird (Avialae, Euornithes) from the Lower Cretaceous (Aptian) Jiufotang Formation of Jianchang, western Liaoning, China. Cretaceous Research, 166, 106014. doi:10.1016/j.cretres.2024.106014 ↩︎
- 21Demers-Potvin, A. V. & Larsson, H. C. E. (2024). Occurrence of Centrosaurus apertus (Ceratopsidae: Centrosaurinae) in Saskatchewan, Canada, and expanded dinosaur diversity in the easternmost exposure of the Late Cretaceous (Campanian) Dinosaur Park Formation. Canadian Journal of Earth Sciences, 61(11), 1127–1155. doi:10.1139/cjes-2023-0125 ↩︎
- 22ZDFheute. (2024). Dinosaurier-Skelett für 4,7 Millionen Euro versteigert. ZDF, 17. November 2024. ↩︎
- 23Chiarenza, A. A. (2024). The macroecology of Mesozoic dinosaurs. Biology Letters, 20(11), 20240392. doi:10.1098/rsbl.2024.0392 ↩︎
- 24Zhu, Z. et al. (2024). A new ankylosaurid dinosaur from the Upper Cretaceous of Jiangxi Province, southern China. Historical Biology: An International Journal of Paleobiology, 1–17. doi:10.1080/08912963.2024.2417208 ↩︎
- 25Averianov, A. O. & Sues, H.-D. (2024). New evidence for the presence of carcharodontosaurid theropod dinosaurs in the Late Cretaceous of Uzbekistan. Historical Biology: An International Journal of Paleobiology, 1–7. doi:10.1080/08912963.2024.2423675 ↩︎
- 26Sanchez, S. et al. (2025). Microstructure and development of the dermal ossicles of Antarctopelta oliveroi (Dinosauria, Ankylosauria): A complex morphogenetic system deciphered through three-dimensional X-ray microtomography. Journal of Anatomy, 247, 665–681. doi:10.1111/joa.14159 ↩︎
- 27Hu, J. et al. (2024). Endocranial morphology of three early-diverging ceratopsians and implications for the behavior and the evolution of the endocast in ceratopsians. Paleobiology, 50(3), 490–502. doi:10.1017/pab.2024.25 ↩︎
- 28Upchurch, P. & Chiarenza, A. A. (2024). A brief review of non-avian dinosaur biogeography: State-of-the-art and prospectus. Biology Letters, 20(10), 20240429. doi:10.1098/rsbl.2024.0429 ↩︎
- 29Bugos, J. E. & McDavid, S. N. (2024). Immature skulls of the theropod dinosaur Coelophysis bauri from Ghost Ranch, New Mexico. Acta Palaeontologica Polonica, 69(4), 549–564. doi:10.4202/app.01085.2023 ↩︎
- 30Müller, R. T. (2024). A new “silesaurid” from the oldest dinosauromorph-bearing beds of South America provides insights into the early evolution of bird-line archosaurs. Gondwana Research, 137, 13–28. doi:10.1016/j.gr.2024.09.007 ↩︎
- 31Cabrera-Argudo, P., García-Cobeña, J. & Cobos, A. (2024). Variability of spinosaurid teeth in the Barremian of the province of Teruel (eastern Spain). Journal of Iberian Geology. doi:10.1007/s41513-024-00269-3 ↩︎
- 32Hao, M. et al. (2024). A new oviraptorosaur from the Lower Cretaceous Miaogou Formation of western Inner Mongolia, China. Cretaceous Research, 167, 106023. doi:10.1016/j.cretres.2024.106023 ↩︎
- 33Clark, A. D. et al. (2024). New enantiornithine diversity in the Hell Creek Formation and the functional morphology of the avisaurid tarsometatarsus. PLOS ONE, 19(10), e0310686. doi:10.1371/journal.pone.0310686 ↩︎
- 34Dececchi, T. A. et al. (2024). Theropod trackways as indirect evidence of pre-avian aerial behavior. Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America, 121(44), e2413810121. doi:10.1073/pnas.2413810121 ↩︎
- 35Yoon, H. S. et al. (2024). A small sauropod trackway from the Upper Cretaceous Jindong Formation (Cenomanian), Goseong County, South Korea. Cretaceous Research, 106022. doi:10.1016/j.cretres.2024.106022 ↩︎
- 36Gianechini, F. A. et al. (2024). A new maniraptoran femur with alvarezsaurian affinities from the Plottier Formation (Coniacian-Santonian), northern Patagonia. Historical Biology: An International Journal of Paleobiology. doi:10.1080/08912963.2024.2414206 ↩︎
- 37Coria, R. A. et al. (2024). First Valanginian (Early Cretaceous) ornithopod (Dinosauria, Ornithischia) from Patagonia. Cretaceous Research, 106027. doi:10.1016/j.cretres.2024.106027 ↩︎
- 38Gomez, K. L., Carballido, J. L. & Pol, D. (2024). Cranial anatomy of Bagualia alba (Dinosauria, Eusauropoda) from the Early Jurassic of Patagonia and the implications for sauropod cranial evolution. Journal of Systematic Palaeontology, 22(1), 2400471. doi:10.1080/14772019.2024.2400471 ↩︎
- 39Wu, R. et al. (2024). The smallest known complete dinosaur fossil eggs from the Upper Cretaceous of South China. Historical Biology: An International Journal of Paleobiology. doi:10.1080/08912963.2024.2409873 ↩︎
- 40Aranciaga Rolando, A. M. et al. (2024). A new carcharodontosaurid specimen sheds light on the anatomy of South American giant predatory dinosaurs. The Science of Nature, 111(6), 56. doi:10.1007/s00114-024-01942-4 ↩︎
- 41Lacerda, M. B. S. et al. (2024). New theropod dinosaur remains from the Upper Cretaceous of the Kem Kem Group (Eastern Morocco) clarify spinosaurid morphology. Zoological Journal of the Linnean Society, 202(2), zlae109. doi:10.1093/zoolinnean/zlae109 ↩︎
- 42Frauenfelder, T. G. et al. (2024). Revealing the use of dental indices to infer taxonomic variation in sauropod dinosaurs. Palaeontology, 67(5), e12725. doi:10.1111/pala.12725 ↩︎
- 43van der Linden, T. T. P. et al. (2024). A new diplodocine sauropod from the Morrison Formation, Wyoming, USA. Palaeontologia Electronica, 27(3), a49. doi:10.26879/1380 ↩︎
- 44Witasik, M., Słowiak, J. & Szczygielski, T. (2024). Modified laminar bone did not stop sauropods from achieving large body sizes. Journal of Vertebrate Paleontology, 44(1), e2396816. doi:10.1080/02724634.2024.2396816 ↩︎
- 45Kareem, T. A., Chakraborty, S. & Wilson Mantilla, J. A. (2024). Sauropod tail clubs from the Kota Formation (Lower to Middle Jurassic) of India and their implications for early sauropod evolution. Journal of Vertebrate Paleontology, 44(1), e2396814. doi:10.1080/02724634.2024.2396814 ↩︎
- 46Rivera-Sylva, H. E. & Longrich, N. R. (2024). A new tyrant dinosaur from the Late Campanian of Mexico reveals a tribe of southern tyrannosaurs. Fossil Studies, 2(4), 245–272. doi:10.3390/fossils2040012 ↩︎
- 47Liang, Q. et al. (2024). Forearm range of motion in Allosaurus fragilis (Dinosauria: Theropoda). Historical Biology, 1–12. doi:10.1080/08912963.2024.2403599 ↩︎
- 48Wick, S. L. & Lehman, T. M. (2024). A rare ‘flat-headed’ pachycephalosaur (Dinosauria: Pachycephalosauridae) from West Texas, USA, with morphometric and heterochronic considerations. Geobios, 86, 89–106. doi:10.1016/j.geobios.2024.08.006 ↩︎
- 49Li, Y. et al. (2025). First discovery of dinosaur tracks from the Lower Cretaceous Duoni Formation in eastern Tibet, China. Cretaceous Research, 166, 106009. doi:10.1016/j.cretres.2024.106009 ↩︎
- 50Samathi, A. (2025). Reassessment of a theropod ilium from the Kem Kem beds of Morocco and the evolution of ilia in Spinosauridae. Cretaceous Research, 166, 106007. doi:10.1016/j.cretres.2024.106007 ↩︎
- 51Coppock, C. C. et al. (2024). Immature Daspletosaurus sp. specimens from the Dinosaur Park Formation provide insight into ontogenetically invariant tyrannosaurid cranial morphology. Canadian Journal of Earth Sciences, 61, 1227–1239. doi:10.1139/cjes-2024-0083 ↩︎
- 52Vidal, L. S. et al. (2025). Biomechanics and morphological comparisons of the caudal region of titanosaurs from the Cretaceous of Brazil: Paleobiology and paleoecology inferences. Journal of Anatomy, 246(1), 20–44. doi:10.1111/joa.14134 ↩︎
- 53Mocho, P. et al. (2024). A Spanish saltasauroid titanosaur reveals Europe as a melting pot of endemic and immigrant sauropods in the Late Cretaceous. Communications Biology, 7, 1016. doi:10.1038/s42003-024-06653-0 ↩︎
- 54Reisz, R. R. et al. (2024). Parental feeding in the dinosaur Lufengosaurus revealed through multidisciplinary comparisons with altricial and precocious birds. Scientific Reports, 14, 20309. doi:10.1038/s41598-024-70981-8 ↩︎
- 55Tanaka, T. et al. (2024). A new neoceratopsian (Ornithischia, Ceratopsia) from the Lower Cretaceous Ohyamashimo Formation (Albian), southwestern Japan. Papers in Palaeontology, 10(5), e1587. doi:10.1002/spp2.1587 ↩︎
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- 208Gianechini, F. A., Colli, L. & Makovicky, P. J. (2025). Pelvic and hindlimb muscular reconstruction of the paravian theropod Buitreraptor gonzalezorum and its palaeobiological implications. Historical Biology, 37(2), 351–377. doi:10.1080/08912963.2023.2301674 ↩︎
- 209Dalman, S. G. et al. (2024). A giant tyrannosaur from the Campanian–Maastrichtian of southern North America and the evolution of tyrannosaurid gigantism. Scientific Reports, 14, 22124. doi:10.1038/s41598-023-47011-0 ↩︎
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- 214Nikolov, V., Dochev, D. & Brusatte, S. L. (2024). The ontogenetic status of a small hadrosauroid dinosaur from the uppermost Cretaceous of Bulgaria, and implications for the paleobiogeography and assembly of European island faunas. Cretaceous Research, 157, 105819. doi:10.1016/j.cretres.2023.105819 ↩︎
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Einen Grund, anderen eine Freude zu bereiten, findet man schließlich immer!











































































