Die Paläontologie ist eine trockene Wissenschaft über uraltes Zeugs und komische Steine? Weit gefehlt! Tatsächlich gibt es im Bereich der Urzeitforschung viele Tatsachen, die verblüffend und komisch zugleich sind. Hier wollen wir die Urzeit mit Staunen, Humor und einem Augenzwinkern entdecken. Jede Woche gibt es hier einen neuen spannenden Fun-Fact über Erdgeschichte, Dinos und andere Urzeit-Tiere!
Fun-Fact #007
Anders als in populären Medien häufig dargestellt, war Spinosaurus kein so guter Schwimmer, wie viele wahrscheinlich denken. Der Schwanz wurde zwar einst als Flosse interpretiert, besaß aber nicht die essentiellen Merkmale, um als Antrieb eine Rolle zu Spielen. Tauchen konnte Spinosaurus auch lange nicht so schnell wie ein Pinguin oder ein Krokodil, auch wenn er wahrscheinlich schon viel Zeit am und gelegentlich sicher auch im Wasser zubrachte. Seine Lebensweise entsprach aber nach Einschätzung der meisten Experten eher der eines Reihers, der geduldig auf seine Beute am Ufer wartete.
Tyrannosaurus hingegen lebte ebenfalls in einem sehr wasserreichen Lebensraum. Auf seiner Nahrungssuche musste er oft weite Stecken zurücklegen und besaß dafür sehr kräftige Beine, die ihm auch zugute kamen, wenn es mal fix einen Fluss, einen Sumpf oder einen See zu überqueren galt. Sein Schwanz war ebenfalls sehr kräftig und eine deutlich bessere Schwimmhilfe als der von Spinosaurus.
Beide Dinosaurier konnten sicherlich schwimmen, wahrscheinlich beide auch viel schneller und besser als ein Mensch. Aber bei einem direkten Schwimmwettkampf hätte – wie körperdynamische Studien nahelegen – tatsächlich T. rex die Nase vorn!
Da dieses Video eine kontroverse Diskussion nach sich zog, habe ich hier nochmal alle aktuellen Studie zur Schwimmfähigkeit beider Tiere zusammengestellt!
Fun-Fact #006
Wenn ein Junge zu seinem siebten Geburtstag einen „magischen“ Abakus geschenkt bekäme, mit dem er pro verschobener Perle ein volles Jahr in der Zeit zurückreisen könnte, würde es enorm lange dauern, eine Zeitreise zurück zu den letzten Dinosauriern wie Tyrannosaurus rex oder Triceratops zu machen! Angenommen, er schafft pro Sekunde zwei Perlen und zählt jeden Tag sechs volle Stunden lang, also seine gesamte Freizeit, die ihm neben Schule, Hausaufgaben und Schlafen noch bleibt, dann würde es über vier Jahre bis dahin dauern. Die Zeiträume innerhalb der Erdgeschichte sind wirklich gewaltig!
Fun-Fact #005
Manche Dinosaurier fraßen – entgegen der Darstellung in den populären Medien – tatsächlich DOCH ab und zu Gras. Auch wenn viele viral gehenden KI-Seiten gerade reihenweise das Gegenteil postulieren und behaupten, dass die meisten Dinosaurier niemals Gras gekannt hätten, ist das nur eine Halbwahrheit. Lange Zeit ging man zwar tatsächlich davon aus, dass diese Pflanzengruppe erst im Eozän und damit lange nach dem Aussterben der Nichtvogel-Dinosaurier auftrat. 2005 wurden dann aber Gras-Phytolithen in Dinosaurier-Koprolithen, also versteinertem Dung aus den Maastrichtium in Indien nachgewiesen, also noch aus der Zeit vor 66 Millionen Jahren. Als Urheber dieser „Häufchen“ werden Sauropoden angenommen. 2011 konnte an weiteren Funden aus dieser Region festgestellt werden, dass sich Süßgräser wie Reis damals bereits von anderen Grasfamilien abgespalten haben mussten, was eine viel frühere Evolution des Grases wahrscheinlich machte. 2018 konnten zwischen den Zähnen des chinesischen Ornithopoden Equijubus schließlich Grasfasern festgestellt werden, die aus dem Albium stammen und somit bis zu 113 Millionen Jahre alt sind.
Während Dinosaurier als Tiergruppe selbst zwar wohl deutlich älter sind als die Gräser und viele ikonische Dinosaurier aus dem Jura wie Stegosaurus oder Brontosaurus nie in den Genuss dieser kleinen Pflanze kommen konnten, so haben Gräser spätestens seit der Unterkreide zur Diät der Dinosaurier mit dazugehört. Die meisten bekannten Dinosauriergattungen stammen somit aus Zeiten, als Gräser auf der Welt bereits verbreitet waren. Offene Graslandschaften, wo kaum eine andere Pflanze als Gras wächst, gab es dagegen aber wohl erst im Känozoikum.
Fun-Fact #004
Anders als oft in populären Medien dargestellt war Velociraptor – wahrscheinlich einer der bekanntesten Dinosaurier überhaupt – eben kein gefürchteter Rudeljäger. Alle bekannten Exemplare wurden solitär – also einzeln – gefunden. Es gibt bislang überhaupt keinen Beleg für ein ausgeprägtes Sozialverhalten dieser Gattung, und das gilt sogar für die allermeisten Vertreter der Dromaosaurier.
Woher dann aber sein Ruf als intelligentes Tier mit Gemeinschaftssinn? Das hat wohl zwei Gründe:
Einerseits natürlich die Darstellung im Film „Jurassic Park“ – wo sich das Design des Tieres und auch seine literarische Vorlage aber auf einen ganz anderen Dinosaurier, nämlich Deinonychus stützen. Von Deinonychus gibt es tatsächlich mehrere Funde, bei denen mehrere Exemplare gemeinsam mit Tenontosaurus, einem wahrscheinlichen Beutetier, gefunden wurden, was zumindest für einen lockeren Sozialverband mit gelegentlichen Gemeinschaften spricht, wenigstens beim Jagen und Fressen.
Der zweite Grund: von etwas entfernter Verwandten Troodontiden wie Stenonychosaurus ist bekannt, dass diese wahrscheinlich gemeinsame Brutkolonien anlegten und mehrere Weibchen wenigstens in der Nistsaison gemeinsame Nester nutzten. Es ist zwar nicht ausgeschlossen, dass Velociraptor ebenfalls so ein Verhalten zeigte, doch sollte man es doch eher anzweifeln: auch wenn die Vorstellung der im Rudel jagenden Intelligenzbestie natürlich fasziniert, ist sie sehr wahrscheinlich falsch und wird nicht durch handfeste Belege gestützt.
Fun-Fact #003
Vor rund 400 Millionen Jahren, während des frühen Devons, sah die Welt völlig anders aus als heute. Keine Wälder, kein Blätterdach, kein Rascheln in den Kronen, kein Vogelgezwitscher. Bäume gab es noch gar nicht! Stattdessen ragten bizarre, bis zu acht Meter hohe Säulen aus der Landschaft, genannt Prototaxites. Stell dir eine feuchte Flussniederung vor, in der niedrige Pflanzen wie Cooksonia, frühe Bärlappe und primitive Schachtelhalme kaum knöchelhoch wachsen. Dazwischen stehen diese gigantischen, merkwürdigen Türme. Vielleicht stößt einer von ihnen gerade eine Wolke aus Sporen aus, wobei es aber keineswegs gesichert ist, dass sich Prototaxites so fortgepflanzt haben.
Denn Fakt ist: Niemand weiß genau, was sie eigentlich waren! Sie wirkten wie Baumstämme, wurden einst auch dafür gehalten, sind aber ganz gewiss keine. Dann wurden sie bis vor einiger Zeit als gigantische Pilze interpretiert, doch auch das konnte kürzlich widerlegt werden. Was waren sie dann? Flechten? Algen? Eine völlig andere, heute komplett ausgestorbene Linie des Lebens? Die Forschung rätselt noch. Aber wenn man so weit in die Erdgeschichte – noch lange vor die Zeit der Dinosaurier! – zurückblickt, ist das auch kein Wunder, dass einem vieles völlig fremd vorkommt.
Fun-Fact #002
Cera und Scharfzahn aus „In einem Land vor unserer Zeit“ sind tatsächlich näher an mir im 21. Jahrhundert dran als an Littlefoot und Spike! Tatsächlich konnten sich Scharfzahn, unverkennbar ein Tyrannosaurus und Cera, die ein Triceratops-Baby ist, wirklich über den Weg laufen und befanden sich sogar wirklich in einer Räuber-Beute-Beziehung. Beide lebten vor 66 Millionen Jahren in der berühmten Hell Creek Formation in Nordamerika, während der späten Oberkreide. Damit gehörten sie auch zu den letzten Dinosauriern, denn sie erlebten das verheerende Chicxulub-Massenaussterben, ausgelöst durch einen Meteoriteneinschlag, direkt mit. Littlefoot, ein kleiner Apatosaurus, und Spike, ein Stegosaurus-Jungtier, lebten aber schon viel, viel früher. Tatsächlich waren aber auch sie Zeit- und Lebensraumgenossen. Beide lebten jedoch schon vor 155 Millionen Jahren in der Morrison Formation, ebenfalls in Nordamerika, während des oberen Jura.
Das bedeutet: die zeitliche Different zwischen Cera und Scharfzahn zu unserer Zeit ist deutlich geringer, als die zu Littlefoot und Spike. Dorthin blicken Cera und Scharfzahn über 80 Millionen Jahre weit zurück. Tatsächlich hätten also auch sie bereits Fosilien von Spike und Littlefoot finden können, auch für sie wären sie somit längst versteinerte Relikte aus längst vergangener Urzeit gewesen. Vielen Leuten ist aber nicht bewusst, was für gewaltige Zeiträume zwischen den einzelnen Erdzeitaltern liegen, und wie lange Dinosaurier eigentlich die Erde bewohnt haben.
Fun-Fact #001
Die Avocado wäre um ein Haar zusammen mit der Megafauna Südamerikas ausgestorben, da sie zur Fortpflanzung auf die großen Bodenfaultiere und Gomphotherien angewiesen war. Nur diese konnten die großen Samen schlucken und so verbreiten. Durch menschliche Kultivierung konnten die letzten Pflanzen überleben, als Menschen die Rolle der Großsäuger übernahmen.
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